SCHICKSAL DER POLNISCHEN UND SANCT-PETERSBOURGER SIPPE VON HENKELS
verwandt mit Jekimow und Klosse
Wie die Todesaufzeichnung des Superintendenten Karl Henkel, A8, Pastor der lutherischen Kirche in Konin, Polen, belegt, war der früheste bekannte Vorfahr dieser Sippe Karl Henkel, Inhaber einer Fabrik, der mit Friderike Altenberger die Ehe einging. Diese Karl und Friderike Henkel gehörten der Reformierten Evangelischen Kirche an und hatten 5 Kinder: Karl (aller Wahrscheinlichkeit nach starb er im Jahr seiner Geburt), Julius, Eduard, Friderik und Karl.

Der letzte
KARL HENKEL (1841-1915), A8, wurde am 22. (d.h. am 4. "alter Kalender") Oktober in Warschau geboren.
Die Frage des Geburtsdatums und Geburtsort  Datum und Ort seiner Geburt werden auf seinem Grabstein in Konin nicht angezeigt, sie wurden dem Akademischen Album der Kaiserlichen Universität Dorpat (1889) entnommen. Dennoch wird in seinen Todesaufzeichnungen auf Tomaszów als den Ort seiner Geburt aufmerksam gemacht. Der gegenwärtige Pastor der lutherischen Kirche in Konin, Andrzej Mendrok, sagt, dieses Tomaszów befinde sich im Bezirk von Lodz. Einer Legende zufolge nahm A8 am polnisch-litauischen Aufstand von 1863 gegen Russland teil. Falls er etwas von seinen biographischen Daten zu verbergen hatte, könnte dies sein Geburtsort gewesen sein, aber dieses musste in den amtlichen Urkunden geschehen, ähnlich seiner Todesaufzeichnung. In unserem Fall scheinen die Daten des Akademischen Albums der Kaiserlichen Universität Dorpat verlässlicher zu sein. Schließlich wurde auf diesen Ort im jüngst erschienenen Buch von Krzysztof Gorczyca
Zychlin pod Koninem. Dzieje wsi i zboru. Wydawnictwo naukowe Semper, 1997, p. 129. Von 1861-1866 war A8 Student an der Theologischen Fakultät der Universität Dorpat. Schließlich und endlich ist es sehr wahrscheinlich, dass A8 in Tomaszów geboren wurde, aber seine Taufe in Warschau stattfand, weil es in Tomaszów weder eine Reformierte Evangelische, noch in eine Lutherische Gemeinde gab. 
Studien in Dorpat und Ernennung in Warschau. Nach dem Abschluss des Universitätsstudiums wurde er zum Vikar an der Reformierten Evangelischen Kirche in Warschau (Ordination am 16. Juni 1867) ernannt, wo er an der Einweihung des neuen Gemeindefriedhofs teilnahm (s. einen historischen
Stich des alten Friedhofs, links, und alten Kirchengebäudes, rechts).

1866-1880 wurde ein neues Gebäude der Reformierten Evangelischen Kirche in Warschau errichtet, entworfen von Adolf Löwe (ihr Turm ist eine Nachbildung vom Turm der Kirche in Freiburg Breslau; heute – Solidarnosci 74, Warschau) in der Nähe des älteren kleineren Gebäudes (heute – das Haus der Kammer-Oper, Solidarnosci 76a, Warschau).
Nachdem Pastor Johann Jacob Scholtz 1886 in Zychlin gestorben war, der ältesten reformierten evangelischen Gemeinde in Polen, nicht weit von Konin, wurden Karl Henkel und sein Kollege August K. Diel von Warschau als Gastpastoren nach Zychlin eingestellt, bis der Besitzer von Zychlin,
Adam Rafal Bronikowski K. Henkel einlud, den vakanten Posten 1869 zu besetzen. 1879 beendete K. Henkel einen Doktorandenkurs an der Universität Dorpat und verteidigte erfolgreich seine Dissertationsthesen, um den akademischen Grad eines Doktors der Theologie zu erlangen. 1873 starb A. R. Bronikowski und seine Witwe Jadwiga wurde formale Bevollmächtigte der Reformierten Evangelischen Kirche dort. Leider war sie Katholikin und zollte der Instandhaltung der Kirche keine Aufmerksamkeit. Zur gleichen Zeit wandte sich ein Teil der Pfarrkinder der neu etablierten Evangelisch-Lutherischen (Augsburgischen) Gemeinde zu, und die Gemeinde verminderte sich stark. Daher entschloss sich K. Henkel 1883, nach 14 Jahren in Zychlin, als Pastor für eine vakante Stelle an der Evangelisch-Lutherischen (Augsburgischen) Kirche in Konin zu kandidieren.

