Landau III unterliegt Tabellenführer


Beim Tabellenersten Mutterstadt II verlor Landau III in der 2.Pfalzliga Ost erwartungsgemäß mit 5,5–2,5. Der Tabellenführer war das erste Mal in Bestbesetzung angetreten, während die Landauer Gäste Brett 1 kampflos abgeben mussten. Im Verlauf des Spiels standen die Landauer aber an einigen Brettern sehr gut - ein Unentschieden wäre möglich gewesen. Die Mutterstädter zeigten aber, weshalb sie bisher 8-0 Punkte auf dem Konto hatten: Sie bewiesen große Kampf- und Nervenstärke und konnten die schlechten Stellungen halten oder sogar gewinnen.

Matthias Schubert bekam von seinem nominell stärkeren, aber gesundheitlich angeschlagenen Gegner an Brett 3 bereits nach 7 Zügen Remis angeboten. Der Landauer hatte die Eröffnung nicht gut behandelt und stand schon schlechter, so nahm er das Angebot dankend an. Die nächste Partie ging dann erst kurz vor der ersten Zeitkontrolle zu Ende: Heinz „Eddie“ Uhrig hatte an Brett 7 zunächst einen Bauern verloren, dann jedoch eine starke Druckstellung aufgebaut. Dann übersah er jedoch eine Fortsetzung, die ihm weiter die Initiative gesichert hätte und sein Gegner konnte den Mehrbauern bald danach gewinnbringend zur Dame umwandeln. Zwischenstand somit 0,5–2,5 aus Landauer Sicht. Matthias Leidner (Brett 8) stand im Mittelspiel sehr passiv, zunächst fand sein Gegenüber aber keinen Weg, dies auszunutzen. Als sich dann aber am Königsflügel Linien und Diagonalen öffneten, gelang ihm eine Umgruppierung von Läufer und Dame, nach der Matt drohte und der Landauer konnte nur noch aufgeben.

Am sechsten Brett hatte Paul Weitzel die Chance zu einer wohl tödlichen Bauerngabel, er beseitigte aber erst eine Drohung seines Gegners und danach war es zu spät – nun verlor er selbst einen Bauern. Diesen konnte er aber kurz danach zurückgewinnen und das entstandene Läuferendspiel war Remis. Somit stand es bereits 4-1 für Mutterstadt und nur drei Siege hätten den Landauern noch ein Unentschieden gerettet. An Brett 2 und 5 standen die Gäste auch sehr gut, aber am vierten Brett hatte Markus Morawietz eine geschlossene Stellung zugelassen, in der nur sein Gegner noch Hebel hatte. Mit Nervenstärke und Geschick hielt er das entstandene Turmendspiel noch Remis, was aber leider auch die Niederlage für Landau besiegelte. Rainer Hornberger hatte nach einer schwachen Eröffnung seines Gegners an Brett 2 Stellungsvorteil und einen Mehrbauern erzielt. Sein Gegenüber fand aber taktische Mittel und Wege um ein Endspiel mit ungleichen Läufern entstehen zu lassen und so endete auch dieses Spiel Unentschieden. An Brett 5 hatte Frank Koch aus einer komplizierten Mittelspielstellung mit Motiven der Lasker-Pelikan-Sweschnikow-Botwinnik-Aljechin-Boleslawski...(etc.)-Variante der Sizilianischen Eröffnung ein vorteilhaftes Endspiel gemacht. Nach weiteren Abtauschen hatte er in einem schwierigen Springerendspiel einen Bauern mehr. Letztlich konnte sein Mutterstadter Gegner aber seinen Springer vorteilhaft opfern und das Remis war nicht mehr zu vermeiden. Endstand war damit 5,5-2,5 für Mutterstadt II.

Die Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg verloren ebenfalls ihre Partien, so dass sich Landau III nach wie vor im Mittelfeld der Tabelle aufhält. Mit zwei Punkten aus den nächsten beiden Partien gegen Hagenbach und Maxau-Wörth müsste nach aller Wahrscheinlichkeit auch das Saisonziel Klassenerhalt geschafft sein.
 

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