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    Einleitung

    Wir freuen uns, den Schülern und Forschern der Geheimlehren dieses kleineWerk, welches auf den weltalten hermetischen Lehren beruht, unterbreiten zukönnen. Ungeachtet der zahlreichen Bezugnahmen auf die Lehren in den vielenWerken über Okkultismus wurde so wenig über diesen Gegenstand geschrieben,dass die vielen ernsten Sucher nach dem Arkanum der Wahrheit das Erscheinendieses Bandes sicher willkommen heißen werden.Der Zweck dieses Werkes ist nicht die Verkündigung einer speziellen Philosophieoder Lehre, sondern vielmehr der, den Schülern eine Darlegung der Wahrheit zugeben. Diese Darlegung wird dazu dienen, die vielen Stückchen von okkultemWissen, welche die Schüler erworben haben mögen, die aber scheinbar einanderentgegengesetzt sind und den Anfänger im Studium entmutigen und verdrießen,in Einklang zu bringen. Wir haben nicht vor, einen neuen Weisheitstempel zuerrichten, sondern dem Schüler einen Meister Schlüssel auszuhändigen, mitwelchem er die vielen inneren Tore zum Tempel des Geheimnisses öffnen kann,in dessen Hauptportal er bereits eingetreten ist.Kein Teil der okkulten Lehren, welche die Welt je besessen hat, ist so strenggehütet worden wie die Fragmente der hermetischen Lehren. Und doch sindJahrtausende seit den Lebzeiten ihres großen Gründers, Hermes Trismegistus,verflossen. Hermes Trismegistus, der "Schriftgelehrte Gottes", lebte im altenÄgypten zu einer Zeit, da die gegenwärtige Menschheit in ihrer Kindheit stand.Zeitgenosse Abrahams und - wenn die Legenden wahr sind - ein Lehrer diesesehrwürdigen Weisen, war und ist Hermes die große zentrale Sonne desOkkultismus, deren Strahlen die zahllosen Lehren, die seit seiner Zeit verkündetwurden, erleuchten.Alle Grundlagen der esoterischen Lehren jeder Rasse können auf Hermeszurückgeführt werden. Sogar die ältesten Lehren Indiens wurzeln ohne Zweifel inden ursprünglichen Lehren des Hermes.Vom Land des Ganges wanderten viele vorgeschrittene Okkultisten nach Ägyptenund saßen dort zu Füßen des Meisters. Von ihm erhielten sie denMeister-Schlüssel, welcher ihre von einander abweichenden Ansichten erklärteund versöhnte. So wurde die Geheimlehre fest gegründet. Auch von anderenLändern kamen die Gelehrten und alle betrachteten Hermes als den Meister derMeister. So groß war sein Einfluss, dass noch heute eine Ähnlichkeit und eineÜbereinstimmung in den Grundlagen der oft divergierenden Lehren in denverschiedenen Ländern festgestellt werden kann.Der Student der vergleichenden Religionswissenschaft kann den Einfluss derhermetischen Lehre in jeder Religion, die diesen Namen verdient, feststellen. Inallen heute den Menschen bekannten Religionen - sei es eine tote oder einelebende unserer Tage - gibt es trotz der Widersprüche gewisseÜbereinstimmungen. Die hermetischen Lehren versöhnen alle Religionen.Das Lebenswerk des Hermes war offenbar nicht die Gründung einerphilosophischen Schule, welche die Gedanken der Welt beherrschen sollte. SeineAufgabe war es, die Saat der Wahrheit zu säen, welche dann in so vielenseltsamen Formen wuchs und blühte. Trotzdem aber wurden die von ihmgelehrten, ursprünglichen Wahrheiten zu jeder Zeit von einigen Männern in ihrerursprünglichen Reinheit erhalten. Diese Männer verzichteten auf eine großeAnzahl von halbentwickelten Schülern und Anhängern; sie folgten dem altenhermetischen Brauch und bewahrten ihre Wahrheit für die wenigen, welche dieWahrheit verstehen und meistern konnten. Unter diesen wenigen wurde dieWahrheit von Mund-zu-Ohr mitgeteilt.In jeder Generation hat es in den verschiedenen Ländern der Erde einigeEingeweihte gegeben, welche die heilige Flamme der hermetischen Lehrenunterhielten. Sie waren jederzeit bereit, mit ihren Lampen die kleineren Lampender Außenwelt wieder zu entzünden, wenn das Licht der Wahrheit von denWolken der Vernachlässigung verdunkelt und der Docht von fremden Stoffenverunreinigt wurde. Es hat immer einige Männer gegeben, die den Altar derWahrheit, auf dem das ewige Licht der Weisheit erhalten wurde, treu pflegten.Diese Männer weihten ihr Leben der Arbeit der Liebe, welche der Dichter soschön besingt:"0 lasst die Flammen nicht verlöschen! Gehegt seit undenklichen Zeiten in ihrerdunklen Höhle, in ihren heiligen Tempeln gehegt. Ernährt von reinen Dienern derLiebe - lasst die Flamme nicht verlöschen!"Diese Männer haben niemals den Beifall der Massen noch Scharen vonAnhängern gesucht. Sie stehen diesen Dingen gleichgültig gegenüber, denn siewissen, wie wenige in jeder Generation reif für die Wahrheit sind, wie wenige dieWahrheit anerkennen würden, wenn sie ihnen dargelegt würde. Sie bewahren das"Fleisch für kräftige Männer" während andere"die Milch für die Säuglinge"liefern. Sie bewahren ihre Perlen der Weisheit für die wenigen Auserwählten, dieihren Wert erkennen und sie in ihren Kronen tragen; sie werfen ihre Perlen nichtvor die materialistischen, gemeinen Schweine, welche sie in den Schmutztrampeln und mit ihrer ekelhaften geistigen Nahrung vermischen würden.Und doch haben diese Männer nie die ursprünglichen Lehren des Hermesvergessen, welche die Mitteilung der Worte der Wahrheit an jene betreffen,welche bereit sind, sie zu empfangen. Diese Lehre ist im "Kybalion" wie folgtdargelegt:"Wohin die Schritte der Meister fallen, da öffnen sich weit die Ohren derjenigen,die bereit sind für ihre Lehre."Und dann wieder:"Wenn die Ohren des Schülers bereit sind zu hören, dann kommen die Lippen, siemit Weisheit zu füllen."Aber ihre übliche Haltung war doch immer genau in Übereinstimmung mit demanderen hermetischen Spruch, der auch im "Kybalion" steht:"Die Lippen der Weisheit sind verschlossen, ausgenommen für die Ohren desVerstehens."Es gibt Leute, welche diese Haltung der Hermetiker kritisiert haben, welchegeltend gemacht haben, dass die Hermetiker durch ihre Zurückgezogenheit undVerschwiegenheit nicht den reinen Geist offenbarten. Aber ein kurzer Rückblicküber die Seiten der Geschichte wird die Wahrheit der Meister zeigen, welchewohl wussten, wie unsinnig es wäre, die Welt etwas lehren zu wollen, was sienoch nicht verstehen kann. Die Hermetiker waren nie bestrebt, Märtyrer zuwerden; sie saßen still abseits, ein mitleidiges Lächeln auf ihren geschlossenenLippen. Die "Heiden wüteten lärmend um sie her" in ihrem üblichen Vergnügen,die ehrenhaften, aber irregeführten Enthusiasten zu töten und zu martern, dieglaubten, einem barbarischen Volk die Wahrheit aufzwingen zu können; dieWahrheit, welche nur von Auserwählten, welche auf dem Pfade vorgeschrittensind, verstanden werden kann.Der Geist der Verfolgung ist auf Erden noch nicht ausgestorben. Es gibthermetische Lehren, die - öffentlich verkündet - den Lehrern Verachtung undSchmähung bringen würden; die Menge würde wieder in den Ruf "Kreuzige,kreuzige" ausbrechen.Wir haben in diesem kleinen Werk versucht, dir eine Idee von den grundlegendenLehren aus dem "Kybalion" zu geben. Wir waren bestrebt, dir dieArbeitsgrundsätze mitzuteilen (wir wollen sie nicht ins Detail ausarbeiten) undüberlassen es dir selbst, sie anzuwenden.Bist du ein wahrer Schüler, dann wirst du fähig sein, die Grundsätzeauszuarbeiten und anzuwenden. Bist du es nicht, dann musst du dich zu einementwickeln, denn sonst sind die hermetischen Lehren nur "Worte, Worte, Worte"für dich.Die drei Eingeweihten.Die Hermetische Philosophie"Die Lippen der Weisheit sind verschlossen, ausgenommen für die Ohrendes Verstehens." - Das KybalionDie grundlegenden esoterischen und okkulten Lehren, welche seitmehreren tausend Jahren die Philosophien aller Rassen, Nationen undVölker so stark beeinflusse haben, sind vom alten Ägypten gekommen.