Bis Sommer 1884 war K. Henkel an überhaupt keiner Kirche eingestellt. Andererseits verlangte das Augsburgisch Lutherische Konsistorium seine Konvertierung zur Evangelisch-Augsburgischen Konfession. Dieses geschah am 30. April 1884. Dann am 27. Juli 1884, wurde Karl Henkel zum Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Konin ernannt. Dennoch ist auf seinem
Ehren-Epitaphen im Gebäude der Kirche irrtümlich das Jahr 1885 angegeben. Es gab seit 1854 eine kleine lutherische Kirche in Konin. Seit jener Zeit ist nur das Gebaude des Pfarrhauses erhalten geblieben (s. auf der Postkarte von 1890 rechts hinter dem Zaun). 14 Jahre lang war A8 mit der Vergrößerung und dem Umbauen dieser Kirche im neogotischen Stil befasst. Das Gebäude wurde im Wesentlichen durch einen überdachten Vorbau verlängert, über dem man einen riesigen Glockenturm errichtete (laut Ed. Kneifel, das Fundament des Turmes am 26. Juni 1901 gelegt). Das rekonstruierte Gebäude wurde auf vielen Aufnahmen jener Zeit dargestellt. Das Foto von 1914 ist ein Blick aus dem Garten des Pfarrhauses auf dasletztere und auf die Kirche. Innerhalb der Kirche wurde eine Empore auf Eisensäulen hochgezogen und eine Gewölbedecke krönte das Innere. Auf einem modernen Altarfoto ist eine Säule der Empore rechts im Vordergrund zu sehen (weiter rechts, nächst nach der Kanzel, sieht man das Ehren-Epitaph des Pastors Karl Henkel im Polnischen, was hinter dem Rand dieser Aufnahme bleibt).
Heute gibt es noch nicht nur die vom Pastor K.Henkel umgebaute Kirchengebäude, sondern auch das alte Pfarrhaus, was man auf einem
Foto von 1995 sieht).

K. Henkel war der erste, der in Konin den Gottesdienst in Polnisch (neben Deutsch) einführte. In die Geschichte von Konin ging er nicht nur als Erbauer der neuen Lutherischen Kirche ein, sondern auch als berühmter Lehrer der deutschen und griechischen Sprache im dortigen Pro-Gymnasium. Er war eine sehr beliebte und bekannte Persönlichkeit, gemocht von seinen Schülern, welche ihn Der-die-das nannten. In den Briefen von 1910 wird er als Superintendent angeredet. Er starb am 3. Mai 1915, gerade nach der Fertigstellung des Kirchengebäudes. Der Grund seines Todes war "Schwindsucht der Kehle" tatsächlich Krebs. Obgleich das Hauptwerk seines Lebens – das Erbauen einer neuen Kirche in Konin – durchgeführt worden war, konnte sein Tod durch zwei weitere Umstände beschleunigt worden sein.

Der erste Umstand war die Trennung von zwei seiner Töchter wie auch von seinen geliebten Enkeln. Der zweite betraf vermutlich das Dunkel, das seinen Sohn Alexander Henkel, E6, umgibt. Keinerlei Daten über Alexander waren bis jetzt erhältlich, weder von seinen Schwestern Maria, F3, und Martha, C5, die in Sanct-Petersbourg wohnten, noch von den Nachkommen seines Bruders Karol, E4 und seiner Schwester Magdalene, E2, die in Polen blieb.
Sogar noch dies: Maria Marks, L5, sowie Alina Sikorska, L6, die Töchter von E2, haben einstimmig erklärt, sie hätten nie von irgendeinem "Onkel Alexander" gehört (beide Schwestern sind geboren, nachdem E2, 1917 oder früher, von Konin zu ihrem Ehemann Hugo Marks, E3, gezogen war). i7 erinnert sich, dass schon in seiner Kindheit dort in Konin vermieden wurde, über Alexander zu sprechen.

Von A8 sind viele Postkarten erhalten geblieben, geschrieben an seine Frau A9 von seinen
Reisen durch Westeuropa, seine Geburtstagskarte an seine Tochter F3, gesendet aus Petersbourg, wie auch seine Signaturen im Kirchenregister. Eine Tafel mit den Worten aus der Bergpredigt: "Gesegnet sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen", das einmal in der Sakristei der lutherischen Kirche in Konin hing, wird jetzt aufbewahrt von der Familie Q3s in Kaunas. Diese Tafel schenkte A8 als Andenken seiner Tochter Maria, F3, als sie in Sanct-Petersbourg Konstantin.3 Klosse, F2, heiratete.

A8 war mit
Martha Splittstesser, A9, Tochter von Karl Alexander Splittstesser, verheiratet.
Nach den Erinnerungen von i7 (er war zu dieser Zeit 11 Jahre alt), wohnte sein Großgroßvater (mit aller Wahrscheinlichkeit, der alte Vater von A9), während der letzten Lebensjahre von A8 in einer Mansarde des Pfarrhauses. Nach dem Tod ihres Ehemanns verbrachte A9 den restlichen Teil ihres Lebens bei ihrer Tochter Magdalene, E2. Zuerst zog sie von Konin weg nach Sierakow, nah bei Gostynin, in das Haus ihres Schwiegersohns Hugo Marx, E3, aber 1926 zogen sie nach Nowe Miasto, Bezirk Lubawa, um, nachdem Hugo Marx dort ein Haus gekauft hatte, Aleja (heute – Narutowiczs-Str.) 1. A9 starb 1942 in Nowe Miasto und wurde auf dem katholischen Kirchhof dort, ohne Kreuz und Inschrift bis 2002, begraben (ihre Enkelin Maria Marks wurde 2001 in ihrem Grab begraben). Ein
Brief von A9, den sie ihrer Tochter F3 in Nowgorod am 7. Juli 1935, anlässlich von deren letzten Geburtstag geschrieben hat, ist unter den Papieren von F3 aufbewahrt. E4, L8, M1, L6, L5 (siehe unten), werden in diesem Brief erwähnt.

