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Jazzland 013 421-2
Jon Eberson (g), Bugge Wesseltoft (key, synth-b), Tom Erik Antonsen (b), Pal Thowsen (dr), Pal Strangefruit (vinyl), Beate (voc)
Rec. Jänner und August 2000
Es beginnt rockig-funky
im Stile des übermächtigen John Scofield. Wie er ist
auch Eberson Meister eines entspannten Groove, der nichtsdestotrotz einen hohen Dichtegrad
erreichen kann. Bugge Wesseltoft
spielt Keyboards, für Sample-Zusätze sorgt ein gewisser Strangefruit
am Vinyl, auf drei Nummern ist souliger Gesang von
Beate zu hören. Hervorzuheben ist der gelassen grummelnde E-Bass, der den Anker
im abwechslungsreichen Geschehen darstellt. Eberson
selbst drängt sich solistisch nie auf und dient lieber dem Allgemeingeschehen,
großzügig aufgebauten Spannungsbögen, die sich meist auf ruhigem Bluesfeeling mit einem Schuss Funk aufbauen und Zeit haben
sich zu entfalten. Es ist nicht bedeutend, dass es sich um die CD eines
Gitarristen handelt. Aktueller Jazzrock von solider Qualität, offen für neue
Strömungen!
(Stubenrauch)
Celluloid 13692-3 (Ixthuluh)
Lloyd Knibbs (dr), Lloyd Brevett (b), Ken Stewart (key), Johnny Dizzy Moore (tp), Lester Sterling (as), Cedric Brooks (ts), Doreen Schaffer (voc)
Rec. 2001
Die Skatalites
schufen vor nunmehr vierzig Jahren auf Jamaica den Ska, den Vorläufer von Reggae, Dub
und allem, was den heute bei Acidjazz und Remixern so begehrten lockertiefen Groove
hat. Unglaublich, aber wahr: es gibt sie noch, die Skatalites.
Letztes Jahr waren sie auf Tour und haben die vorliegende Studio-CD
aufgenommen. Und die alten Herren grooven, was das
Zeug hält! Wer dabei ruhig sitzen bleiben kann, dem ist nicht mehr zu helfen.
Unbeschwert fröhliche Musik mit netten Bläsersoli und dem „phatten“
Bass; alles lässig und mit viel entspanntem Gefühl. Nette Themen zum Mitsummen;
simpel und dennoch nicht banal; rettungslos altmodisch und doch aktuell. Da
kann man über ein kleines Manko hinweg sehen: auf drei Nummern ist mittelmäßig
schmalzig-dümmlicher Gesang zu hören. Ansonsten besonders empfohlen für die
Sommerparty und fürs Auto.
(Stubenrauch)
Crammed Discs craw 26 (Ixthuluh)
Sussan Deyhim (voc), mit Reggie Workman (b), Bill Laswell
(b, synth), Zakir Hussain (tabla), Hamid Drake (dr, tabla), Aiyb Dieng
(chatan) u.a.
Die Exil-Iranerin Deyhim hat vor Jahren auf ihrer CD „Madman
of God“ Interpretationen persischer Sufimeister
geliefert, die in ihrer spirituellen Verbindung von traditionellem
orientalischem Gesang und Instrumentierung mit westlichen Elementen durchaus
erfolgreich war. Bill Laswell meinte, auch diese
aktuelle Produktion „rekonstruieren“ zu müssen, wie zuvor schon historische
Aufnahmen von Miles Davis, Bob Marley und Carlos Santana. Wer Laswell kennt ist vom Ergebnis nicht überrascht. Er greift
selbst in die Basssaiten und unterlegt die Musik mit seinen bekannt tiefen Grooves. Am anderen Ende des Spektrums ein bisschen der so hippen Tabla-Loops, dazu rockige Drums, mal als hypernervöse Breakbeats, mal cool-relaxed. Weitere Zutaten: Spaciges
E-Piano, ein bisschen Sitar und die stimmungsvollen
akustischen Instrumente der ursprünglichen Fassung. Mit dem richtigen Schuss
exotischer Spiritualität und der sinnlich-himmlischen Stimme ist die neue
Version fertig für den Dancefloor, aber auch fürs Chill-Out. Die Scheibe muss laut gehört werden, damit die
erwünschte Derwisch-mäßige Trance eintreten kann.
Intensiv ist die Sache jedenfalls allemal!
(Stubenrauch)