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Bertolt Brecht

Da sich herausgestellt hat, dass unser Volk eine dumme Hammelherde ist, empfehlen wir der Regierung, sich ein anderes Volk zu wählen.
Interview zum 17. Juni 1953, gefunden von Marion Schweizer

Das Denken gehört zu den größten Vergnügungen der menschlichen Rasse.

Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.

Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.

Das Schlimmste ist nicht, Fehler zu haben; nicht einmal sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.

Das Theater darf nicht danach beurteilt werden, ob es die Gewohnheiten seines Publikums befriedigt, sondern danach, ob es sie zu ändern vermag.

Den Tigern entrann ich. Gefressen wurde ich von den Mittelmäßigen.

Denn die einen stehn im Dunkeln und die andern stehn im Licht. Und man sieht nur die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.

Denn wo der Glaube tausend Jahre gesessen hat, eben da sitzt jetzt der Zweifel.

Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.

Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.

Der starke Mann ist stärker ohne Gewalt.

Die Erfindungen für Menschen werden unterdrückt, die Erfindungen gegen sie gefördert.

Die Macht hat stets, wer zahlt.

Die Schriftsteller können nicht so schnell schreiben, wie die Regierungen Kriege machen; denn das Schreiben verlangt Denkarbeit.

Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.

Eine Hauptursache der Armut in den Wissenschaften ist meist eingebildeter Reichtum. Es ist nicht ihr Ziel, der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum.

Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Erst muss, bevor die Welt sich ändern kann, der Mensch sich ändern.

Es hilft nur Gewalt, wo Gewalt herrscht, und es helfen nur Menschen, wo Menschen sind.

Es ist schlimm, in einem Lande zu leben, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Lande zu leben, in dem man Humor braucht.

Für die, deren Zeit gekommen ist, ist es nie zu spät!

Ich sitze am Straßenrand. Der Fahrer wechselt das Rad. Ich bin nicht gern, wo ich herkomme. Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre. Warum sehe ich den Radwechsel mit Ungeduld?
gefunden in "Mixtum Compositum" Hamburg 1990

Ich will mit dem gehen, den ich liebe.  Ich will nicht ausrechnen, was es kostet.  Ich will nicht nachdenken, ob es gut ist.  Ich will nicht wissen, ob er mich liebt.  Ich will mit dem gehen, den ich liebe.

Ja, renn nur nach dem Glück, doch renne nicht zu sehr! Denn alle rennen nach dem Glück, das Glück rennt hinterher!

Jeder Lehrer muss lernen, mit dem Lehren aufzuhören, wenn es Zeit ist. Das ist eine schwere Kunst.

Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.

Keine Gnade mehr mit denen, die nicht erforscht haben und doch reden.
gefunden bei Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger, "Zwischen den Zeichen"

Keinen verderben zu lassen, auch nicht sich selber, jeden mit Glück erfüllen, auch sich, das ist gut.

Liebe ist der Wunsch, etwas zu geben, nicht zu erhalten.

Nur belehrt von Wirklichkeit, können wir die Wirklichkeit ändern.;

Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm!

Ohne Ansichten und Absichten kann man keine Abbildung machen. Ohne Wissen kann man nichts zeigen; wie soll man das wissen, was wissenswert ist.

So gut es ist, sich den guten Ratschlägen zu unterwerfen, so gefährlich ist es, sich den guten Ratgebern zu unterwerfen. 

Unglücklich das Land, das Helden nötig hat!

Unser Theater muss die Lust am Erkennen erregen.

Vertrauen wird dadurch erschöpft, dass es in Anspruch genommen wird.

Viel ist schon gewonnen, wenn nur einer aufsteht und Nein sagt.

Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt.

Wenn die letzten Irrtümer verbraucht sind, sitzt als letzter Gesellschafter uns das Nichts gegenüber. 

Wenn die Wahrheit zu schwach ist, sich zu verteidigen, muss sie zum Angriff übergehen!

Wer A sagt, muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.

Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Wir Deutschen haben ein tiefes Misstrauen gegen alles, was leicht geht. Selbst das Wörtchen "vielleicht" klingt in der deutschen Sprache fatal.

Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen. Aber sage ihnen einen vernünftigen Satz und beweise ihn mit sieben Gründen, und sie werden dich einfach auslachen.

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