A8 und A9 hatten 5 Kinder: die Töchter Maria Sophia (Duchna, 1878-1962), F3, Martha Julia (Bibi, 1882-1965), C5, Magdalene (Niunja, 1888-1980), E2, und die Söhne Karol (Bucynty, Bucio, 1885-1974), E4 und Alexander, E6.

Zwischen 1892 und 1898 wurde
Konstantin Jekimow (Koka), C4, ein Kornett des 13. Kargopol Dragonerregiments der russischen 5. Kavalleriedivision, gelegen in Polen an der deutschen Grenze, in die Familie von A8 eingeführt.
Dies war die Jugend der Familie A8s wie auch der Familien seiner Nachbarn Zaremba und Kasprowski, welche Bekanntschaft schlossen mit den jungen Militärangehörigen der kleinen Provinzstadt.

C4 widmete 1898 sein Foto Maria Henkel. Dennoch heiratete er 1900 Martha Henkel, C5, und brachte sie vorläufig nach Sanct-Petersbourg auf seinen Familienbesitz in
Gorodischtsche, nicht weit von Luga (Bahnstation Utorgosch), im Sommer des gleichen Jahres.
Selbstverständlich war ihre Trauung orthodox, aber C5 wechselte ihre Konfession nicht.

MARTHA HENKEL, C5, wurde am 25. März 1882 geboren. 1897 beendete sie das Mädchengymnasium in Kalisz, aber sie besuchte die pädagogischen Klassen der deutschen und französischen Sprache am 1. Mädchengymnasium zu Warschau 1897-1899. Ihr Foto 1897 mit einer Freundin (links) nach der Beendigung des Kaliszer Gymnasiums ist erhaltengeblieben.
Am 5. Juni 1899 wurde ihr das
Diplom als Deutschlehrerin überreicht, mit dem Recht, Deutsch an allen Gymnasialschulen des Schulbezirks Warschau zu unterrichten.

Nachdem C5 C4 geheiratet hatte, wurde ihr weiteres Leben zwischen 1900 und 1914 durch abwechselnde Aufenthalte in Sanct-Petersbourg und Konin geprägt. Auf einer ihrem Mann gewidmeten
Aufnahme aus 1910 sieht man Martha Jekimowa sitzend im Garten des Pfarrhauses zu Konin. Auf einem anderen Foto sieht man Martha neben dem Foto ihres Vaters in der "ersten" Wohnung in der Bolschaja Konjushnnaja, 1914.

1901 wurde C4 auf einen neuen Posten in Sanct-Petersbourg berufen und war nicht mehr im Dienst zu Konin. 1903 wurde ihr erster Sohn
Wassili (Wasja), i7, geboren. Die Tochter Nina wurde 1905 geboren, aber sie starb schon bald. Dann folgten zwei Söhne - Wladimir (Lodja), H9, 1906 und Konstantin (Kotja), H7, 1912.

Den Sommer 1914 wurde in Konin verbracht, doch war C4 in Sanct-Petersbourg, als im August der Erste Weltkrieg ausbrach. Es gab eine Panik bei der Bahn und nur mit Hilfe der Militärbehörden und von Telegramme aus Sct.-Petersbourg gelang es C5, zusammen mit ihren Kindern auf einen der überfüllten Züge zu kommen. Im gleichen Sommer flüchtete ihr Bruder
Karol, E4, aus Sanct-Petersbourg in die entgegengesetzte Richtung. Sie wussten nicht, dass dieses das Ende des normalen Lebens, des traditionellen Europas und des 19. Jhs. war, welches 13 Jahre vorher geendet zu haben schien. 13 Jahre zögerte das schöne Leben noch, sich zurückzuziehen und den Weg zu bahnen für das Zeitalter der Grausamkeit und des Völkermords. C5 und ihre Schwester Maria, F3, die in Sanct-Petersbourg schon früher, 1913, geheiratet hatte, konnten nicht sich vorstellen, dass sie ihr Haus und ihre Eltern nie wieder sehen würden.

In Sanct-Petersbourg schloss C5 ihre Medizinkurse ab und wurde
Krankenschwester in einem Militärhospital von Zarskoe Selo. Nach 1917 wurde sie zur wichtigsten Ernäherin der Familie als Schreibkraft an einem staatlichen Büro beschäftigt. Auf einem Foto um etwa 1927 sieht man Lodja und Kotja, die ihr Mutter vom nahe gelegenen Schreibbüro nachhause begleiten.

