Bayerwald-Schachsiege eröffnen Perspektiven oben wie unten
„Erste“ hat nach
Topspiel gegen Deggendorf Regionalliga-Aufstieg vor Augen - Team II kann Liga
aus eigener Kraft erhalten
Regen (ps). Die beiden Mannschaften des
Schachclubs Bayerwald Regen-Zwiesel sind durch Siege ihren Saisonzielen ganz
nahe gekommen.
Die "Erste"
gewann das Topspiel in der Niederbayern-Liga gegen den SV Deggendorf I denkbar
knapp mit 4,5:3,5 Brettpunkten und steht dicht vor dem Durchmarsch in die
Regionalliga. Die "Zweite" siegte im Kellerduell der Bezirksliga Ost
gegen den TSV Waldkirchen II mit 5,5:2,5 und hat es damit selbst in der Hand,
den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen.
Für die 1. Mannschaft ging es im Duell der beiden ungeschlagenen Teams gegen
den SV Deggendorf I um die Chance auf den Aufstieg. An den eigenen Brettern im
Regener Spiellokal Germania entwickelte sich ein Kampf auf Biegen und Brechen,
der erst nach sechs Stunden entschieden war. Armin Zepke dominierte seine
Partie an Brett 6 zwar fast nach Belieben. Als er aber bei der Gewinn
bringenden Abwicklung zwei Züge vertauschte, musste er sich mit Remis begnügen.
Auch Herbert Palmi an Brett 5 kam nur zu einer Punkteteilung. An Brett 2 war
der tschechische IM des SC Bayerwald, Petr Spacek, klar tonangebend. Auch sein
Landsmann Vlastimil Vodicka an Brett 3 kam nach umsichtiger Verteidigung zu
einem siegbringenden Gegenangriff.
Doch an Brett 7 geriet Bernd Benicke nach Bauernverlusten frühzeitig in
Nachteil. Ähnlich lief es an Brett 8, wo ein Freibauer des Deggendorferx gegen
Andreas Dick entschied. An Brett 4 hatte sich Michael Müller zwar einen
Qualitätsvorsprung von Turm gegen Läufer erarbeitet, aber dafür zwei Bauern
weniger. Diese Partie endete schließlich remis. So stand es 3,5:3,5.
Die Entscheidung fiel am Spitzenbrett zwischen dem Regener IM Jan Michalek und
dem Deggendorfer Ludwig Bielmeier, wobei beide Kontrahenten in Zeitnot kamen.
Als der Deggendorfer sich in dieser Phase für einen falschen Bauern-Einschlag
entschied, konnte sich der für Regen startende Tscheche Michalek Vorteile
sichern. Trotzdem dauerte die Partie bis zum 99. Zug.
Nächster Gegner der Waldler ist Vorjahresmeister SK Passau II und da würde der
noch immer verlustpunktfreien Regen-Zwieseler Mannschaft schon ein Remis zum
Aufstieg reichen.
Auch der SC Bayerwald II war diesmal erfolgreich und besiegte das Schlusslicht
der Bezirksliga Ost, TSV Waldkirchen II, mit 5,5:2,5. Reiner Bergmann am
Spitzenbrett und Karol Golbik (Brett 8) sorgten für das beruhigende 2:0. Danach
verlor Thomas Pledl an Brett 2, während Stanislaw Lesiak an Brett 6 seinen Gegner
etwas überraschend plötzlich matt setzen konnte. Nach wechselvollem
Spielverlauf endete die Partie von Peter Spranger an Brett 4 ebenso mit einem
Remis wie das Spiel von Werner Schäfer an Brett 7. Den Gesamtsieg sicherte
Werner Orzol an Brett 5, der seinen Gegner schließlich matt setzen konnte.
Stefan Bauer an Brett 3 lieferte einmal mehr die längste Partie des Tages mit
Remis nach rund viereinhalb Stunden. Der SC Bayerwald II hat jetzt 6:8 Punkte
auf dem Konto und kann damit den Verbleib in der Bezirksliga Ost aus eigener
Kraft schaffen.
Aus Deggendorfer Sicht:
Schachverein Vizemeister
Deggendorf verliert
gegen SC Bayerwald mit 3,5:4,5
Der
Schachverein Deggendorf landete bei der niederbayerischen Meisterschaft auf
Rang zwei. In der alles entscheidenden Begegnung setzte sich der SC Bayerwald
sich mit 4,5:3,5 durch. Auch die "Zweite" hatte an diesem Spieltag
das Nachsehen. Sie verlor in Straubing mit 6:2.
Der Schachclub Bayerwald, mit drei in seinen Diensten spielenden
Internationalen Meistern aus Tschechien, hat zwei Runden vor Schluss der Saison
sein Meisterschaftsziel praktisch erreicht. Auch Deggendorf I unterlag denkbar
knapp. Relativ schnell einigten sich Rainer Tauber (Brett 5) und Alfons Hacker
(Brett 6) mit ihren Gegnern auf eine Punkteteilung. Die zuverlässig spielenden
Meister aus Tschechien bewiesen aber, dass sie ihr Geld wert sind und siegten
souverän auf den Brettern zwei und drei. Für den Ausgleich sorgten dafür Franz
Schmidbauer (Brett 7) und Felix Früchtl auf Brett 8. Früchtl verlor in dieser
Saison noch keine einzige Partie und errang mit diesem Sieg seinen sechsten
Punkt. Er ist damit erfolgreichster Spieler in der Mannschaft.
An den beiden restlichen Brettern wurde noch gekämpft. Günther Dörfler konnte
noch ein Remis retten, aber an Brett 1 musste sich Ludwig Bielmeier, nach lange
ausgeglichen gestalteter Partie, gegen den Internationalen Meister Jan Michalek
geschlagen geben.