| GEORG Heinrich Christian DOMIZLAFF (1854-1937) |
| Seinen Rufnamen Georg erh�lt er nach dem Gro�vater seiner Mutter, Professor Georg W. Lorsbach in Herborn und Jena. Georg Domizlaff ist das einzige Kind aus der ersten Ehe seines Vaters mit Emilie Lorsbach. Seine Mutter stirbt im Alter von 29 Jahren, als er 9 Monate alt ist. Georg Domizlaff tritt 1874 unter seinem Vater, dem Postdirektor Julius Dumzlaff in Celle, als Posteleve seinen Dienst bei der Kaiserlichen Post an. Im Sommer 1877 wird Georg Domizlaff nach Ablauf der �blichen dreij�hrigen Elevenzeit zur ersten Pr�fung, der so genannten Sekret�rpr�fung, zugelassen und, nachdem er diese erfolgreich abgelegt hat, zum Postpraktikanten ernannt. Ab 1. Oktober 1877 leistet er seinen Milit�rdienst beim 1. Hannoverschen Infanterieregiment No. 74 als Einj�hrig-Freiwilliger ab. Am 30. September 1878 wird er als ��berz�hliger Unteroffizier mit der Qualifikation zum Reserveoffizier� entlassen. Am 14. April 1883 wird er zum Seconde-Lieutenant der Reserve des 1. Rheinischen Infanterieregiments No. 25 ernannt. Am 1. Oktober 1878 tritt Georg Domizlaff seine erste Anstellung als Postpraktikant im Bereich der kaiserlichen Oberpostdirektion Stra�burg im Elsa� an. Bald darauf legt er die f�r den Aufstieg in h�here Dienstgrade notwendige zweite, die so genannte h�here Postverwaltungspr�fung ab. Danach bekommt er zun�chst probeweise ab 1. M�rz 1883 die B�robeamtenstelle 1. Klasse im Reichspostamt �bertragen. Am 1. September 1883 wird er zum Kaiserlichen Oberpostdirektionssekret�r und am 1. Oktober 1884 zum Kaiserlichen Postkassierer ernannt. Im Fr�hjahr des Jahres 1894 �bernimmt der Postinspektor Georg Domizlaff in Frankfurt am Main die Verwaltung einer Postratsstelle und wird am 7. Juli 1894 zum Kaiserlichen Postrat ernannt. Am 20. April 1896 wird ihm die Stelle eines Postrats bei der Kaiserlichen Oberpostdirektion in Erfurt �bertragen. Vom Reichspostamt wird er am 7. Mai 1901 f�r den Fall einer Mobilmachung zum Armee-Postdirektor der Armee-Postdirektion Brandenburg (Havel) bestimmt; gleichzeitig ist er vom Waffendienst zur�ckgestellt. Am 11. August 1904 wird er f�r den gleichen Fall zum Feld-Oberpostmeister bestimmt. Fast genau zehn Jahre sp�ter � mit dem Beginn des ersten Weltkrieges � sollte er diese Aufgabe �bernehmen. Am 30. M�rz 1903 erh�lt er seine Ernennung zum Kaiserlichen Oberpostrat und bereits am 9. M�rz 1904 zum Kaiserlichen Oberpostdirektor. Georg Domizlaff war zu diesem Zeitpunkt 50 Jahre alt und seine Dienstzeit betrug bereits 30 Jahre. Am 1. April 1904 �bernimmt er die Oberpostdirektorstelle in Leipzig. Am 17. Dezember 1910 bekommt er den Charakter als Geheimer Oberpostrat mit dem Range eines Rates zweiter Klasse verliehen. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges ist Georg Domizlaff 60 Jahre alt, als er im August 1914 seine Aufgabe als Feld-Oberpostmeister und Leiter des deutschen Feldpostwesens �bernimmt. Er bleibt bis zum Kriegsende im Amt. Als Vorbild f�r die im Kriegsfall einzuleitenden Ma�nahmen war einzig die im Krieg 1870/71 unter Heinrich von Stephan organisierte Feldpost vorhanden. Am 1. August 1914 ergeht der Befehl zur Mobilmachung und alle Postbeh�rden werden telegrafisch von der Mobilmachung verst�ndigt. Das Feldpostamt des Gro�en Hauptquartiers wird am 2. August zun�chst in Berlin aufgestellt, es nimmt seine T�tigkeit aber erst am 14. August in Koblenz auf. Als oberster Leiter der Feldpost hat er anfangs mit erheblichen Schwierigkeiten zu k�mpfen. Zuletzt war die Feldpost �ber vierzig Jahre zuvor im deutsch-franz�sischen Krieg von Heinrich von Stephan mobilisiert und geleitet