Chocolate Steele 2 – oder: Steele and the chocolate factory

 

Teil 1

 

Luxemburg – Am letzten Donnerstag wurden in der medernacher Schokoladenfabrik die in aller Welt bekannten und sehr beliebten “Päipampel-Kugeln” mit Zyankali vergiftet. Bei den „Päipampel-Kugeln“ handelt es sich um eine besonders hochwertige Praline aus Zartbitterschokolade, gefüllt mit weißem Nougat. Das besondere an dieser Praline aber ist, dass sie nur 2 Kalorien pro Stück hat und sich deshalb die ganze Welt um die in Luxemburg erfundene Praline reißt, was sich natürlich auch im Preis bemerkbar macht. Doch noch viel wertvoller als eine dieser Pralinen ist das Rezept. Die Herstellung ist sehr schwierig und  aufwendig und bisher hat es auch noch niemand geschafft, auch

nicht die Konkurrenten in Sachen Plagiate aus Asien, das geheimnisvolle Rezept herauszufinden. Das Rezept ist nur zwei Leuten bekannt, wovon einer, wie weitere vier prominente Verbraucher aus England, den mit Zyankali vergifteten Pralinen bereits zum Opfer gefallen sind. Diese Vorfälle lassen den Preis der Pralinen noch weiter in die Höhe schnellen, denn der zweite Kenner des Rezeptes ist in größter Gefahr und es wurde seit dem Tod seines Geschäftspartners schon mehrmals versucht, ihn zu erpressen. Die Polizei tut ihr Bestes, um ihn vor möglichen Gewalttaten zu beschützen, damit die „Päipampel-Kugeln“ den Schönen und Reichen der Welt noch lange erhalten bleiben können.

 

 

Teil 2

„Guten Tag Mr. Steele, Miss Holt. Ich freue mich sehr, dass Sie hergekommen sind, um diesen Fall zu lösen.“, sagte der Besitzer der medernacher Schokoladenfabrik mit einem äußerst starken luxemburgischen Akzent, als Remy und Laura sein ziemlich protziges Büro betraten und gab den beiden die Hand. „Bitte setzen Sie sich doch! Zuerst muss ich Ihnen ein paar Informationen mit auf den Weg geben. Wie Sie wissen, wurde in der letzten Zeit vermehrt in meine Fabrik eingebrochen, aber nie etwas entwendet. Es waren auch keine Spuren von Gewalt an den Türen oder Geräten zu finden. Der Täter muss also irgendwie mit der Firma in Verbindung stehen, denn die Polizei schätzt, dass er einen Schlüssel haben muss. Sie fragen sich sicherlich, warum ich in der ganzen Sache nicht gleich die Polizei ermitteln lasse, nicht wahr? Tja, das würde nur noch mehr Schaden anrichten, ich will, dass dieser Fall nicht an die große Glocke gehängt wird und erwarte von Ihnen sich hier sehr unauffällig zu verhalten. Na ja, wie auch immer, wir konnten zunächst nur feststellen, dass jemand da gewesen sein musste, denn Abends wird hier alles picobello sauber gemacht, doch als wir am nächsten morgen die Firma betraten, waren überall Schokoladenspritzer zu sehen. Zunächst dachte ich, das Personal hätte einfach nur ein paar Stellen übersehen, denn Sie wissen ja, gute Leute sind heutzutage schwer zu finden, deswegen habe ich auch extra Sie beide einfliegen lassen. Nach mehrmaliger Wiederholung dieses Geschehens waren sich alle Sicher, dass jemand die Firma in der Nacht betreten haben musste. Wir schalteten also die Polizei ein, doch die konnten leider keine Fingerabdrücke oder sonstiges finden, die den Täter identifizieren würden außerdem konnten sie uns zuerst auch gar nicht weiterhelfen, da ja nichts gestohlen worden war. Erst als die vier Todesopfer bekannt wurden, die nach dem Verzehr unserer Pralinen verstorben waren, spitzte sich die Lage für uns zu. Also verlasse ich mich jetzt auf die Remington Steele - Agentur um den Mörder ausfindig zu machen.“

 

 

 

Teil 3

Getarnt als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes gingen die zwei in die Produktionshallen und versuchten, irgendwelche Informationen von den Mitarbeitern zu bekommen.

„Wellste Schockela?“, wurde Laura von einer Frau gefragt, doch sie verstand nur Bahnhof.

„Wie bitte?“, fragte sie höflich zurück, doch die Frau, die dabei war, Schoko-Weihnachtsmänner herzustellen, antwortete nur grob: „Ob du Schokolade willst, Kindchen. Mann, mann, mann. Ich hab hier Bruch weißt du, den will keiner mehr haben.“

„SCHO- SCHO- KO – LA- DE???“, stotterte Laura nur und ihre Augen begannen zu funkeln, sie wirkte total apathisch. Remy bemerkte dies und zerrte sie weg, während er zu der Frau sagte: „Nein, danke.“, und schnalzte mit den Zähnen.

