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Aktivit�tenbericht 2003/2004 von Anders
arbeiten oder gar nicht | |
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Anders arbeiten war im letzten Jahr bis heute
sehr aktiv. Dabei gilt auch der Dank Netzwerk Selbsthilfe
e.V., die uns die Infrastruktur (B�ro, Telefon, Internet etc.) zur
Verf�gung stellen. Die Hauptarbeit der Initiative wurde bisher
ehrenamtlich geleistet, aber wir hatten das Gl�ck, ein Jahr eine Stelle
finanziert zu bekommen. Die bezahlte Stelle ist ausgelaufen, aber die
Arbeit geht weiter. So ist das in der Arbeitsgesellschaft, der Wert der
Arbeit bemi�t sich nach der Bezahlung. Nicht so bei Anders arbeiten oder
gar nicht. Uns geht es um ein anderes Arbeiten. Wenn das nicht m�glich
ist, verzichten wir auch gerne auf das „Gl�ck“ eines Arbeitsplatzes. Aber
da gibt es ganz unterschiedliche Meinungen zu dem „gar nicht“, wir sind
eben keine dogmatische Gruppe, sondern ein offenes Diskussionsforum.
Gearbeitet haben auch die Erwerbslosen bei uns ganz viel, auch jene, die
das Recht auf Faulheit vertreten, einfach weil wir etwas ver�ndern wollen.
Es bleibt viel zu tun... Unsere Plenen 2003/2004 Anders arbeiten f�hrt jeden 2. Dienstag im Monat ein Plenum im Mehringhof durch. Es beginnt mit einem inhaltlichen Schwerpunkt, wobei ein Referat gehalten und anschlie�end diskutiert wird. Dazu laden wir auch GastreferentInnen ein. Anschlie�end gibt es ein Input zu dem sozialpolitischen Geschehen des letzten Monats. Daf�r wird jeden Monat eine Tageszeitung ausgewertet und ein Archiv angelegt. Weitere Tagesordnungspunkte im Plenum sind Berichte �ber das Antihartzb�ndnis, Sozialforum u.a., Termine und Organisatorisches von Anders arbeiten. Wir hatten uns im Jahre 2002 intensiv mit der Hartzkommission, den Hartzgesetzen und dem Widerstand dagegen besch�ftigten, waren aktiv im Berliner Antihartzb�ndnis, und auch im Januar- Plenum des Jahres 2003 war die Hartzumsetzung dann inhaltlicher Schwerpunkt. Im Februar fand die riesige Demonstration gegen den Irak-Krieg statt und unser Plenums-schwerpunkt war dementsprechend Krieg und Sozialabbau. Referentin war Anne Seeck aus unserer Initiative. Ausgaben f�r Waffen, Milit�reins�tze, Krieg stehen Einsparungen im sozialen Bereich gegen�ber, das ist die herrschende Logik. Im M�rz referierte dann Elisabeth Vo� (Mitglied unserer Initiative und Expertin in Sachen Alternativer �konomie) �ber „ Genossenschaften - eine Chance f�r Erwerbslose?“. Es gibt einige Ans�tze in diesem Bereich, aber l�ngst nicht ausreichend. Im April und Mai diskutierten wir dann dar�ber „Was wir wollen“, wir nennen das Spiegelstrichdebatte. Nach den theoretischen Debatten wurden im Juniplenum konkrete Projektideen vorgestellt, die Stadtteilgenossenschaft Sch�neberg, die Initiative f�r ein Berliner Erwerbslosenzentrum und das Projekt: Arbeitsmarkt von unten. Im Juli hielt Anne Seeck von Anders arbeiten ein Referat zu Entgrenzung und neue Autonomie der Arbeit - die paradoxen Folgen. Dabei wurde vor allem ein Buch von Gli�mann/Peters vorgestellt: Mehr Druck durch mehr Freiheit, es ging um die neuen Mangementmethoden und ihre Auswirkungen. Im August pausierte Anders arbeiten. Interessant und sehr gut besucht, war auch das n�chste Plenum im September, Christian