Ägypten, die Heimat der Pyramiden und der Sphinxe, war der Geburtsortder verborgenen Weisheit und der mystischen Lehren. Von seinerGeheimlehre haben alle Nationen geborgt. Indien, Persien, Chaldäa,Medea, China, Japan, Assyrien, das alte Griechenland und Rom undandere alte Länder nahmen an dem Fest der Wissenschaften teil, welchesdie Hierophanten und Meister aus dem Lande der Isis freigebig bereiteten.Die ägyptischen Meister ließen freilich nur solche daran teilnehmen, diedazu vorbereitet waren, von den großen Schätzen an mystischem undokkultem Wissen zu genießen, von diesen Schätzen, welche die Meisterdieses alten Landes gesammelt hatten. Im alten Ägypten wohnten diegroßen Adepten und Meister, die seit den Tagen des Großen Hermesselten erreicht und niemals übertroffen wurden. In Ägypten wohnte dieGroße Loge der Logen der Mystik. Ihre Tempeltore wurden von denNeophyten betreten, die dann als Hierophanten, Adepten und Meister analle vier Enden der Welt reisten und das kostbare Wissen mit sich trugen,das sie gerne an Würdige weitergeben wollten. Alle Schüler desOkkultismus anerkennen es, dass sie tief in der Schuld dieser ehrwürdigenMeister des alten Ägypten stehen. Einmal aber weilte unter diesen großenMeistern des alten Ägypten einer, von dem sie als"dem Meister derMeister" sprachen. Dieser Mann - wenn er wirklich ein Mensch war -wohnte in den frühesten Zeiten in Ägypten. Er war als HermesTrismegistus bekannt. Er war derVater der okkulten Weisheit, derBegründer der Astrologie, der Entdecker der Alchimie. Die Einzelheitenseiner Lebensgeschichte sind während der langen Jahrtausende verlorengegangen. Aber mehrere alte Länder stritten sich um die Ehre, seinGeburtsland zu sein und dies schon vorTausenden vonJahren. DieZeitseines Aufenthaltes in Ägypten - seiner letzten Inkarnation auf unseremPlaneten - ist nicht bekannt, man verlegt sie aber in die Tage der ältestenDynastien Ägyptens lange vor Moses Zeiten. Die größten Autoritätensehen ihn als einen Zeitgenossen Abrahams an und manche jüdischeTraditionen gehen so weit, zu behaupten, dass Abraham einen Teil seinesmystischen Wissens von Hermes erhalten habe.Als die Jahre nach seinem Scheiden von diesem Daseinsplan vergingen(die Überlieferung erzählt, dass er dreihundert Jahre im Körper lebte),vergötterten die Ägypter Hermes und machten ihn unter dem Namen Thothzu einem ihrer Götter, und nannten ihn "Hermes, den Gott der Weisheit".Die Ägypter verehrten ihn durch viele Jahrhunderte, ja Jahrtausende,nannten ihn den "Schriftgelehrten Gottes" und wendeten für ihnausdrücklich seinen alten Titel "Trismegistus" an, was bedeutet "DerDreimal Große", der "Große Große", der "ganz Große" usw. In allen altenLändern wurde der Name des Hermes Trismegistus, der gleichbedeutendist mit "Quelle der Weisheit", verehrt.Sogar noch heute gebrauchen wir den Ausdruck "hermetisch" in demSinne von "geheim", "so fest verschlossen, dass nichts entweichen kann"und dergleichen. Und dies deswegen, weil die Anhänger des Hermesimmer den Grundsatz der Geheimhaltung ihrer Lehren hochhielten. Siewarfen nicht "Perlen vor die Säue", sondern hielten an der Lehre "Milch fürSäuglinge, Fleisch füir starke Männer" fest. Beide Sätze sind den Lesernder christlichen Schriften bekannt, beide Sätze aber wurden schonJahrhunderte vor der christlichen Zeit im alten Ägypten angewendet.Und diese Politik der Vorsicht in der Verbreitung der Wahrheit hat dieHermetiker zu allen Zeiten charakterisiert, auch noch in unseren Tagen.Die hermetischen Lehren kann man in jedem Land, in jeder Religionfinden, niemals aber identifiziert mit einer einzelnen religiösen Sekte. Diesist deshalb so, weil die alten Lehrer immer davor warnten, die Geheimlehrein einem Glaubensbekenntnis erstarren zu lassen. Für jedenGeschichtsforscher ist die Weisheit dieser Vorsicht offenkundig. Der alteOkkultisnius Indiens und Persiens degenerierte, weil die Lehrer zuPriestern wurden und Theologie und Philosophie vermengten mit demErgebnis, dass der Okkultismus Indiens und Persiens sich nach und nachin den Massen des religiösen Aberglaubens, der Kulte, derGlaubensbekenntnisse und der "Götter" verlor. Ebenso war es im altenGriechenland und Rom. So war es auch mit den hermetischen Lehren derGnostiker und der ersten Christen; sie gingen zur Zeit Konstantinsverloren. Konstantin erstickte die Philosophie durch die Theologie. Soverlor die christliche Kirche ihr wahres Wesen und ihren wahren Geist undmusste sich durch mehrere Jahrhunderte tasten, ehe sie den Weg zumalten Glauben zurückfand. Alle aufmerksamen Beobachter bemerken dieAnzeichen dafür, dass die Kirche nun kämpft, um ihre alten mystischenLehren zurückzuerhalten.Aber es hat immer einige treue Seelen gegeben, welche das Lichterhielten, es sorglich pflegten und nicht verlöschen ließen. Dank diesenstarken Herzen, diesen furchtlosen Geistern besitzen wir noch heute dieWahrheit. Diese Wahrheit ist jedoch nur selten in Büchern zu finden. Siewurde vom Meister zum Schüler, vom Eingeweihten zum Neophyten vonMund-zu-Ohr weitergegeben.Wenn sie überhaupt niedergeschrieben wurde, dann wurde ihreBedeutung unter alchimistischen und astrologischen Ausdrücken soverschleiert, dass nur derjenige, der den Schlüssel besaß, sie richtig lesenkonnte. Diese Verschleierung war wegen der Verfolgung seitens dermittelalterlichen Theologen notwendig, welche die Geheimlehre mit Feuerund Schwert bekämpften, mit Marterpfählen, Galgen und Kreuz. Nochheutzutage kann man nur wenige zuverlässige Bücher über diehermetische Philosophie finden, obwohl in vielen Büchern aus denverschiedensten Phasen des Okkultismus sehr oft darauf Bezuggenommen wird. Und doch ist die hermetische Philosophie der einzigeMeisterschlüssel, welcher alle Tore der okkulten Lehre öffnen wird.In frühen Zeiten gab es eine Sammlung gewisser grundlegenderhermetischer Lehren, vom Lehrer dem Schüler mitgeteilt, welche als "DasKybalion" bekannt war. Die genaue Bedeutung dieses Wortes ist seitJahrhunderten verloren gegangen. Diese Lehren jedoch sind vielenbekannt, denen sie im Lauf der Jahrhunderte mündlich überliefert wordensind. So viel wir wissen, sind Kybalions Regeln niemals niedergeschriebenoder gedruckt worden. Das Kybalion war nur eine Sammlung vonMaximen, Axiomen und Regeln, die jedem Außenstehendenunverständlich waren, sie wurden aber von den Schülern wohl verstanden,nachdem all die Axiome, Maxime und Regeln den Neophyten von denEingeweihten erklärt und erläutert worden waren. Diese Lehren bildetentatsächlich die Grundlagen für die "Kunst der hermetischen Alchimie"welche - im Gegensatz zu den allgemeinen Ansichten - in derBemeisterung der mentalen Kräfte bestand, viel mehr als in derBeherrschung der materiellen Elemente. Die hermetische Alchimie bestandin der Transmutation von mentalen Schwingungen in andereSchwingungen, nicht in der Umwandlung einer Metallart in ein anderesMetall. Die Legende vom "Stein der Weisen", welcher niedere Metalle inGold verwandeln sollte, war eine Allegorie der hermetischen Philosophie,die von allen Studenten der wahren Hermetik wohl verstanden wurde. Indiesem kleinen Buch fordern wir die Schüler auf, die hermetischen Lehrenzu untersuchen - die Lehren, die im Kybalion enthalten sind und von unserklärt werden, von uns bescheidenen Schülern der Lehre. Wir tragen wohlden Titel von Eingeweihten, sind aber doch noch Schüler zu Füßen desMeisters Hermes. Wir teilen euch in diesem Buch viele von den Maximen,Axiomen und Regeln aus dem Kybalion mit und versehen sie mitErklärungen und erläuternden Beispielen, da wir glauben, dass diese dasVerständnis erleichtern werden. Der Originaltext ist für den modernenSchüler schwer verständlich, da er von dunklen Ausdrücken absichtlichverschleiert ist. Die originalen Maxime, Axiome und Regeln aus demKybalion erscheinen unter Anführungszeichen und sind im Text eingerückt,unsere eigenen Worte sind normal gedruckt. Wir hoffen, dass die Schüler,denen wir dieses kleine Werk anbieten, ebenso viel Nutzen