BELEHRUNGEN VON LUANGPHOR PUTT
EMOTIONEN

Am Anfang notet man BUDDHO, BUDDHO - Gedanken tauchen auf, man denkt, wird man sich des Denkens bewusst, so holt man den Geist wieder zurueck zu BUDDHO. Manchmal sieht man die Gedanken, man weiss, man denkt. Man kann ruhig denken, sollte aber immer das Wissen davon aufrechterhalten. Moechte man kein Mantra wie BUDDHO verwenden, so weiss man einfach nur.

Es ist voellig normal, dass waehrend der Meditation Gedanken auftauchen, man laesst sie wieder los und verbleibt beim leeren Geist. Das ganze wird sich immer wieder wiederholen. Man weiss, dass da denken ist und man weiss wenn da kein denken ist.

Das Wort BUDDHO ist auch denken, noten wir das heben und senken der Bauchdecke, so ist dies auch denken - es ist denken das wir wollen. Natuerlich taucht anfangs denken, das wir nicht wollen, viel oefter auf. Wir muessen nur unsere Achtsamkeit anwenden und wissen, dass da denken ist - der Wert ist dann der selbe. Jemand der noch wenig Meditationserfahrung besitzt, mag in diesem Falle zu sehr an der Meditationstechnik haften.

Manchmal kommt es dann vor, dass der Geist sehr ruhig wird und man denkt, dass man keine so starke Geistesruhe entwickeln sollte. Der Geist wird aber foermlich in dieses Stadium von Geistesruhe hineingezogen. Auf der anderen Seite kommt es vor, dass man nicht denken will, der Geist aber denkt und denkt ohne Unterlass, vielleicht die ganze Nacht. Was wir zu tun haben, ist unsere Achtsamkeit zu trainieren und zu staerken. Wir wissen, da sind Gedanken wir versuchen nicht sie in eine bestimmte Richtung zu bringen. Wir wissen sie und belassen sie, das ist die rechte Art mit Gedanken umzugehen.

Wir wissen und wissen und wenn Achtsamkeit und Einsicht stark werden, koennen wir den Geist in seinen drei Funktionen sehen: erstens - man denkt ohne Unterlass; zweitens - man weiss und sieht die Gedanken; drittens: man kommt zum ruhigen, gedankenfreien Stadium zurueck. Man kommt zurueck zum Koerper.

Man nimmt den Koerper wahr und man nimmt Gedanken wahr, das Wissen kommt und geht, Ruhe kommt und geht, Achtsamkeit weiss. Das Denken nennen wir Vitakko, die Achsamkeit Vijanam. Sind Vitakko und Vijanam im Geist, so entsteht Einsicht in den Dhamma. Das entstehen und vergehen dessen, was da im Geist ablaeuft, ist Dhamma.

Der Geist weiss, Achtsamkeit merkt auf und langsam wird Samadhi (Konzentration) besser. Es entsteht Verzueckung (Piti). Ist Piti im Geist, so wird es gefolgt von einem Gefuehl von Glueck (Sukkha). Man weiss da ist denken und man weiss da ist Piti und Sukkha und laesst den Geist so weiterlaufen.

Dann kommt es vor, dass das denken ploetzlich aufhoert. Der Geist wird strahlend und voller Licht. Es sind Verzueckung und Gluecksgefuehl anwesend. Der Geist verfeinert sich mehr und Verzueckung und Gluecksgefuehl verloeschen - uebrig ist nur noch Einspitzigkeit des Geistes und Gleichmut. Die Wahrnehmung vom Koerper loest sich auf, Piti und Sukkha sind verloschen.

Wenn wie hier sitzen, so wissen wir, das angenehme und unangenehme Gefuehle auftauchen. Wir erfahren Schmerz und Bedrueckung, Ruhe und Unruhe - all das muessen wir erfahren, weil wir diesen Koerper und Wahrnehmung haben. Tritt der Geist in den Zustand der Vertiefung ein, so faellt Wahrnehmung des Koerpers voellig weg. Wenn da keine Wahrnehmung von Koerper ist, so haben all diese Gefuehle und Emotionen keine Basis fuer ihr entstehen mehr.

Ist Wahrnehmung aber noch vorhanden, so erfahren wir in der Meditation Piti, Sukkha und denken - was wir Vitakko und Vijanam nennen. Tritt der Geist in die Vertiefung ein und verfeinert sich mehr und mehr, so verschwinden nach und nach Piti und Sukkha und uebrig bleibt der strahlende, lichterfuellte Geist - der Geist ist auf dem Samathaweg.

Der Geist ist losgeloest und strahlend - es scheint als wuerde er lichterfuellt im Raum schweben. Das nenne ich - der Geist hat Raum als sein Objekt. Wenn das eintritt so sind da folgende Anzeichen - Ruhe, Licht und voellige Freiheit von Gedanken, es scheint da ist nichts.

Manche Meditierende glauben, dass der Geist am Samathaweg nichts weiss. Zu dem Punkt: der Geist ist durch vieles durchgegangen. Verstaendnis und Einsicht in den Dharma ist entstanden. Sehen und tieferes Verstehen des Koerpers, Einsicht in die Vergaenglichkeit, Leidhaftigkeit und Unkontrollierbarkeit der Dinge und vieles mehr an tiefer Einsicht in den Dharma ist entstanden.

