Seit Jahrhunderten tobt ein gnadenloser Krieg zwischen den mondänen Vampiren und den wilden Werwölfen, dessen Ursprünge im frühen Mittelalter verborgen liegen und nun in der Neuzeit im Untergrund der Städte mit modernsten Waffen ausgetragen werden. Die schöne Vampirin Selene (Kate Beckinsale) kämpft leidenschaftlich an vorderster Front, den ihre Familie wurde einst von Werwölfen ausgelöscht. Nun streift sie Nacht für Nacht durch die Strassen auf der Jagd nach ihren Erzfeinden. Eines Nachts entdeckt sie, dass eine Gruppe Werwölfe ganz gezielt einen gewöhnlichen Menschen (Scott Speedman) verfolgt. Doch wer ist dieser Fremde, der ihre Feinde so zu interessieren scheint, dass sogar Lucian (Michael Sheen), der Anführer der Werwölfe aus dem Untergrund auftaucht? Gegen den Befehl ihres Clanchefs Kraven beschliesst sie den Fremden zu suchen, den sie ahnt, dass er eine wichtige Rolle in diesem Krieg spielen wird.
Ein Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen – das hört sich zunächst mal wie Horror-Kitsch im Quadrat an, doch Regisseur Len Wiseman hat diese Kreaturen bewusst von den gängigen Klischees entfernt, ihre Entstehung eher im wissenschaftlichen als im mystischen Bereich angeordnet und den Ursprung ihrer Kriege in eine in sich glaubwürdige Geschichte mit familien- und gesellschaftspolitischer Komponenten verpackt. Während zu Beginn der Zuschauer mit Spannung mitverfolgt, wie Selene nach und nach diese Hintergründe aufdeckt, nehmen in der zweiten Hälfte blutige Kämpfe überhand. Die Story wird von den visuellen Effekten zurückgedrängt und wird verworren und zum Teil unglaubwürdig. Zum Schluss bleiben so viele Fragen offen, dass es den Anschein macht, die Filmemacher wollten sich die Option offen halten noch eine Fortsetzung zu drehen. Schade, aus diesen Ideen hätte man mehr machen können.
Underworld ist ein stimmungsvoller, düsterer Action/Horror-Film, der leider nicht sein volles Potential entfalten konnte, aber dennoch sehenswert ist.
êêê