Die Premiere in Vejle war die Reise nach D�nemark samt aller Schwierigkeiten (darunter eine Selbstm�rderin, die sich ausgerechnet vor meinen Zug werfen mu�te) definitiv wert! Atlantis in einer Theaterauff�hrung ist doch ein ganz anderes Erlebnis. Hier mu� ich allerdings anmerken, dass das Publikum eindeutig parteiisch war � diverse S�nger und S�ngerinnen aus Vejle und somit Bekannte oder Verwandte der Zuschauer traten auf. :-)
Angek�ndigt war die Inszenierung als vierdimensionale Auff�hrung, was Projektionen vermuten lie�, die in der Tat sehr gut gelungen waren. Es gab Hintergrundprojektionen von z.B. Meer, Wolken, Mond und � sehr spektakul�r � der aufgehenden Sonne bei �Morgen p� Atlantis�, die am Ende gro� und strahlend �ber der B�hne stand. H�hepunkt dieser vierten Dimension war der Untergang des Inselreiches mit herumfliegender Lava und Flutwellen.
Ebenfalls interessant waren die an Seilen in der Luft umherschwebenden Sirenen in der Er�ffnungsszene und riesige Portr�tprojektionen der S�nger im Hintergrund bei den St�cken �Adalena� und �Lad den v�re�.
Dieser merkw�rdige Disco-Look der Kost�me, den man schon im Programmheft bewundern konnte, st�rte mich tats�chlich weit weniger als erwartet... von Adalenas bonbonrosa Gewand vielleicht abgesehen...
Mehrere Texte wurden ver�ndert, unter anderem entfielen alle infantilen Phrasen; es wurden auch �nderungen an den Liedern selbst vorgenommen. In Erinnerung geblieben ist mir dabei insbesondere die Befreiung Silvans aus dem Kerker, bei der Jabbadoor ihm den Dolch mit den schlichten Worten �Valget er din, min dreng� reicht. �Guderne har forbudt det� wurde zu �Guderne har forladt os� (also �Die G�tter haben uns verlassen�) und beinhaltete einen hitzigen Glaubensstreit zwischen Jabbadoor und Koptos.
  
�berhaupt ist Koptos� Rolle � sicher im Hinblick auf die Besetzung mit Johnny J�rgensen � wesentlich erweitert worden. War er vorher schon die einzig vern�nftige Person im Musical, so wurde er jetzt zum Helden. Nicht, dass es mich gest�rt h�tte! :-) Johnny war gro�artig wie immer; es war wirklich ein Genu�, ihn live on stage zu sehen.
Mit Anders Teigen als Jabbadoor wurde mir ein Wunsch erf�llt, den ich seit dem Jubil�umskonzert gehegt hatte. Wenn jemand diese Rolle beherrscht, dann zweifellos er! Seine Interpretation der Beziehung Jabbadoor - Miranda war erheblich k�hler als die Rasmus Baks; ich konnte mir nicht so recht vorstellen, warum er sie nach dem Attentat auf Atlas verschont. Ansonsten schurkte er sich exzellent durch die Handlung und durfte dabei eines der wenigen wirklich schicken Kost�me tragen. ;-) In �Hil Atlantis� konnte er gl�nzen, und was sein �Adalena! Jeg finder dig!� angeht, m�chte ich nicht am empfangenden Ende gewesen sein! Einziger Wehmutstropfen war �B�n til Ba�al-Zebub�, bei dem er an seine Leistung vom Jubil�umskonzert leider nicht entfernt heranreichte.
Eine positive �berraschung war Donald Andersen. Ich kannte ihn von der Atlantis- und Miss Saigon-Einspielung, die mich nicht �berzeugten, aber auf der B�hne verlieh er Zan-Zan so viel Leben, dass man ihn einfach lieben musste!
Jesper Buhl gab einen soliden Atlas ab, Linnea Voss war eine ernstzunehmende Livilla (die ein �bles Ende erlitt), und Nicoline M�llers Leistung mu� nicht extra erw�hnt werden - diese Frau hat eine Stimme, da kann man neidisch werden.
Die restliche Besetzung kam leider nicht ihren vielgelobten Vorg�ngern nahe. Der Fluch der Vergleichsm�glichkeit! Thomas H�j hat eine wundervolle Stimme, aber sein Silvan ber�hrte nicht wie der S�ren Launbjergs. Lone Baltzer als Salene hatte ihre Momente in �Fra f�rste sekund� und �Salenes d�d� (und nat�rlich im gro�artigen Kvinde-terzet), doch davon ab klang sie oft etwas qu�kig. Und Line Krogholm als Adalena... nein, eindeutig nein. Das unerfahrene M�dchen, das sich zur leiderfahrenen Frau entwickelt, wurde bei der Besetzung einer guten, aber v�llig unpassenden Stimme geopfert, die eher in Rockopern zu Hause w�re.
A propos Rock. Sehr negativ fiel mir die Orchestrierung auf. Der Verst�rker h�tte zur�ckgenommen werden m�ssen; mitunter bekam man Ohrenschmerzen, und das Schlagzeug �bert�nte streckenweise die S�nger. Das Musiktheater Vejle hat auch so eine hervorragende Akkustik...
Interessante Effekte wurden dadurch erzeugt, dass einige Lieder ineinander �bergingen; so �Adalena� und �B�n til Ba�al-Zebub�, und w�hrend Adalena �Huden br�nder� sang, konnte man im Hintergrund immer noch Jabbadoor �Ba�al-Zebub, h�r p� mig� bitten h�ren.
Der komplette Tourneeplan dieser Inszenierung:
Musikteatret Vejle - 01.09.05 - 01.10.05
Falconer Salen - 03.09.05 - 10.09.05
Musikhuset Aarhus - 19.09.05-25.09.05
Musikhuset Esbjerg - 05.10.05 - 06.10.05
Herning Kongrescenter - 13.10.05 - 15.10.05
Tinghallen, Viborg - 16.10.05 - 17.10.05