Schachclub denkt sich aus der Krise


Landesliga-Team schlägt Augsburg 6:2 - „Zweite“ spielt 4:4 in Freyung


Regen (ps). Der Schachclub Bayerwald findet langsam wieder in die Erfolgsspur zurück. Nachdem beide Mannschaften heuer zeitweise wie sichere Absteiger aussahen, gab es zuletzt erste ermutigende Signale für eine Besserung. Die „Erste“ gewann ihr Landesliga-Heimspiel mit 6:2 gegen Schlusslicht Augsburg; die Zweite schaffte wenigstens eine Punkteteilung beim TV Freyung.
In der Landesliga Süd stand für Bayerwald I ein richtungweisendes Match gegen das punktlose Schlusslicht auf dem Programm. Ein Sieg musste unbedingt her, und die Denksportler aus dem Bayerwald ließen auch keine Zweifel daran aufkommen. IM Petr Spacek leistete sich an Brett 1 ein schnelles „Großmeisterremis“ nach nur 17 Zügen - vielleicht war er nach gerade überwundener Grippe noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. An Brett 2 spielte IM Jan Michalek eine offene Partie, gewann im Mittelspiel zwei Figuren für einen Turm und brachte diesen Vorteil im Endspiel sicher nach Hause. Die Partie von IM Petr Petran an Brett 3 - er führte die schwarzen Steine - verlief ereignislos und landete schnell im Remishafen. FM Roland Knechtel konnte an Brett 4 seine Lieblingseröffnung - die Abtauschvariante im Damengambit - spielen und kreiste im Endspiel den gegnerischen König regelrecht ein.
Michael Müller an Brett 5 kam sehr gut aus der Eröffnung heraus. Dann jedoch stürzte sich sein Gegner ins eigene Messer, als er ein waghalsiges Springeropfer spielte. Nach dem Zeitnotduell entstand eine forcierte Abwicklung mit Gewinn für Müller. Einen weiteren vollen Punkt für den SC Bayerwald fuhr der tschechische Vize-Seniorenmeister Vlastimil Vodicka an Brett 6 ein. Er griff die gegnerische Königsstellung mit Dame und Springer an und profitierte davon, dass die gegnerische Dame nicht viel mehr als zuschauen konnte.
Die einzige Niederlage für einen Bayerwäldler kassierte Ludwig Bielmeier an Brett 7. Er kam in seiner altindischen Eröffnung diesmal ziemlich unter die Räder. Sehenswert war die Partie von Armin Zepke an Brett 8. Mit einem Turmopfer als Vorbereitung setzte er den gegnerischen König nach nur 24 Zügen matt.
Bayerwald I braucht noch zwei oder drei Punkte aus den restlichen Partien, um den Klassenerhalt in der Landesliga endgültig zu sichern. Ob die allerdings beim Tabellenzweiten Garching geholt werden können, ist fraglich.
Nicht ganz so gut lief es für Bayerwald II beim TV Freyung. Am Ende reichte es aber immerhin zu einem Teilerfolg, der die Chance auf den Klassenerhalt zumindest offen lässt. Nach zwei Stunden Spielzeit etwa musste sich der junge Daniel Dolesik an Brett 8 der Routine von Herbert Okolowitz geschlagen geben. Wenig später einigten sich Werner Orzol (an Brett 5 gegen Josef Schmidbauer) und Reiner Bergmann (Brett 3 gegen Joachim Roelz) auf Remis. Den Ausgleich schaffte Thomas Pledl, der sich an Brett 7 gegen Dieter Gebert durchsetzte. Dann jedoch musste sich Peter Spranger an Brett 6 dem schon 75-jährigen Lothar Modes geschlagen geben.
Als dann auch noch Dr. Alfred Gilg an Brett 4 gegen Lukas Nowotny passen musste, sah es beim Zwischenstand von 2:4 schlecht für Bayerwald II aus.
Doch dann setzte Andreas Dick am Spitzenbrett Otto Coduro mit einer sehenswerten Kombination matt und stellte auf 3:4. So kam es schließlich auf Herbert Palmi an, der es an Brett 2 mit Walter Müller zu tun hatte. Die Partie endete nach sechs Stunden mit einem Sieg für Palmi, nachdem seine Stellungsvorteile den Freyunger immer wieder zum Nachdenken zwangen und dessen verfügbare Zeit im 105.Zug abgelaufen war.

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