Wend (Fachforum Zukunft der Arbeit) referierte zu Mischarbeitsgenossenschaften und Walter Fabricius (attac) zu Verbraucher-genossenschaften. Im Oktober stellte dann Anne Seeck von Anders arbeiten das Buch von Rainer Roth: Nebensache Mensch. Arbeitslosigkeit in Deutschland vor. Ein sehr interessantes Buch, da� die Ursachen dieses Problems gut beleuchtet. Im November referierte Hajo Heidelmeyer (Verdi-Erwerbslosenausschu�) �ber Hartz III und IV. Er gab eine kritische Einsch�tzung, wobei besonders das Arbeitslosengeld II mit 345 Euro+ Miete viele Erwerbslose ab 2005 hart treffen wird. Nach den Ausfl�gen in die Gefilde der Erwerbslosig-keit setzten wir im Dezember 03 und Januar 2004 unsere Spiegelstrichdebatte fort, „Produktivit�t und Zeitreichtum“ und „Die Bewertung von Arbeit“ waren die Themen, die von Robert Ulmer aus unserer Initiative referiert wurden. Im Februar 2004 war unser Schwerpunktthema „Alternativen zur Repressanda“. Hauke Benner (Sozialforum) stellte das Konzept von Narr/Roth/Grottian vor und berichtete �ber die Diskussionen zu diesem Papier im Sozialforum. Im M�rz hatten wir wieder einen Gastreferenten. Wolfgang Ratzel von der Crelle- Selbsthilfegruppe f�r Erwerbslose referierte �ber Konzepte zur „Politischen und wirtschaftlichen Selbsthilfe im Kiez“. Wir werden unsere Plenen fortsetzen und diese Struktur mit dem inhaltlichen Schwerpunkt beibehalten. Aufgrund der interessanten Themen waren unsere Plenen gut besucht und wir konnten weitere aktive Mitstreiter f�r unsere Arbeit gewinnen. Die Protokolle �ber die Plenumsschwerpunkte und den sozialpolitischen Input seit Dezember 2002 sind im Internet nachzulesen: www.andersarbeiten.de Unsere Veranstaltungen 2003/2004 Kritik Im Jahre 2003 traten die ersten Hartzgesetze in Kraft. Das war f�r uns Anla�, um �ber diese Ver�nderungen kritisch zu informieren. Dazu gingen wir in den Stadtteil Friedrichshain und f�hrten dort unsere ersten kleinen Veranstaltungen durch. Es begann am 16.4. im Mieterladen mit dem Thema „Bald in der PSA? Endlich Arbeit?“. Dort machten wir vor allem darauf aufmerksam, da� die gesetzlich gestattete Lohndr�ckerei mittels Leiharbeit zur Verdr�ngung von Normalarbeitsverh�ltnissen f�hren wird. Scheinselbst�ndigkeit im Billiglohnsektor, Abbau von Normalarbeitsverh�ltnissen, st�rkere Konkurrenz, das Risiko der Verarmung bef�rchteten wir auch bei den Ich-AG`s. Am 23.4. veranstalteten wir dazu einen Abend im RAW-Tempel. Etliche BesucherInnen wollten selbst eine Ich-AG gr�nden und wir informierten �ber „Chancen und Risiken der Ich-AG“. Die Reihe: „Hartz auf den Punkt gebracht“ beendeten wir mit dem Thema : „Hartz und die Folgen f�r Frauen“, am 15. Mai organisierten wir dazu eine Veranstaltung im Frieda-Frauenzentrum, das Referat von Anders arbeiten wurde in der Jungen Welt abgedruckt. Unsere Kritik: Die Arbeitskraft von Frauen wird abqualifiziert. Minijobs, Leiharbeit, Ich-AGs - prek�re Besch�ftigung und Altersarmut sind vorprogrammiert. Hartz bringt den Frauen vor allem eines: Verarmung. Trotz aller Kritik, die schr�dersche „Reformpolitik“ ging weiter, Agenda 2010 hie� jetzt das neue Zauberwort. Dazu informierten wir am 4.6. im Mehringhof. Jetzt sollte die „Reformpolitik“ nicht nur haupts�chlich die Erwerbslosen betreffen, sondern alle Bev�lkerungsschichten