aus demStudium des Buches ziehen mögen, wie die vielen, die auf dem Pfade derMeisterschaft vorangegangen sind während der Jahrhunderte, die seit denTagen des Hermes Trismegistus, des Meisters der Meister, des GroßenGroßen, verflossen sind.Nach den Worten im Kybalion:"Wohin die Schritte der Meister fallen, da öffnen sich weit die Ohrenderjenigen, die bereit sind für ihre Lehre." - Das Kybalion"Wenn die Ohren des Schülers bereit sind zu hören, dann kommen dieLippen, sie mit Weisheit zu fällen." - Das Kybalion... sodass übereinstimmend mit den Lehren dieses Buch dieAufmerksamkeit derer erregen wird, welche bereit sind, die Lehren zuempfangen. Und gleicherweise, wenn der Schüler für die Wahrheit reif ist,dann wird dieses kleine Buch zu ihm - oder zu ihr - kommen. Denn so istdas Gesetz. Das hermetische Prinzip von Ursache und Wirkung, in seinemAspekt vom Gesetz der Anziehung, wird Lippen und Ohr, Schüler undBuch zusammenführen. Möge es so sein!Die sieben hermetischen Prinzipien"Der Prinzipien der Wahrheit sind sieben; derjenige, der sie kennt und versteht,besitzt den Meister-Schlüssel, durch dessen Berührung alle Tore des Tempels sichöffnen."Das KybalionDie sieben hermetischen Prinzipien, auf welchen die ganze hermetischePhilosophie beruht, sind folgende:1. Das Prinzip der Mentalität2. Das Prinzip der Entsprechung3. Das Prinzip der Schwingung4. Das Prinzip der Polarität5. Das Prinzip des Rhythmus6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung7. Das Prinzip des Geschlechts.Diese sieben Prinzipien werden im Lauf der folgenden Lektionen besprochen underklärt. Eine kurze Erläuterung eines jeden Prinzips soll jedoch gleich jetztgegeben werden.2.1 Das Prinzip der Mentalität"Das All ist Mind*); das Universum ist mental."Das Kybalion*Es gibt kein deutsches Wort, das der Bedeutung des englischen Wortes "mind"ganz entsprechen würde. Darum wurde in der Übersetzung das englische Wort"mind" (sprich meind) beibehalten. Das menschliche Mind ist das, was imMenschen denkt und fühlt. Unter dem Mind des All ist jener Aspekt des All zuverstehen, in dem das All denkt und fühlt. Mind ist das Substantiv vom Adjektivmental, das auch im Deutschen gebräuchlich ist.Dieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass "alles Mind ist." Es erklärt, dass das All(das All ist wesentliche Wirklichkeit, die allen äußeren Manifestationen undErscheinungen, welche wir unter den Ausdrücken "das materielle Universum", "dieErscheinung des Lebens", "Materie", "Energie" erkennen, kurz allem, was unserenmateriellen Sinnen wahrnehmbar ist, zugrunde liegt) Spirit ist, welches in sichselbst unerkennbar und undefinierbar ist, welches aber gedacht und betrachtetwerden kann als universelles, unendliches, lebendes Mind. Dieses Prinzip erklärtauch, dass die Erscheinungswelt oder das Universum nichts anderes ist als einementale Schöpfung des Alls, den Gesetzen der erschaffenen Dinge unterworfen,dass das Universum, als Ganzes und in seinen Teilen und Einzelwesen im Minddes Alls existiert, in dessen Mind wir "leben und uns bewegen und unser Seinhaben". Dadurch, dass dieses Prinzip die mentale Natur des Universums offenbart,erklärt es leicht all die verschiedenen mentalen und psychischen Phänomene,welche so oft die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich lenken, die aber ohne einesolche Erklärung unverständlich bleiben und jeder wissenschaftlichen Behandlungtrotzen. Das Verständnis dieses großen hermetischen Prinzips befähigt dasIndividuum, die Gesetze des mentalen Universums zu erfassen und zu seinemNutzen und Fortschritt anzuwenden. Der hermetische Schüler kann die großenmentalen Gesetze intelligent anwenden, statt sie zufällig zu benützen. Hat er denMeister-Schlüssel in seinen Händen, dann kann der Schüler die zahlreichen Toredes mentalen und psychischen Weisheitstempels öffnen und ihn frei und intelligentbetreten. Dieses Prinzip erklärt die wahre Natur von "Energie", "Macht" und"Materie", es erklärt, warum und wie all dies der Beherrschung des Mindunterworfen ist.Vor langen Jahren schrieb ein alter hermetischer Meister: "Wer die Wahrheit vonder mentalen Natur des Universums erfasst hat, ist wohl vorgeschritten auf demPfade der Meisterschaft."Und diese Worte sind heute ebenso wahr wie zu der Zeit, da sie niedergeschriebenwurden. Ohne diesen Meister-Schlüssel ist Meisterschaft unmöglich und derSchüler pocht ohne ihn vergeblich an die Tore des Tempels.2.2 Das Prinzip der Entsprechung"Wie oben, so unten; wie unten, so oben."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass es immer eine Übereinstimmungzwischen den Gesetzen und Erscheinungen auf den verschiedenen Plänen von Seinund Leben gibt. Das alte hermetische Axiom heißt: "Wie oben, so unten; wieunten, so oben." Das Erfassen dieses Prinzips gibt uns die Mittel zur Lösung vielerdunkler Paradoxe und verborgener Naturgeheimnisse. Es gibt Pläne jenseitsunseres Erkennungsvermögens; wenn wir aber das Prinzip der Entsprechunganwenden, können wir viel verstehen, was uns sonst unerkennbar bliebe. DiesesPrinzip kann allgemein angewendet werden, es offenbart sich überall auf denverschiedenen Plänen des materiellen, des mentalen und des spirituellenUniversums, es ist ein universales Gesetz. Die alten Hermetiker betrachteten es alseines der wichtigsten mentalen Mittel, durch welche der Mensch die Hindernissebeseitigen kann, die das Unbekannte seinen Blicken verbergen. Wenn man diesesPrinzip anwendet, kann es einem gelingen, sogar den Schleier der Isis so weit zulüften, dass ein Schimmer vom Antlitz der Göttin erhascht werden kann.Ebenso wie die Anwendung der geometrischen Lehrsätze den Menschen befähigt,von seiner Sternwarte aus ferne Sonnen und ihre Bewegungen zu messen, so kannder Mensch mit Hilfe es Prinzips der Entsprechungen intelligent vom erkanntenauf das Unbekannte schließen. Wenn er die Monade studiert, versteht er dieErzengel.2.3 Das Prinzip der Schwingung"Nichts ruht; alles bewegt sich; alles schwingt."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass "alles in Bewegung ist", dass "nichts stillsteht", dass "alles schwingt". Das sind Tatsachen, welche die moderneWissenschaft bestätigt und welche jede neue wissenschaftliche Entdeckung zubestätigen geeignet ist. Und doch wurde dieses hermetische Prinzip schon vortausenden von Jahren durch die aItägyptischen Meister ausgesprochen. DiesesPrinzip erklärt, dass die Unterschiede zwischen den verschiedenen Manifestationenvon Materie, Energie, Mind und sogar Geist hauptsächlich auf abweichendenSchwingungsgraden beruhen. Im All, welches reiner Geist ist, hernieder zu dengröbsten Formen der Materie, ist alles in Schwingung; je höher die Schwingung,desto höher der Platz in der Stufenleiter. Die Schwingung des reinen Geistes(Spirit) ist von einem so unendlichen Grad von Intensität und Schnelligkeit, dasssein Zustand praktisch dem der Ruhe gleichkommt geradeso, wie ein sich raschdrehendes Rad bewegungslos erscheint. Und am anderen Ende der Leiter gibt esgrobe Formen der Materie, deren Schwingungen so langsam sind, dass sie in Ruhezu sein scheinen. Zwischen diesen Polen gibt es Millionen über Millionen vonverschiedenen Schwingungsgraden. Vom Körperteilchen und Elektron, vom Atomund Molekül zu Welten und Universen ist alles in schwingenden Bewegung.Dies trifft zu auf den Plänen von Energie und Kraft (welche nur verschiedeneGrade von Schwingung sind), ebenso wie auf den mentalen Plänen (deren Zustandvon Schwingungen abhängt), ja sogar auf den spirituellen Plänen. Wer diesesPrinzip versteht und die dazu gehörigen Formeln kennt, kann seine eigenenmentalen Schwingungen beherrschen, wie auch die mentalen Schwingungenanderer. Die Meister wenden dieses Prinzip auch dazu an, Naturerscheinungen aufmannigfache Art zu besiegen. "Wer das Prinzip der Schwingung versteht, hat dasSzepter der Macht erlangt" sagt ein alter Schriftsteller.2.4 Das Prinzip der Polarität"Alles ist zweifach, altes ist Pole; alles hat seine zwei Gegensätze; Gleich undUngleich ist dasselbe. Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur im Gradverschieden; Extreme begegnen einander; alle Wahrheiten sind nurHalb-Wahrheiten; alle Paradoxa können in Übereinstimmung gebraucht wenden."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass "alles zweifach ist", dass "alles zwei Polehat", dass "alles seine zwei Gegensätze hat". Alle diese Sätze sind alte hermetischeAxiome. Das Prinzip erklärt die alten Paradoxe, die so viele Menschen verblüffthaben, indem sie feststellen, "Thesis und Antithesis sind ihrer Natur nachidentisch, nur im Grad verschieden"; "Gegensätze sind dasselbe, sie unterscheidensich nur im Grad"; "Jedes Paar von Gegensätzen kann in Übereinstimmunggebracht werden"; "Extreme begegnen sich"; "Alles ist und ist nicht zu gleicherZeit"; "Alle Wahrheiten sind nur Halbwahrheiten"; "Jede Wahrheit ist halb falsch";"Jedes Ding hat zwei Seiten" usw. usw.Es erklärt, dass alles zwei Pole oder entgegengesetzte Aspekte hat, dassGegensätze in Wirklichkeit nur die zwei Extreme desselben Dinges sind mit vielenverschiedenen Graden zwischen den beiden. Um dies zu erläutern: Hitze undKälte, obwohl "Gegensätze", sind tatsächlich dasselbe, die Unterschiede bestehennur in den Graden eines und desselben Dinges. Schau auf dein Thermometer undsuche den Punkt zu entdecken, bei dem "Hitze" endet und "Kälte" beginnt! Es gibtkeine absolute Hitze oder absolute Kälte - die zwei Ausdrücke Hitze und Kältebezeichnen nur verschiedene Grade desselben Dinges, und dieses selbe Ding,welches als Hitze und Kälte erscheint, ist nur eine Form, eine Variation und einGrad von Schwingung. So sind Hitze und Kälte einfach die zwei Pole von dem,was wir Wärme nennen - und die hiervon abhängenden Erscheinungen sindÄußerungen des Prinzips der Polarität. Das gleiche Prinzip äußert sich auch imFalle von "Licht und Dunkelheit", welche dasselbe sind; die Unterschiede bestehennur in den verschiedenen Graden zwischen den beiden Polen der Erscheinung. Wohört Dunkelheit auf und wo beginnt das Licht? Was ist der Unterschied zwischen"groß und klein", zwischen "hart und weich", zwischen "schwarz und weiß",zwischen "scharf und stumpf", zwischen "leise und laut", zwischen "hoch undniedrig" "zwischen positiv und negativ"? Das Prinzip der Polarität erklärt dieseParadoxe und kein anderes Prinzip kann es beiseite stellen.Das gleiche Prinzip wirkt auch auf dem mentalen Plan. Nehmen wir ein radikalesund extremes Beispiel: "Liebe und Hass", zwei mentale Zustände, die anscheinendganz verschieden voneinander sind. Und dennoch gibt es Grade des Hasses undGrade der Liebe und einen mittleren Punkt, an welchem wir die AusdrückeGefallen und Missfallen gebrauchen; diese Ausdrücke gehen aber so nach undnach ineinander über, dass wir manchmal nicht wissen, ob uns etwas gefällt odermissfällt oder keines von beiden. Und alles sind nur Grade desselben Dinges. Duwirst das einsehen, wenn du einen Augenblick darüber nachdenkst. Ja, man kannnoch weiter gehen (die Hermetiker halten dies von noch größerer Wichtigkeit): esist möglich, die Schwingungen des Hasses in die Schwingungen der Liebeumzuwandeln und zwar bei sich selbst wie auch bei anderen. Viele von euch, diediese Zeilen lesen, haben persönliche Erfahrungen in dem unwillkürlichen, raschenÜbergang von Liebe zu Hass und umgekehrt, bei sich selbst und bei anderen. Ihrwerdet daher die Möglichkeit dieses Überganges mit Hilfe des Willens, durchAnwendung der hermetischen Formeln, verstehen. "Gut und Böse" sind auch nurdie Pole desselben Dinges, und der Hermetiker beherrscht die Kunst, Böses inGutes umzuwandeln durch die Anwendung des Prinzips der Polarität. Kurz, dieKunst der Polarisation ist ein Teil der mentalen Alchimie, der den alten und denmodernen hermetischen Meistern bekannt ist und von ihnen ausgeübt wird. Werdieses Prinzip versteht, ist fähig, seine eigene Polarität wie auch die Polaritätanderer zu ändern, wenn er dem Studium, das zur Beherrschung dieser Kunstnotwendig ist, die entsprechende Zeit widmet.2.5 Das Prinzip des Rhythmus"Alles fließt; aus und ein; alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, derSchwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechtsist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass sich in allem eine abgemesseneBewegung, hin und her, äußert; ein Fluten und Einfluten; ein Rückwärts undVorwärtsschwingen; eine pendelartige Bewegung; eine gezeiten gleiche Ebbe undFlut; eine Hoch-Zeit und eine Tief-Zeit; zwischen den beiden Polen, die inÜbereinstimmung mit dem eben besprochenen Prinzip der Polarität existieren. Esgibt immer eine Aktion und eine Reaktion; einen Fortschritt und einen Rückschritt;ein Steigen und ein Fallen; und dies in allen Angelegenheiten des Universums, derSonnen, Welten, Menschen, Tiere, des Mind, der Energie und der Materie. DiesesGesetz äußert sich in der Erschaffung und Zerstörung der Welten; im Aufstieg undVerfall der Nationen; im Leben aller Dinge; und schließlich auch in den mentalenZuständen der Menschen (und gerade im Zusammenhang mit letzteren finden dieHermetiker das Verständnis dieses Prinzips am wichtigsten). Die Hermetikerhaben dieses Prinzip erfasst, da sie seine universale Anwendung erkannten; siehaben auch gewisse Mittel entdeckt, um durch Anwendung geeigneter Formelnund Methoden der Wirkung dieses Prinzips in sich selbst zu begegnen. Sie wendendas mentale Gesetz der Neutralisation an. Sie können das Prinzip nicht aus derWelt schaffen, können seine Wirkung nicht aufheben, aber sie haben gelernt, seineWirkungen auf sich selbst bis zu einem gewissen Grade, der von der Beherrschungdes Prinzips abhängt, zu vermeiden. Sie haben gelernt, es zu gebrauchen, statt vonihm gebraucht zu werden. Die Kunst der Hermetiker besteht in dieser undähnlichen Methoden. Die hermetischen Meister polarisieren sich auf jenen Punkt,auf welchem sie zu ruhen wünschen und neutralisieren dann die rhythmischePendelschwingung, welche sie zum anderen Pol tragen wollte. Alle Individuen,welche irgendein Maß von Selbstbeherrschung erlangt haben, tun dies bis zu einemgewissen Grad, mehr oder weniger unbewusst; aber der Meister tut es bewusst undmit Hilfe seines Willens. Er erreicht einen Grad von Gleichgewicht und mentalerFestigkeit, der für die Massen, die gleich einem Pendel vor- und rückwärtsgeschwungen werden, kaum glaublich ist. Dieses Prinzip und das Prinzip derPolarität wurde von den Hermetikern eingehend studiert, und die Methoden desEntgegenwirkens, der Neutralisation und der Gebrauch derselben bilden einenHauptteil der hermetischen mentalen Alchimie.2.6 Das Prinzip von Ursache und Wirkung"Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung hat ihre Ursache; alles geschiehtgesetzmäßig; Zufall ist nur ein Name für ein unerkanntes Gesetz, es gibt vielePläne von Ursachen, aber nichts entgeht dem Gesetz."