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Kreuzgassen Achter 1985 auf der Themse beim traditionellen "Head of the River Race"

(Dr.Manfred Stefener, Frank Kirchholtes, Bernhard Kurtz, Dr.Martin Liebeherr, Wolfgang McNichols (geb. Knieke), Dr. Detlef Struck, Gregor Dzialas, Dr.Michael Simons Stm. Dietmar Struck)

Bericht aus der Festschrift "150 Jahre Gymnasium Kreuzgasse" von unserem geschätzten ehemaligen Protektor Horst Espenhahn.

89 Jahre Rudern am Gymnasium Kreuzgasse...

Als im Sommer 1911 der erste Schülerruderverein Köln, „ohne eigenes Haus und Boote zu besitzen“, von dem damaligen Schulleiter des Gymnasiums Kreuzgasse, Herrn Geheimrat Dr. Vogels, ins Leben gerufen wurde, sollten die heranwachsenden Gymnasiasten „vor gefährlichen Ausschweifungen des großstädtischen Lebens geschützt werden“ und, wie ein Erlaß Wilhelm II. vom 27 Januar 1898 sagt, auch „grundsätzlich ferngehalten werden von den Rudervereinen Erwachsener“. Gleichzeitig sollten sie lernen, sich unter Anleitung „eines rudersportlich vorgebildeten Lehrers, eines „Protektors“, selbst zu verwalten, eigene Verantwortung zu tragen und die ihnen anvertrauten Sachwerte zu pflegen.

Bis zum heutigen Tag werden Sachwerte verwaltet, werden die von Spenden der Eltern, ehemaligen Ruderern der Schule oder von Geldern der Stadt und des Landes angeschaffte Boote und der dazugehörenden Skulls und Riemen gepflegt und gehegt.

Unser schwimmendes Bootshaus ist ja leider im Zweiten Weltkrieg, nach einem Bombardement auf die Rodenkirchener Brücke, zerstört worden. Seither bietet das Bootshaus des Kölner Rudervereins von 1877, schon im Jahre 1911 Ausgangspunkt vieler Ruderfahrten auf dem Rhein, den Booten und Ruderern eine Heimat.

Das Rudern auf dem Rhein, verbunden mit Wanderfahrten auf allen deutschen und vielen europäischen Gewässern, als Freizeitsport aufgefaßt und betrieben, wurde in unserem Schülerruderverein stets mit dem Leistungssport verbunden. Die Festschrift „75 Jahre Schülerruderverein Kreuzgasse“, zusammengestellt von unseren ehemaligen Ruderern Oliver Hobelmann und Georg Langen, berichtet, daß schon 1914 auf einer „Offenen Regatta“ gestartet wurde, 1927 ein Achterrennen für Schüler auf dem Rhein in einer Renngemeinschaft mit dem befreundeten Schülerruderverein am Lindenthaler Realgymnasium gewonnen werden konnte und 1935 die Kreuzgässer in einer Achtermannschaft mit der Humboldt-Oberrealschule und den Lindenthalern  auf der westdeutschen Schülerregtta erfolgreich waren, ebenso die Renngemeinschaft Kreuzgasse/Humboldt Gymnasium bei den Jugend Bestenkämpfen 1954 in Duisburg. Die größten Erfolge aber waren zweifellos die Teilnahme von fünf ehemaligen Kreuzgässern an den olympischen Spielen 1952 im Achter des KRV von 1877, die auf der Regattastrecke von Meilathi einen fünften Rang belegten, der Sieg unseres Mädchen-Doppelvierers im Wettkampf „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin 1979 und die vielen Meisterschaften am Ende der 80er Jahre unserer Ausnahmeathletin Sigrid Stefener. Sigrid nahm im Jahre 1987 zusammen mit Ihrer Vereinskameradin Dorothee Buchner bei den Juniorenweltmeisterschaften in Köln-Fühlingen teil und gewann im Achter die Bronzemedaillie. Im Jahr darauf erreichte sie mit Ihrer Bootspartnerin Sylvia Dördelmann aus Waltrop ebenfalls die Bronzemedaillie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Mailand im ungesteuerten Zweier. Zu guter letzt errang sie bei den Weltbestenkämpfen der Junioren im Jahre 1989 in Szeged (Ungarn) im Einer den vierten Platz und wurde im gleichen Jahr als Ersatzruderin im Deutschen Frauenachter Fünfte bei den Weltmeisterschaften in Villach.