und auch die Themen Gesundheit, Bildung etc. wurden behandelt. In der Diskussion wurde uns klar, da� wir nicht bei der Kritik und den Abwehrk�mpfen stehen bleiben d�rfen, sondern vor allem Alternativen suchen m�ssen. So wandelte sich diese kleine Veranstaltung, Alternativen sollten jetzt im Vordergrund stehen. Kritische ReferentInnen waren bisher aus unserer Initiative J�rgen, Anne und Dieter. Jetzt begannen wir auch f�r unsere kleinen Veranstaltungen GastreferentInnen einzuladen. Aber neben den kleinen Veranstaltungen organisierten wir auch eine gro�e im Kato, die am 23.6. stattfand. „Terror der Arbeit“ lautete das aufsehenerregende Thema, das Kato war mit �ber 200 BesucherInnen �berf�llt. Referenten waren Harald Rein vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum, der den Zusammenhang zwischen Sozialabbau und Erwerbsarbeitszentrierung darstellte und Widerstandsm�glichkeiten aufzeigte und Guillaume Paoli von den Gl�cklichen Arbeitslosen, der eine „andere“ situationistische Kritik der Arbeit �u�erte. Wir diskutierten die Fragen: Warum w�nschen sich alle mehr Druck und mehr Zwang, auch die Betroffenen selber? Was k�nnen wir dieser verh�ngnisvollen Entwicklung entgegensetzen? Wie kann eine erfolgversprechende Opposition gegen den Arbeitszwang entstehen? Gef�rdert wurde diese gro�e kostentr�chtige Veranstaltung von der Stiftung Arbeitswelt und Menschenw�rde. Alternativen Wir begannen unsere Alternativenreihe mit Kommuneerfahrungen. Am 2.Juni berichtete Klaus �ber seine 6j�hrigen Erfahrungen in der Kommune Auroville in Indien, die sich f�r viele von uns etwas zwiesp�ltig darstellte. Gurus wollten wir keine. So suchten wir nach weiteren Kommunen. Das Projekt WESPE in Neustadt war zwar keine Kommune, aber das Leben und arbeiten in diesem Projekt interessierte uns trotzdem. "Leben ohne Chef und Staat - anarchistisches Gro�projekt WESPE (Werk selbstverwalteter Projekte und Einrich-tungen)/Projekt A, in einer westdeutschen Kleinstadt (Neustadt an der Weinstra�e). Ein R�ckblick", so hie� unsere Veranstaltung am 3.9. im Blauen Salon im Mehringhof. Elisabeth Vo� und Jens Herrmann berichten �ber ihre Erfahrungen. Auch dieses Projekt wurde kontrovers diskutiert, es stellte sich als gescheitert da. Wir planten dann, Leute aus der erfolgreichen Kommune aus Niederkaufungen einzuladen, konnten aber nicht die Reisekosten tragen und verschoben die Idee f�r diese Veranstaltung. In der n�chsten Veranstaltung setzten wir uns mit einer Alternative auseinander, die in der Mainstreamdiskussion um die B�rger-und Zivilgesellschaft gepriesen wird- das b�rgerschaftliche Engagement. Uns interessierte besonders, was das f�r Frauen bedeutet, dementsprechend lief diese Veranstaltung im Frieda-Frauenzentrum. Referentin war Gisela Notz, die diese „Alternative“ aus frauenspezifischer Sicht kritisierte. Immer mehr Frauen werden aus der bezahlten sozialen Arbeit verdr�ngt, als Alternative wird ihnen das Ehrenamt angeboten. Auch das f�hrt zur Verarmung. Wir suchten weiter nach Alternativen, Robert Ulmer aus unserer Initiative ist Verfechter des Existenzgeldes und stellte dieses am 1.10. im Blauen Salon vor. Ihm geht es vor allem um die Entkopplung vom Arbeitszwang und ein ausreichend hohes Grundeinkommen. Dabei setzte er sich aber auch mit