Gott segnete ihre Familie: sie, ihre Kinder und Enkelkinder überlebten den Krieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde C5 Saalwächterin am
Staatsmuseum 'Ermitage'. Der letzte Saal ihrer Beschäftigung war wirklich in der Ermitage, u.zw. die Ausstellung Antike Gemmen nahe dem Goldenen Speicher, nachdem sie mehrere Jahre lang im Winterpalais im Alexandersaal Dienst getan hatte, wo eine Silber-Ausstellung untergebracht war. Auf einem Foto aus 7.06.1957 sieht man Martha Jekimowa in Dienstkleidung einer Ermitagearbeiterin zusammen mit ihrem Enkel Mika auf der Terrasse von Monplaisir in Peterhof.

Die Enkel von C5 nutzen ihren Dienst, um die Ermitage kostenlos zu besichtigen.
Nachdem sie pensioniert war, bewahrte sie noch bis zu ihrem Tod 1965 ihren speziellen Ausweis auf, mit welchem sie und ihre Enkelkinder das Museum ohne Eintrittskarten besuchen konnten. Zu jener Zeit ließen ihre Kollegen an der Kontrolle jene sogar alleine, ohne sie, eintreten. Die Seele Marthas überlebt unter allen jenen Ausstellungsstücken in höchster Schönheit, wie sie auch noch in ihrer Wohnung in der Bolschaja Konjuschennaja-Str. überlebt.
H7 erinnerte sich an seine Mutter C5 vor 1917, als sie in guter Stimmung einen Vers zu irgendeiner fröhlichen Person von ihren Hausgenossen zu sagen pflegte:
Kak mednyj jakor na koltze, sijajet radost na litze ("wie ein kupferner Anker auf einem Ring, glänzt Freude auf deinem Gesicht"). Wahrscheinlich wurde dieses auch zu ihr gesagt, wenn sie in einer vergnügten Stimmung vom Einkaufen nach Hause kam. Es scheint, dieses war typisch für ihren letzten Sommer in Zarskoe Selo vor dem Bolschewikenaufstand.
Martha Jekimowa, C5, starb 1965 und wurde auf dem Krasnenkoe Friedhof begraben neben ihrem Ehemann Konstantin, C4, der 1959 gestorben war. Sie überlebte ihre Schwester Maria, F3, die 1962 starb (begraben auf dem gleichen Friedhof, obgleich an einer entfernteren Stelle, viel weiter in Richtung zu den Bahngleisen).

Als Kornett Konstantin Jekimow, C4, 1898
sein Foto MARIA SOPHIA HENKEL (1878-1962), F3, in Konin widmete, studierte ihre Schwester Martha Julia, C5, in Warschau.
Es ist nicht auszuschließen, dass dieses der Beginn einer Liebe zwischen ihnen war, aber die Ankunft Marthas, die C4 mit ihrer Schönheit erschütterte, zerstörte diese mögliches Romanze. Zwei Dinge sind bekannt: F3 bewahrte dieses Foto von C4 während ihres ganzes Lebens auf; sie begleitete C5 auch 1913 auf ihren Reisen nach Sanct-Petersbourg. In allen Folgejahren blieb sie der Familie von C4 und C5 verbunden und wurde sogar ihre freiwillige Bedienstete nach dem Tod ihres Ehemanns F2 1939.
Was war der Grund solcher Hingabe und der Trennung von Heimat und Eltern? Keine Spur von etwas ähnlichem war seitens der 3. Schwester Magdalene, E2, ersichtlich. Die Frage kommt auf, ob es nicht verborgene Liebe von F3 zu C4 war, nicht geringer, als ihre Liebe zu ihrer Schwester C5? Natürlich stand Maria, F3, die älteste Schwester, dem Alter nach viel näher zu Martha, C5 (nur 4 Jahre trennten sie), als zu Magdalene, E2 (6 Jahre). Zweifelsohne waren F3 und C5 enge Freundinnen seit ihrer Kindheit  (s.
Foto von den Schwestern Maria und Martha Henkel an der Eingangstreppe des Pfarrhauses im Hintergrund der lutherischen Kirche aus dem Jahr 1897).

