Wenn wir in Meditation sitzen, sollen wir immer darauf achten, dass wir den neben uns sitzenden, nicht
beruehren, denn so kann sich der Geist nicht konzentrieren. Entsteht etwas Konzentration, so verliert sie sich
dadurch wieder.
Wir erinnern uns daran, dass der Buddha in unserem Herzen ist, der Dharma ist in unserem Herzen
und der Sangha ist in unserem Herzen. Die drei Juwelen, sind wirklich in unserem Herzen und wir brauchen
an nichts anderes mehr zu denken. Wir denken nur an die drei Juwelen in unserem Herzen und der Geist wird
schnell Konzentration erlangen. Wir ehren den Buddha durch unsere Meditation. Das ist es was der Buddha
uns gelehrt hat. So werden wir schnell Konzentration erreichen.
Erst versuchen wir den Geist in einen ruhigen, gelassenen Zustand zu bringen. Das rechte Bein ist
ueber dem linken Bein gekreuzt, die rechte Hand liegt in der linken, der Ruecken ist gerade aufgerichtet. Dies
ist die korrekte Haltung fuer unsere Meditation. Schliesst die Augen und versucht euch in dieser Position zu
sehen.
Wenn wir einatmen noten wir BUD-, beim ausatmen -DHO, das ist der Buddha. Der Buddha selbst,
wurde durch die Atembetrachtung erleuchtet (Anapanasati). Wir wissen wenn wir einatmen und wir wissen
wenn wir ausatmen. Dies laesst Satisampajanno - Achtsamkeit und Wissensklarheit - in unserem Geist,
staerker werden, dadurch gelingt es uns schnell Konzentration zu entwickeln.
Belasst den Geist in einem ungezwungenen, entspannten Zustand. Wenn wir dann fuehlen, dass
der Koerper leicht wird und der Geist leicht wird, so wissen wir, dass der Geist jetzt konzentriert ist. Wir
versuchen nicht diesen Zustand zu erzwingen. Taucht Licht auf, so wissen wir es, ist da kein Licht, so
wissen wir es und lassen uns dadurch nicht aus der Fassung bringen. Wir bleiben entspannt, wissen und
lassen los. Je mehr unser Geist in seiner Mitte ist, umso leichter entsteht Konzentration.
Beim einatmen entsteht Freude und beim ausatmen entsteht Freude. Fuehlen wir diese Freude
und die Leichtigkeit von Koerper und Geist, so wissen wir, dass wir jetzt Konzentration haben. Wir koennen
uns jetzt auf den Punkt zwischen den Augenbrauen konzentrieren. Hier entsteht wissen und sehen. Wir
versuchen nicht nach draussen zu schauen, sondern uns selbst zu sehen. Normalerweise benutzen wir
unsere Sinnesorgane um die Welt draussen wahrzunehmen. Jetzt versuchen wir nur uns selbst zu sehen.
So werden wir die wahre Natur der Dinge verstehen lernen. Solange wir nach draussen gehen, entsteht
keine Konzentration. Entsteht Konzentration, dann koennen wir unseren Koerper und Geist sehen und unser
Vertrauen wird steigen.
Wir meditieren um dem Beispiel des Buddha zu folgen, um wie Er zu verstehen und Erleuchtung
erlangen. Jetzt lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die Kopfhaare. Wir wissen die Haare auf unserem Kopf
und versuchen sie zu sehen. Sehen wir sie noch nicht, so noten wir nur - Haare, Haare...
Wir meditieren um Verstaendnis in die Realitaet von Geburt, Alter und Tod und in den Dharma, der
frei ist von Alter und Tod, zu erlangen. Die Praxis der vier Grundlagen der Achtsamkeit (Satipatthana), wenden
wir in allen vier Positionen - sitzen, gehen, stehen, liegen - an. Diese gibt uns auch die Moeglichkeit, mit den
Hindernissen umgehen zu lernen. Taucht Muedigkeit auf, so ist dies ein Zeichen dafuer, dass wir auf das
noten vergessen. Atmet tiefer ein als unter normalen Umstaenden BUD- und atmet intensiver aus -DHO.
