Spannendes Turnier sieht verdienten Sieger – Auch Schenderowitsch für DM qualifiziert
Am Samstag, dem 10. Juni, war der SK Schweich Ausrichter der Einzelmeisterschaft im Blitzschach 2006. Leider fehlte zu Turnierbeginn ein gemeldeter Teilnehmer unentschuldigt, so dass nur 19 Spieler an den Start gingen. Erstmals war auch eine Frau unter den Teilnehmern. Annette Klein von den Sfr. Heidesheim hatte vom Landesspielleiter einen Freiplatz erhalten. In der Setzliste rangierte sie auf Rang 14 unter den 19 anwesenden Spielern, ein Beweis dafür, dass sich das Frauenschach in Rheinland-Pfalz von der Spielstärke her durchaus sehen lassen kann.
Von Beginn an setzten die Favoriten an die Spitze des Feldes. Die Erstrundenüberraschung stellte der Sieg des noch jugendlichen Jens Mink (SK Ludwigshafen) über FM Gleb Voropaev (SG Kaiserslautern/Mehlingen) dar. In der zweiten Runde heftete sich Jens Mink den zweiten FM-Skalp an seinen Gürtel, als er gegen Andrj Dubkov (Turm Lahnstein) erfolgreich blieb. Und da aller guten Dinge drei sind, führte Mink nach seinem Sieg über Voler Schlick (SV Koblenz) nach drei Runden das Feld ohne Verlustpunkt an, Allerdings hatten noch weitere vier Spieler eine weiße Weste, während gleich sieben Spieler noch punktlos waren. In Runde vier reduzierte sich die Zahl der verlustpunktfreien Spieler auf FM Dr. Bohn (SV Koblenz) sowie auf Jürgen Möldner (SK Landau), der mit einem Sieg über Jens Mink dessen Serie beendete. Eine Runde später war Jürgen Möldner dann alleiniger Tabellenführer. Er besiegte den bis dahin noch punktlosen jüngsten Teilnehmer des Turniers, Matthias Dann vom SK Bingen, während sich Dr. Bohn nach wenigen Zügen friedlich von seinem Vereinskameraden FM Michael Hammes trennte. In Runde sechs holte Matthias Dann seinen ersten Punkt, ausgerechnet gegen Michael Schenderowitsch (noch SC Remagen), dem dieser Punkt später im Duell mit FM Torsten Lang (SK Landau) fehlen sollte. Allerdings war der Sieg von Dann hochverdient und klar herausgespielt, und weitere sollten folgen. So direkt in der nächsten Runde, als Ansgar Barthel (SC Pirmasens) erkenn musste, dass die Nominierung von Dann durch den Schachbund Rheinhessen durchaus berechtigt war. In Runde acht gab Dr. Thomas Bohn gegen den bis dahin etwas glanzlos spielenden Gleb Voropaev das zweite Remis ab, und eine Runde später verlor er gegen FM Dubkov und rutschte auf den fünften Platz zurück. Weiterhin verlustpunktfrei führte Möldner das Feld mit 1,5 Punkten Vorsprung auf Dubkov und Schenderowitsch an, während Torsten Lang einen weiteren halben Punkt Rückstand Platz vier belegte. Am Tabellenende konnte Annette Klein, die zu Beginn gleich gegen alle Favoriten antreten musste, gegen Jan Seger (SK Landau) den ersten Punkt erringen, dem in den fünf nächsten Runden allerdings sofort 4,5 weitere Punkte folgten sollten.
In Runde 10 kassierte dann Möldner gegen seinen Vereinskameraden Torsten Lang die erste Niederlage, und remisierte anschließend gegen Dr. Bohn. Da sich Torsten Lang und Michael Schenderowitsch gleichfalls mit einem Unentschieden trennten, behielt Möldner mit einem halben Punkt Vorsprung die Spitzenposition. Allerdings war das Feld aufgerückt, und jeder lauerte auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters. Dieser folgte dann auch direkt gegen Gleb Voropaev, so dass sich Torsten Lang erstmals in diesem Turnier den Spitzenplatz sichern konnte, den er dann auch nicht mehr verlassen sollte.
Bemerkenswert die Serie des 14jährigen Matthias Dann, der nach seinen fünf Startniederlagen vier Siege und zwei Remisen verzeichnen konnte, bevor er in Runde zwölf gegen Annette Klein wieder einmal die Segel streichen musste.
Mit einer weiteren Niederlage in Runde 13 gegen Andrej Dubkov schied Jürgen Möldner dann endgültig aus dem Kreis der Titelanwärter aus, der sich auf Lang, Schenderowitsch und Dr. Bohn reduzierte. In den Runden 14 und 15 baute Torsten Lang seinen Vorsprung dann aus, da Schenderowitsch gegen Dubkov und Schlick jeweils nur zu einem Remis kam, und Dr. Bohn gegen Dirk Loef (Sfr. Heidesheim) einen vollen Punkt einbüßte. In den Runden 16 und 17 gestalteten die Führenden ihr Spiele jeweils erfolgreich, so dass der Vorsprung auf das Verfolgerfeld erhalten blieb. In Runde 18 gab dann Schenderowitsch gegen Ansgar Barthel erneut ein Remis ab, so dass sich Lang gleichfalls ein Remis gegen Jens Mink leisten konnte. Den noch fehlenden Punkt holte Lang dann gegen den stark aufspielenden Matthias Dann. Den zweiten Platz und damit die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft sicherte sich Schenderowitsch mit einem Sieg gegen Uli Bohn. Punktgleich mit Schenderowitsch kam Dr. Thomas Bohn auf Platz drei ein, und sicherte sich damit neben dem Preisgeld auch die Qualifikation für die nächste Rheinland-Pfalz-Meisterschaft im Jahr 2007.
SBRP-Präsident Achim Schmitt führte die Siegerehrung durch und wünschte den beiden SBRP-Vertretern für die Deutsche Blitzschachmeisterschaft 2006 (die von der SG Kaiserslautern/Mehlingen in Edenkoben ausgerichtet wird) viel Erfolg.
Der Sieg von FM Lang war verdient und weitgehend ungefährdet. Das Zünglein an der Waage spielte Matthias Dann, der Vizemeister Schenderowitsch die einzige Turnierniederlage beibrachte, und auch sonst so manchen Favoriten ärgerte. Annette Klein kam mit 5,5 Punkten auf Platz 15 entsprechend der Setzliste ein. Nie ins Turnier fand Farid Resa vom SC Lerchenberg, der in der ersten Runde einen Sieg wegen eines unmöglichen Zugs verpasste, und anschließend chancenlos blieb. Auch der kurzfristig nachnominierte Jugendvertreter Julian Hastrich (Turm Lahnstein) konnte wegen der Kürze der Vorbereitungszeit nicht überzeugen.
Insgesamt war es ein spannendes, sportlich interessantes und jederzeit faires Turnier. Der SK Schweich als Ausrichter sorgte für gute Rahmenbedingungen, wenn auch die hohen Temperaturen so manchen Teilnehmer nicht nur wegen seiner Partie zum Schwitzen brachte. Ich danke dem Ausrichter für seine Mühe und hoffe, dass noch weitere Turniere in Schweich ausgetragen werden können.
Lothar Kirstges