:.Die Schulen in Japan.:

Einer der größten Unterschiede zwischen japanischen und deutschen Schulen ist die Strenge. Auf japanischen Schulen geht es sehr viel strenger zu als bei uns. Man muss unheimlich viel auswendig lernen. Der Lehrstoff wird gedrillt und bei den Prüfungen wieder abgespult. Ein Sprichwort lautet: " 5 Stunden Schlaf = durchgefallen. 4 Stunden Schlaf bestanden ". Dabei sollte man bedenken, dass in Japan Schlafen sowieso als Zeitverschwendung angesehen wird. Ehrgeizige Schüler sind also nur am Pauken und arbeiten wahrscheinlich genau so viel wie erfolgreiche Manager.
Nach 1945 wurde in Japan das amerikanische Schulsystem weitgehend übernommen. Seitdem gibt es tatsächlich Grundschulen ("Shogakko"), die man 6 Jahre lang besucht. Danach geht es für 3 Jahre auf die Junior Highschool ("Chugakko"), womit die Schulpflicht beendet wäre. Doch über 90 % der Schüler besuchen noch 3 Jahre lang die Senior Highschool ("Kotogakko").
In Japan ist das Notensystem von Schule verschieden. Manchmal gibt es Zahlennoten, z.B. die "Vier" ist am besten, die "Null" am schlechtesten! Teilweise wurden auch die amerikanischen Schulnoten übernommen ("A" ist sehr gut, "F" ganz schlecht). Generell gilt aber: Wenn ein Lehrer etwas korrigiert, markiert er den Fehler mit einem Kreuz. Ein Kreis bedeutet "richtig"! Eine Arbeit voller Nullen ist also völlig korrekt. Am aller wichtigsten ist es aber, überhaupt erst mal auf eine gute Schule zu kommen.
Wenn man in Deutschland zur Schule geht, ist es ja wichtig, sie möglichst stilvoll, das heißt mit einem guten Zeugnis zu verlassen. Die härteste Prüfung, die ein Japaner zu absolvieren hat, sind hingegen die Aufnahmeprüfungen! Top-Jobs kriegt man in Japan nur als Absolvent einer Elite-Universität. Um auf solche Unis zu kommen, muss man aber auch schon auf der besten Oberschule gewesen sein. In dem Sinne setzt sich das rückwärts fort.. in Elite- Mittelschulen und erstklassigen Grundschulen. Absurder weise gibt es sogar Aufnahmeprüfungen für Vorbereitungsseminare zur Aufnahmeprüfung in Elite-Kindergärten!!! Eine Schule zu absolvieren scheint also reine Formsache zu sein, im Vergleich zu den Aufnahmeprüfungen!
Manche Mütter sind sogar so ehrgeizig über das Fortkommen ihrer Kinder, dass sie sogar an Trainingskursen für ungeborene Embryos im Mutterleib teilnehmen. Man nennt dieses Phänomen "Kyoiku-Mama" (wörtl. Erziehungsmütter)
Fast an allen Mittelschulen Japans tragen die Schüler Schuluniformen. In den Oberschulen allerdings auch noch häufig. Jungen tragen eher so eine Art Kadettenuniform: schwarz durchgeknöpft und mit hohem Stehkragen, Mädchen oft diese berühmten "Matrosen-Kleidchen" (Das ist übrigens auch der Grund, warum Donald Duck in Japan nicht so gut ankam. Ist ja schon äußerst seltsam: ein männlicher Erpel in Mädchenkleidern!) oder aber auch Blazer. Trotzdem tragen in Japan nicht so viele Schüler Schuluniformen, wie es in vielen Mangas dargestellt wird.
Lehrer sind in Japan besondere Respektpersonen (also genau das Gegenteil von den Lehrern aus Rannma 1/2). Der "Sensei" (wörtl.: der Vorher Geborene) wird nach den Traditionen des Konfuzianismus mit äußerster Achtung behandelt. Es ist verpönt, Lehrer zu kritisieren und beinahe schon problematisch, überhaupt Fragen zu stellen. Denn der Lehrer könnte ja mal eine Antwort nicht wissen und wäre dann bloß gestellt.
Also alles in allem können wir doch froh sein, dass wir Deutsche und keine Japaner sind ; )

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