Kritik auseinander. Wir wollten am Thema dranbleiben und planten eine gro�e Existenzgeld-Veranstaltung, auch diese mu�te zun�chst aus Finanzierungsgr�nden verschoben werden, findet jetzt aber am21. Juni 2004 im Kato statt. Und wir suchten nach weiteren Alternativen. Im Oktoberplenum wurde �ber Erwerbslosigkeit in Deutschland diskutiert, dabei fanden sich PlenumsbesucherInnen, die Erfahrungen aus Argentinien mitbrachten. Warum ist dort die Selbstorganisation von Erwerbslosen m�glich? Am 1.11. berichteten Franzi und Ralf �ber ihre Erfahrungen in einem argentinischen Erwerbslosenprojekt im Blauen Salon. Erfreulicherweise stellten wir fest, da� immer mehr BesucherInnen zu unseren „kleinen“ Veranstaltungen kamen. Mit 30 G�sten war der Blaue Salon �berf�llt, und wir wechselten jetzt in den Versammlungsraum des Mehringhofes. Zu unserer Veranstaltung „Marxismus contra Anarchismus“ am 16.12. kamen bereits 50 Interessierte. Eingeladen als Referenten hatten wir Uli Wei� (Helle Panke) und Ralf Landmesser/Jacob (A-Laden), die wie erwartet kontrovers diskutierten und dabei nat�rlich auch in die Geschichte gehen. F�r uns war nat�rlich spannender, ob der Marxismus und Anarchismus noch heute als Alternativen betrachtet werden k�nnen. Dabei blieb einiges offen. Aber auch daraus entwickelten sich Nachfolgeveranstaltungen. Das Thema Herrschaft kam in der Diskussion auf, und wir planten eine Veranstaltung mit Christoph Spehr f�r den 14.4. 2004 dazu. Und bekanntlich war ja der Marxismus herrschende Ideologie in den realsozialistischen L�ndern. Der Realsozialismus in der DDR sollte in der n�chsten Veranstaltung beleuchtet werden, im Vordergrund aber Sozialismus als Alternative stehen. Wie k�nnte ein wirklicher oder besserer Sozialismus aussehen? „Sozialismus, wie er war und wie er sein k�nnte“ lautete der Titel der Veranstaltung am 18.2.2004 mit Harry Nick (SED-Polit�konom) und Renate H�rtgen (DDR-B�rgerrechtlerin). Der Schwerpunkt der beiden ReferentInnen lag bei den Themen Wirtschaft und Arbeit, wir waren wieder beim Thema Arbeitsgesellschaft angekommen. Das pa�te, denn wir planten inzwischen ein Wochenendseminar zum Thema: „Arbeitsge-sellschaft- Kritik und Alternativen“. Angesichts der aktuellen Proteste gegen den Sozialkahl-schlag und neuer Methoden, die wir ausprobieren wollten, tauften wir das Seminar um: Planschmiede gemeinsam gegen Sozialkahlschlag“. Am 27./28.2.2004 fand dieses Seminar mit �ber 100 BesucherInnen im Mehringhof statt. Am Freitagabend gab es zun�chst Input von Robert Ulmer (Anders arbeiten) zur Analyse der Arbeitsgesellschaft, Anne Alex (Runder Tisch der Erwerbslosen) zu Ver�nderungen durch Hartz sowie Bernd M. B�ttner (Erwerbslosenversammlung Sch�neberg) und G�nter Markgraf (Treffpunkt Regenbogen) zu Berichten aus der Beratungspraxis. Danach wurde in Form einer Fish Bowl diskutiert. Am Samstag fand dann ein Open Space statt, wobei sich folgende Arbeitsgruppen bildeten: Stadtteilgenossenschaft Sch�neberg, Erwerbsloseninitiative Piquetero, Alternativen zur Repressanda, Nulltarif und Sozialpa�, Direkte Aktionen, Erwerbslosenproteste, Rein ins Parlament oder Wahlboykott? Auch den Moderatorinnen des Seminars sei Dank gesagt, Cornelia von unserer Initiative und Lena Br�kl von attac und Sozialforum. Weitere Infos zur