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass jede Wirkung ihre Ursache hat; dass jedeUrsache eine Wirkung hervorbringt. Es erklärt, dass "alles gesetzmäßig geschieht"dass nichts sich "nur zufällig ereignet, dass es keinen Zufall gibt"; dass unter denverschiedenen Plänen von Ursache und Wirkung die höheren Pläne die niederenbeherrschen, dass aber nichts jemals ganz dem Gesetz entgeht. Die Hermetikerverstehen die Kunst und die Methoden, sich bis zu einem gewissen Grad über dengewöhnlichen Plan von Ursache und Wirkung zu erheben; indem sie sich mentalzu einem höheren Plan erheben, werden sie aus Wirkungen zu wirkendenUrsachen. Die Massen des Volkes werden weitergetragen, sie gehorchen derUmgebung; den Willen und Wünschen anderer, die stärker sind als sie; derVererbung; Suggestion; und noch anderen äußeren Ursachen, von denen sie gleichSchachfiguren über das Brettspiel des Lebens bewegt werden. Die Meister abererheben sich zu den höheren Plänen und beherrschen so ihre Stimmungen,Charaktere, Eigenschaften und Kräfte ebenso gut wie ihre Umgebung; sie werdenSpieler statt Spielfiguren. Sie helfen das Spiel des Lebens zu spielen, statt vonanderem Willen und von ihrer Umgebung gespielt und bewegt zu werden. Siewenden die Prinzipien an, statt ihre Werkzeuge zu sein. Die Meister sind derKausalität der höheren Pläne unterworfen, aber sie helfen, den eigenen Plan zubeherrschen. In dieser Darlegung ist eine Welt hermetischen Wissens enthalten -lebe sie, wer kann.2.7 Das Prinzip des Geschlechts"Geschlecht ist in allem; alles hat sein männliches und sein weibliches Prinzip insich; Geschlecht offenbart sich auf allen Plänen."Das KybalionDieses Prinzip enthält die Wahrheit, dass in allem sich das Geschlecht offenbart,dass das männliche und das weibliche Prinzip immer tätig sind. Dies trifft nicht nurauf den physischen Plan, sondern auch auf den mentalen und sogar auf diespirituellen Pläne zu. Auf dem physischen Plan äußert sich das Prinzip als "Sex",Sexualität; auf den höheren Plänen nimmt es höhere Formen an, das Prinzip aberbleibt immer dasselbe. Keine Schöpfung, sei sie physisch, mental oder geistig, istohne dieses Prinzip möglich. Das Verständnis seiner Gesetze wird so mancheTatsachen erhellen, welche den Menschenverstand verblüfft haben. Das Prinzipwirkt immer in der Richtung von Zeugung, Neubildung und Schöpfung. AlleDinge, alle Personen enthalten in sich die zwei Elemente oder Prinzipien, d. h.dieses große Prinzip. Jedes männliche Wesen enthält auch das weibliche Element;jedes weibliche Wesen enthält auch das männliche Prinzip. Wenn ihr diePhilosophie der mentalen und geistigen Schöpfung, Zeugung und Neubildungverstehen wollt, dann müsst ihr dieses hermetische Prinzip verstehen undstudieren. Es enthält die Lösung vieler Rätsel des Lebens. Wir warnen euch: diesesPrinzip hat keinerlei Beziehungen zu den zahlreichen gemeinen, verderblichen underniedrigenden lüsternen Theorien, Lehren und Praktiken, die unter phantastischenNamen gelehrt werden und die eine Entweihung dieses großen Naturprinzips sind.Solche gemeine Wiederbelebung der alten berüchtigten Formen des Phallizismusverdirbt Gemüt, Körper und Seele. Die hermetische Philosophie hat immereindringlich vor diesen niederen Lehren gewarnt, die nur dazu geeignet sind,Begierden und Zügellosigkeiten zu wecken und das Prinzip der Natur zuverdrehen. Wenn ihr solche Lehren sucht, müsst ihr anderswo hingehen, diehermetische Lehre enthält nichts Derartiges. Dem Reinen ist alles rein; demGemeinen ist alles gemein.Mentale Transformation"Mind (ebenso gut wie Metalle und Elemente) kann von Zustand zu Zustandumgewandelt werden, von Grad zu Grad, von Beschaffenheit zu Beschaffenheit;von Pol zu Pol; von Schwingung zu Schwingung. Wahre hermetischeTransmutation ist eine mentale Kunst."Das KybalionWie wir bereits sagten, waren die Hermetiker die ursprünglichen Alchimisten,Astrologen und Psychologen, und Hermes der Gründer dieser Schulen. Aus derAstrologie wurde die moderne Astronomie; aus der Alchimie wurde die moderneChemie, aus der mystischen Psychologie wurde die moderne Schulpsychologie.Man darf aber nicht annehmen, die Alten hätten nichts von dem gewusst, was diemodernen Schulen für ihr ausschließliches und spezielles Eigentum halten. DieUrkunden, die auf den Steinen des alten Ägypten eingegraben sind, zeigeneindeutig, dass die Alten ein volles, umfassendes Wissen der Astronomie hatten;zeigt doch der Bau der Pyramiden den Zusammenhang zwischen dem Bauplan unddem Studium der Astronomie. Auch auf dem Gebiet der Chemie waren siedurchaus nicht unwissend; denn die Fragmente der alten Schriften zeigen uns, dasssie mit den chemischen Eigenschaften der Dinge wohl vertraut waren. Ja, dieletzten Entdeckungen der modernen Wissenschaft bestätigen allmählich die altenphysikalischen Theorien, besonders die, welche sich auf die Beschaffenheit derMaterie beziehen. Man darf aber ebenso wenig denken, die Alten hätten von den -sogenannten modernen Entdeckungen der Psychologie nichts gewusst; ganz imGegenteil, die Ägypter waren in der Psychologie vorzüglich erfahren, besonders inden Zweigen, von denen die modernen Schulen nichts wissen, die abernichtsdestoweniger unter dem Namen "psychische Wissenschaft" entdeckt wordensind. Diese Wissenschaft verblüfft die Psychologen von heute und lässt siewiderstrebend zugestehen, "dass nach allem doch etwas daran sein muss".Tatsache ist, dass die Alten außer der materiellen Chemie, Astronomie undPsychologie (das heißt die Psychologie als Lehre von der "Gehirntätigkeit") einWissen der transzendenten Astronomie - Astrologie genannt -, der transzendentenChemie - Alchimie genannt -, der transzendenten Psychologie - mystischePsychologie genannt -, besaßen. Sie besaßen sowohl die innere wie auch dieäußere Wissenschaft, welch letztere allein der modernen Wissenschaft bekannt ist.Einer der vielen geheimen Zweige des hermetischen Wissens, die mentaleTransmutation, bildet den Gegenstand dieser Lektion."Transmutation" ist ein Ausdruck, der gewöhnlich als Bezeichnung der altenKunst von der Verwandlung der Metalle gebraucht wird - hauptsächlich derVerwandlung niederer Metalle in Gold.Das Wort "Transmutation" bedeutet " von einer Natur, Form oder Substanz in eineandere verändern, umformen" (Webster). Daher bedeutet "mentale Transmutation"die Kunst, mentale Zustände, Formen, Beschaffenheit in andere umzuwandeln,umzuformen. So könnt ihr sehen, dass mentale Transmutation die Kunst "mentalerAlchimie" ist, wenn euch dieser Ausdruck zusagt eine Form praktischerPsychologie.Aber dies bedeutet weit mehr als das, was uns bei oberflächlicher Betrachtungerscheint. Transmutation, Alchimie oder Chemie auf dem mentalen Plan ist inihren Wirkungen sicherlich wichtig genug, dass, wenn auch die Kunst hier zuEnde wäre, sie immer noch eine der wichtigsten Zweige menschlicher Forschungwäre. Aber es ist nur der Anfang. Sehen wir weiter!Das erste der sieben hermetischen Prinzipien ist das Prinzip des Mentalismus,dessen Axiom sagt: "Das All ist Mind, das Universum ist mental." Das bedeutet,dass die wesentliche Wirklichkeit, die dem Universum unterliegt, Mind ist; dassdas Universum mental ist, das heißt, im Mind das All existiert. Wir werden dasPrinzip in den folgenden Lektionen besprechen, für jetzt wollen wir es als wahransehen und seine Wirkungen betrachten.Wenn das Universum seiner Natur nach mental ist, dann muss mentaleTransmutation die Kunst sein, die Konditionen (Zustände, Beschaffenheit) desUniversums zu verändern in Bezug auf Materie, Kraft und Mind. Man sieht daher,dass mentale Transmutation wirklich die Magie ist, von der die alten Schriftstellerin ihren mystischen Werken so viel zu sagen haben, aber nur so wenig praktischeUnterweisung geben. Wenn alles mental ist, dann muss die Kunst, die ihn befähigt,mentale Zustände zu transmutieren, den Meister zum Herrscher über materielleebenso wohl wie auch über gewöhnlich mental genannte Zustände machen.Tatsache ist, dass nur vorgeschrittene mentale Alchimisten den Grad der Machterlangen konnten, der notwendig ist, die gröberen physikalischen Zustände zubeherrschen, über die Elemente der Natur zu gebieten, Gewitter und Erdbeben undandere große physikalische Phänomene hervorzurufen und aufhören zu lassen.Dass aber solche Männer lebten und noch heute leben, wird von allenvorgeschrittenen Okkultisten aller Schulen ernstlich geglaubt. Die besten Lehrerversichern ihren Schülern, dass die Meister leben und diese Kräfte besitzen, da sieselbst Erfahrungen gemacht haben, die einen solchen Glauben und solcheBehauptungen rechtfertigen. Diese Meister zeigen ihre Macht nicht