Was ist "gut" und was ist "b�se"? Das liegt im Auge des Betrachters. Genauer gesagt, es liegt am kulturellen Umfeld.
Gut, b�se, richtig, falsch, schwarz, wei�
all das wird als Dualismus empfunden.
Jede Gesellschaft hat bestimmte Normen, an die sich jeder gezwungerner Ma�en halten muss. Weigert er sich, diese Normen zu akzeptieren, wird er seinerseits nicht von der Gruppe akzeptiert. Einen derartigen Gruppenzwang gibt es in jeder Gesellschaft.Auf diese Art entsteht eine Gemeinschaft, die sich auf bestimmte Weise definiert und die eine eigene Kultur entwickelt. Einfache Geister verlangen nach einfachen Regeln. Deshalb beginnen immer dann Probleme und Konflikte mit der Gruppe, wenn die Regeln schwieriger zu verstehen sind, weil die Gruppe aus vielen Individuen besteht. Das Verbot, Mitglieder der eigenen Gruppe zu ermorden, besteht vermutlich in jeder Gemeinschaft. Deshalb werden in primitiven Gemeinschaften Menschen die sich nicht an die Regeln halten oft ausgestossen. Doch sobald zu viele Menschen existieren und man daher nicht einfach so aus ihrem Lebensumfeld verschwinden kann, wird dieses Verbot aufgehoben. Verbrecher werden nun hingerichtet und nicht mehr ausgestossen.
Die Schwierigkeit zwischen gut und b�se zu unterscheiden machte aus den Menschen Zweifelnde. Zwar glaubten sie an einen "guten Gott", weil Menschen einen Vater brauchen, der ihnen Sicherheit gibt, aber das reale Leben hielt ihnen immer vor Augen, dass jeder sich selbst helfen muss. Denn mit dem Ein-Gott-Glauben haben sie die Mutter verloren und auch den Bezug zur realen Welt..
Schamanische Gesellschaften befinden sich meistens innerhalb der Natur. Deshalb haben sie andere Vorstellungen von gut und b�se als die Bewohner in den grossen Metropolen unserer modernen Zivilisation. Sie glauben an Geister und der Begriff "Gott" ist nicht so absolut und eindimensional wie derjenige der modernen Menschen.
Das Leben, die Natur ist aber nicht eindimensional und auch nicht schwarz, oder weiss. Alles in diesem Leben ist fliessend und eines lebt durch den Tod des anderen. Es gibt immer einen Ausgleich, der sich oft erst in anderen Leben ereignet. Niemand bleibt ewig ein Verlierer und keiner immer ein Gewinner. Auf Regen folgt Sonnenschein, auf den Tod neues Leben.

Das B�se ist nur die Gefahr, der Ruin, die Qual und die Not, der Hunger und der Durst, nicht ein jenseitiges Wesen, das alles und alle in seinen Bann ziehen will. Niemand ist immer hilflos ausgeliefert. Menschen haben die Macht, ins Geschehen einzugreifen, auch mit ihrem Willen allein. Der Schamane, die Schamanin ist daher zwar voller Respekt, aber doch selbstbewusst.
Hosted by www.Geocities.ws

1