In einem kleinen Dorf an der Küste Islands besitzt Thordur (Gunnar
Eyjolfsson) einen Fischverarbeitungsbetrieb und ist somit der wichtigste
Arbeitgeber der Region. Patriarchalisch führt er sowohl Firma wie auch Familie.
Doch spürt er das Alter und möchte nun die Nachfolge regeln und den Betrieb an
seine Kinder übergeben. Zu diesem Zweck ruft er seine zwei Söhne Haraldur
(Sigurdur Skulason), der bereits im Betrieb arbeitet, und Agust (Hilmir Snaer
Gudnason), der in Frankreich studieren sollte, sowie seine Tochter Ragnheidur
(Gudrun Gisladottir) die mittlerweile in Reykjavik wohnt, zu sich.
Die Wiedersehensfreude scheint zunächst ungetrübt, doch unter der
scheinbaren Familienidylle kommen bald schon alte ungelöste Konflikte hervor.
Und als die Kinder die Firmenführung ablehnen und stattdessen Thordur drängen
den Betrieb zu verkaufen (wobei jeder schon Vorstellungen hat, was er mit
seinem Teil anfängt), entflammt ein heftiger Streit, der wahrhaftig in einem
Grossbrand endet.
Die Fischerei, Islands wichtigster Wirtschaftszweig, befindet sich im
Wandel und führt auch im Land und der Bevölkerung zu Veränderungen und
Unsicherheit. Regisseur Baltasar Kormakur (101 Reykjavik) hat nun dieses Thema
aufgegriffen und als Hintergrund für sein neustes Werk verwendet. Im
Familienkonflikt spiegelt sich dann auch der Gesellschaftskonflikt zwischen
dem traditionellen und dem modernen Island wieder. „The Sea“ ist ein
intelligentes und packendes Familiendrama, grandios verfilmt mit hervorragenden
Schauspielern. Sehenswert!
êêêê