worden. Eine Organisation �ber halb Europa aufzubauen, darauf war die Feldpost in den ersten Monaten des Krieges nicht vorbereitet gewesen. Da infolgedessen die Installation der Feldpost nicht so reibungslos vor sich ging, wurde der Feldoberpostmeister Domizlaff von verschiedenen Seiten kritisiert. Erst durch eine �nderung der Zust�ndigkeiten � Domizlaff ist dem Quartiermeister im Gro�en Hauptquartier untergeordnet � ergibt sich eine Besserung. Durch die Verleihung des Ranges eines Rates I. Klasse am 6. Januar 1916 erlangt Georg Domizlaff die Stellung eines Generals im Kaiserlichen Hauptquartier. Von G�nnern und Freunden wird Georg Domizlaff kurz nach dem Kriegsende f�r die Position eines Postministers vorgeschlagen, doch die Ver�nderung der politischen Verh�ltnisse und die Abdankung des Kaisers verhinderten dies. Zahlreiche in- und ausl�ndische Kriegsauszeichnungen sowie acht hohe Friedensauszeichnungen werden ihm verliehen, u.a. den preu�ischen Roten Adler-Orden II. Klasse mit Eichenlaub am schwarzwei�en Bande. Am 4. Februar 1908 war ihm vom K�nig von Schweden das Kommandeurkreuz II. Klasse des Wasa-Ordens verliehen worden. Als Chef des Generalstabes des Heeres im Ersten Weltkrieg bedankt sich Paul von Hindenburg am 6. Januar 1919 beim Feldoberpostmeister Domizlaff: �Mit der Demobilmachung des Feldheeres endigt die T�tigkeit der Feldpost. Es ist mir ein Bed�rfnis, von meiner Stelle aus bei dieser Gelegenheit Dank und Anerkennung f�r die in 4 �j�hriger Kriegszeit dem Feldheere geleisteten Dienste auszusprechen. � Ich kann hier nicht im einzelnen alle Verdienste der Feldpost, die � dem Ausbau des Heeres folgend � eine Organisation schaffen musste, wie sie nicht ann�hernd vorauszusehen war, hervorheben. Sie werden vor der Kriegsgeschichte ihre wohlverdiente W�rdigung finden. �� Seinen Dienst als Feldoberpostmeister stellt Georg Domizlaff offiziell am 16. Januar 1919 ein und �bernimmt wieder sein Amt in Leipzig. Georg Domizlaff ist 1921 Mitbegr�nder der Vereinigung �Deutscher Feldpostbund (e.V.), Sitz Leipzig�, der von den fr�heren Angeh�rigen der Feldpost, der Etappentelegrafie und der deutschen Postverwaltungen in den vormals besetzten feindlichen Gebieten ins Leben gerufen wird. Sp�ter wird er zum Ehrenpr�sidenten dieses Bundes ernannt. Neben seiner dienstlichen T�tigkeit ist Georg Domizlaff ein k�nstlerisch, kulturell und geschichtlich interessierter Mann. Zu den G�sten und Freunden der Familie in Leipzig z�hlen neben politischen und gesellschaftlichen Funktionstr�gern eine Reihe bekannter K�nstler und Intellektueller, wie z.B. die Schriftsteller Theodor D�ubler und Franz Werfel, die Familie des Leiters des Gewandhausorchesters Arthur Nikisch, der Arzt und Schriftsteller Curt Thesing sowie der Bildhauer und Maler Max Klinger. Nach fast 50j�hriger Dienstzeit tritt Georg Domizlaff im Juni 1923 in den Ruhestand. Am 17. September 1937 feiert er noch das Fest der goldenen Hochzeit mit seiner Frau Anna Katharina, geb. Boeter. Wenige Wochen sp�ter, am 24. Oktober 1937, stirbt er in Leipzig nach kurzer Krankheit. Georg Domizlaff wird am 28. Oktober 1937 im Rahmen eines feierlichen Staatsbegr�bnisses auf dem S�dfriedhof in Leipzig beigesetzt. Ende der 60er Jahre wird das gro�e Grabmal von den Beh�rden abger�umt. |
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| from: Peter Sumerauer, Carmen Zotta: Georg Domizlaff - Pr�sident der Oberpostdirektion in Leipzig, Feld-Oberpostmeister, in: M�hlrad, Schulbank und Carri�re - Geschichte und Familien�berlieferungen der Domizlaff aus Pommern und Preu�en, T�bingen: Attempto 2003, S. 417-448. ISBN 3-89308-360-X |