Sigrid Stefener (rechts) und Sylvia Dördelmann (RV Waltrop): Eichkranzsieger 1988 im SF 2- in München

Wanderfahrten mit dem Ruderboot waren allzeit beliebt. Eine dieser Fahren hebt die Chronik besonders hervor, weil sie wohl die längste Wanderfahrt des RVK überhaupt gewesen ist: Bamberg-Koblenz (moselaufwärts) - Conz a.d. Saar – Köln = 1000 Km!

Und dies alles im gesteuerten Doppelzweier. Mosel, Lahn, Main, Neckar und der Rhein zählen zu unseren Hausstrecken, dreimal sind Schüler und Ehemalige aber auch von Regensburg nach Wien auf der Donau gerudert. Diese Fahrten mit Ehemaligen und den Aktivitas sind nun wieder erblüht. Der Anfang eines Erlebnisberichtes über eine Mosel-Wanderfahrt aus dem Jahre 1990 soll dies belegen: „Dieses Jahr fuhren wir mit 47 Leuten im Alter von 12 bis 70 Jahren und neun Booten (7 Vierer, 1 Dreier, 1 Achter). Von den 47 Teilnehmern schliefen sechs „alte Herren“ in Hotels, der Rest in Sardinenbüchsen (Vereinshäusern)“. Im folgenden Jahr gab es ein fröhliches Wiedersehen.

Von den wohl mehr als zweitausend Schülern des Gymnasiums Kreuzgasse, die in ihrer Jugend das Rudern erlernt und betrieben haben, sind mehrere Hundert ein Leben lang dem Verein zur Förderung des Schülerruderns treu geblieben und haben somit zum RV Kreuzgasse und ihrer alten Schule den Kontakt gehalten. Dieser Verein unterstützt die Aktiven tatkräftig, es wird gespendet, gefördert, mit gerudert, der Gedanke an die meist fröhliche Schülerzeit wachgehalten.

Seit dem Gründungsjahr 1911 haben sich Schulleiter, Lehrer und später auch ehemalige Ruderer der Schule für den RV Kreuzgasse eingesetzt. Vor mehr als 30 Jahren wurde ein „junger, sportfreudiger Assessor“ vom damaligem Chef, Herrn Dr. van der Lieck, nur zur Kreuzgasse geholt, weil er den Schülerruderverein als Protektor zu übernehmen bereit war. Auch sein Nachfolger, Herr Dr. Kelmes, schenkte dem Ruderverein seine Aufmerksamkeit und Liebe. Er ist mit seinen Schülern auf dem Rhein gerudert und hat auf der Regatta zum 75jährigen Bestehen des RV Kreuzgasse einen „Lehrervierer“ erfolgreich über die Ziellinie gesteuert.

„Der Schülerruderverein am Gymnasium Kreuzgasse“, so ein Zitat des ersten Protektors, Herrn  Dr. Giesen, aus dem Jubiläumsjahr 1961, „kann stolz auf seine tadellose Vergangenheit hinweisen und vertrauensvoll in die Zukunft blicken“.

Auch 1992 behauptet sich der Verein, hat mehr als 40 Mitglieder, bildet jährlich viele Ruderer aller Jahrgänge aus, geht auf Wanderfahrt, beteiligt sich an vielen Regatten und sieht den kommenden Jahren frohes Mutes entgegen. Ad multos annos!

(Horst Espenhahn, mittlerweile pensionierter Ehrenprotektor)

 

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Stand: 21. Mai 2001
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