Aufsteiger Landau sorgt in Oberliga für Furore


Zwei Spielzeiten hintereinander blieb die erste Mannschaft des Schachklub Landau in der 1. Rheinland-Pfalz-Liga ungeschlagen - nun sorgt das Team von Mannschaftsführer Dieter Schatz auch in der Oberliga für Furore. Nach vier Runden steht der letztjährige Rheinland-Pfalz-Meister, vor der Saison noch als Abstiegskandidat gehandelt, mit 8-0 Mannschaftspunkten auf dem dritten Tabellenplatz. Neben einem nicht unerwarteten Sieg gegen den SK Frankenthal, gelangen den Landauern auch Erfolge gegen höher gehandelte Teams wie  SC Siershahn, Sfr. Mainz und SVG Saarbrücken. Damit kann das „Flaggschiff“ des Schachklub auf 35 Spiele ohne Niederlage und 14 Siege in Folge zurückblicken. Das kompakte Team, eine gute Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Kämpfern, soll hier einmal näher vorgestellt werden.

Yannick Leuranguer, 27, Lehrer, war zwei Mal Vereinsmeister und nahm mehrfach am Pfälzischen Meisterturnier teil, im Jahr 2001 konnte er hier den dritten Platz erreichen. Ein großer Erfolg gelang ihm in seinem zweiten Hobby, bei dem es ebenfalls auf hohe Konzentrationsfähigkeit ankommt: im Tischfußball errang er im Jahr 1996 den Titel eines Europameister der Amateure. Früher hauptsächlich als Angriffsspieler bekannt, kann er heute auch im Positions- und Endspiel mit den Spitzenspielern der Oberliga mithalten.

Henning Silber, 18, Abiturient, ist eines der größten Talente in Rheinland-Pfalz. Er war Rheinland-Pfalz-Meister in den Jugendklassen U15 und U13. Bei den deutschen Meisterschaften der U15 belegte er den vierten Platz. 2001 konnte er den Titel des deutschen Jugend-Meisters im Schnellschach erobern. Klubintern konnte er sich bei zwei Vereinsmeisterschaften durchsetzen. Nach einem Jahr beim Zweitligisten Bann zog es ihn zurück zu seinem Heimatverein nach Landau. Mit einem sehr guten Positionsverständnis ausgestattet, spielt er strategisch solides Schach und ist auch von nominell stärkeren Gegnern kaum zu besiegen.
 
Jürgen Möldner, 35, Bankkaufmann, war drei Mal Vereinsmeister. 1997 und 1999 war er Zweiter der Pfalzmeisterschaften, 1998 4ter im Meisterturnier von Rheinland-Pfalz. Neben Dieter Schatz ist er das „dienstälteste“ Mitglied der ersten Mannschaft. Er versucht aus sicheren Positionen heraus gefährliche Angriffe aufzubauen und ist nach einer Saison, in der das Schachspiel wegen einem Hausbau etwas im Hintergrund stand, nun wieder ein zuverlässiger Punktelieferant für die erste Mannschaft des SK Landau.

Fide-Meister Rolf Bernhardt, pensionierter Lehrer, mit 60 der Senior der Mannschaft, kann auf einige große Erfolge zurückblicken: Er war Deutscher Jugend-Meister 1959, drei Mal Deutscher Pokal-Sieger, dazu mehrfach Pfalz-Meister und Vereinsmeister. Als Fide-Meister ist er der einzige Titelträger des SK Landau. Nach seiner Pensionierung ist er in der vorletzten Saison wieder voll ins Schachgeschehen eingestiegen. Er pflegt immer noch einen scharfen, von Taktik geprägten Stil und ist für manchen vollen Punkt gut.

Patrick Köhler, 20, Abiturient, wechselte in der letzten Saison von Maxau-Wörth nach Landau. Ihm gelang bei den diesjährigen pfälzischen Meisterschaften sein bisher größter Erfolg - er konnte sich im Meisterturnier B gegenn starke Konkurrenz durchsetzen und qualifizierte sich damit für das Meisterturnier A. U.a. auch aufgrund dieser Leistung war er dann auch  für die diesjährige rheinland-pfälzische Einzel-Meisterschaft qualifiziert. Er hat seine Stärken im Mittel- und Endspiel und konnte sich dank seines großen Kampfgeistes schon oft aus schwierigen Positionen noch retten.

Mannschaftsführer Dieter Schatz, 48, technischer Bundesbahnamtsrat, bildet gemeinsam mit Jürgen Möldner das „Urgestein“ der ersten Mannschaft und ist über die Jahre einer der zuverlässigsten Punktelieferanten gewesen. Er nahm fünfzehn Mal an Pfalzmeisterschaften teil, errang 1990 den Titel des Pfalzmeisters und konnte auch zwei Mal den Pfälzischen Dähne-Pokal gewinnen. Den Vereinsmeistertitel des SK Landau eroberte er bereits vier Mal.
Sein Spielstil ist durch Originalität und Kreativität gekennzeichnet und er hat so schon manchem nominell stärkeren Gegner ein Bein gestellt.

Tobias Rheinwalt, 28, Diplom-Ingenieur, zog es nach zwei Jahren beim SC Fehrbach im Jahr 2000 wieder zu seinem Heimatverein nach Landau. Schon immer ein gefürchteter Kombinationsspieler, hat er in den letzten Jahren seinen Stil komplettiert und so seine Wertungszahl um über 150 Punkte steigern können. Zusätzlich noch mit guten Nerven ausgestattet, ist er für jeden Spieler ein gefährlicher Gegner.

Pierre Dübon, 25, Chemie-Student, kam vor zwei Spielzeiten aus Hagenbach nach Landau. Er pflegt einen ruhigen und soliden Stil, peilt aber bei Gelegenheit auch gerne den gegnerischen König an. Er ist ein zuverlässiger Punktelieferant und durch ihn konnten früher vorhandene Schwächen an den hinteren Brettern beseitigt werden.

Für einen Hauch Internationalität sorgt der erste Ersatzmann, Helmut Bärner, 32, Dipl.-Psychologe aus Österreich. Er spielte mit seinem österreichischen Heimatverein Absam bereits in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse, der Staatsliga B. Er pflegt einen soliden, risikolosen Spielstil und verliert sehr selten einmal eine Partie. Damit ist er ein zuverlässiger Einwechselspieler, der regelmäßig zum Einsatz kommt.
 

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