Durch das verstaerken der Ein- und Ausatmung, wird auch unsere Achtsamkeit verstaerkt. Verzueckung
entsteht und die Muedigkeit verschwindet. Wann immer Muedigkeit auftaucht wiederholen wir diesen
Vorgang.
Ist trotz dieser Bemuehung noch Muedigkeit im Geist, so stehen wir auf und machen mit
Gehmeditation weiter. Rechtes Bein nach vor BUD-, linkes Bein nach vor-DHO. Wir ueberwinden die
Muedigkeit durch meditatives gehen. Muedigkeit und Unlust zu praktizieren, ist eines der fuenf geistigen
Hindernisse und kann so ueberwunden werden.
Fuehlt der Meditierende Konzentration, so entsteht Vertrauen in den Buddha und seine Lehre,
dieses Vertrauen hilft, dass keine Hindernisse mehr im Geist auftauchen. Die Hindernisse, die schon
aufgetaucht sind, verschwinden dadurch. Auch geistige Unruhe - ein anderes der fuenf Hindernisse
legt sich dadurch. Der Koerper wird leicht, der Geist wird leicht, sehen und wissen entstehen. Die
Achtsamkeit wird stark und kann in jeder Situation aufrecht erhalten werden. Das Vertrauen wird
stark und dadurch entsteht viel Energie. Diese Energie bewirkt einen starken Wunsch in uns, zu
meditieren - so koennen wir Erleuchtung erreichen.
Dem achtfachen Pfad zu folgen, das ist es, was uns zum Ziel bringt. Es fuehrt zum erlangen
spezieller Faehigkeiten und zum versiegen allen Leides - zu Nibbana. Wir muessen unseren Geist
aufmachen, dem Pfad zu folgen, nur so koennen wir die Wahrheit selbst erfahren. Macht euch klar,
dass der Buddha den Weg gelehrt hat, nun liegt es an euch, ihn zu praktizieren.
Dass wir hier sitzen und meditieren, zeigt, dass wir nicht voellig gleichgueltig sind. So
koennen wir Klarheit und das "Auge des Dharma" entwickeln. Wir praktizieren im sitzen, gehen,
stehen und im liegen, wir folgen dem edlen Pfad und werden so selbst zu Edlen.
Unser Koerper besteht aus den vier Elementen und Energie. Entwickeln wir unsere
Konzentration soweit, dass wir ins Unterbewusstsein (Bavanga) eindringen koennen, so wird bei
manchen der Koerper leicht und der Geist leicht, bei anderen entsteht Licht und Leichtigkeit. In
diesem Stadium der Konzentration macht der Meditierende viele neue Erfahrungen - gute und schlechte.
Um dieses Stadium aber zu erreichen, muss man sich aufmachen, die Hindernisse zu ueberkommen.
Taucht Unlust oder Muedigkeit auf, so denkt an den Buddha und sie werden verschwinden. Tauchen
Angst und Unsicherheit auf, denkt an den Buddha, das verteibt sie. Solch ein Geist ist faehig in die
Konzentration einzutreten.
Wir praktizieren um Geburt, Krankheit, Alter, Tod, Sorge und Traenen zu ueberkommen.
Taucht Schmerz auf, so wissen wir dies und wenn er zu stark wird, dann wechseln wir die Position und
wissen dies. Verlischt der Schmerz dann, so ist es als ob ein Feuer in unserem Koerper
erloschen ist, wir wissen, dass das Feuer Schmerz verloschen ist und wissen, dass dadurch unsere
Konzentration wieder besser geworden ist. Verlischt der Schmerz, so kommt Freude in Koerper und
Geist auf. Wir wissen, wir meditieren, um dem Leiden ein Ende zu machen.
Laute Geraeusche koennen fuer den Meditierenden zur Gefahr werden, wenn sein Geist
noch wenig Gleichmut besitzt. Der Geist hat die Angewohnheit, Geraeuschen zu folgen und das
unterbricht die Konzentration. Wir muessen Gleichmut entwickeln. Erst wenn uns Geraeusche nicht
mehr irritieren, haben wir wirkliche Geistesruhe entwickelt. Denkt - das ist nur ein Geraeusch, das
gehoert uns nicht, der Buddha will, dass wir meditieren um den Geist in Gleichmut verweilen zu lassen.
