Nach etwa 2,5 Stunden Spielzeit deuteten sich an den meisten Brettern
Vorteile für Landau I an – einige Frankenthaler waren in Zeitnot und
/ oder hatten schwierige Stellungen.
Dieter Schatz (Brett 6) einigte sich deshalb leichten Herzens frühzeitig
mit seinem Gegner auf Remis. An Brett 2 musste sich Henning Silber zwar
ein wenig Sorgen um einen isolierten Bauern machen, die Zeitnot seines
Gegenübers wog jedoch schwerer – der Frankenthaler verlor bei einer
Abwicklung eine Figur und gab auf. Spielstand war damit 1,5 – 0,5 für
Landau. Am dritten Brett konnte Jürgen Möldner nach einem unmotivierten
Damenausflug seines Gegners am Damenflügel durch Tausch seines Springers
den Königsflügel öffnen. In hoher Zeitnot fand sein Kontrahent
keine ausreichende Verteidigung gegen den folgenden Angriff und der Landauer
brachte die Partie souverän zum 2,5 – 0,5 nach Hause. Rolf Bernhardt
fand sich als Weißer am vierten Brett in einem Abtausch – Spanier
wieder. Die Schwächung des gegnerischen Königsflügels durch
einen Doppelbauern nutzte er gekonnt zur Stellungsverbesserung und baute
den Vorteil bis in ein Endspiel aus, in dem der Gegner bei einem verzweifelten
Durchbruch-Versuch einen Bauern und damit die Partie einstellte. Zwischenstand
damit 3,5 – 0,5 für Landau I.
An Brett 5 ging dann die erste Partie für Landau verloren, so
dass Frankenthal auf 3,5 – 1,5 verkürzen konnte. Damit verblieb doch
noch eine kleine Chance auf ein Unentschieden für die Gäste:
Am ersten Brett stand der Frankenthaler etwas aktiver, Brett 8 war zwar
mindestens Remis für Landau, aber an Brett 7 war es schwer eine Prognose
zu machen, da sich zwei der gefürchtetsten Taktiker der Pfalz gegenüber
saßen – (Sir) Tobi Rheinwalt und der ehemalige Pfalzmeister Christian
Drexel.
An Brett 1 zerstörte Yannick Leuranguer jedoch die Hoffnungen
der Frankenthaler: nachdem er bei einer Abwicklung übersehen hatte,
dass am Ende einer seiner Bauern verloren gehen würde, leitete er
in ein Damen- und Turmendspiel über, in dem er ziemlich passiv stand.
Er verteidigte sich jedoch genau und konnte den halben Punkt nach Hause
bringen. Beim Stande von 4 – 2 für Landau wiederholte dann Pierre
Dübon am achten Brett dreimal die Stellung und sicherte so den Sieg
für Landau. Er hatte die ganze Partie über besser gestanden,
letztendlich aber keinen sicheren Gewinnweg gefunden. Die Partie an Brett
7 entschied sich dann in der Zeitnotphase – nach wechselhaftem Spielverlauf
übersah der Frankenthaler einen Zwischenzug, durch den Tobias Rheinwalt
einen Freibauern durchdrücken konnte. Die letzten Schwindelchancen
seines Gegenübers vereitelte er dann auch noch und fuhr so den vollen
Punkt zum 5,5 – 2,5 Endstand für Landau ein.
Ein wichtiger Sieg für Landau I: Nicht nur dass die Revanche für
die knapp an Frankenthal verlorene Rheinland-Pfalz-Meisterschaft vor zwei
Jahren gelungen ist, auch die Aussichten für den Verbleib in der Oberliga
sind nach diesem Spiel für beide Mannschaften sehr unterschiedlich:
Bei einem vergleichbaren Restprogramm haben sich die Landauer mit 4-0 Punkten
bereits etwas Abstand zu den Abstiegsrängen verschafft, während
sich die Frankenthaler (0 - 4 Punkte) nun große Sorgen um den Klassenerhalt
machen müssen.