Planschmiede: www.andersarbeiten.de Weitere Aktivit�ten 2003/2004 Anders arbeiten machte selbst keine Aktionen, Mitglieder der Initiative waren aber aktiv an der Vorbereitung von vielen Aktivit�ten beteiligt. Dabei gingen z.B. viele dieser Aktivit�ten von unserem B�ro aus, wobei dieses inzwischen auch zu einem Stauraum f�r viele „Basteleien“ f�r Spa�aktionen geworden ist. So stehen hier Gladiatorenr�stungen, Orden, „Wahlplakate“ etc., wobei man aus den Kunstwerken durchaus eine Ausstellung gestalten k�nnte. Nur einen Sarg haben wir ausgelagert...Zu verdanken haben wir das S., der sich kreativ austobte und dabei viele Aktionen vor allem des Antihartzb�ndnis aufheiterte. Besonders spa�ig war dabei eine Aktion am 19.12. 2002, dem Tag des sozialen Protestes. Der Anla� war aber weniger spa�ig, denn es handelte sich um eine Kundgebung vor dem Sozialamt Neuk�lln. Wir �berreichten dem Sozialamt den Wandelpokal f�r das mieseste Sozialamt der Republik, den Goldenen Tretstiefel. Das Ganze wurde garniert mit Bestattungsunternehmern, Trauermarsch und – gedenken. Man mu� es gesehen haben...Es kamen dann im Januar 2003 der Tag der Gewerkschaften, wo wir Sommer „besuchten“, im Februar 2003 der Tag der Erwerbslosen, wo wir ein Jobcenter aufsuchten, und eine St�raktion bei einer Verantstaltung mit Clement. Spa�ig wurde es dann wieder am 1. April, „Heraus zum 1.April“ hie� das Motto der Spa�demo vom Arbeitsamt zum Sozialamt Wedding. Dabei beteiligten wir uns an einer Sklavenversteigerung. Nun stand der 1. Mai vor der T�r und wir organisierten als Anders arbeiten oder gar nicht einen Stand auf dem Mariannenplatz. Die Resonanz war ausgezeichnet, der Stand sehr gut besucht und angenommen, so da� wir diese Standaktion wiederholen wollen. Der „Block des konsequenten Widerstandes“ vom Antihartzb�ndnis auf der DGB-Demo war dagegen miserabel besucht. Nach dem 1.4. und dem 1.5. kam der 1.6. Wieder eine Demo. Nach Hartz war die Agenda 2010 auf den Plan getreten und nat�rlich auch der Protest dagegen. Es hatte sich eine Intitative f�r ein Berliner Sozialforum gegr�ndet, die soziale Bewegung in Berlin wurde gr��er, aber vor dem Hotel Estrel, wo der Sonderparteitag der SPD tagte, protestierten gerade mal 1000 Leute, wobei die Gewerkschaften kaum mobilisiert hatten. Das Antihartzb�ndnis hatte auch diesmal wieder eine Spa�aktion parat, ein Gladiatorenkampf zwischen Minijobber, Leiharbeiter und Ich-Agler mit einem Gel�bnis. Am 1.7. war dann noch der Tag der SozialhilfebezieherInnen, wo wir Flyer verteilten und die Sommerpause begann. W�hrend das Antihartzb�ndnis einschlief und immer weniger zu den Plenen kamen, wurden es bei der Initiative f�r ein Berliner Sozialforum immer mehr und Anders arbeiten beteiligte sich jetzt verst�rkt an dieser Initiative, vor allem J., der sich trotz seines Alters und als Beamter an einer Besetzungsaktion f�r ein soziales Zentrums beteiligte, am Koordinierungskreis teilnahm und vieles mehr. Im Oktober organisierten wir auf der Notversammlung des Sozialforums die AG Arbeit und Erwerbslosigkeit. Inzwischen hatte sich in Berlin wieder ein neues B�ndnis gegr�ndet, da� die n�chste Demo gegen Sozialkahlschlag vorbereitete. Diesmal sollten es am 1.11.2003 100 000 Demonstranten in Berlin werden, die soziale Bewegung war erstarkt. Danach