Über uns
Die Initiatoren sind Ulli Sterr, Peter Lange und natürlich Mansa Camio.

Uli Sterr, Peter Lange und Mansa Camio 1993 gingen Peter Lange und Wolfgang Gerauer auf die Suche nach einem authentischen Meistertrommler und reisten deshalb nach Guinea. Fanta Kaba, die große Tänzerin des Ballet Africain, vermittelte die beiden zu Mansa Camio in Baro.

Sie besuchten ihn in seinem Heimatdorf und erlebten ihn als einen Menschen, der tief verwurzelt ist in die Musik, Tradition und Spiritualität seines Volkes, der Malinké. Besonders beeindruckte er in seiner Rolle als Meistertrommler und durch sein selbstverständliches Engagement in und für Baro. Seine liebevoll fördernde Pflege der traditionellen Trommel-, Tanz- und Gesangskultur weckte bei Peter und Wolfgang den Wunsch, von Mansa Camio zu lernen - nicht nur Patterns und Rhythmen, sondern auch die entsprechenden gesellschaftlichen Zusammenhänge und kulturellen Hintergründe.

Zufällig traf es sich, dass Paul Engel (einer der besten deutschen Djembéspieler) zu dieser Zeit ebenfalls Mansa Camio besuchte. Er ermutigte Wolfgang und Peter, sich auf eine gegenseitige Zusammenarbeit einzulassen.
1994 luden wir Mansa Camio erstmals nach Deutschland ein, und es folgte eine Tournee mit Konzerten von Le Groupe de Mansa Camio und diversen Workshops. 1995 fand der erste Workshop bei ihm zu Hause in Baro statt. Seitdem arbeiten wir kontinuierlich zusammen.
Heute besucht Mansa Camio regelmäßig Europa. Er spielt in verschiedenen Formationen und gibt Unterricht in den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und Deutschland. Bei alledem ist Baro nach wie vor sein schöpferischer Mittelpunkt, und er lebt dort mit seinen Frauen, Kindern, Verwandten und Freunden.

Musiker, Ethnologen und Kulturschaffende aus aller Welt haben die lebendige gegenwärtige Musik und Trommelkultur Baros entdeckt und machten sich auf den weiten Weg in den Busch oder suchten Mansa Camios Kontakt während seiner Europaaufenthalte. Dies spiegelt sich in einigen Publikationen, Filmen und CDs wider.

Mansa Camiotop
Mansa Camio wurde am 22. März 1954 als zweiter Sohn der ersten Frau seines Vater in die Familie der Schmiede von Baro geboren. Seiner Berufsgruppe, aber auch seinem Interesse entsprechend, fing er schon im Alter von vier Jahren an zu trommeln. Ein prägendes Erlebnis war 1968 der Besuch von Minister Cherif Nabanio in Baro. Alle etablierten Trommler waren auf dem Feld bei der Arbeit, da wurden der junge Mamoudou und sein Bruder gebeten, zu Ehren des Ministers zu spielen. Während dieses Rituals spürte er deutlich, dass er mit der Trommel verschmolz und die Geister der Djembé durch ihn sprechen konnten. Diese bedeutende Erfahrung führte schließlich dazu, dass er von nun an auf dem großen Tanzplatz von Baro spielen durfte.
1973 schickte ihn sein Vater nach Bamako, um die handwerklichen Techniken der Schmiede zu vertiefen. Er trommelte jedoch, gegen Widerstände seiner Familie, für die dort ansässigen Malinké und lernte dadurch auch die Spielweise der malinesischen Ensembles kennen.
1977 kehrte er zum fête de la mare nach Baro zurück, verließ Baro jedoch anschließend noch einmal, um an der Seite seiner Schwester nach Abidjan zu gehen und dort wiederum als Schmied zu arbeiten. Aber auch hier rückten die Musik und das Trommeln mehr und mehr in den Vordergrund. Wiederum entgegen den Wünschen seiner Familie spielte er in verschiedenen Formationen und den damals beliebten und erfolgreichen Ballets.
Nach den Großstadterfahrungen zog es Mansa Camio zurück in sein Dorf, denn dort fand er die Befriedigung und den Sinn, den er als Trommler brauchte: neben den Festen mit Musik, Tanz und Gesang eine intakte, sinnvolle Verbindung zur Familie und Dorfgemeinschaft, zu den Freunden, zu den Ahnen und den Geistern.
Mansa Camio übernahm von seinem Vater und dessen Bruder wichtige Funktionen in der Gemeinschaft, unter anderem die Organisation und Ausrichtung des großen fête de la mare (in Malinké: Dahlamon) vor Beginn der Regenzeit. In den achtziger Jahren begann Mansa Camio, Europäer und Amerikaner zu unterrichten

Seit 1994 kommt er regelmäßig nach Europa und gibt Konzerte in unterschiedlichen Formationen. Seit den achtziger Jahren unterrichtet er Europäer und Amerikaner aller Niveaus sowohl in Europa als auch in Afrika.

Die Heimkehr nach Baro bedeutete aber keine Abkehr von der restlichen Welt. Im Gegenteil: Mansa Camio reist gerne und übermittelt bei Workshops und Konzerten die Musikkultur Baros in die Welt. Und wenn er wieder nach Hause zurückkehrt, dann transportiert er durch Geschichten und Mitbringsel das Wesen der Welt nach Baro.

Peter Langetop
Peter Lange Peter Lange begann 1991 bei Ralle Dominick zu trommeln. Er spezialisierte sich bald auf das Spiel der Sangban. Seit 1994 spielt er auf Konzerten mit Famoudou Konaté, Fatouba Oulare, Mansa Camio u.a.
Seit 1993 gibt er Unterricht. Nach einer kreativen Pause spielt er heute bei der niederbayerischen Band Bruul Solo- und Begleitdjembé. In endlosen Stunden des Gespräches mit Mansa Camio auf der Autobahn zwischen den Konzerten und bei seinen Afrikaaufenthalten hat er ein tiefes Verständnis für die Musik und Kultur der Malinké entwickelt.

Ulli Sterrtop
Uli Sterr Vielleicht war es ja reiner Zufall, dass sie zeitgleich mit dem Kennenlernen von Mansa Camio auch das Studium der Sozialpädagogik mit Musik- und Bewegungserziehung als Schwerpunkt begann.
Durch den Feuereifer und die Leidenschaft, die in ihr für die Rhythmen der Malinké entbrannte, organisierte sie Workshops, etablierte Übungsgruppen und trommelte bald bei verschiedenen Projekten und Bands.
Studienbegleitend machte Ulli Fort- und Weiterbildungen bei verschiedenen Meistertrommlern, spielte bei Le Groupe de Mansa Camio sowie Tanzbegleitung für Fanta Kaba und ist heute Mitglied der Gruppe Dialamadia. Sie hat durch ihre Diplomarbeit ein fundiertes Wissen über den sozio-kulturellen Hintergrund der Malinké. In ihrem Unterricht ist es ihr spezielles Anliegen, die Freude und Glücksgefühle beim gemeinsamen „Grooven" zu vermitteln und erlebbar zu machen.
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