Andererseits sah F3, dass C5 sie zurückgelassen hatte, als diese ihre Familie und das eigene Leben aufbaute, aber es gab keine faszinierende Perspektive im provinziellen Konin, besonders im Vergleich zum Glanz von Sanct-Petersbourg. Zweifelsohne hoffte F3, dort ihr eigenes Glück zu finden, eine Person, vielleicht einen gut aussehenden Militäroffizier, der C4 ähnlich war. Ein Freund des letzteren, Militäroffizier
Hasenkampf, stellte sie seinem Kameraden vor, einem Adligen, Konstantin Klosse, F2, der ledig war, aber zwei Kinder groß zog, Nikolaus, M4, und Elisabeth, M3. F2 war ein sehr attraktiver Mann, der als Violinist beim Orchester des Marientheaters beschäftigt war. Sie heirateten und legitimierten die Kinder 1913. Bald starb die Tochter, M3, an einer ernsten ererbten Krankheit. Letzteres war vermutlich der Grund, weshalb F3 und F2 keine eigenen Kinder hatten. F2 besaß ein Haus in Nowgorod, in der Slawnaja-Str. 14, die zum Fluss Wolchow hinab führte. F2s Postkarte vom 21. März 1913, geschrieben von Nowgorod nach Sanct-Petersbourg an F2, ist erhalten geblieben. In dieser Nachricht wird die Anordnung ihres Haus in Nowgorod beschrieben.
Der Beginn "ich habe Ihnen die erste Ansicht mit dem Häuserblock rechts, wo mein Haus gelegen ist, geschickt" klingt rätselhaft. Wahrscheinlich ist hier die Rede von irgendeiner vorausgegangenen Ansichtskarte ("die erste Ansicht"), weil auf dieser Ansichtskarte diese Stelle am rechten Ufer des Wolchows abgebildet war, wo die Slavnaja-Str. zwischen den Blöcken links liegt. Wenn Konstantin.3 Klosse, F2, über das Haus seines Vaters spricht, weshalb sagt er "mein Haus"? Obgleich sein Vater lange vorher gestorben war, gehörte dessen Haus, falls es noch existierte, mit aller Wahrscheinlichkeit Therese von Klosse, F5, der Witwe seines Sohns und des Bruders von Konstantin, Paul, F4. Wenn F2 über das Haus in der Slawnaja-Str. spricht, warum war er gezwungen, auf dem Balkon zu schreiben, vor sich die Arbeiter, welche mit der Renovierung aller weiteren Räumen beschäftigt waren? Warum konnte er nicht in dem hölzernen Nebengebäude schreiben (im Übrigen war nämlich dort der einzige bekannte
Balkon - s. das Foto mit Koka, C4, aus dem Jahr 1939)? Falls F2 das Nebengebäude aus Holz im Sinn hatte, wer wohnte dann im Steinhaus? Wenn dieses seine Mutter Laura, B4 (von der berichtet wurde, im hölzernen Nebengebäude gewohnt zu haben, siehe Klosse), muss ihr Todesdatum 1907 revidiert werden. Andererseits war das Ziegelsteinhaus (wenn es nicht Therese, F5, bekommen hatte, die auf jeden Fall meistens an ihrem festen Wohnsitz in Helsinki zusammen mit ihren Kindern lebte), für sie zu riesig und sie sollte ihrem Sohn während der Renovierungsarbeiten im hölzernen Nebenflügel dort Unterkunft gewährt haben. Man muss also folgern: 1) das Ziegelsteinhaus könnte zu dieser Zeit entweder vermietet oder bereits verkauft gewesen sein (im letzten Fall konnte es nicht nach 1917 als Besitz F2s verstaatlicht worden sein); 2) könnte B4 vorher gestorben sein. Dann ist die sinnvollste Annahme, dass F2 sich entweder entschieden hatte, das Ziegelsteinhaus nach ihrem Tod zu verkaufen, oder es zu vermieten. In beiden Fällen musste er in das hölzerne Nebengebäude umgezogen sein (das erklärt auch die Notwendigkeit der Renovierung am besten). Die zweite auffallende Eigenschaft dieser Karte ist, dass sie auf die Adresse der "ersten" Wohnung, d.h. Nr. 64, in der Bolschaja Konjuschennaja Str. 2 in Sanct-Petersbourg verweist. Wie es scheint, ist dies der einzige Beweis für die Nummer dieser Wohnung.
Wenn F3 dort die Sommer verbrachte (s.
Foto von drei Generationen der Klosse-Sippe in Nowgorod: Konstantin, seine Frau Maria, die Schwiegertochter Natalie mit ihrem Sohn Kotja), lud sie jedes Jahr ihre Schwester C5 mit Ehemann C4 und die Kinder i7, H9, H7 ein.
Am 1. Mai 1939 starb F2 an Lungenentzündung in Sanct-Petersbourg, Offizierskaja-Str. 54, Wohnung 27 (das war ihre letzte Mietswohnung, s.
Foto von Maria Klosse, geb. Henkel, F3, in dieser Wohnung).
In den Folgejahren wurden weiterhin die Sommer in Nowgorod verbracht, aber ohne F2. Im Juni 1941 war
Maria, F3, in Nowgorod mit Andreas, Q8, und Alexandra, R1, den kleinen Kindern von H9 und i1, die noch am Marientheater angestellt waren.

Am 22. Juni brach der Krieg aus. Eine Panikbewegung von Tausenden von Leuten, besonders solchen, die in Ferien waren, begann in alle Richtungen. Jede Stunde war wichtig, die Züge waren überfüllt. Wenn F3 zu spät daran gewesen wäre, die Kinder so bald wie möglich nach Sanct-Petersbourg zu bringen, wäre ihre Evakuierung zusammen mit ihren Verwandten unmöglich geworden, die Kinder wären umgekommen, entweder während der Blockade oder im bombardierten Nowgorod. F3 tat ihr bestes und rettete sie. Dieses war ihre heroische Tat, die das normale Weiterleben von wenigstens sechs Menschen sicher stellte. Bald wurden alle zusammen mit C4 und C5 nach Perm evakuiert.

Alles wurde während des Krieges in Nowgorod zerstört, das Haus niedergebrannt.
In den ersten Nachkriegsjahren verließ niemand Sanct-Petersbourg während der Sommerferien, nur Q8 und R1 wurden in Kinderpionierlager geschickt.

