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Sind Sie wichtig genug?

Sachverstand @ GeoCities.com , 15.07.1997

M�chten Sie Ihren Namen endlich mal gedruckt sehen?
Wollen Sie nach Ihrer Meinung gefragt werden?
M�chten Sie tats�chlich ein halbseitiges Interview in einer halbj�hrlich erscheinenden Zeitschrift?


Wie stelle ich das an?

Rufen Sie jetzt die EXPO2000-Marketingabteilung an und sagen Sie:
Ich freue mich auf die Expo.
Sie werden sich wundern, wie gefragt Sie auf einmal sind.

Was passiert dann?

Anschlie�end kommen noch ein paar Fragen. Ich gebe die passenden Antworten gleich mit.
Warum begeistert Sie das Motto "Mensch Natur Technik"?
Weil mein Dackel Waldi sich neulich ein Steinchen in die Pfote getreten hatte, und der Tierarzt hat's wieder gezogen.
Warum freuen Sie sich, da� t�glich eine halbe Million Menschen aus aller Herren L�nder in Hannover einfallen wird?
Weil wir alle in einem Boot sitzen. Wir liefern denen Kriegsger�t, Klimakatastrophen und Ozonl�cher, und sie k�nnen sich endlich erkenntlich zeigen.
Ist es nicht vielmehr die Vorfreude auf eine ungew�hnliche kulturelle Vielfalt?
Eigentlich nicht. Ich geh gerne italienisch, t�rkisch oder kurdisch essen, aber ich sehne mich gar nicht so nach russischen, libyschen oder thail�ndischen Dienstleistungen.
Sind Sie begeistert von den L�sungen, die auf der Expo einem Weltpublikum pr�sentiert werden sollen?
Ehrlich gesagt, von L�sungen habe ich noch gar nix geh�rt. Ich w�nsche mir zwar DreiLiterAutos, DreiLiterH�user, sichere Atomkraftwerke und einen Browser, der unter DOS l�uft, aber...
Wie w�re es denn mit Volkstanz und der Premiere der X-Wing-Klasse?
Sind das L�sungen?
Eigentlich nicht, aber sind Sie nicht auch zuversichtlich, da� wir die Probleme dazu schon irgendwie auftreiben werden?
Doch, bestimmt.
Danke. Freuen Sie sich auch so auf die Milliarden, die die Expo in die Landeskassen sp�len wird?
Ich dachte immer, Umsatzsteuer und Grunderwerbsteuer werden an den Bund abgef�hrt?
Ja, aber der Kaufkraftzuwachs in Hannover spielt auch hier eine Rolle. Und denken Sie mal an die wahnsinnig vielen Arbeitspl�tze.
Ja, richtig. Mein Sohn ist Ingenieur, vielleicht kann er Stapler fahren. Und meine Tochter Taxi.
Freuen Sie sich auch so, da� Hannover f�r 6 Monate der Mittelpunkt der Welt wird?
Was hei�t hier Hannover! Glauben Sie vielleicht, das internationale Publikum wird am Rammelsberg in Goslar einfach so vorbeigehen?
Aber es ist doch nur ein Katzensprung von Goslar nach Hannover.
Da haben Sie recht. Und mit meiner Enduro m��te ich die Anfahrt auch in unter f�nf Stunden schaffen, weil ich mich n�mlich damit durch die Staus schl�ngeln und �ber die Felder hopsen kann.
Darf ich noch kurz Ihren Namen wissen?
Aber klar, ich bin Heinz-Rudolf Hinze.