„Ich hab nichts herausgefunden. Die tun alle so als wüssten sie von nichts. So bringt uns das nicht weiter. Wir bräuchten jemand her die unbemerkt rumschnüffeln könnte. Wir werden hier die ganze Zeit nur beobachtet. Uns fehlt jemand, der sich als Mitarbeiter hier einschleichen könnte.“

„MILDRED!“, schrie Laura und zückte ihr Handy.

 

Teil 4

Am nächsten Tag stehen Remy, Laura und Mildred gegen 23 Uhr vor der geschlossenen Fabrik. „Passen Sie gut auf, Mildred. Zuerst besorgen wir Ihnen da drin ein Outfit, damit Sie unter den anderen Mitarbeitern nicht auffallen, okay? Und dann zeigen wir Ihnen, wo Sie überall rumschnüffeln sollen. Jede noch so kleine Information könnte wichtig sein.“

„Geht klar, Miss Holt.“

„Also gut, dann los!“, und schon stieg Remy durch eines der quadratischen, kleinen Fenster.

Laura kletterte hinterher und Remy half ihr, sicher wieder auf den Boden zu kommen. Dann rannten sie los. Leuchteten überall mit ihren Taschenlampen hin, um sicherzugehen, dass niemand dort war, der sie womöglich beobachten könnte. Die Luft war rein, doch hinter sich hörten sie ein leises Wimmern.

„Was ist das?“, fragte Laura.

Sie gingen den Weg zurück, und entdeckten Mildred, die im Fenster feststeckte.

„Tut mir Leid, Chef!“, jammerte sie. „Ist schon gut, Mildred.“, versuchte Laura ihre aufgebrachte Sekretärin zu beruhigen. Remy und Laura nahmen jeweils einen von Mildreds Armen und begannen zu ziehen. Ihr Plan hatte geholfen und Mildred war endlich wieder mit beiden Beinen auf dem Boden. „Und wie komm ich jetzt wieder da HINAUS?“

 

Teil 5

Remy und Mildred sahen sich die Büroräume an, während Laura auf die Plattform zu den großen Schoko-Bottichen stieg. „Boss, schauen sie mal, was ich hier gefunden habe. Das ist ein ganzer Ordner voll über Gewinne und Verluste der Firma. Oh Gott. Haben sie nicht gesagt, die würden einen Haufen Geld mit ihren komischen Kugeldingern da machen? Das sieht hier aber nicht danach aus. Alles rote Zahlen, die Firma ist hoffnungslos verschuldet. Bankrott!“

Die zwei eilten wieder in die Produktionshallen um Laura alles zu berichten.

„Laura, Laura, wir haben alles geklärt! Die Firma ist bankrott! Haben in die falschen Sachen investiert. Der Inhaber muss versucht haben, so einen Versicherungsbetrug vorzutäuschen.“

„Aber warum sollte er uns dann engagieren? Ach, diese Schokolade in den Wannen sieht einfach köstlich aus, da würde ich jetzt am liebsten reinspingen.“, scherzte Laura und tat so, als wolle sie dies auch gleich in die Tat umsetzen, als plötzlich das Licht anging und jemand an einem Seil auf die Plattform geschwungen kam und Laura von hinten packte.

„Verschwinden sie! Sie machen mein Erbe kaputt!“, schrie der Kerl, der anscheinend der Sohn des Fabrikbesitzers war.

„Verziehen sie sich oder ich stoße ihre Mitarbeiterin hier rein. Kapiert?“

„Aber hier gibt’s doch nichts mehr zu erben. Die Firma ist pleite. Was soll das ganze dann noch?“, versuchte Remy Laura irgendwie aus der Sache hinauszureden.

„Domm Kou“, kreischte er und zeigte auf Laura, dann wanderte sein Finger in Richtung Remy: „Aal Houer“. Er trampelte rum wie ein kleines Kind und schien total verwirrt zu sein. Bei seinem Tobsuchtsanfall rutschte er jedoch versehentlich aus und landete in dem Pott mit Schokolade aus dem er allein auch nicht wieder hinauskam. “Schäissdreck“, rief er. Remy konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen. „Trellert“, kreischte der Verrückte, was Remy nur noch mehr zum Lachen brachte. Währenddessen hatte Laura bereits die Polizei gerufen, die nun eintraf und den Irren aus der Schokolade zog. Nun war auch dieser neue Fall von „Chocolate Steele“ erfolgreich gelöst worden. J

 

Von SuiteIrlandaise, 2006

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