Maria, F3, die in einem kleineren Zimmer in der Offizierskaja-Str. 54 wohnte (der größere Raum war an H7 und H8 abgegeben worden), ging jeden Morgen in das Haus ihrer Schwester in der Konjuschennaja-Str. 2, als ginge sie zur Arbeit, und kehrte erst spät abends nach Hause. Allmählich verwandelte sie sich in eine Hausgehilfin. Sie ließ sogar die Schwester ihres Wohnungsnachbarn zusammen mit zwei Kindern kostenlos bei sich in ihrem eigenen Zimmer leben (s. ihr
Foto mit den Mieterinnen nach links: Tamara und Warwara, sowie die Schwester von Warwara in Marias Zimmer). Die Schwester von Mieterin Warwara, Jekaterina, war Schwiegermutter von F2s Kollegen und Nachbarn, dem Oboenspieler Wadim Sauerländer. Ungebildete ethnisch-russische Leute aus irgendeinem russischen Dorf, die Mieter verwendeten Stühle der Familie Klosse, die reparaturbedürftig waren, als Brennholz.
Wann nicht beschäftigt bei ihrer Schwester Martha, Maria ging mit ihrem Nachbarn Enkel ihrer Schwester spazieren (s.
Foto aus 1950).

Es scheint der 13. April 1960 gewesen zu sein, als ein Auto F3 zu Fall brachte, und sie ihren Arm brach. Sie verlor das Bewusstsein. Als sie jedoch in einem Krankenhaus wieder zu sich kam, war ihr Verstand beeinträchtigt, sie verlor die Orientierung. Ein intensiver Prozess von Sklerose setzte ein. Nicht imstande, normal zu denken, saß sie die ganzen Tage über in ihrem Zimmer und las Zeitungen, wobei sie mit den Politikern sprach, die dort dargestellt waren. Sie war empört über den amerikanischen Imperialismus und pflegte mit N. Chruschtschow zu sprechen, D. Eisenhower verurteilend. Das unvermeidliche Ende voraussehend, baten H7 und H8 bei den Behörden, ihren Raum mit dem benachbarten "Wohnfläche" zu verbinden, aber die Antwort war negativ. Dies bedeutete, dass die Sowjetmacht H7, H8 und ihren jungen Sohn Q3 verurteilte, ihr ganzes Leben in einem gemeinsamen Raum von 28 m² zu verbringen. Dann war man die Mieter schließlich losgeworden, aber H7, H8, Q3 und F3 organisierten 1960 den Tausch der beiden Räume in der Offizierskaja-Str. gegen einen großen Raum von 40 m² in der 8. Ismail-Rota (Krasnoarmeiskaja-Str.) 21 (s. ihr
Foto dort beim Lesen einer Zeitung, 1960). Dieses war kein historisches altes Sanct-Petersbourg mehr, sondern ein alter Proletarier- und Militärbaracken-Vorort zwischen Fontanka und Obwodnyj-Kanal, nicht weit vom Warschau-Bahnhof und den baltischen Bahnhöfen entfernt. Sie trafen in ein sehr großes kommunales Wohnheim mit 10 Zimmern im ersten Stock. Diese Wohnung hatte dem Besitzer des Hauses vor 1917 gehört, ihr Zimmer war jedoch sein Salon gewesen. Es gab in diesem Raum einen künstlerischen herdartigen Ofen, zwei große Fenster, dazwischen in der Mitte eine Tür zum Balkon, sowie eine Decke mit prächtigen Stuckereien.
F3 hatte eine eigene Ecke in der Nähe des rechten Fensters hinter großen Möbeln. Jeden Abend nahm sie ihr Bettzeug und ging zum gemeinsamen Flur auf der Suche nach ihrem Zimmer. Sie starb am 30. Januar 1962 in völliger geistiger Umnachtung, wenngleich mit Schmerzgestöhne (vielleicht hatte sie an ihrem letzten Tag eine Gehirnschlag).
[Bald, 1965, starb ihre Schwester Martha, C5, in der Bolschaja Konjuschennaja. 3 Jahre später, 1968, starb H8 in der 8. Ismail-Rota. Nachdem Q3 1970 nach Litauen geflohen war, blieb sein Vater H7 alleine in dem Raum mit der prächtigen Decke zurück, bis er in Pension ging und 1984 zu seinen Sohn umzog].

Damals als F3 (1962) und C5 (1965) in Sanct-Petersbourg starben, lebten ihr Bruder Karol, E4, (gest. 1974) und ihre Schwester Magdalene, E2, (gest. 1980), noch in Polen, aber niemand wusste dieses. Die ethnisch-russische Sowjetmacht behandelte "einfache Bürger" nicht als Menschen und verbot ihnen, im Ausland Verwandte zu haben, sogar in den "sozialistischen" Bruderländern.

Der Erste Weltkrieg und der Tod von A8 änderten drastisch das Leben seiner nächsten Verwandten, die vor 1914 in Konin verblieben waren. In erster Linie mussten sie ihren Familienbesitz verkaufen, um von dem Gemeindehaus an irgendeinen anderen Ort umzuziehen.

KAROL HENKEL (Bucynty, Bucio, 1885-1974), E4, der an der Universität von Sanct-Petersbourg Jura studiert hatte, stand gerade am Beginn seiner Karriere. Nach dem Abschluss der Universität wurde er vor 1914 für einige Jahre am Außenministerium Russlands (möglicherweise mit Hilfe Eugen Viscontis – vgl. Visconti) beschäftigt.

