Sommerferien 2004:
Mit der Suzi wieder mal in die Alpen

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15. Oktober 2005

1. Montag

Meine Lichtmaschine ist immer noch kaputt.

Vor einer Woche schaffte ich es nur noch ohne Licht nach Hause. Mal wieder ein Kurzer. Also seufzte ich tief, baute das Ding mal wieder aus und legte ein paar Spulen tot. Eine nach der n�chsten.

Nachdem nur noch 6 Spulen �briggeblieben waren, wu�te ich, da� mit dieser Lichtmaschine nicht mehr viel los war. Also zerlegte ich sie komplett. Die schwarze Vergu�masse br�selte vor sich hin, als ich Polschuh f�r Polschuh abwickelte: jeweils 52 Windungen 0,8mm Lackdraht.

Ich wickelte sie neu, aus PVC-isoliertem Draht und ohne Vergu�masse, 12 Windungen pro Polschuh. Das hielt 140 km. Das PVC war auch zu einer schwarzen Br�selmasse geworden, die Dr�hte wurden nur noch vom guten Willen auf den Polschuhen gehalten.

Ich versuchte es nochmal, diesmal mit Lackdraht vom Elektromotorenwickler, und wickelte vorher gewebeverst�rktes Isolierband um die Polschuhe. Ich schaffte 30 Windungen. Das hielt 1400km.

Ich versuchte es nochmal mit Lackdraht, Isolierband und diesmal einem halbherzigen Vergu� aus Polystyrol-Harz (gibts im Autozubeh�r, zusammen mit etwas Glasfasermatte). Ich tauchte jeden Polschuh in die Br�he und drehte das Ding dabei langsam weiter, so da� etwas Polystyrol zur Mitte hin lief. Ich schaffte knapp 30 Windungen, dann war der Lackdraht alle. Das hielt 120 (einhundertzwanzig) km.

Hm.

Letzter Versuch:

Das reichte witzigerweise zum Fahren ohne Licht. Ich fuhr 600km, um eine gebrauchte Lichtmaschine zu kaufen. Als ich das selbstgebastelte Konstrukt wieder ausbaute, schimmerte mir durch das durchsichtige Styrol und die durchsichtig gewordene Glasfaser immer noch die unversehrte PVC-Isolierung entgegen. Sch�n. Mit etwas d�nnerer Isolierung (zB 1x gefaltete Glasfaser-Streifen) k�nnte das auch mit Lackdraht gehen, dann k�nnte ich sogar wieder mit Licht fahren.

Aber jetzt will ich in die Alpen losfahren. Ich baue die gebrauchte LiMa ein, und gleich noch einen neuen Hinterreifen. Schlie�lich mu� ich rechtzeitig zum Gerichtstermin, bei dem das Besuchsrecht f�r meine S�hne


[... rausgenommen aufgrund Vergleichs vor OLG FFM, 24.11.2006.]


2. Dienstag

Autobahn Darmstadt-Karlsruhe-Rastatt. B500 bis zum Titisee, dann B391 nach L�rrach.

Es regnet ein bi�chen. Hat mir noch nie so wenig ausgemacht, dank der neuen Protektoren-�berhose.

Bei jedem zweiten Tanken Kette spannen und ein Liter �l nachgie�en. Ein Liter �l kostet an der Tanke 7 Euro. Ich fahre mit 4-5 Liter Sprit auf 100 km, wenn man die �lkosten umrechnet, gibt das 6-7 Liter Sprit. Ertr�glich.

3. Mittwoch

Ich verirre mich nur leicht in der Schweiz. Gro�er und Kleiner Sankt Bernhard, Col du Madeleine.

Der Col du Madeleine ist schwarz von Wohnmobilen. Alle wollen morgen Lance und Jan vorbeifahren sehen. Ist mir fast ein bi�chen peinlich, durch ihre Wohnzimmer zu tuckern.

McDoof. Hotel Galibier am Fu� des Galibier.

4. Donnerstag

Galibier, Col d'???, Vars, Cayolle, Col de Valberg (Geld tanken), Bonette, Vars, ???, r�ber nach Italien. Das ist zwar auch ein Col, aber der hat keinen Namen. �bernachte bei Susa.

5. Freitag

Col de Mont Cenis, Col d'Iseran, Kleiner und Gro�er St. Bernhard. Dann dieses entsetzlich lange und geradeaussige Rhonetal rauf - 150 km geradeaus!!! Wolken. Nufenen.

Meine Suzi tr�pfelt stark aus der Schaltwelle. Ein Hanauer guckt sich das kopfsch�ttelnd an. Ich hab sie aber auch hier hochgescheucht, das war nicht nett: alles was drin war an Gas und Drehzahl. Ein Wunder, da� sie nicht kaputtgegangen ist. Statt dem protzt sie rum mit den 96000 km auf der Uhr.

Runter nach Barcelonette, Bernardino, Spl�gen.

Also der Spl�gen, der ist geil. So viele kleine Kurven. H�llisch viele kleine Kurven. Und was f�r Mengen davon. Alle Autos hier sind mir leistungsm��ig weit �berlegen, aber sie traun sich nicht z�gig um die Kurven...

�bernachte in Chiavenna. In der Schweiz fahren und tanken macht Spa� - wegen der Preise - aber essen und �bernachten �berhaupt nicht - aus demselben Grund.

6. Samstach

Regen. Eigentlich wollte ich heute den Col YYY hoch, dann Julier, Albula, Bernina, Aprica, Gavia, Stilfser Joch, Reschenpa� und Hahntennjoch.

Aber das meiste entf�llt. Im Tag ist der Regen wenigstens noch warm, aber auf den Bergen ist er echt eklig kalt. Und windig isses da. Also blo� Col YYY, Bernina, Stilfser Joch, Reschenpa� und Fernpa�.

Gegen 16 Uhr nehme ich beim Haxn-Wirt einen Kaffee. F�hl mich na�, aber nicht gut. Er hat ein akzeptables Zimmer f�r 35 Euro frei. Ich nehms und verbring den Rest des Tages im Bett.

7. Sonntag

Um 8 Uhr raus aus den Federn, und �ber Autobahn, Elwangen, Crailsheim und Amorbach nach Hause.

Thomas sch�ttelt den Kopf. Kette breit, beide Reifen breit, eigentlich ist alles breit an der Maschine, aber stolz zeigt sie, da� sie mich bisher 97500 km weit getragen hat (und das war nicht immer leicht f�r sie!!!) und noch weiter will. Er will aber nicht Spinner zu mir sagen. Nein, sagt er, der Erfolg gibt mir recht.

8. Montag

Morgen ist Verhandlung. Habe meine S�hne jetzt 14 Tage lang nicht gesehen. W��te zu gern, ob sie noch leben.

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Mit der Suzi wieder mal in die Alpen

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