öffentlich,sondern suchen die Einsamkeit, um besser auf ihrem Pfade der Vervollkommnung(attainment) wirken zu können. Wir erwähnen ihre Existenz jetzt nur, um euereAufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, dass ihre Macht vollständig mentalist und nach der höheren mentalen Transmutation wirkt, in Übereinstimmung mitdem hermetischen Prinzip der Mentalität: "Das Universum ist mental" (DasKybalion).Schüler und Hermetiker niederen Grades aber - die Eingeweihten und Lehrer -können auf dem mentalen Plan frei wirken, in mentaler Transmutation. Alles, waswir "psychische Phänomene", "mentale Beeinflussung", "mentale Wissenschaft","neugedankliche Phänomene" usw. nennen, wirkt tatsächlich die gleichenallgemeinen Richtlinien entlang; denn in allen Phänomenen wie sie auch heißenmögen - wirkt nur ein Prinzip. Der Schüler und Ausübende der mentalenTransmutation arbeitet auf dem mentalen Plan, indem er mentale Bedingungen,Zustände usw. in andere umwandelt, nach verschiedenen, mehr oder wenigerwirksamen Prinzipien. Die verschiedenen "Behandlungen", "Behauptungen","Verneinungen" usw. der mentalwissenschaftlichen Schulen sind nur - oft ganzunvollkommene und unwissenschaftliche - Formeln der hermetischen Kunst. DieMehrzahl der modernen Gelehrten ist im Vergleich zu den alten Meistern ganzunwissend, denn ihnen fehlen die fundamentalen Kenntnisse, auf denen das Werkruht.Durch die hermetischen Methoden kann man nicht nur seine eigenen mentalenZustände usw. verändern oder transmutieren, sondern auch die Zustände anderer.Dies letztere geschieht meist unbewusst, doch manchmal bewusst durchMenschen, welche die Gesetze und Prinzipien verstehen, in Fällen, in denen diebetroffenen Leute von den Prinzipien des Selbstschutzes nicht unterrichtet sind. Ja,noch mehr, vielen Schülern und Ausübenden der modernen mentalen Wissenschaftist es bekannt, dass jeder materielle Zustand, der von den Minds anderer Leuteabhängt, verändert oder transmutiert werden kann in Übereinstimmung mit demernsten Wunsch, Willen und der "Behandlung" derjenigen Person, die veränderteLebensbedingungen wünscht. Diese Tatsachen sind aber heute so allgemeinbekannt, dass wir es nicht für notwendig erachten, sie lange zu besprechen. Wirwollen jetzt nur zeigen, dass hermetisches Prinzip und hermetische Kunst alldiesen verschiedenartigen Formen der Praxis unterliegt, sei die Praxis gut oderböse; denn nach dem hermetischen Prinzip der Polarität kann die Kraft inentgegengesetzten Richtungen angewendet werden.In diesem kleinen Buch werden wir die Grundprinzipien mentaler Transmutationdarlegen, so dass alle, welche es lesen, die zugrundeliegenden Prinzipien erfassenmögen und so den Meister-Schlüssel besitzen, welcher die zahlreichen Tore desPolaritätsprinzips erschließen wird.Wir werden nun das erste der sieben Hermetischen Prinzipien betrachten, dasPrinzip der Mentalität, in welchem nach den Worten im Kybalion die Wahrheiterklärt wird, dass "das All Mind ist, das Universum mental ist". Wir fordern vonunseren Schülern große Aufmerksamkeit und sorgfältiges Studium dieses großenPrinzips, weil es tatsächlich das Grundprinzip der ganzen hermetischenPhilosophie und der hermetischen Kunst mentaler Transmutation ist.Das All"Unter und hinter dem Universum von Zeit, Raum und Wechsel kann mandie substantielle Wirklichkeit, die fundamentale Wahrheit finden."Das Kybalion"Substanz" bedeutet: "das, was allen äußeren Erscheinungen zugrundeliegt; die wesentliche Wirklichkeit; das Ding an sich" usw. "Substantiell"bedeutet: "wirklich existierende das wesentliche Element zu sein; wirklichzu sein" usw. "Wirklichkeit" bedeutet: "der Zustand wirklichen Seins; wahr,dauernd, gültig, festgesetzt; beständig; gegenwärtig" usw. Unter undhinter allen äußeren Erscheinungen und Manifestationen muss es immersubstantielle Wirklichkeit geben. Dies ist das Gesetz. Wenn der Menschdas Universum, von dem er ein Teil (unit) ist, betrachtet, sieht er nichts alsWechsel in der Materie, den Kräften und den mentalen Zuständen. Ersieht, dass nichts wirklich "ist", sondern alles werdend und wechselnd.Nichts steht still - alles wird geboren, wächst, stirbt - im selben Moment,da ein Ding seinen Höhepunkt erreicht, beginnt schon sein Verfall - dasGesetz vom Rhythmus wirkt beständig - es gibt keine Wirklichkeit,andauernde Eigenschaft, Festigkeit oder Wesentlichkeit - nichts istbeständig als nur der Wechsel. Er sieht, dass alles sich aus anderenDingen entwickelt und sich in anderen Dingen auflöst - fortwährendeAktion und Reaktion; Einfließen und Ausfließen, Aufbauen undNiederreißen; Schöpfung und Zerstörung; Geburt, Wachstum und Tod.Nichts dauert an als nur der Wechsel. Und wenn er ein denkenderMensch ist, erkennt er, dass alle diese wechselnden Dinge nur äußereErscheinungen oder Manifestationen irgendeiner zugrundeliegendenMacht - einer substantiellen Wirklichkeit sein können.Alle Denker aller Länder und aller Zeiten haben angenommen, dass esnotwendig ist, die Existenz dieser substantiellen Wirklichkeitvorauszusetzen. Alle Philosophien, die ihres Namens wert sind, waren aufdiesem Gedanken aufgebaut. Die Menschen haben dieser substantiellenWirklichkeit viele Namen gegeben - manche nannten sie Gottheit (mitvielen anderen Titeln); andere nannten sie die unendliche und ewigeEnergie; andere versuchten sie Materie zu nennen - alle aber haben ihreExistenz anerkannt. Sie ist selbstverständlich - sie braucht keine Beweise.In diesen Lektionen folgen wir dem Beispiel einiger der größten Denkerder Welt, sowohl der alten als der modernen - dem Beispiel derhermetischen Meister -, und nennen diese zugrunde liegende Macht,diese substantielle Wirklichkeit bei dem hermetischen Namen "Das All".Wir halten diesen Ausdruck für den umfassendsten unter all denAusdrücken, welche der Mensch für das, was alle Namen und Ausdrückeübersteigt, angewendet hat.Wir nehmen die Ansicht der großen hermetischen Denker aller Zeiten undder erleuchteten Seelen, welche höhere Daseinspläne erreicht haben, anund lehren sie. Diese alle behaupten, dass die innere Natur des Allsunerkennbar ist. Dies muss so sein, weil nichts als das All selbst seineeigene Natur und sein eigenes Wesen verstehen kann. Die Hermetikerglauben und lehren, dass das All in sich selbst unerkennbar ist und immersein muss. Für sie sind all die Theorien, Vermutungen und übersinnlichenLehren, welche die innere Natur des Alls betreffen, nichts als kindischeBemühungen sterblicher Minds, das Geheimnis des Unendlichen zuerfassen. Solche Anstrengungen haben immer fehlgeschlagen undwerden immer fehlschlagen, das liegt in der Natur der Sache selbst. Werdarüber nachgrübelt, läuft im Labyrinth der Gedanken im Kreise umher,bis er für jede gesunde Vernunft, Handlung und Verhalten verloren ist,und für das Leben vollkommen untüchtig wird. Er gleicht demEichhörnchen, welches wie wahnsinnig das Tretmühlenrad seines Käfigsdreht, immer läuft und doch kein Ziel erreicht - und schließlich einGefangener bleibt, der dort steht, von wo er ausging.Noch anmaßender aber sind diejenigen, welche dem All ihre eigenePersönlichkeit, ihre Eigenschaften, Beschaffenheiten, Kennzeichen undMerkmale zuschreiben. Diese schreiben dem All menschlicheEmpfindungen, Gefühle und Kennzeichen zu, nieder bis zu denkleinlichsten menschlichen Eigenschaften als da sind Eifersucht,Zugänglichkeit für Schmeichelei und Lob, Wunsch nach Opfern undAnbetung und andere Überbleibsel aus den Tagen, da unsere Rasse inihrer Kindheit war. Solche Ideen sind erwachsener Männer und Frauennicht würdig und sollten rasch abgelegt werden.Wir halten es für angezeigt, jetzt gleich festzustellen, dass wir einenUnterschied machen zwischen Religion und Theologie - zwischenPhilosophie und Metaphysik. Religion bedeutet für uns die intuitive,lebhafte Vorstellung von der Existenz des Alls und die