Nach dem Krieg setzte E4 seine Karriere erfolgreich im nordöstlichen Teil der befreiten polnischen Republik (Gajewo,
Bialystok, Grodno) fort. Für einige Jahre war er Bürgermeister von Grodno. Seine Ehefrau Bronislawa (1900-1948), E5, war katholisch. Die Katholische Kirche erlaubte ihr die Heirat mit einem Lutheraner nicht, darum war die Heirat lutherisch. Nur ein alleiner Bronislawas Großvater war von ihrer Seite anwesend.
Als Polen, in Übereinstimmung mit dem Pakt von Ribbentrop-Molotow, zwischen Deutschland und der UdSSR aufgeteilt wurde, befanden sich E4 und seine Familie in der sowjetischen Zone. Zuerst wurde er arretiert, aber seine Familie schickte man nach Sibirien. E4 wurde 1941 von den deutschen Truppen befreit. Während des Kriegs war er als Rechtsanwalt in Bialystok angestellt. Als die Rote Armee sich näherte, floh er nach Nowe Miasto und fand Unterschlupf bei seiner Schwester Magdalene Marks, E2. Ein sowjetischer Luftwaffen-Stab war in ihrem Haus stationiert. Dieses verhalf E4 zu einem Dolmetscherposten vom Russischen ins Polnische und umgekehrt. Dank dessen wurde er bei der kommunistischen Verwaltung jener polnischen Nordgebiete angenommen, die vormals zum Deutschen Reich gehört hatten. Auf diesem Weg gelangte er nach Stettin, wohin auch seine Frau E5 kam, nachdem sie von Sibirien 1946 nach Bialystok zurückgekehrt war. Völlig erschöpft, starb sie 1948 in Stettin (s. rechts den oberen
Balkon ihres Zimmers in einem kommunalen Wohnheim). E4 blieb in Stettin bis zu seiner Pensionierung. Nach der Pensionierung lebte E4 bei seinem jüngsten Sohn Jerzy Henkel in Warschau, starb aber dort 1974. 

E4 und E5 hatten 2 Söhne: Ryszard (geb. 1923), L8, and Jerzy (geb. 1924), M1 (
Jerzy und Ryszard Henkel in Bialystok, 1928).
Nach der Teilung von Polen zwischen den Sowjets und den Nazis 1939, gelangten beide Brüder durch die Zwangsverschickung in den Altai. Als die polnische Armee des Generals Anders auf dem Territorium der UdSSR, gemäß dem Vertrag zwischen Molotow und Sikorski (dem Kopf der polnischen Regierung im Exil), formiert wurde, gelang es Ryszard, L8, Barnaul zu erreichen und in dieser Armee in den Westen zu flüchten. Jerzy, M1, wollte ihm folgen, aber die diplomatischen Beziehungen zwischen Sikorski und Moskau platzten nach dem Mord an den polnischen Offizieren in Chatyn. Die ganze polnische Jugend, die eine Möglichkeit erwartete, sich der Armee des Generals Anders anzuschließen, wurde arretiert und gezwungen, die sowjetische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Danach kam M1 zum sowjetischen Militärdienst und kämpfte gegen die Deutschen innerhalb des kommunistischen Wojsko Polskie. Nach dem Krieg ging M1 zuerst zu seinem Vater in Stettin, zog aber später zusammen mit seinem Vater nach Warschau. Sein Bruder L8, der im Westen in der Armee des Generals Anders war, nutzte nach dem Krieg das Angebot im Westen zu bleiben, und ging in die USA, wo er viele Jahre lang in einem der Betriebe Chicagos als Ingenieur angestellt war (s. das
Foto von Ryszard Henkel (rechts) als Gast bei seinem Vater (stehend in der Mitte) in Stettin: Jerzy Henkel, links sitzend. An der Wand kann man Bronislawas Portrait sehen, 1973).

In Chicago heiratete er Jadwiga Sinkowska, eine lettische Polin, die vor kurzem (Ende der neunziger Jahre) gestorben ist. Ihr bejahrter Ehemann ist bis heute, Anfang 2003, nicht in der Lage, ihren letzten Willen zu erfüllen, ihre Asche über Lettland zu verstreuen, seiner schwachen Gesundheit wegen. Nach seiner Pensionierung wohnt er allein. Seine Einsamkeit wird manchmal durch die Besuche seiner Kinder und seines Bruders gemindert. Seine amerikanisierten Kinder, Jerry, Suzan, Bob und Mark sind über die USA zerstreut.
Was seinen Bruder Jerzy, M1, anbelangt, so ist er ein Pensionär und wohnt in
Warschau zusammen mit seiner Frau Barbara, M2, die eine bekannte Journalistin ist und noch beschäftigt beim monatlich erscheinenden "Pani". Sie haben keine Kinder.

