Chocolate Steele
Teil 1
Laura erledigt Papierkram, Remy hat wieder seine Füße auf den Tisch gelegt und Mildred hat nichts Besseres zu tun als an ihrem Tisch zu sitzen und das Telefon anzustarren. Sommerloch! Keine Klienten, keine Aufträge weit und breit. Und für die nächsten Wochen ist nichts als Langeweile in Sicht.
„Laura meine Liebe, wie wär’s mal wieder mit einem Kleinen Trip nach Europa, was hältst du davon?“, drängte sich Remy auf und versuchte, sie mit einem extrabreiten Lächeln rumzukriegen.
„Ach, ich weiß nicht. Vielleicht kommt ja doch noch…“
„Lauraaaa, hier hat sich schon seit 2 Wochen niemand mehr blicken lassen und das wird auch in der nächsten Zeit so bleiben. Die brutzeln alle irgendwo in der Sonne, selbst die Verbrecher haben nichts Besseres zu tun. Und das sollten wir auch machen. Also pack deine Sachen zusammen. Ich kümmere mich um alles Weitere.“, nervte Remy weiter.
„Na gut.“, sprachs und verschwand aus dem Büro.
Remy konnte es noch gar nicht fassen, Laura hatte wirklich zugestimmt. Er stand dort wie angewurzelt aber innerlich jubelte er förmlich.
„MILDRED, wir brauchen Tickets!!!“
Teil 2
Eine Stunde später erreicht die Limo gerade den Flughafen.
„Remy, jetzt sag mir endlich, wo es hingeht!“, keifte Laura ihn ungeduldig an.
„Nach Deutschland.“, antwortete er total begeistert, doch Lauras breites Grinsen verschwand relativ schnell, als sie das Ziel hörte.
„Deutschland??? Aber die WM ist doch vorbei. Und hast du nicht vorhin irgendwas von Sonne, Sommer, Strand und Meer gefaselt?“, fragte Laura total enttäuscht.
„Och, Laura, vertrau mir, es wird wunderbar. Warte nur, bis wir angekommen sind. Du wirst begeistert sein.“
„Also gut.“, und die zwei gingen zu ihrem Gate.
Teil 3
Nach ihrer Ankunft in Köln starteten Remy und Laura sogleich ihre Tour durch die Stadt. Und Lauras Laune besserte sich sofort, als sie endlich den Kölner Dom sah.
„Boah, Remy, guck mal. Ist das nicht einfach ein wundervolles Bauwerk? Wie viele Stufen sind es wohl bis da ganz oben?“
„Das will ich gar nicht wissen.“, meinte Remy und hatte schon eine böse Befürchtung.
„Ich will da hoch. Jetzt, sofort“, meinte Laura und stürmte zum Eingang.
Remy hatte zwar keine Lust, dieses Ding da Hochzukraxeln aber für Laura würde er alles tun.
Und so erreichten sie schließlich, nach 509 Stufen, die Turmspitze.
Sie genossen einige Minuten lang die schöne Aussicht und machten sich dann auch wieder auf den Weg nach unten. Schließlich wollten sie heute ja noch mehr sehen, als nur den Dom.
Sie gingen am Rheinufer spazieren und suchten sich schließlich ein kleines Restaurant aus, in dem sie sich etwas erholen und für die nächsten paar Stunden Sightseeing stärken wollten.
„Remy, ich muss dir Recht geben. Das war wirklich eine tolle Idee, nach Köln zu kommen.“
Teil 4
Gut gestärkt starteten die zwei schließlich ihren Rundgang durch das Schokoladenmuseum.
Sie waren gerade dabei, sich die extra für die WM angefertigten Schoko-Fußbälle anzusehen, als plötzlich ein Schrei aus einem Nebenraum zu hören war. Sie rannten sofort dorthin und sahen zahlreiche ängstliche Leute, die sich hinter sonderbaren Figuren aus Schokolade versteckten.
„Was ist denn hier los?“, fragte Laura, die auch im Urlaub ihre Arbeit einfach nicht vergessen kann.
„Ein Irrer hat versucht, hier ne Bombe zu installieren.“, kreischte eine Frau ängstlich.
Und so kam die Detektivin wieder in Laura zum Vorschein und sie schnappte sich schließlich Remy, um den Bombenleger vom Schokoladenmuseum ausfindig zu machen.
Teil 5
Zuerst erkundigten sie sich bei den Sicherheitsleuten, ob jemand verdächtiges das Museum verlassen hatte. Doch dies war nicht der Fall, also musste sich der Täter immer noch im Museum aufhalten. Alle Aus- und Eingänge wurden abgeriegelt und die Suche konnte beginnen.
In einer Ecke fand Laura ein Stück Kabel.
„Da muss er lang gelaufen sein.“, meinte sie und die Zwei durchforsteten jeden einzelnen Ausstellungsraum.
Doch keine Spur vom Täter samt Bombe.
„Wo kann dieser Kerl denn noch stecken? Rausgekommen ist er nicht und hier drinnen haben wir auch jede noch so kleine Ecke abgesucht.“, fragte Laura völlig ratlos, öffnete ihre Handtasche und holte eine ahndvoll Pralinen heraus und steckte alle aufeinmal in den Mund.
„Laura?? Wo hast du die her?“, fragte Remy total geschockt und voller Angst, dass laura wieder von ihrer Schokoladensucht befallen wird.
„Na da hinten lagen die so schön rum… ich brauch das jetzt… ich bin frustriert!“
„Ach, Laura, wir finden ihn schon noch, keine…“, Remy schaute sich um, „Was war das? Hast du das nicht auch gehört?“
„Was?“
„Na dieses Poltern…“
„Hier war aber niemand im Raum. Hast du dir wahrscheinlich nur eingeblidet.“
„Hm.“ Remy ging noch einmal zu den Wachleuten. „Ist hier unter den Ausstellungsräumen noch ein Raum?“
„Ja, da sind Heizanlagen und so.“
Und schon rannte Remy wieder zu Laura und die zwei stiegen hinunter in den Keller.
Und dort, hinter einer Maschine, sah Remy den Täter.
Doch dieser rannte schon auf Remy zu, stieß ihn gegen Laura und rannte wieder hoch.
Remy zog sich und Laura hoch und die Verfolgungsjagd begann.
Doch in dem Raum mit dem riesigen, mit Schokolade gefüllten Bottich wusste er nicht mehr wohin und blieb stehen. Diesen Moment nutzte Laura Schließlich aus und sprang den Bombenleger von hinten an. Er fiel hin und die Bombe flog quer durch den Raum direkt vor Remys Füße. Dieser hob sie sofort auf. Auf der Anzeige blinkten nur noch 30 Sekunden Zeit bis zur Explosion.
„Schmeiß sie weg!!!“, kreischte Laura.
„Wohin????“, Remys Augen richteten sich plötzlich auf den Schoko-Bottich.
Er schmiss die Bombe hinein, alle duckten sich und dann spritzte die warme, zähflüssige Schokolade auch schon durch den ganzen Raum.
Alles, aber auch wirklich alles im Raum war voll mit Schokolade, natürlich auch Remy und Laura. Der Täter wurde Festgenommen, der Fall war gelöst.
Das war wirklich der beste Urlaub, den Laura je gehabt hatte: Remy, voll mit Schokolade – was kann es schöneres geben!? fand sie.
„Mr Steele? Sie sehen heute einfach wieder zum anbeißen aus!“, und so ging auch ihr bisher schokoladigster Fall zu Ende.
Doch keine Angst – Chocolate Steele will return! J
Von SuiteIrlandaise, 2006