Tschechische Schach-Legionäre auf den Spitzenbrettern eine Siegerbank



4:4 gegen den SC Pfarrkirchen - Remis auch für die II. Mannschaft



Regen (ps). Sind die Denksportler des SC Bayerwald Regen-Zwiesel nun beim Start in die neue Saison ungeschlagen oder sieglos geblieben? Es ist die gleiche Ansichtssache, ob ein zur Hälfte gefülltes Glas halbvoll oder halbleer ist. Jedenfalls endeten beide Auftaktpartien der SC-Schachstrategen mit 4:4-Unentschieden.
Die „Erste“ tritt auch heuer in der bewährten Besetzung - mit vier Legionären aus Osteuropa - in der Landesliga Süd an. Und dieses Quartett glänzte auch beim Heimspiel gegen den SC Pfarrkirchen wieder als Punkte-Garant. Die Internationalen Meister (IM) Petr Spacek und Jan Michalek aus Tschechien setzten ihre Leistungen da fort, wo sie in der vorigen Saison aufgehört hatten. Sie kamen an den Brettern 1 und 2 zu locker heraus gespielten, ungefährdeten Siegen.
Dagegen musste IM Petr Petran aus der Slowakei an Brett 3 seine erste Niederlage in den Reihen des SC Bayerwald einstecken. Eine Ungenauigkeit gestattete seinem Gegner, Fide-Meister (FM) Patrick Bensch, einen Mattangriff. Der frisch gebackene Senioren-Vizemeister der Tschechischen Republik, Vlastimil Vodicka, kam zu einem überraschenden Sieg in einer Partie, die eigentlich auf ein Remis hinaus gelaufen war. Husarenartig opferte er beide Läufer und setzte dann den Kontrahenten mit Dame und Bauer matt. An Brett 4 endete die Partie zwischen FM Roland Knechtel und seinem „Angstgegner“ Hans Wagner mit einem Remis. Dabei hatte Knechtel einige Beschwerden zu überwinden, ehe er die Punkteteilung unter Dach und Fach brachte. Michael Müller (Brett 5) musste sich in seinem Kampf von der alten Weisheit „Schuster bleib bei deinen Leisten“ überzeugen lassen. Er wagte in der Eröffnung ein Experiment, das gründlich daneben ging und musste im 33. Zug die Segel streichen. An Brett 7 schaffte es Armin Zepke, trotz eines Bauernrückstandes in einem Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern die Stellung locker auf Remis zu halten.
Herbert Palmi, der an Brett 8 zum Einsatz kam, begann angriffslustig. Er opferte zwei Bauern, verhinderte die gegnerische Rochade, so dass der feindliche König in der Brettmitte festgehalten wurde, Dann gewann er einen Turm gegen drei Bauern. Als er bereits wie der sichere Sieger aussah, übersah er im 40. Zug in akuter Zeitnot eine Falle seines Gegners und musste danach unerwartet aufgeben. Die II. Mannschaft hatte zuvor in der Bezirksliga Ost gegen den TSV Aidenbach im heimischen Spiellokal „Germania“ ebenfalls ein 4:4 erreicht. Das Match begann mit drei schnellen Remispartien von Reiner Bergmann (Brett 2), Stefan Bauer (3) und Werner Orzol (4). Dann übersah Thomas Petraschka (Brett 7), dass durch eine Abzugsgabel seine Dame verloren ging und musste aufgeben. Als sich nach etwa dreieinhalb Stunden Bernd Benicke und Peter Sierian am Spitzenbrett in einer völlig ausgeglichenen Stellung auf ein weiteres Remis einigten, hieß es 2:3.
Peter Spranger (Brett 5) sorgte für den Gleichstand. Er hatte in der Eröffnung etwas glücklich einen Bauern gewonnen, diesen Vorteil aber sehr zielstrebig zum Sieg umgemünzt. Aidenbach ging erneut in Führung, als Dr. Norbert Böhm (Brett 8) die Segel streichen musste. Doch Thomas Pledl an Brett 6 sicherte den Teilerfolg für den SC Bayerwald. Er hatte in einem Springer-Endspiel einen Mehrbauern auf dem Brett und nutzte diesen Vorteil ruhig aber konsequent aus.

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