Diese Weisheit wenden wir bei allen Sinneskontakten an ( Auge - Form, Ohr - Geraeusch,
Nase - Geruch, Zunge - Geschmack, Haut - Beruehrung und Geist - Gedanke). Wir wissen Kontakt
findet statt, versuchen den Geist aber in Gleichmut verweilen zu lassen - ohne zuzugreifen, egal
ob die Erfahrung gut oder schlecht ist.
Wenn wir also z. B. Schmerz erfahren, so ist es wichtig, dass wir wissen, der Schmerz
entsteht, wissen wie der Schmerz verlischt, wenn wir die Position wechseln und auch wissen, wie
Freude und Wohlgefuehl auftauchen, wenn der Schmerz verloschen ist. Es wird nicht lange dauern,
dann wird auch in der neuen Haltung Schmerz auftauchen. Wir wissen dies und wissen, dass das
Wohlgefuehl verloschen ist.
Taucht Unlust auf zu praktizieren, so wissen wir auch das ist nur Dharma und wir wenden
Geduld und Ausdauer an. Diesmal spielt der Geist nicht mit. Wir wissen, das sind die fuenf
Daseinsaggregate (Khando), der Koerper ist erfuellt von Freude, jetzt will der Geist aufhoeren.
Wir wissen, das sind nicht wir und wenden Geduld und Ausdauer an und fahren fort. Wir muessen
alle diese Dinge selber erfahren, so wissen wir in Zukunft, wie wir mit diesen Hindernissen umgehen
muessen.
Wenn wir die Wirklichkeit sehen, wie sie ist, dann koennen wir Edle werden, weil wir Weisheit
entwickelt haben. Wir wissen dies ist der Koerper und wir wissen das ist der Geist. Sind Koerper und
Geist ruhig - so fuehlt sich der Koerper leicht und der Geist leicht - dies bedeutet, dass Koerper und Geist
in ein Stadium von Gestilltsein (Passadhi) eingetreten sind. Der Meditierende ist ruhig und gelassen, er
weiss und laesst los.
Es ist als ob ein geschickter Wagenlenker einen Wagen, mit zwei Kuehen als Vorspann, lenkt.
Wenn die Kuehe (Koerper und Geist) in gleichmaessigem Trab laufen, so braucht der Lenker nichts mehr
zu tun, das Gespann laeuft von selbst. Der Meditierende weiss, Koerper und Geist laufen gleichmaessig.
Ein Meditierender weiss die Dinge und laesst sie wieder los. Wissen und loslassen - das ist
der Weg - so erreichen wir Nibbana. Wir trainieren so und ueber kurz oder lange entsteht Wissen (Nana) in
unserem Geist. Wir lernen zu sehen, was wir nie gesehen haben und zu wissen, was wir nie
gewusst haben. Das Vertrauen in den Buddha, der uns diesen Dharma gelehrt hat, wird stark. Freude
und Wohlsein entstehen in Geist und Koerper des Meditierenden. Er hat Freude an der Praxis. Samma
Vayamo - rechte Anstrengung - hat sich entwickelt. Wenn Samma Samadhi - rechte Konzentration erreicht
ist, so weiss der Meditierende, dass er Jhana (Vertiefung) erreicht hat und dass Nana - hoeheres Wissen
in ihm entsteht. Er ist am rechten Weg.
Wir wissen ob wir das verloeschen des Leidens erreicht haben und wir wissen wenn wir es noch
nicht erreicht haben. Geist und Koerper treten zusammen auf, aber sie sind nicht dasselbe - es sind zwei.
Wir sind der, der weiss. Wir wissen durch den Dharma und durch die Belehrungen derer, die uns den Dharma
gelehrt haben. So ist Weisheit in uns erwacht.
Die vier Grundlagen der Achtsamkeit koennen auch im liegen praktiziert werden. Manche Meditierende haben Nibbana
im sitzen erreicht, andere beim stehen, beim gehen oder eben beim liegen.Nibbana ist nicht irgendwo weit weg von uns, es ist
ganz nah, in unserem Herzen. Alten Menschen faellt es meist leichter loszulassen, Raga - Sinneslust - kommt kaum noch auf
in ihren Herzen. Sie sollen sich auf diesen Geisteszustand des loslassens konzentrieren. Andere Menschen haben kaum Aerger.