gr�ndete sich das Sozialb�ndnis in Berlin. Das hatte mehrere Gr�nde. Im Sozialforum hatte es eine Diskussion gegeben, ob das Sozialforum Akteur oder Raum sei. Dabei gab es unterschied-liche Positionen, einige Akteure gr�ndeten nun zusammen mit StudentInnen, Gewerkschaf-terInnen, Erwerbslosen- sowie traditionalistischen Gruppen das neue B�ndnis. Am Sozialb�ndnis ist Anders arbeiten nicht beteiligt, aber gelegentlich Gast. Im November /Dezember 2003 begannen nun zwei andere Formen von Protest. Einmal waren das die Studentenproteste, wobei 2x Redebeitr�ge von Anders arbeiten auf Demos gehalten wurden. Und es begannen Armutsproteste, die Prof.Grottian vorgeschlagen und initiiert hatte, am 5.12. gab es eine Betteldemo im Grunewald, danach wurden die Schwarzfahraktionen gestartet. Wir beteiligten uns im Dezember noch am Strategietag des Sozialforums und hielten eine Rede auf der Demo gegen rassistische Sondergesetze und Sozialabbau. Kurze Weihnachtspause und es ging weiter. In Berlin sollte ein Doppelhaushalt mit viele sozialen K�rzungen beschlossen werden und es wurde das Abgeordnetenhaus mit Kundgebungen belagert. Der Haushalt ist inzwischen verabschiedet und es kristallisierten sich neue Schwerpunkte heraus: das Thema Mobilit�t und das Thema �mter. Januar und Februar 2004 waren gekennzeichnet durch viele Schwarzfahraktionen, wobei auch Obdachlose und Erwerbslose einbezogen wurden. Auch im Sozialforum wurde Mobilit�t ein Schwerpunkt. A. ist Mitglied der AG Mobilit�t und beteiligte sich an der Aktion „Berlin geht zu Fu�“, wo die Stra�enbahn am Alex blockiert wurde und an dem Go-In bei der BVG, wo BVG-Chef Arnim ein Besuch abgestattet wurde. Ein zweites Thema kristallisiert sich heraus: �mterkritik. Mitglieder der Initiative beteiligten sich an der Arbeitslosenkonferenz im DGB-Haus und an einer Arbeitsamtsaktion. Es sind noch weitere Aktionen zur BVG und �mtern geplant. Uns ist auch nicht entgangen, da� das neue Thema der radikalen Linken Aneignung ist, wir beteiligten uns an Berlin Umsonst- Aktionen, an der B�deraktion und Umsonst essen bei den Arbeitgebern im Hotel Maritim, besuchten dazu eine Veranstaltung im Kato. Nat�rlich beteiligten wir uns auch an der Demo gegen Sozialkahlschlag am 3.4., die in Berlin 250 000 TeilnehmerInnen hatte. Ein Aufschwung nicht nur der Gewerkschaften, sondern auch der sozialen Bewegung. Wenn man bedenkt, da� wir im Juni 2002 mit einer Demo von 100 Erwerbslosen begannen... Trotz des Aktionismus sind wir nat�rlich auch an Theorie interessiert. Theorie und Praxis geh�ren zusammen. Wir besuchten zahlreiche Veranstaltungen, waren aber auch selbst Referentinnen, so im Autonomen Seminar am SOWI-Institut der HU (z.B. zur DDR), im Haus der Demokratie zur Podiumsdiskussion am 1.11. oder zum Thema Selbstverwaltung und alternative �konomie, im Agenda-Forum „Zukunft der Arbeit“ , in der Alten Feuerwache anl��lich einer Ausstellung und Veranstaltung zum Thema Arbeit oder bei der attac-Veranstaltung „Anders arbeiten-oder gar nicht“. Und im Februar 2004 gestalteten wir einen Schwerpunkt in der Contraste zu Anders arbeiten, mit sehr unterschiedlichen Meinungen, denn Offenheit ist bei uns Programm. Die Artikel unter www.andersarbeiten.de Ann, der gute Geist im B�ro, immer in Sachen Globalisierung unterwegs, erinnert