Musik: Kim S�rensen, Text: Thomas H�g, Thomas Malling
Wer sich ein wenig mit der Bronzezeit besch�ftigt, kommt am M�dchen von Egtved nicht vorbei. Einer der ber�hmtesten arch�ologischen Funde D�nemarks wurde 1921 nahe des Ortes Egtved gemacht, als der Landwirt Peter Platz einen st�renden H�gel auf seinem Feld beseitigen wollte. Da es nicht unbekannt war, dass fr�here Kulturen ihre Toten in sogenannten �gravh�je� bestatteten, war er nicht einmal sehr �berrascht, auf einen ausgeh�hlten Eichenstamm zu sto�en, der als Sarg fungierte. Er schrieb an das Nationalmuseum in Kopenhagen, und von dort wurden � wenn auch widerwillig � Sachverst�ndige im M�rz nach Egtved geschickt, um den Fund zu untersuchen. Was sie dort vorfanden, war die erstaunlich gut erhaltene Begr�bnisst�tte eines jungen M�dchens aus der Bronzezeit. Neben Grabbeigaben wie Met und Schmuck hatte man Egtvedpigen auch die verbrannten Knochen eines Kindes mit in den Sarg gelegt; Vermutungen reichen von einem rituellen Opfer bis zu einem etwa zur gleichen Zeit verstorbenen Familienmitglied. Auf diesem Fund basiert das gleichnamige Musical.

Im �dal der Bronzezeit leben w�hrend der Herrschaft des H�uptlings Algot zwei St�mme friedlich nebeneinander: das Sonnenvolk, hellhaarige Menschen, die sich vor vielen Generationen dort angesiedelt haben und die die Sonne als obersten Gott verehren, und ein erst vor wenigen Jahren hinzugekommenes, dunkelhaariges Volk, das im Mondlicht einer weiblichen Gottheit huldigt. Algot ist ein friedfertiger Mann, der die Devise vertritt, es sei genug Platz f�r alle da. Leider sehen dies bei weitem nicht alle Angeh�rige seines Stammes so. Der Stockchor, eine Bande fr�hzeitlicher Nationalisten, hetzt gegen den verderblichen Einflu� der Fremden, und der reiche Bauer Vult hat ebenfalls nicht vor, dem Mondvolk Land zu �berlassen, das er selbst nutzen k�nnte. Als ehrgeiziger Vater unterst�tzt er die Werbung seines Sohnes Solfinn um die �lteste Tochter Algots, Aia, da eine Einheirat in die H�uptlingsfamilie sicherstellen w�rde, dass Solfinn eines Tages selbst das H�uptlingsamt bekleidet. Aia jedoch hat sich l�ngst in Ugi aus dem Mondvolk verliebt und weist Solfinn ab. Der liberale Algot respektiert den Wunsch seiner Tochter, was ihn � ohne dass es ihm bewusst wird � zu Vults Feind macht. Vult findet schon bald ein geeignetes Druckmittel, um seinen Willen doch noch durchzusetzen: Aias j�ngere Schwester Sine ist nicht Algots Tochter, sondern das Ergebnis eines Seitensprungs seiner Frau Tora mit einem Mann des Mondvolkes. Algot wei� davon, doch da auf Ehebruch der Tod steht und er Tora liebt, hat er stets dar�ber geschwiegen. Er betrachtet Sine als seine Tochter, denn was, meint er, macht einen Vater aus � das gemeinsame Blut oder die Liebe f�r ein Kind?
Angesichts der Drohung Vults, die Wahrheit zu enth�llen, gibt Algot nach, doch Aia hat andere Pl�ne. Sie flieht w�hrend der Hochzeitszeremonie und sucht mit Sine Zuflucht beim Volk des Mondes, wo sie Ugi heiratet. Solfinn findet sie dort, t�tet Ugi und bringt Sine zur�ck zum Sonnenvolk. Als Vult seine Drohung wahr macht und Sines Abstammung preisgibt, sieht sich der Stockchor in seinen Bef�rchtungen best�tigt. Inmitten der aufgehetzten Menge verhallen Algots Rufe nach Gnade ungeh�rt, und Sine stirbt in den Flammen des Opferaltars. Aia, vor den Tr�mmern ihres jungen Lebens stehend, nimmt sich das Leben und verscheidet mit der Hoffnung, dass eines fernen Tages Sonne und Mond im Einklang miteinander existieren k�nnen.
Algot: Stig Rossen
Aia: Katrine Falkenberg
Vult: Anders Teigen
Tora: Rikke Duelund
Ugi: Christian Berg
Solfinn: Emil Samsing
Sine: Freja Falk Sabroe
u.v.a.

Literatur und Links:
Lone Hvass: Egtvedpigen. Sesam, 2000. ISBN 87-11-13249-3
Touristikinformation Vejle
Egnsmuseet Egtved Kommune
Egtvedpigens Dans