Banana Steele
Teil 1
Laura durchwühlte gerade ihren Kleiderschrank, als es plötzlich an der Türe klingelte. Sie schob den Riegel beiseite und öffnete die Schiebetür.
„Morgen, Laura. Noch nicht fertig, wie ich sehe.“
„Ich bin gleich fertig“, meinte Laura und ging wieder zurück zu ihrem Schrank, „Aber wenn du dich nützlich machen willst, dann bring doch schon mal die paar Kartons mit Akten runter zum Auto. Die stehen in der Küche.“
„Ein paar? Das sind mindestens zwanzig!“
„Jetzt mach schon.“
Remy schnappte sich einen großen Karton und während er das Treppenhaus betrat, grummelte er noch etwas wie: „Immer diese blöden Treppen“
Dann hörte Laura plötzlich einen Schrei und dann einen lauten Knall. Sie lief sofort ins Treppenhaus. „Mr. Steele? Remy?? Alles in Ordnung???“
„Lauraaaa…“, krächzte er.
Sie lief zu ihm hinunter und sah Remy auf den Boden liegen; um ihn herum überall Akten verteilt und an seinem Schuh klebte eine Bananenschale.
„Oh Gott, Remy…“, meinte sie und beugte sich zu ihm runter.
Doch Remy stöhnte nur noch einmal kurz auf und verfiel dann in einen tiefen Schlaf.
Teil 2
Als Remy aufwachte, fand er sich an einem verlassenen Strand wieder. Weißer Sand, ein wunderschönes blaues Meer und hinter ihm ein Wald voller Palmen. Neben ihm lag Laura, die noch schlief. „Laura, Laura, wach auf!“
„Was ist denn?“, gähnte sie, „Wo sind wir?“
„Das wüsste ich auch gern. Komm, wir sehen uns mal um.“
„Gar nicht mal so schlecht hier… und endlich bin ich mal ganz alleine mit Laura“, dachte Remy und schmiedete schon erste Pläne, als er plötzlich jemanden „Hey, ihr da!“ grölen hörte. Die beiden drehten sich um und sahen eine Person mit Schlapphut und Hawaiihemd auf sie zu rennen.
„Hallo“, rief Remy mit künstlichem Grinsen.
„Wissen sie zufällig, wo wir hier sind?“, fragte Laura.
„Nö. Keine Ahnung, bin hier vor ein paar Jahren durch Zufall gelandet, als ich vor meiner Frau geflüchtet bin, der alte Besen! Und dann bin ich hier geblieben, diese schöne Ruhe, sowas gibt’s sonst nirgendwo auf der Welt…“
„Soll das heißen, sie haben keinen Kontakt zur Außenwelt?“, fragte Remy entsetzt.
„Jep, du bist clever“, meinte die Nervensäge.
„Oh Remy, wie kommen wir hier bloß wieder weg?“
Teil 3
Es wurde langsam dunkel auf der Insel und Remy und Laura suchten sich eine windgeschützte Stelle am Stand. Remy gab Laura seine Jackett und meinte: „Ich gehe jetzt mal etwas Feuerholz suchen.“
„Okay mach das, aber pass bitte auf dich auf.“
„Mir passiert doch nichts, hier ist ja weit und breit keiner, außer diesem nervigen Trottel.“
Dann spazierte er an ein paar Büschen vorbei in den Wald. Plötzlich wurde Remy wieder von der Nervensäge angequatscht.
„Ich würde aufpassen, da sind Gorillas!“, meinte er.
„Gorillas? Ach quatsch. Hier gibt’s doch keine Gorillas. Hah, so ein Schwachsinn. Tsss…“, regte sich Remy auf und verschwand zwischen den Palmen.
„Ich hab ihn gewarnt.“, brummte die Nervensäge.
Vierter Teil
Nach ein paar Minuten hatte Remy schon genug Feuerholz gesammelt und wollte sich gerade auf den Rückweg machen, als er plötzlich ein ohrenbetäubendes Gebrüll hörte. Es wurde immer lauter und in den Büschen konnte man ein Rascheln hören. Dann kam eine Horde von Männern auf Remy zugestürmt.
„Aaaaaaaaah, Guerillas!!! Das sind keine Gorillas, du Trottel!“, kreischte er und rannte so schnell er konnte. Die Guerillas nahmen die Verfolgung auf.
„Laura!!!“, rief er, nahm sie bei der Hand und rannte zu einer rettenden Palme.
Fünfter Teil
„Los, Laura, klettere da rauf!“
„Was? Wieso das denn?“
„Ich erklär es dir, wenn wir oben sind, jetzt mach schon.“
Laura kraxelte auf den Baum und Remy folgte ihr.
„Also was ist jetzt? Warum sind wir hier oben?“, fragte Laura genervt.
„Dieser Trottel da hat gesagt, im Wald seien Gorillas. Aber da sind keine Gorillas, sondern Guerillas und die verfolgen mich jetzt.“
Dann hörten sie auch schon wieder das laute Gebrüll aus Richtung Wald.
„Oh mein Gott, was machen wir jetzt?“, fragte Laura.
„Halt dich gut fest, Laura. Die verschwinden schon wieder.“
Die Guerillas stellten sich um die Palme herum und begannen, an ihr zu rütteln.
„Aaaah, Remy! Ich kann mich nicht länger halten!“, kreischte Laura. Remy hielt sie schließlich fest, doch dann knallte ihm einen Kokosnuss, die durch das rütteln von der Palme abgefallen war, voll auf den Schädel. Er fiel von der Palme und riss Laura schließlich mit runter und die beiden landeten unsanft auf dem Boden.
Sechster Teil
Als Remy wieder aufwachte, sah er Laura, die sich über ihn gebeugt hatte und einen Haufen Akten um ihn rum.
„Remy, ist wieder alles okay?“, fragte sie besorgt.
„Wo sind denn die diese verfluchten Gorillas?“
„Was? Gorillas? Ach, du spinnst doch. Jetzt bring das endlich zum Auto…“
ENDE
Von SuiteIrlandaise, 2006