An diesem Punkt tritt der Geist in Jhana - den Ruhezustand der Samatha - ein. Koerper und Selbst sind verschwunden, nur noch der leuchtende, schwebende Geist ist uebrig. Manchmal sendet der Geist Lichtstrahlen in die Welt und man sieht Menschen, Geister, Landschaften und dergleichen mehr. Der Geist ist aber kein Selbst, er schwebt wie die Sonne einfach nur im Raum. Nur manchmal sendet er seine Strahlen aus und sieht die Dinge.

Man soll aber nicht behaupten, dass der Geist nichts mehr weiss. Das Wissen, dass in diesem Zustand herrscht ist nur voellig frei von bewerten (Samutpanna). Er sieht die Welt und nennt sie nicht beim Namen, er sieht die Lebewesen und benennt sie nicht. Als der Buddha bei seiner Erleuchtung an diesem Punkt angelangt war, tauchte in Ihm das Wissen ueber alle seine vergangenen Existenzen und die vergangenen Existenzen aller Wesen auf (Popenivanusatinana).

Darum sollte keiner behaupten, dass der Geist am Samathaweg kein Wissen hat. Es besteht also kein Grund zur Befuerchtung, dass der Geist diesen Weg einschlaegt. Ist der Geist also eins - so muss der Meditierende nur noch darauf achten, dass der Geist nicht daran anhaftet. Man sollte einen starken Entschluss fassen, die Dinge loszulassen. Ohne diesen Entschluss, wird man nicht faehig sein, dies wirklich zu tun. Der Geist muss darauf trainiert werden, automatisch loszulassen. Fehlt diese Entschlusskraft, so ist der Geist noch nicht am richtigen Weg, die Automatik arbeitet noch nicht.

Moral hat ihre Aufgabe, der Geist hat seine Aufgabe und Weisheit hat ihre Aufgabe. Wenn Moral, der Geist und die Weisheit ihre Aufgabe erfuellen, so bilden diese Faktoren zusammen eine Kraft, die Sativinnayo genannt wird. Sativinnayo ist die fuehrende Kraft.

Der Buddha lehrte: Achtlosigkeit fuehrt zum anhaeufen von unheilsamem Karma (Akusala). Achtsamkeit fuehrt zum anhaeufen von heilsamem Karma (Kusala). Das bedeutet, dass wir Samadhi entwickeln, Jhana und Nana erreichen, Einsicht und hoeheres Wissen erlangen, den Geist und vieles Anderes sehen und verstehen, verdanken wir der Achtsamkeit (Sati). Dies wiederum bedeutet, dass der wichtigste Punkt in unserer Praxis, die Entfaltung der Achtsamkeit ist. Tun wir das, so entsteht kein Problem.

Was ist nun falsche Ansicht (Micchaditthi) und was ist rechte Ansicht (Sammadhitti) ? Hierueber sollen wir uns nicht zuviel Kopfzerbrechen machen. Folgende einfache Regel macht es einem leichter dies zu erkennen; alles was wir wissen und loslassen, was nicht zu Problemen und Konflikten fuer uns fuehrt - das ist rechte Ansicht. Alles was zu anhaften und Problemen fuehrt, anhaften an einem Selbst, sein Wissen zu benutzen, um in den Geist anderer zu sehen, zu versuchen deren Probleme zu loesen und sie zu korrigieren, all das ist falsche Ansicht.

Also, wir wissen und lassen los, das ist rechte Ansicht. Wenn wir wissen und daran haften: was ist das? Warum ist das so?... so fuehrt das zu anhaften und Problemen, das ist falsche Ansicht. Wenn Wissen auftaucht und dann die Frage; Warum ist das so? - so sollen wir wissen, das sind Geistesunreinheiten (Kilesa). Tauchen diese Fragen auf, so lassen wir sie einfach los und kuemmern uns nicht weiter darum.

Dieses "wissen wollen" ist eine Angewohnheit, die wir schon seit langem in unserem Geist aufgebaut haben. Wollen wir wirklich wissen, so muessen wir einfach nur still sitzen und achtsam sein. Nur nicht selber denken. Was entsteht - wir wissen es, was vergeht - wir wissen es, einfach nur wissen. Das "wissen wollen" und "sehen wollen", muessen wir loslassen.

Die Dinge entstehen und vergehen im Geist - wir muessen sie nicht benennen. Ist die Achtsamkeit erst einmal stark, so hat sie die Faehigkeit, die Dinge selbst zu identifizieren, zu wissen was ist was.

Es kommt auch vor, dass wir uns hinsetzen um zu praktizieren, wir denken - das zeigt Vergaenglichkeit, das zeigt Leidhaftigkeit, da ist kein Selbst - weil wir Weisheit entwickeln wollen. Der Geist wird aber sehr ruhig und ploetzlich ist nur noch Geistesruhe uebrig. Ob da nun Einsicht, Wissen, Sehen, Geistesruhe oder Achtsamkeit da ist, all das ist ein Resultat der Praxis - wir koennen das nicht beeinflussen.

Alles was wir tun koennen, ist die rechte Ursache zu setzen. Die rechte Ursache fuer das entstehen von Weisheit ist dreifach: erstens - der Entschluss achtsam zu sein; zweitens - der Entschluss zu erwaegen d. h. ein Arzt wendet z. B. sein erlerntes Wissen an um sein Objekt zu erwaegen (Vijanam); drittens - wenn denken auftaucht, so laesst man es zu und haftet nur seine Achtsamkeit daran, man weiss und laesst sich nicht involvieren.

Praktiziert ihr so, so wird eure Meditation von selbst immer besser!
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