Sie haben viel Guete entwickelt, fuer sie ist das der Weg des loslassens.
Durch dieses loslassen sieht der Meditierende, nach und nach immer klarer, die Leere in allem - Sunyata. Dies ist kein
Selbst, es gehoert uns nicht, ist nicht unter unserer Kontrolle. Dies ist der Dharma, der uns zur Befreiung fuehrt. Der Geist wird
kuehl und unabhaengig. Taucht Leid auf, so weiss man, taucht Freude auf, so weiss man - und laesst es los. Wir wissen, was
immer da auch im Geiste auftaucht, so machen wir Fortschritt. Wir sind jemand der am Weg ist. Der Weg, der achtfache Pfad
fuehrt zum verloeschen des Leids. Das ist es was wir erfahren werden.
Wenn wir allem begegnen koennen, ohne dass der Geist aus seinem Gleichgewicht geraet, dann haben wir das
Stadium von Gleichmut (Upekkha) und Einspitzigkeit (Ekagata) erreicht. Wir muessen dies trainieren. Das unheilsame loslassen,
so entwickelt sich das gute von selbst, wir gehen mehr und mehr in Richtung "Ende des Leidens", in Richtung edler Pfad und
erreichen von Nibbana. Dann gibt es kein maennliches mehr - wozu also weibliches, es gibt kein weibliches mehr - wozu also
maennliches. Im Dharma gibt es nicht maennlich und nicht weiblich - das ist Nibbana. Sehen wir hier noch einen Unterschied,
so wissen wir, dass wir dieses Stadium noch nicht erreicht haben - und fahren fort mit unserer Praxis. Wir versuchen nicht daran
zu haften, wenn es auftaucht und es verschwindet von selber. Wir gehen zurueck auf den Pfad, der zum verloeschen fuehrt.
So muessen wir praktizieren. Nibbana ist nicht irgendwo weit weg von uns, es ist in unserem Herzen. Ist unser Geist
ruhig und im gegenwaertigen Moment, dann sehen wir, dass kein Aerger und keine Gier im Geist ist. Diesen Geisteszustand
sollen wir einnehmen - das ist Praxis im gegenwaertigen Moment. Dhamma der nicht weit von Nibbana entfernt ist. Das Ende
geistiger Unreinheiten,weder maennlich noch weiblich - Nibbana im Geist. Tauchen Unreinheiten auf, so wissen wir und lassen
los. Nach und nach wird Gleichmut und Einspitzigkeit des Geistes, auftauchen.
Danach entwickeln sich die vier goettlichen Verweilungszustaende (Brahmavihara) - liebende Guete, Mitgefuehl, Mitfreude
und Gleichmut. Wir wissen, dass dieser edle Dharma in uns erwacht ist.
Alle jene Wesen, die Erleuchtung erlangt haben, taten dies auf jene Weise. Es gibt nicht 'Mann' - wozu dann 'Frau', es gibt
nicht 'Frau' - wozu dann 'Mann'. Wollen wir Nibbana erreichen, so eben auf diesem Weg. Mann und Frau koennen zusammenleben
und doch besteht keine Gefahr, weil die Ursache - Sinnesbegierde - nicht auftaucht. Dhamma ist im verloeschen, was verlischt ist
die Ursache des Leidens.
Der Wunsch das Leiden ueberkommen zu wollen, ist keine Geistesunreinheit. Dies zu wollen, bedeutet, dass wir uns
auf den Weg zum erreichen von Nibbana befinden. Es ist kein weiter Weg dahin. Nibbana ist hier in unserem Herzen. Zu wissen
- in der letzten Stunde ist kein Aerger im Geist aufgetaucht, es war keine Begierde in meinem Geist. Heute hatte ich keine
Begierde im Geist, heute hatte ich keinen Aerger im Geist. Dies zu wissen, ist genug. Wir wissen selbst, ob wir auf dem Weg - Nibbana
zu erreichen - sind, oder nicht.
So sollt ihr praktizieren um das Leiden zu ueberkommen. Ausserhalb dieses Weges befindet sich nur Leiden und die
Ursache des Leidens.