eigenenBeziehungen zum All; während Theologie die Versuche der Menschenbedeutet, dem All Persönlichkeit, Eigenschaften und Merkmalezuzuschreiben; ihre Theorien betreffend ihre Angelegenheiten, Willen,Wünsche, Pläne und Vorhaben; und schließlich die Annahme derNotwendigkeit von Mittelspersonen zwischen dem All und den Menschen.Philosophie bedeutet für uns das Suchen nach Erkenntnissen vonerkennbaren und denkbaren Dingen, während Metaphysik den Versuchbedeutet, die Forschungen über und jenseits der Grenzen inunerkennbare und undenkbare Regionen hinaus zu verlegen, mitderselben Tendenz wie die Theologie. Folglich sind für uns sowohlReligion als auch Philosophie Dinge, die in der Wirklichkeit wurzeln,während Theologie und Metaphysik gebrochenem Schilfrohr gleichen, dasim Flugsand wächst, und Mind und Seele des Menschen nur ganzunsichere Stützen bieten können.Wir verlangen von unseren Schülern nicht, dass sie diese Definitionenannehmen, wir erwähnen sie nur, um unsere Stellungnahme zu zeigen.Jedenfalls werdet ihr in diesen Lektionen sehr wenig über Theologie undMetaphysik hören.Obzwar die wesentliche Natur des Alls unerkennbar bleibt, gibt es dochdamit verbunden gewisse Wahrheiten, die anzunehmen der menschlicheMind genötigt ist. Eine Untersuchung dieser Wahrheiten bildet einengeeigneten Gegenstand der Forschung, umso mehr, als sie mit denBerichten der Erleuchteten höherer Pläne übereinstimmen. Zu dieserUntersuchung fordern wir euch nun auf."Das, was die fundamentale Wahrheit ist - die wesentliche Wirklichkeit -steht über allen Namen, die weisen Männer aber nennen es das All."Das Kybalion"In seinem Wesen ist das All unerkennbar."Das Kybalion"Der Bericht der Vernunft aber muss gastlich empfangen und mit Achtungbehandelt werden."Das KybalionDie menschliche Vernunft, auf die wir hier hören müssen, solange wirüberhaupt denken, sagt uns ohne auch nur zu versuchen, den Schleierdes Unerkennbaren zu lüften - folgendes über das All:1. Das All muss alles sein, was wirklich ist. Es kann nichts geben, dasaußerhalb des Alls existiert, sonst wäre das All nicht das All.2. Das All muss unendlich sein, denn es gibt sonst nichts, das All zudefinieren, zu beschränken, zu begrenzen.Es muss unendlich sein in der Zeit oder ewig - es muss immer fortdauerndexistiert haben, denn es gibt nichts, von dem es hätte erschaffen werdenkönnen - und etwas kann niemals aus nichts entstehen, und wenn esjemals nichts gewesen wäre, nur für einen Augenblick, würde es jetztnicht sein. Es muss immer, fortdauernd existiert haben, denn es gibtnichts, von dem es zerstört werden könnte. Es kann nie nicht sein, auchnicht nur für einen Augenblick, denn etwas kann niemals nichts werden.Es muss unendlich sein im Raum, es muss überall sein, denn es gibtkeinen Ort außerhalb des Alls, es kann nicht anders alszusammenhängend im Raume sein, ohne Lücken, Aufhören, Trennungoder Unterbrechung, denn es gibt nichts, das seinen Zusammenhangunterbrechen oder trennen könnte, nichts, das die Lücken ausfüllenkönnte.Es muss unendlich sein in der Macht oder absolut, denn es gibt nichts,von dem es begrenzt, eingeschränkt, zurückgehalten, gestört oder bedingtwerden könnte - es ist keiner anderen Macht untertan, weil es keineandere Macht gibt.3. Das All muss unveränderlich sein, in seiner realen Natur keinemWechsel unterworfen, denn es gibt nichts, das eine Veränderung am Allhervorbringen könnte. Es gibt nichts, in das es umgeändert werdenkönnte, nichts, aus dem es durch Veränderung entstehen hätte können.Es kann zu nichts hinzugefügt werden und von nichts abgezogen werden;es lässt sich nicht vermehren und nicht vermindern; noch kann es inirgendeiner Hinsicht größer oder kleiner werden. Genau das, was es jetztist - das All - muss es immer gewesen sein und muss es immer bleiben.Etwas anderes, in das es sich hätte umändern können, hat es niegegeben, gibt es jetzt nicht und wird es nie geben. Daraus, dass das Allunendlich, absolut, ewig und unveränderlich ist, folgt, dass alles, wasendlich, bedingt, wechselnd und fließend ist, nicht das All sein kann. Undda es tatsächlich nichts außerhalb des Alls gibt, müssen alle und jedeendlichen Dinge in Wirklichkeit soviel wie nichts sein. Werdet aberdeswegen nicht verwirrt oder erschreckt - wir beabsichtigen durchausnicht, euch unter dem Deckmantel der hermetischen Philosophie auf dasGebiet christlicher Wissenschaften zu führen. Es gibt eine versöhnendeLösung dieser anscheinend widersprechenden Feststellungen. HabtGeduld, mit der Zeit werden wir sie erlangen.Wir sehen um uns das, was Materie heißt, was die physische Grundlagefür alle Lebensformen bildet. Ist das All nur Materie? Ganz und gar nicht!Materie kann nicht Leben oder Mind offenbaren, da aber Leben und Mindim Universum manifestiert sind, kann das All nicht Materie sein; dennnichts steigt höher als seine eigene Quelle - nichts ist je in einer Wirkungmanifestiert, was nicht schon in der Ursache enthalten ist - nichtsentwickelt sich als Folge, das nicht schon in einem Vorhergegangenenverhüllt war. Weiter lehrt uns die moderne Wissenschaft, dass es inWirklichkeit Materie nicht gibt - dass das, was wir Materie nennen, nur"unterbrochene Energie oder Kraft" ist, das heißt Energie oder Kraft inganz niederer Schwingung. Ein moderner Schriftsteller sagt: "Materie istmit Geheimnissen verschmolzen." Sogar die materialistischeWissenschaft ist von der Theorie der Materie abgekommen und ist nunauf der Basis der Energie begründet.Dann ist das All nur Energie oder Kraft? Nicht Energie oder Kraft im Sinnder Materialisten, denn ihre Energie und ihre Kraft sind blind, undmechanisch, ohne Leben oder Mind. Leben und Mind kann sich niemalsaus blinder Energie oder Kraft entwickeln, aus dem soeben gegebenenGrund: "Nichts kann höher als seine Quelle steigen - es gibt keineEvolution ohne Involution nichts offenbart sich in der Folge, außer es warschon in der Ursache enthalten!" Und darum kann das All nicht bloßEnergie oder Kraft sein, denn, wenn es das wäre, gäbe es kein Leben undkein Mind, wir aber wissen, dass es Leben und Mind gibt, denn wir lebenund gebrauchen Mind, um diese Frage zu betrachten, so wie diejenigen,die fordern, dass Energie und Kraft alles sei.Was gibt es denn Höheres im Universum als Materie und Energie? Lebenund Mind! Leben und Mind in all den verschiedenen Graden derEntfaltung. "Dann", fragt ihr, "wollt ihr uns sagen, dass das All Leben undMind sei? "Ja und Nein!" ist unsere Antwort. Wenn ihr Leben und Mindmeint, wie wir arme kleine Sterbliche es kennen, sagen wir Nein! Dies istnicht das All! "Aber welche Art von Leben und Mind meint ihr dann?" fragtihr uns.Die Antwort ist "lebendes Mind, so hoch erhaben über das, was Sterblicheunter diesen Worten verstehen, als Leben und Mind höher sind alsmechanische Kräfte oder Materie - unendliches, lebendes Mind verglichenmit endlichem Leben und Mind."Wir meinen das, was die erleuchteten Seelen meinen, wenn sieehrfürchtig das Wort Spirit (Reiner Geist) aussprechen.Das All ist unendliches lebendes Mind - die Erleuchteten nennen esReiner Geist!Das mentale UniversumDas All ist Spirit (Reiner Geist)! Aber was ist Reiner Geist? Diese Frage lässt sichnicht beantworten, weil eine Definition des Reinen Geiste praktisch der Definitiondes Alls gleichkäme; da All aber kann weder erklärt noch definiert werden ReinerGeist (Spirit) ist einfach ein Name, den die Menschen der höchsten Vorstellungvon unendlichem lebendem Mind geben - bedeutet die "wirkliche Essenz" -bedeutet lebendes Mind, so hoch über dem uns bekannten Leben und Mindstehend, als diese über mechanischer Energie und Materie stehen. Reiner Geistübersteigt unsere Erkenntnis, wir gebrauchen den Ausdruck nur, um an das All zudenken und von ihm zu sprechen. Um an Reinen Geist denken zu können und ihneinigermaßen zu verstehen, sind wir berechtigt