Umgekrempelte Schachteams ziehen
sich mit Unentschieden achtbar aus der Affäre
I. Mannschaft macht beim 4:4 in Augsburg durch ihre
Spitzenspieler den Rückstand noch wett
Regen (ps). Obwohl in beiden Schachteams des SC
Bayerwald Veränderungen vorgenommen wurden - es fehlten Akteure oder kamen in
der anderen Mannschaft zum Einsatz - blieben sie ungeschlagen. Mit 4:4 endete
sowohl die Landesligapartie der „Ersten“ bei SK Kriegshaber Augsburg als auch
das Heimspiel der „Zweiten“ gegen ESV Pocking.
Die I. Mannschaft hatte sich nach dem knappen 3,5:4,5 bei
Bayern München II, der ersten Niederlage nach rund 40 Spielen, von allzu
unrealistischen Träumen in der Landesliga verabschiedet. Nach der erneuten
Punkteteilung hat der SC Bayerwald nun 7:5 Punkte auf
dem Konto und sich zumindest etabliert - ohne Chance nach ganz vorne, aber auch
ohne Gefahr nach hinten.
In Augsburg konnte sich die Truppe auf die Asse an den
drei vorderen Brettern verlassen, die ihre Partien gewannen. Bei konsequenter
Nutzung der sich bietenden Chancen wäre jedoch am Ende mehr als das
Unentschieden möglich gewesen. Zum Spielverlauf: An Brett 6 einigte sich Armin
Zepke nach ruhiger Eröffnung mit seinem Gegner relativ früh auf ein Remis.
Herbert Palmi wurde an Brett 7 am Königsflügel überspielt und musste nach dem
Verlust von zwei Bauern passen.
Reiner Bergmann kam an Brett 8 erstmals in der Landesliga
zum Einsatz und machte eine mehr als gute Figur. Sein Remis geriet dank hoch
konzentrierter Leistung nie in Gefahr, zwischenzeitlich ließ er sogar eine
Gewinnchance ungenutzt. Ludwig Bielmeier an Brett 4 geriet in Zeitnot, schaffte
gerade noch die geforderten 40 Züge innerhalb von zwei Stunden, hatte dann aber
eine verlorene Stellung auf dem Brett.
Beim Zwischenstand von 1:3 schlug die Stunde der
Spitzenspieler, die eine tolle Aufholjagd einleiteten. Roland Knechtel
verleitete seinen Gegner zum frühzeitigen Läuferopfer, verteidigte dessen
Königsangriff umsichtig. Als sich der Augsburger ausgetobt hatte, reichte der
Materialvorteil zum Sieg. Am Spitzenbrett demonstrierte Petr Spacek einmal mehr
seine Klasse. Ein Angriff auf den gegnerischen König brachte ihm zwei
Mehrbauern ein, die er technisch sauber zum Sieg führte. Jan Michaleks
Kontrahent versuchte sich in ein Remis zu retten, doch das Läuferendspiel
nutzte Michalek nach fünfeinhalb Stunden zum Sieg und zur 4:3-Führung für den
SC. Noch eine halbe Stunde länger dauerte die Partie von Mannschaftsführer
Michael Müller an Brett 5. Bei zu Ende gehender Bedenkzeit kam es zwischen ihm
und Christoph Hahn zum Blitzschach, das der Augsburger für sich entschied.
Der SC Bayerwald II musste gegen den ESV Pocking drei
Aktive aufbieten, die heuer noch nicht zum Einsatz gekommen waren. Der nach
langer Pause reaktivierte Dr. Alfred Gilg rechtfertigte seinen Einsatz gleich
mit einem locker herausgespielten Sieg, der sich nach einem Qualitätsgewinn
(Turm gegen Läufer) früh abzeichnete. Auch Bernd Benicke dominierte und nutzte
ebenfalls einen Materialvorteil (Turm gegen Springer) zum 2:0. Danach
remisierten Andreas Dick und der erstmals eingesetzte Stanislav Lesiak. Für das
scheinbar beruhigende 4:1 sorgte Thomas Pledl, der nach einem Abtausch-Festival
einen Springer mehr behielt.
Aber dann zogen Werner Orzol und Stefan Bauer den
Kürzeren. Orzols Niederlage hatte sich abgezeichnet, nach einem Figurenverlust
war sie unvermeidbar; Bauer büßte einen Bauern ein und musste trotz
hartnäckiger Gegenwehr passen. Die Hoffnungen ruhten nun auf Dr. Norbert Böhm,
der ebenfalls sein erstes Saisonspiel bestritt und zunächst diktierte. Dann
übersah er eine Fesselung, die ihm einen Bauern kostete. Nach fünf Stunden
musste er sich geschlagen geben, als der Pockinger einen Mehrbauern in eine
Dame umwandeln konnte.
Die „Zweite“ besitzt trotz des vermeidbaren Punktverlustes
weiterhin Titelchancen. Mit nunmehr 7:3 Punkten kommt es am 8. Spieltag zum
entscheidenden Duell bei Tabellenführer DJK Haselbach.