************************************************* Schwule und Schoenheit Warum haben es schoene Maenner einfacher im Leben und welche Gefahr verbirgt sich hinter dem Begriff "Schoenheit" ? ************************************************** Meist wird schoenen Maennern nachgesagt, sie seien schwul, was oftmals realistisch bestaetigt wird, jedoch nicht immer der Regelfall sein muss. Warum ueberwiegend sehr gutaussehende Maenner schwul sind, bleibt bisher ungeklaert,jedoch hat auch der Begriff Schoenheit einen wichtigen Faktor in der schwulen Welt gefunden, sei es in der Scene oder gar in einer Beziehung zwischen Maennern. Gerade schwule Maenner halten sehr viel von ihrem Aussehen und pflegen auch entsprechend ihr Aeusseres, um entweder sich selbst oder vorwiegend anderen Maennern zu gefallen. Die Gefahr darin besteht zugleich, sich in dem Moment von Anderen abhaengig zu machen, indem man einen gewissen Typ von Menschen praesentiert, der entweder gezielt sexy oder ueberaus attraktiv auf Andere wirkt. Ob nun der optisch wirkende Typ, den man selbst praesentiert (sei es vom unschuldigen Jungen bis zu knallharten Ledertypen), zu dem eigenen Wesen u. Verhalten passt und ob man sich zugleich mit dem eigenen Erscheinungsbild selbst indentifizieren kann, bleibt in Frage gestellt. Ein naechtlicher Besuch in der schwulen Scene zeigt oftmals, das ueberwiegend attraktive und gutaussehende Maenner leichter ins Auge fallen, als weniger ahnsehnliche Nachtschwaermer. Angefangen von einem tadellosen Teint, einer gestylten Frisur bis zum ansprechenden Outfit haben meist optisch attraktivere Typen bessere Chancen, andere Maenner kennenzulernen (oftmals nur fr einen One-Night-Stand), als ihre weniger optisch hervorhebenden "Rivalen der Nacht". Wie ein Volkssprichwort bereits aussagt, das nicht alles Gold ist was glaenzt, verfaellt man zugleich bei gutaussehenden Menschen in einem Rausch der optischen Gefuehle, der oftmals mit eigenen Idealen und Wunschvorstellungen verstaerkt wird. Die Gefahr darin besteht sehr schnell im Antlitz der attraktiv wirkenden Person dahinzuschmelzen und man dabei voellig vergisst, auch einmal hinter die Kulisse zu blicken, die nicht immer mit der Optik uebereinstimmen muss. Auch ist es fuer gutaussehende Menschen nicht immer einfach, Einblick in sich zu gewaehren, das man nicht alleine von der Schoenheit praesent ist, sondern eben auch andere Qualitaeten zu bieten hat. Letztendlich kann dies zu eigenen Schuldgefuehlen und zu einem eigenen Drang zur Perfektion fuehren, was fuer den ueberdurchschnittlich gutaussehenden Menschen oftmals zur psychischen Plage werden kann. Der Schoenling kommt meist in die Gefahr als "schoen dumm" in seinem Umfeld zu verkuemmern. Ausnahmen bestaetigen natuerlich die Regel, wenn sich ein Mann NUR auf sein Aussehen verlaesst und der Verstand dabei in den Keller wandert. Meist wird das Vorurteil auch noch unterstuetzt, wenn andere Leute ihren Neid durch negative Bemerkungen gegenueber attraktiven Personen ausgleichen, indem sie zugleich den ansehnlichen Menschen zu einem "unnahbaren Objekt" formen. Auch bei Beziehungen kommen schoene Menschen schneller unter die Haube, als ihre weniger optisch attraktive Singles. Da durch die optischen Einfluesse bereits sogar vor einer Beziehung manipuliert wird, fallen oftmals Beziehungssuchende auf die Oberflaechlichkeiten des attraktiven Objektes, die man nur sehen kann, herein und sind dann auch hinterher enttaeuscht, wenn die inneren Werte absolut nicht mit dem Aeusseren uebereinstimmen. Auch da wird oftmals einfach eine zu hohe Erwartung gesetzt, die niemals von den mehr oder minder Angebeteten erfuellt werden kann. Zugleich hat man auch in wissenschaftlichen Studien festgestellt, das makellose Menschen, auch Schoenlinge genannt, gar nicht so beliebt bei den Leuten sind, die eine feste Beziehung suchen. Viele Befragte gaben an, das sie keinen Partner haben moechten, den sie nur betrachten oder sogar in ein Schaufenster praesentieren koennen, sie verlangen oftmals mehr, als nur optische Erfuellung in einer Beziehung. Auch Makel sind also sehr wichtig bei Menschen, um zu sehen, das sie nicht ohne Fehler sind, sondern auch mit Ecken und Kanten, die man anfassen kann. Zugleich erkennen viele Leute in einer Beziehung, das Schoenheit vergeht, aber nicht die Liebe, die eben nur staendig wachsen kann. Die Frage ist nun, ob man den Prinzen zum Frosch kuessen will, oder den Frosch zum Prinzen. Erlaeutert wird dieses Thema unter anderem in dem Buch "Traumprinz gesucht", der im Bruno Gmuender Verlag erschienen ist. Hier wird dem Begriff Schoenheit ein eigenes Kapitel gewidmet. Da es sich eben bekanntlicherweise ueber Geschmack streiten laesst, ist nun die Frage ab wann nun ein Mensch fr Jemanden schoen ist und ob Schoenheit berhaupt mit dem Begriff Attraktiv verbunden werden kann, da auch ein weniger ansehnlicher Mensch sehr attraktiv auf andere wirken kann, unabhaengig von seiner optischen Erscheinung. Wie Goethe bereits schrieb, das Schoenheit stets ueberall ein willkomener Gast ist, setzt letztendlich immer die Gesellschaft den Standard fr Schoenheit, die automatisch schoene Menschen in eine Ecke draengt, um gewisse Schablonen zu erfuellen, die auch fuer gutaussehende Menschen unwillkuerlich gefordert werden. Man sieht zugleich, das es gutaussehende Menschen nicht immer einfach haben, Kontakte zu anderen Menschen zu schaffen, da sie oftmals durch viele Vorurteile zu einem "Ideal" geschaffen werden, das unnahbar fr sie ist. Die Leute wollen lieber von ihren Idealen traeumen und noch Illusionen haben, bevor fr sie eine Seifenblase zerplatzt, die eben nicht mehr mit der Realitaet bereinstimmen wird. Daher sollte sich jeder selbst die Grenzen fr Schoenheit setzen und sich nicht von anderen Geschmaeckern beeinflussen lassen, denn schliesslich geniesst man ja die Schoenheit fr sich im Stillen allein und nicht fuer andere. Und wer niemals alt werden will, sollte dem Zitat von Franz Kafka befolgen, das lautet: Jeder, der sich die Faehigkeit erhaelt, Schoenes zu erkennen, wird nie alt werden. (C) 95-96 Armando Saller