Der in Zeitnot geratene Herbert Palmi
profitiert vom Patzer seines Kontrahenten
Schach-Mannschaft des SC Bayerwald behält
beim SK Gräfelfing mit 4,5:3,5 die Oberhand
Regen (ps). Die I. Mannschaft des SC
Bayerwald ist auf dem besten Wege, sich in der Schach-Regionalliga zu
etablieren. Bei Landesliga-Absteiger SK Gräfelfing kamen die Denksportler aus
dem Landkreis Regen zu einem etwas glücklichen 4,5:3,5-Erfolg und liegen mit
8:6 Zählern weiterhin auf Rang vier.
Die „Zweite“ holte in der Bezirksliga Ost beim SC Sonnen ein überraschendes
4:4-Unentschieden, mit den nunmehr 6:8 Punkten ist der Klassenerhalt gesichert.
Die Partie der „Ersten“ beim Ex-Landesligisten SK Gräfelfing begann mit einer
schnellen Punkteteilung durch Michael Müller an Brett 5, dessen Partie nach
Generalabtausch im Remishafen landete. An Brett 2 parierte Roland Knechtel den
mit einem Figurenopfer verbundenen Angriff seines Gegners und nutzte den
materiellen Vorteil problemlos zum Sieg. An Brett 3 spielte IM Petr Spacek
gewohnt sicher und ließ nichts anbrennen, so dass in ausgeglichener Stellung
ein weiteres Remis fällig war.
Vlastimil Vodicka an Brett 4 geriet dagegen schon in der Eröffnung unter Druck,
aus dem er sich nicht mehr befreien konnte. Nach dem 2:2-Zwischenstand gab es
auf Brett 6 das entscheidende Match mit einem kuriosen Ende. Herbert Palmi
musste seine letzten zwölf Züge im Eiltempo absolvieren, da er dafür nur noch
90 Sekunden Bedenkzeit hatte. Dem Gräfelfinger standen dagegen noch elf Minuten
zur Verfügung, doch er achtete nicht auf seine ablaufende Uhr, plötzlich hatte
Palmi die Partie durch Zeitüberschreitung gewonnen.
Unterdessen erkämpfte sich IM Jan Michalek am Spitzenbrett einen Bauernvorteil,
den er in einem vertrackten Damen-Endspiel in souveräner Manier zum Sieg und
zum 4:2 für den SC Bayerwald führte. An Brett 7 verlor Armin Zepke nach dem
Damenabtausch einen Bauern und musste im folgenden Turm-Endspiel die Segel
streichen. Bernd Benicke an Brett 8 brachte dann den noch fehlenden halben
Punkt unter Dach und Fach. Er lenkte in ein ausgeglichenes Turmfinale ein und
hielt die Stellung immer im Gleichgewicht.
„Zweite“ überrascht
Ohne große
Erwartungen war die II. Mannschaft zum Match der Bezirksliga Ost bei dem seine
Bestformation aufbietenden SC Sonnen angetreten. Reiner Bergmann (Brett 2)
musste dann schon nach wenigen Zügen aufgeben. Zwei Unentschieden von Rudi
Weber (Brett 8) und Peter Spranger (Brett 5) folgten. Max Hannes (Brett 3)
einigte sich in einer Symmetrie-Variante mit seinem Gegner ebenfalls bald auf
eine Punkteteilung. Auch Stefan Bauer an Brett 4 ließ trotz längerer
Wettkampfpause nichts anbrennen und steuerte einen weiteren halben Punkt zum
Zwischenstand von 2:3 bei.
Den Ausgleich schaffte Thomas Pledl an Brett 6, der sich aus stärkster
Bedrängnis befreite und mit einem eiskalten Konter seinem Kontrahenten einen
Springer abknöpfte. Andreas Dick gelang am Spitzenbrett ein fein heraus
gespielter Erfolg. In einem brisanten Endspiel und in Zeitnot ließ er seinem
wesentlich stärker eingeschätzten Widerpart keine Chance. Werner Orzol, zuletzt
eigentlich ein Punktegarant, behandelte an Brett 7 das Turmendspiel trotz
Bauernvorsprung ungenau und verlor nach über fünf Stunden mit einem schwachen
Zug.