Der Artikel

Expo2000 st��t weltweit auf gr��te Akzeptanz


Heinz-Rudolf Hinze ist v�llig begeistert von der Expo 2000

Im folgenden Artikel stellen wir Ihnen wieder die Meinung eines begeisterten Expo-Fans vor, der stellvertretend f�r viele B�rger im Lande keine Angst vor der Zukunft zeigt, sondern die globalen Herausforderungen freudig bejaht.
Herr Hinze hat ein besonders inniges Verh�ltnis zum Expo-Motto "Mensch - Natur - Technik", weil er k�rzlich Zeuge sein durfte, als seinem �ber alles geliebten Rauhhaardackel Peppi mit der Hilfe modernster Technik eine gef�hrliche Geschwulst an der Pfote entfernt werden konnte. "Hieraus sehen wir," so Herr Hinze im expo-news-Interview, "da� die Menschheit die globalen Herausforderungen nur und ausschlie�lich mit der Hilfe modernster, kapitalintensiver Technik meistern kann."
Da� im Jahre 2000 etwa 3 Millionen Menschen �ber Hannover herfallen werden, malt Herr Hinze in den leuchtendsten Farben: "Allein die kulinarische Pr�senz dieser Menschen in Hannover zeitigt doch ein ganz neues restauratives Erlebnis." Herr Hinze zeigte auch Verst�ndnis f�r die Nachfrage nach humaneren, leistungsm��ig verbesserten Waffensystemen zur wirkungsvolleren Bek�mpfung des internationalen Verbrechens und regionaler krimineller Existenzen.
Herr Hinze freut sich auch �ber die auf der Expo pr�sentierten L�sungen f�r die globalen Herausforderungen. Hierzu der Expo-Gesch�ftsf�hrer, Konrad Kujau: "Wir wollen das Publikum da �berraschen. Wir haben aber ganz viele Konzepte." Die Expo wird deshalb mit Sicherheit ein �berragendes Erlebnis. Wie sch�n, da� wir bis zu Jahr 2000 gespannt sein d�rfen.
Als Ereignis von besonderer Bedeutung wird die wirtschaftliche Seite der Expo von Herrn Hinze eingesch�tzt. Er ist extrem zuversichtlich, da� die Milliarden, die die Expo-Besucher in Hannover lassen, auf direktem Wege den High-Tech-Tr�gern der Bundesrepublik, wie z.B. der Magnetschwebebahn, dem Bau weiterer Atomkraftwerke und M�llverbrennungsanlagen sowie der Gentechnik, direkt zugute kommen wird. Die weiteren Herausforderungen, wie z.B. Arbeitslosigkeit, Steuerlast und kriegs�hnliche Zust�nde im Wendland, werden sich, da ist Herr Hinze ganz zuversichtlich, in Wohlgefallen aufl�sen.
Herr Hinze zeigt sich f�r einen Niedersachsen �berdurchschnittlich informiert, denn er wei� von einem dezentralen Expo-Projekt in der sch�nen Stadt Goslar mit ihrem Rammelsberg. Er ist sicher, da� die Expo-Besucher auf ihrer Suche nach L�sungen f�r das n�chste Jahrtausend begeistert sein werden von der jahrhundertealten Technik des Silberbergbaues, und verspricht sich f�r die Zukunft bedeutende wirtschaftliche Impulse f�r die Stadt am S�drand des wendl�ndischen Kriegsgebietes.
Dem Expo-Gesch�ftsf�hrer, Konrad Kujau, traten bei der abschlie�enden Lekt�re dieses Interviews Tr�nen der R�hrung in die Augen. "Wissen Sie", lie� er die atemlos lauschende Redaktion der expo-news wissen, "in Herrn Hinze erblicke ich das neue Menschenbild des flexiblen Niedersachsen. Nicht nur, da� er sich aus den rechten Quellen informiert, nein, er ist zudem noch zuversichtlich genug, sich mit einem quasi-kriminellen Ger�t, n�mlich einem Landrover, durch die endlosen Weiten im S�dwesten Hannovers, zu einer Veranstaltung durchzuk�mpfen, die ihn genau wie die restliche halbe Million Menschen, die sich gerade auf dem Messegel�nde aufh�lt, bis ans Ende seiner Tage begl�cken wird. Daf�r weiterhin zu arbeiten, in Zuversicht und Verantwortungsgef�hl vor den Hauptfiguren des Deutschen Volkes, sehe ich weiterhin als meine dringlichste und vornehmste Aufgabe an."
Da sich die Anzahl der Expo-Bef�rworter in Hannover, unter anderem dank Herrn Hinzes Anruf, vervielfacht hat, rechnen wir mit weiteren astronomischen Wachtumsraten und k�nnen Ihnen in der n�chsten Ausgabe vielleicht schon zwei Interviews der vorgewiesenen Machart vorweisen. F�r sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung weiterer Expo-Fans f�hren, hat die Bezirksregierung eine Belohnung von DM 125.000,- ausgesetzt.

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