Schamanismus ist keine Religion in dem Sinn, wie wir es verstehen. Denn es geht um urspr�ngliches Erleben des Schamanen. Dass nicht jeder Mensch derartige Erlebnisse haben kann mag daran liegen, dass sich nicht alle Mitglieder einer Gesellschaft total auf die jenseitige Welt ausrichten k�nnen, weil dann wohl eine Gesellschaft nicht mehr richtig funktionieren kann.
Religion vermittelt meistens ganz feste Vorstellungen von Moral, Pflichten und vom Leben nach dem Tod. In schamanischen Kulturen gibt es zwar auch bestimmte Vorstellungen die alle teilen, weil das innere Erleben gleich ist, aber trotzdem ist alles weniger fest verankert.
Die gro�en Religionen Europas und Asiens stammen von Tabu-Religionen ab. Sie enthalten die Angst vor der monatlichen Blutung der Frau, die sich aus diesem Grund vom Stamm absondern und danach reinigen muss.
Es gibt zahlreiche Vorschriften, die zu beachten sind, das Leben ist total reguliert. Die "braven" Menschen werden nach ihrem Tod belohnt, die "schlimmen" bestraft. Wie in einer Familie ist Gott der Vater und die Menschen sind seine Kinder. Man betet Gott an, ist gehorsam und jeder versucht den angeblichen Willen des Gottes durchzusetzen, indem Menschen die sich an diese Gesetze nicht halten, bestraft werden. Denn Gott straft offensichtlich nicht.
Auch in der schamanistischen Kultur gibt es bestimmte Regeln des Zusammenlebens. Doch im Gegensatz zum Priestertum, in dem der Priester selbst nur die Funktion des Vollstreckers und Bewahrers inne hat, also gar nicht wirklich weiss wovon er spricht, steht der Schamane in einem direkten Bezug zu allem was er unter jenseitig versteht. Er legt also Zeugnis ab, ist ein echter Vermittler zwischen den beiden Welten und besitzt Macht die er sich aneignet, um den Stamm gegen Anfeindungen aller Art, auch aus der jeseitigen Geisterwelt, zu verteidigen. Er sieht Engel und Geister, besucht die Verstorbenen die sich im Zwischenzustand befinden, befragt das Orakel und heilt Kranke.
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