uns daran, die lokalen Probleme und den Widerstand dagegen mit der Globalisierungsfrage zu verbinden. Trotzdem ist unsere Vernetzung noch ziemlich deutsch und auf Berlin konzentriert. Elisabeth und Dieter haben zwar Kontakt zur BAG Erwerbslose und BAG Sozialhilfeinitiativen, zum NETZ und AG Spak etc., aber als Intiative sind wir doch eher berlinweit vernetzt. Wir sind Mitglied in der Initiative f�r ein Sozialforum und im Antihartzb�ndnis. Wir haben Kontakt zu attac, StudentInnen, workstation, Autonomes Seminar an der HU, Crelle-Selbsthilfegruppe, ELVIS usw. Bei Anders arbeiten wird immer wieder der Wunsch ge�u�ert, auch �ber die Linke hinaus andere gesellschaftliche Gruppen zu erreichen, wie kritische PolitikerInnen oder sozial engagierte Besch�ftigte in Kirchen und Wohlfahrtsverb�nden. Obwohl durch unsere zahlreichen Aktivit�ten und gute �ffentlichkeits-arbeit unsere Plenen und Veranstaltungen schon von sehr unterschiedlichen Menschen besucht werden, von jung bis alt, von StudentInnen und AnarchistInnen bis zu �lteren Gewerkschaftsmitgliedern, von AkademikerInnen bis zu einfachen Arbeitern oder Arbeitslosen. Diese Mischung macht es oft interessant. Durch unsere zahlreichen Aktivit�ten haben wir uns in Berlin bekannt gemacht und werden des�fteren nachgefragt. J�rg Sundermeier, der in der taz immer die soziale Bewegung in der Stadt sichtet, fand f�r unsere Initiative folgende Worte: „Die in dieser Kolumne zuletzt ja oft aufgetretene Initiative "Anders arbeiten oder gar nicht" ist tats�chlich, allen Sozialforen und Attac- Treffen zum Trotz, eine der aktivsten Berliner Gruppen.“ Ein Riesenlob f�r so eine kleine Gruppe wie uns. Erwerbslose Mitglieder von Anders arbeiten verfolgen zusammen mit anderen zudem noch ein weiteres Projekt, sie gr�ndeten die Erwerbsloseninitiative Piquetero und wollen ein Berliner Erwerbslosenzentrum aufbauen, was bisher noch an der fehlenden Finanzierung und den langwierigen Verhandlungen �ber das Soziale Zentrum, wo sie R�umlichkeiten nutzen wollen, scheitert. Aber es geht weiter. Demn�chst soll ein Erwerbslosenfr�hst�ck und Beratung angeboten werden. Nicht ber�cksichtigt wurden bisher im Bericht jene Aktivit�ten, die eine Intiative am Laufen halten, Pflege des Email-Verteilers und der Internetseite, die zudem ganz neu gestaltet wurde (Dank an Heike vom Sozialforum!), Fragen der Finanzierung, d.h. Antragstellungen, die Arbeit machen und wo sich Cornelia sehr hervorgetan hat, und was sonst noch so ansteht und auch weiterhin getan werden mu�. Was wir planen... F�r die n�chsten Monate planen wir vor allem zwei Veranstaltungen, am 14.4. mit Christoph Spehr zum Thema „Herrschaft und freie Kooperation“ im Mehringhof und am 21.6. zum Thema „Reichtum f�r alle- die Diskussion um das Existenzgeld“ mit Ernst Lohoff, Gisela Notz und Harald Rein im Kato. Wir werden uns an den Kongressen Autoorganisation, BUKO und zu Perspektiven sowie der attac- Sommerakademie z.T. mit Seminaren beteiligen. Am 1.5. wollen wir einen Stand auf dem Mariannenplatz machen. Und wir werden uns auch weiterhin an Demonstrationen und Aktionen beteiligen. F�r ein Erstarken der sozialen Bewegung! F�r ein Anderes arbeiten und Existenzgeld! | |
| 01.05.2004, --
Uhr
Berlin | |
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