ihn uns als unendliches, lebendesMind zu denken, freilich muss es uns immer bewusst sein, das wir ihn niemalsvoll begreifen können. Entweder muss uns dies bewusst bleiben oder wir müssenüberhaupt aufhören, darüber nachzudenken.Gehen wir nun weiter und betrachten wir die Natur des Universums, als Ganzesund in seinen Teilen. Was ist das Universum? Wir haben gesehen, dass nichtsaußerhalb des Alls sein kann. Dann ist das Universum das All? Nein, dies kannnicht sein, weil das Universum aus vielem aufgebaut erscheint und infortwährendem Wechsel begriffen ist; aber auch noch in anderer Hinsichtentspricht es nicht der Vorstellung, die wir vom All haben müssen, wie wir sie inunserer Lektion festgestellt haben.Wenn aber das Universum nicht das All ist, dann muss es nichts sein - diesscheint auf den ersten Blick der einzig mögliche Schluss zu sein. Diese Antwortkann aber unsere Frage nicht befriedigend lösen, weil wir die Existenz desUniversums fühlen. Wenn aber das Universum weder das All noch nichts ist, waskann es sein? Prüfen wir diese Frage. Wenn das Universum überhaupt existiertoder zu existieren scheint, muss es irgendwie vom All ausgehen, muss es eineSchöpfung des Alls sein. Da aber etwas niemals von nichts kommen kann, worauskönnte das All das Universum erschaffen haben? Mehrere Philosophen habendiese Frage beantwortet, indem sie sagten, das All habe das Universum aus sichselbst erschaffen, d. h. aus dem Wesen und der Substanz des Alls. Dies kann abernicht richtig sein, weil das All nicht vermindert und nicht geteilt werden kann, wiewir gesehen haben, und dann - wenn es auch so wäre, wäre nicht jedes Teilchenim Universum sich seines Allseins bewusst ? Das All könnte weder sein Wissenvon sich selbst verlieren, noch wirklich ein Atom oder blinde Kraft oder einniederes lebendes Wesen werden. Manche Menschen, die wußten, dass das Alltatsächlich alles ist, dass aber auch sie, die Menschen, existieren, haben darauskühn den Schluss gezogen, dass sie und das All identisch seien. Zur Freude derMenge und zum Kummer der Weisen erfüllten sie die Lüfte mit ihren Rufen "lchbin Gott". Im Vergleich zu dieser Anmaßung wäre der Anspruch des Atoms "Ichbin Mensch" noch bescheiden zu nennen.Was aber ist dann das Universum, wenn es nicht das All ist, ja nicht einmal vomAll erschaffen wurde, indem dieses sich teilte ? Was sonst kann es sein - woraussonst kann es gemacht worden sein? Dies ist die große Frage. Prüfen wir siesorgfältig.Wir finden, dass uns das Prinzip der Entsprechung (siehe Lektion 2.1) hier zuHilfe kommt. Das alte hermetische Axiom "Wie oben so unten" muss zur Lösungdieser Schwierigkeit herangezogen werden. Bemühen wir uns, einen flüchtigenSchimmer des Wirkens auf höheren Plänen zu erhalten, indem wir unsereneigenen Plan beobachten und prüfen. Das Prinzip der Entsprechung muss sich aufdieses Problem ebenso gut wie auf andere Probleme anwenden lassen.Sehen wir also zu! Wie schafft der Mensch auf seinem eigenen Daseinsplan?Vorerst mag er schaffen, indem er etwas aus äußeren Materialien schafft. Dieskann aber für unser Problem nicht zutreffen, weil es außerhalb des Alls keineMaterialien gibt, aus welchem es es schaffen könnte. Eine zweite Möglichkeit desSchaffens: Der Mensch erzeugt, reproduziert seine Art durch den Vorgang derZeugung, welcher eine Vervielfältigung seines Selbst ist, indem der Mensch einenTeil seiner Substanz auf seine Nachkommenschaft überträgt. Aber auch dieserVorgang kann beim All nicht zutreffen, weil das All weder einen Teil seinesSelbst übertragen und abgeben, noch sich selbst reproduzieren odervervielfältigen kann - im ersten Fall wäre es ein Wegnehmen vorn All, im zweitenFall eine Vervielfältigung des Alls oder ein Hinzufügen zum All. Alle dieseGedanken sind absurd. Gibt es noch eine dritte Art, in welcher der Menscherschafft ? Ja, es gibt eine dritte Art - er schafft mental! Wenn er mental schafft,benützt er keine äußeren Materialien und reproduziert er sich nicht, und dochdurchdringt sein Geist die mentale Schöpfung.Nach dem Prinzip der Entsprechung dürfen wir mit Recht annehmen, dass das Alldas Universum mental schafft, in einem Vorgang, ähnlich dem, in dem derMensch mentale Bilder schafft. Und diese Ansicht der Vernunft stimmt genau mitden Ansichten der Erleuchteten überein, wie sie in deren Lehren und Schriftendargelegt werden. So waren die Lehren der Weisen, so war die Lehre des Hermes.Das All kann nur mental schaffen, ohne Materie zu gebrauchen (und es gibt keine,die gebraucht werden könnte) oder sich selbst zu reproduzieren (was auchunmöglich ist). Dieser vernünftigen Folgerung können wir nicht entgehen, siestimmt ja auch - wie wir schon sagten - mit den höchsten Lehren der Erleuchtetenüberein. Gerade so, wie ein Schüler sein eigenes Universum in seiner eigenenMentalität erschaffen kann, ebenso erschafft das All Universen in seiner eigenenMentalität. Das Universum des Schülers aber ist die mentale Schöpfung einesendlichen Mind, während das Universum des Alls die Schöpfung einesunendlichen Mind ist. Die beiden sind ähnlich in der Art, aber unendlichverschieden im Grad. Fortschreitend werden wir den Vorgang der Schöpfung undManifestation genauer studieren. Das aber müsst ihr schon jetzt festhalten: DasUniversum und alles, was es enthält, ist eine mentale Schöpfung des Alls.Wahrlich alles ist Mind!"Das All schafft in seinem unendlichen Mind zahllose Universen, die durchÄonen bestehen - und doch, für das All ist Erschaffung, Entfaltung, Verfall undTod von Millionen von Universen nicht länger als ein Augenblick."Das Kybalion"Das unendliche Mind des Alls ist der Schoss der Universen."Das KybalionDas Prinzip des Geschlechts (siehe Lektion 2.7 und andere folgende Lektionen)ist auf allen Lebensplänen manifestiert, auf dem materiellen, mentalen undspirituellen. Aber, wie wir schon früher bemerkten, Geschlecht bedeutet nichtSexualität - Sexualität ist nur die materielle Manifestation von Geschlecht.Geschlecht bedeutet "auf Erzeugung oder Schöpfung bezüglich". Und wo immeretwas erzeugt oder erschaffen wird, muss auf allen Plänen - das Prinzip desGeschlechts wirken. Und dies trifft sogar bei der Erschaffung von Universen zu.Nun darf man aber nicht glauben, dass wir lehren wollen, es gäbe einenmännlichen und einen weiblichen Gott oder Schöpfer. Dies wäre nur eineVerdrehung der alten Lehren. Die wahre Lehre ist, dass das All, in sich selbst,über dem Geschlecht steht, wie es auch über jedes andere Gesetz, die Gesetze vonRaum und Zeit inbegriffen, erhaben ist. Das All ist das Gesetz, aus dem dieGesetze hervorgehen, und ist ihm nicht unterworfen. Wenn sich aber das All aufdem Plan der Zeugung oder Schöpfung offenbart, dann handelt es inÜbereinstimmung mit Gesetz und Prinzip, weil es sich auf einem niederenDaseinsplan bewegt. Und folglich manifestiert es das Prinzip des Geschlechts inseinen männlichen und weiblichen Aspekten, natürlich auf dem mentalen Plan.Diese Vorstellung mag manchen Schüler, der zum erstenmal von ihr hört,überraschen, aber alle haben sie tatsächlich in ihrer täglichen Auffassungangenommen. Man spricht von der Vaterschaft Gottes, von der Mutterschaft derNatur - von Gott, dem göttlichen Vater, und von der Natur, der universalen Mutter- und hat so instinktiv das Prinzip des Geschlechts im Universum anerkannt. Oderetwa nicht?Die hermetischen Lehren sprechen aber nicht von einer wirklichen Zweiheit - dasAll ist eins -, die beiden Aspekte sind nur Manifestationsaspekte. Die Lehre ist,dass das vom All manifestierte männliche Prinzip von der wirklichen mentalenErschaffung des Universums gewissermaßen abseits steht. Es projiziert seinenWillen auf das weibliche Prinzip (welches man Natur nennen kann), worauf dasletztere die eigentliche Evolution des Universums beginnt

 

 

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