Trauriges

 

Abgrund

 

Am Abgrund

An der Klippe

Auf dem hoechsten Berg

Vor dem tiefsten Fall

 

Nein, ich bin nicht stark genug

Und ich kann auch nicht fliegen

Kein Netz, kein doppelter Boden

Lass mich einfach liegen

(von treibsand.de)

 

Edith Bürger
Wenn die Seele Trauer trägt...


Ein Lächeln trägst du auf den Lippen,
nach außen hin kein harter Zug,
doch schließt du hinter dir die Türe,
weißt du es selbst-
es ist nur Lug und Trug.
Kein Mensch soll sehn in dich hinein,
nach außen hin nur goldner Schein.
Hältst es fest in dir verborgen,
für andere hast du keine Sorgen.
Hast immer für die Nächsten
ein offenes Ohr, ein gutes Wort,
und hilfst zu jeder Zeit,
egal an welchem Ort.
Doch in dir selbst,
ganz tief darinnen,
dort brodelt ein Vulkan,
du glaubst,
es gäbe kein Entrinnen,
es grenzt schon fast an Wahn.
Ein unsichtbarer Trauerflor,
langsam ins, Gemüt sich schleicht,
erfasst nun deine Seele,
die einem Trümmerhaufen gleicht.
Warum öffnest du dich nicht ?
Nur einen kleinen Spalt ?
Vielleicht sind's jetzt die Anderen,
die nun dir geben Halt.
Befrei dich von der großen Last,
und lass die Trauer nur zu Gast.
Schrei es hinaus,
heraus aus voller Kehle,
so ist dein Hilfeschrei,
ein wenig Balsam,
für deine wunde Seele.


Daniela Harnack
Erkenntnis Tod

Der Blick aus seinen finst'ren roten Augen
zwingt mich in die Knie.
Seine Schwingen geben ihm
schweigend Rückendeckung.
Seine Klinge blitzt auf
im Dasein des Sonnenstrahls

 

hier in tiefster Dunkelheit.
Meine weißen Tränen flehen ihn an.
In der Unwissenheit,
der Angst vor dem Nichts
klammere ich mich an meine letzten Atemzüge.
Über meine blasse Haut strömt das Rot
und ER beginnt zu lächeln.
Als er mein Herz in seinen Händen hält,
spüre ich,
was er meinte...

 

An den Tod


Ich möchte, dass er zu mir käme
in sanftem Schlaf und ohne Pein
dass er mir alle
Sorgen nähme
und dennoch nicht das ganze Sein.
Dass er, ein ungeheurer Engel,
herniederstiege in der
Nacht
und mich in die Gefilde trüge, die ich im Träume mir erdacht.

 

So, zwischen Sein und Nichtsein schwebend,
wär’ Welt und
Himmel nah und fern,
das Leben Tod, der Tod doch Leben
und ich allein mit meinem Stern.

becher

 

Was ruhe bringt
Ich dachte
was ruhe bringt
ist das glck
aber unglck bringt viel grצere ruhe

ich atme
als ob ich nicht
wirklich atmen mte

ich wache
als ob ich schliefe
ohne traum

ich bin mde
als ob ich nur mde wהre
vom schlafen

~erich fried~


Im Nebel

Seltsam im nebel zu wandern
einsam ist jeder busch und stein
kein baum sieht den anderen
jeder ist allein

voll von freunden war mir die welt
als noch mein leben licht war
nun, da der nebel fהllt
ist keiner mehr sichtbar

wahrlich keiner ist weise
der nicht das dunkel kennt
das unentrinnbar und leise
von allen ihn trennt

seltsam im nebel zu wandern
leben ist einsamsein
kein mensch kennt den anderen
jeder ist alleםn

~hermann hesse~

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