MAGDALENE HENKEL (Niunja, 1888-1980), E2, heiratete Hugo Marx (1875-1947), E3, einen Geschäftsmann, und zog von Konin nach Sierakow in der Nähe von Gostynin.
1925 kaufte E3 ein
großes Haus an der Peripherie von Nowe Miasto im Bezirk Lubawa, Narutowicz Allee 1.
Nowe Miasto (bis 1918 deutsches Neumark) ist auf dem historischen altprußischen Territorium gelegen, das im 13. Jh. von den deutschen Rittern besetzt und in den folgenden Jahrhunderten eingedeutscht wurde. Nach 1918 fiel der Landstrich (sogenanntes Kulmerland) Thorn/ Torun, Kulm/ Chelmno und Graudenz/ Grudziàc von Deutschland an Polen.
Dies war das Haus, welches Hugo selbst, seine Frau und seine Schwiegermutter Martha Henkel, A9, sowie eine seiner Töchter, Maria, L5, bis zu ihrem Tode bewohnten. Sie belegten die Hälfte des Erdgeschosses, während der Rest des Hauses vermietet wurde. 
A9 führte zuhause eine strenge lutherische Ordnung ein: zu festgesetzten Zeitpunkten lud das elektrische Klingelzeichen die Bewohner zum Frühstück, Mittagessen, zweiten Mittagessen und Abendbrot in den Salon ein. Wenn jemand einige Minuten zu spät kam, war dieses ein tadelnswertes Vorkommen. A9 vereinnahmte einen Raum nahe dem Salon. Normalerweise saß sie in ihrem Zimmer in ihrem fahrbaren Lehnsessel und war mit einer Häkelarbeit oder mit Lesen beschäftigt. Jerzy Henkel, M1, erinnert sich, wie er dort einmal Gast zusammen mit seinem Vater Karol, E4, war und wie A9 ihn intensiv durch ihr Lorgnon betrachtete, so als ob sie prüfen wolle, ob dieser kleine Junge wirklich ihr Enkel sei und ihren hohen Traditionsansprüchen genügen würde. E4 war damals "ein armer Verwandter". Beim Mittagstisch wisperte er seinem Sohn zu, um Gottes Liebe nicht um ein zweites Stück Kuchen zu bitten.
A9 starb 1942, als die Militärdienstleute der deutschen Besatzung in diesem Haus stationiert wurden. Sie überlebte ihren Ehemann um 27 Jahre.
Zu dieser Zeit zogen E2 und E3 zwei Töchter auf, Maria (geb. 1918), L5, und Alina (geb. 1924), L6 (s. das Foto von Marysia, L5, Martha Henkel, A9, Alusia, L6, Magdalene, E2, und Hugo Marks (Marx), E3, in Nowe Miasto 1928).

Als die russische Armee kam, mussten sich beide auf dem Dachboden herumdrücken, um nicht vergewaltigt zu werden. Ein sowjetischer Militäroffizier ließ sich in ihrer Wohnung nieder und ein tägliches Gelage fand statt. Einmal fand man die Mädchen, und nur eine drastische und unerschrockene Intervention ihres Onkels E4 rettete sie.
Nach dem Krieg zog L6 zu ihrem Onkel Karol, E4, in Szczecin (Stettin), indem sie ihrem Vetter M1 folgte, aber sie heiratete dort Tadeusz Sikorski, L7. Sie hatten drei Kinder: Zdzislaw (1953), Beata (1955) und Ryszarda (1956). Die letzte wurde Ärztin, erkrankte aber und starb 1991, noch jung, im gleichen Krankenhaus, in dem sie beschäftigt gewesen war.

In Nowe Miasto lebte Magdalene Marks, E2, noch zusammen mit ihrer Tochter Maria Marks, L5. Sie bewohnten zwei Zimmer, welche ihnen die kommunistischen Behörden überlassen hatten, die das ganze Gebäude verstaatlicht hatten.
Diese zwei Räume, ein Vorzimmer und eine Küche, waren ein kleiner Teil der ihnen von ihrer ehemaligen Wohnung im Erdgeschoss geblieben war. Nach dem Tod Magdalenes, E2s, 1980, blieb dort Maria, L5, allein zurück. Zu jedem Weihnachtsfest besuchte sie ihre Schwester Alina, L6, in Stettin. Zusehens schwächer werdend, lud sie einen Witwer Konstanty ein, mit ihr zusammen zu leben, einen Freund ihrer Jugend, dessen Heirat einst ihr Leben zerstört hatte. In ihren letzten Jahren wurde ihr das Haus vollständig zurückgegeben und sie konnte es wieder vermieten, auf diese Weise ihr Leben wesentlich verbessernd. Leider kam dieses zu spät, ihr Leben war zuende. Der einzige Profit war, dass sie eine Pflegerin, Sabina Tessmer, aus der Nachbarschaft anstellen konnte. Es war das Haus von Sabina, in dem sie am 10. Juni 2001 starb. Konstanty starb im darauffolgenden Jahr in seinem Haus in Ilawa. Heute gehört das Haus in der Narutowiczs-Str. Alina Sikorska, geb. Marks, L6, und ihrer Familie.


Die Sippe Henkel hängt mit der Sippe Jekimow durch Heirat von C5 und C4 zusammen.
Die Sippe Henkel hängt mit der Sippe Klosse durch Heirat von F3 and F2 zusammen.



                                                                                                          
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