Trauriges 2
Es
ist irgendwie passiert
Ich
lebe noch
Ich
roll' den Stein den Berg hinauf
halt
Tag fuer Tag
Doch
viel zuviel Worte
fallen
auf mich ein
Viel
zu viele Menschen
reden
mir nur rein
Ich
hör' mich nicht
Ich
seh' mich nicht
Ich
finde keine Ruh'
Nur
Ihr seht mich
Nur
Ihr hört mich
Doch
hört Ihr mir auch zu?
Ich
habe Angst vor jedem Tag
Ich habe Angst vor jeder Nacht
Ich habe Angst dass ich mir vertrau'
Ich habe Angst dass ich mich verlier'
Ich habe Angst vor mir
Ich habe Angst vor mir
Ich hab' es einfach nie kapiert
und lebe doch
Ich mach nur meine Träume wahr
halt Stück für Stück
Doch viel zuviele Fragen
steh'n vor meiner Tür
Sie alle wollen Antwort
und das allein von mir
Ich weiss es nicht
Ich kenn sie nicht
Ich kenne diesen Duft
Ich lieb' mich nicht
Ich brauch' mich nur
Ich sehne mich nach Luft
Abschied
von Mondgצttin
(Vom Leben betrogen
Gebe ich meine Aufgabe ab an einen der sie besser erfüllen kann.)
In regnerischer Nacht meine Seele zerfetzt
wie ein leeres Blatt Papier
Mit eiserner Hand mich selbst verletzt
Ich bleib nicht länger hier.
Ich hab dir versprochen nicht zu gehen
Doch ich spüre mich nicht mehr
Der Schmerz ist das einzige was ich empfinde
Mein Herz ist endlos leer.
Das Schicksal strafte mich zu sehr
Ich hab meinen Sinn lang verloren
Der Abschied fällt unendlich schwer
Doch der Tod wird nun geboren.
Ich kann einfach nicht mehr
Weint nicht um mich
Das Ende ist selbst gewählt.
Und im nächsten Leben, hoffe ich
Dass mein Lebenslicht länger hält.
Die schwersten Wege
Die schwersten Wege
werden alleine gegangen,
die Enttäuschung, der Verlust,
das Opfer,
sind einsam.
selbst der Tote, der jedem Ruf antwortet
und sich keiner Bitte versagt
steht uns nicht bei
und sieht zu
ob wir es vermögen.
Die Hände der Lebenden die sich ausstrecken
ohne uns zu erreichen
sind wie die Äste der Bäume im Winter.
Alle Vögel schweigen.
Man hört nur den eigenen Schritt
und den Schritt den der Fuß
noch nicht gegangen ist aber gehen wird.
Stehenbleiben und sich Umdrehn
hilft nicht. Es muß
gegangen sein.
Nimm
eine Kerze in die Hand
wie in den Katakomben,
das kleine Licht atmet kaum.
Und doch, wenn du lange gegangen bist,
bleibt das Wunder nicht aus,
weil das Wunder immer geschieht,
und weil wir ohne die Gnade
nicht leben können:
die Kerze wird hell vom freien Atem des Tags,
du bläst sie lächelnd aus
wenn du in die Sonne tritts
und unter den blühenden Gärten
die Stadt vor dir liegt,
und in deinem Hause
dir der Tisch weiß gedeckt ist.
Und die verlierbaren Lebenden
und die unverlierbaren Toten
dir das Brot brechen und den Wein reichen-
und du ihre Stimme wieder hörst
ganz nahe
bei deinem Herzen.
© by Hilde Domin