Tordenskiold

Musik: James Price, Text: Adam Price

Das Musical beruht auf dem Leben des d�nisch-norwegischen Seehelden Peter Wessel (1690-1720, geadelt als "Tordenskiold") und beginnt mit Wessels Begr�bnis, das jeder der Charaktere, die man im Laufe der Handlung noch kennenlernen wird, auf andere Weise erlebt: Christian Kold, Wessels Kammerdiener, macht sich bittere Vorw�rfe, Kriegsminister Gabel ist k�hl, Frederick IV. feilt an seiner Grabrede und Anna Sophie Reventlow, zuk�nftige K�nigin von D�nemark, h�lt vor der Welt eine fromme Fassade aufrecht, w�hrend sie sich innerlich selbst zu �berzeugen zu versucht, nichts f�r Wessel empfunden zu haben.
Damit beginnt die im R�ckblick erz�hlte Handlung, als Wessel, durch ein gewagtes Man�ver gerade zum allgemeinen Gespr�chsstoff geworden, mit seinem Schiff in den Hafen von Kopenhagen einl�uft. Das erste, mit dem er sich (wortw�rtlich) herumschlagen mu�, ist die B�rokratie in Gestalt des unzertrennlichen Duos Admiralit�tssekret�r und Rentenschreiber. Angesichts eines drohenden Verfahrens verschafft sich Wessel Zugang zum K�nig und �berzeugt ihn, eine k�hnere Kriegstaktik einzuschlagen � sehr zum �rger des Admirals Gabel, jedoch findet die von Gabel verehrte Geliebte des K�nigs Gefallen an dem mutigen jungen Kapit�n. Wessel erzielt eine Reihe von Erfolgen gegen die Schweden und steigt sowohl in der Gunst des K�nigs als auch in der Anna Sophies. Auch im Privatleben scheint ihm das Gl�ck hold zu sein, hat er doch gerade seinem Kammerdiener die reizende Kristine ausgespannt...
Gabel jedoch, der seine Position bedroht sieht, schmiedet R�nke und l�sst Wessels neueste Angriffspl�ne in die H�nde der Schweden spielen. Der Angriff ger�t zum Desaster, Wessel wird verbannt. In dieser trostlosen Lage treten die bereits vorhandenen Spannungen zwischen Wessel und Kristine deutlicher zutage, und nach einem heftigen Streit verl�sst sie ihn � ohne ihm zu sagen, dass sie ein Kind von ihm erwartet. Mit der tollk�hnen Einnahme der Festung Marstrand gewinnt Wessel die Gunst des K�nigs zur�ck. Anna Sophie hat sich derweil dazu durchgerungen, ihr angestrebtes Ziel, K�nigin zu werden, f�r Wessel zu opfern. Als sie ihm jedoch ihre Liebe gesteht, weist er sie ab. Verletzt tut sich Anna Sophie mit Gabel zusammen, um Wessels Untergang herbeizuf�hren. Gabel �berzeugt ihn, sich auf Reisen zu begeben. Bevor er aufbrechen kann, erreicht ihn die Nachricht, dass Kristine ihm ein Kind geboren hat. Er kommt gerade noch rechtzeitig, um ihren Tod mitanzusehen.
In Hannover schnappt Gabels Falle zu: Wessel l�sst sich wie geplant in ein Duell verwickeln. Aufgrund widriger Umst�nde kann dieses nicht mit Pistolen, in deren Handhabung er ein Meister ist, ausgetragen werden, sondern mit Degen. Wessel wird t�dlich verwundet und stirbt in Kolds Armen.

Besetzung der Urauff�hrung:
Tordenskiold: �ystein Wiik
Christian Carl Gabel: Claus Kofod
Frederik IV.: Michael Moritzen
Anna Sophie Reventlow: Birgitte Raaberg
Christian Kold: Kristian Boland
Kristine: Louise Fribo
Admiralitetssekret�r: Christian Steffensen
Renteskriver: Jarl Forsman

Tordenskiold f�llt meiner Meinung nach eher unter den Begriff Operette; viele Musikst�cke sind dem Klassischen verhaftet, moderne Elemente findet man so gut wie gar nicht. Eine gewisse Anlehnung an Gilbert & Sullivans Werke ist nicht zu leugnen! Daf�r wird jedoch auch der Charme und Humor dieser ber�hmten Vorbilder geboten, ohne auf Herzschmerz und Tragik zu verzichten - die Rahmenhandlung um Tordenskiolds Begr�bnis geh�rt sicher zu den ber�hrendsten Szenen des Musicals.
Ich habe auf Palsgaard 2004 eine Auff�hrung miterleben d�rfen, die einfach nur Spa� machte - von der gro�artigen Besetzung der drei komischen Rollen K�nig Frederik IV., Admiralit�tssekret�r und Rentenschreiber bis zu dem beweglichen Schiff auf der B�hne, dessen Flaggen extrem patriotisch im Wind wehten (es war an dem Tag sehr windig :-) ) und das sich furiose Gefechte mit seinen (unsichtbaren) Gegnern lieferte. Zudem war eine der wenigen sympathischen Rollen des St�cks, Christian Kold, mit dem bemerkenswerten Hans Nielsen besetzt, den ich noch aus Atlantis in guter Erinnerung hatte und der auch diesmal wieder durch seine Gesangsk�nste �berzeugte, ebenso wie der inoffizielle Star der Freilichtspiele, Karin Misser, als intrigante Anna Sophie Reventlow.
Eher unfreiwillig komisch war leider die Besetzung der Hauptrolle, Ulrik Andersen, der m�glicherweise zu dem Zeitpunkt erk�ltet oder aus einem anderen Grund knapp bei Atem war - �ber die empfindlichen Mikros h�rte man ihn zuerst atmen, bevor man ihn sah, und somit war der Spitzname Darth Vader schnell vergeben...

Literatur und Links:
Wikipedia
Tordenskiold-Festspiele

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