Ansichten eines Wilden über die zivilisierten Menschen.
Xokonoschtletl Gomora, Umschlaggestaltung: Gerhard Schnitzer, Erhard Rau. Herstellung: Druckwerkstätten Stollberg GmbH.
Helga meinte bei Rosenberger, das Buch, das ich bei der Tombola vor dem Hofburgmuseum gewonnen hätte, wäre etwa 1992 in 1. Auflage erschienen. Und 2004 wäre schon die 13. Auflage. Wahrscheinlich hat er es aber schon um 1989 geschrieben, denn auf Seite 50 steht: "In den drei Jahre, die ich bis jetzt in Europa war,...". Und die letzte Überarbeitung muß "Anfang 1999" stattgefunden haben, denn auf Seite 167 steht:
So kostete zum Beispiel in Mexiko im Jahre 1976 ein Dollar 12,50 Pesos, jetzt, Anfang 1999, kostet ein Dollar 9650,00 Pesos! Das ist eine Unverschämtheit!
Sein enragiertes Buch predigt dem 'Homo Civilicus' (103) lebensreformerisch ein NEUES BEWUßTSEIN, es ist voller uramerikanischem PRAGMATISMUS, HEDONISMUS und OPTIMISMUS.
"Das Leben ist schön, genießt es!"
(127)"Glaubt, was ihr wollt, Hauptsache, ihr seid glücklich. Aber laßt die anderen auch glauben, was sie wollen, damit auch sie glücklich sein können!"
"Macht das Unmögliche schwer, macht das Schwere möglich, und das Mögliche macht einfach!! Kämpft gegen eure Komplexe, euren Neid, euren Stolz, euren Egoismus, eure Faulheit und gegen eure Ängste, denn wie schon jemand sagte: 'Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren."
Enragiert, antiklerikal, antiproselytisch
- (S.129)"Ich bin Heide und bin ... glücklich und zufrieden, ohne Furcht und Scham, ein Sünder zu sein. ... Wenn ich über andere Religionen spreche und dabei oftmals die negativen Seiten beleuchte, so heißt das nicht, daß ich die Leute von ihrem Glauben abbringen möchte, sondern, daß sie einmal objektiv betrachten und selbst entscheiden können ... ... die Mission der Missionare war, altes Kulturgut zu vernichten und aus der übriggebliebenen Asche ihr Eigenes zu errichten."
- Seit der Entstehung der Kirche ist ihre Mission, alles, was dem Denken der Kirche nicht entspricht, zu zerstören. 385 n. Chr. wurder der erste Heide geköpft, nur weil er nicht an die Dreifaltigkeit glaubte.
... Jesus war kein Dieb, aber die Kirche eignete sich vieles unrechtmäßig an. So auch die Riten, Feste und Vorbilder, bei denen sonst nichts als der Name geändert wrude, wie es auch in Mexiko geschah.
So wurde aus Tonantzin (Mutter Erde), die Jungfrau Maria von Guadalupe; aus Huitzilopochtli (Symbol des Willens), wurde Gott Vater, das männliche Regensymbol Tlalok, wurde der Heilige Isidor, und das weibliche Wassersymbol Chalchitikue, wurde zur Mutter Gottes.
- (127) ... wenn Christus jetzt wiedergeboren würde ... er den Pfarrern einen Tritt in den Hintern versetzen, denn sie haben wie damals aus seinem Tempel einen Markt gemacht...
- (126) Während des Jahres kommt für die Kirche auch einiges Geld für Seelen- und Totenmessen zusammen. Ebenso von den 15-Jahre Feiern. Ursprünglich wurde bei den Azteken ein 13jähriges Mädchen gefeiert, weil es in diesem Alter zur Frau wurde. Die Kirche ließt sich diese gewinnträchtige Festivität nicht entgehen, setzte aber das Alter um 2 Jahre hinauf und verlegte die Zeremonie in das Gotteshaus, um dort gegen entsprechendes Entgelt die neue Frau zu segnen...
(127) "Glaubt, was ihr wollt, Hauptsache, ihr seid glücklich. Aber laßt die anderen auch glauben, was sie wollen, damit auch sie glücklich sein können!"
- Die Kirche war auf der Seite der sogenannten 'Konquistadoren'.
- Die Kirche selbst hatte Indianersklaven!
- Die Kirche und der Staat waren bis 1857 in Mexiko nicht voneinander getrennt, d.h. es gab keine Gewaltenteilung.
- Die Kirche war gegen die Unabhängigkeit Mexikos (1810-1821)
- Die Kirche brachte Maximilian von Habsburg als "Kaiser" nach Mexiko.
- Die Kirche unterstützte den Diktator Victoriano Huerta.
- Die Kirche machte 40 Jahre nach der Invasion der Spanier offiziell aus dem 'armen Wesen ohne Seele' Menschen.
- Die Kirche erlaubte 300 Jahre lang die Versklavung der Indianer.(138)
Weißer Mann halte
einen Moment, um nachzudenken -
Warum gehst Du so schnell, ohne Dich umzusehen
mit einem phlegmatischen Ausdruck
der Apathie und des Unglücks?
Schau hinter Dich und sieh, was Du zerstört hast:
Alle Hochkulturen, hübsche Flüsse, zerbrechliche
Blumen - alles gemordet
und die Nester der Vögel sind zerbrochen.
....
Willst Du, weißer Mann, Dich selbst zerstören?
Damit Du in ein Dir unbekanntes Paradies eingehst?
(Auf S.142 zitiert aus: Die wahre Geschichte der Azteken.)
Xoko ist ein Kulturbotschafter, dessen "Mission" im skeptischen, alten Europa (vgl. Nietzsche) meist auf taube Ohren stößt. Er erscheint vielen als eine Art , der vom Aussehen her eher einem Marat ähnelt.
Seine Art, wie er als "Wilder" dem "Weißen Mann" Mores lehren will, erinnert an Epiktets Diatriben 'fiktive Lehr- oder auch Selbstgespräche ... ... "Gestalt" des Denkens in konsequenter Form, die Spinoza wohl als Selbstzufriedenheit, Covey wohl als pro-aktiv oder als Selbstmanagement und Czikszentmihalyi wohl als autotelisch bezeichnen würde.'
'Epiktet (50 – um 140)
... ein von Nero freigelassener Sklave ...'
Xokos 'wilder' Spiritualismus ist dem deutsch-romantischen Idealismus geistesverwandt.
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