Europameisterschaft 2004  

Gruppe B


Gruppe B hat mit Titelverteidiger Frankreich einen klaren Favoriten, dahinter ist alles möglich

Frankreich tritt in Portugal als Titelverteidiger an. Trotz der Blamage an der letzten WM gehen die Franzosen als Favorit in das Turnier. Eine souveräne Qualifikation und eine einzige Niederlage seit Juli 2002 sprechen für sich. Die Mannschaft ist auf allen Positionen mehrfach stark besetzt und die Abgänge einiger Schlüsselspieler nach der Euro 2000 (Blanc, Deschamps, Petit) sollte in Zwischenzeit mehr als kompensiert sein. Ein Fragezeichen sehe ich allerdings noch im Tor; Barthez war in letzter Zeit nicht mehr so souverän, allerdings hat er sich auf grosse Turniere immer gesteigert. Ansonsten steht mit Grégory Coupet von Lyon ein valabler Ersatz bereit.

England zählt ebenfalls zu den grossen Mannschaften Europas und wird wiederum als Mitfavorit gehandelt. Allerdings versagen die Nerven der Engländer ebenso häufig. Die Mannschaft hat sicherlich einiges Potential ist aber auch unkonstant. Die Defensive ist durch einige Ausfälle geschwächt, dafür sind alle Offensivstars an Bord. Ein Problem Englands ist jedoch die Abhängigkeit von der Genialität einiger weniger Spieler (Beckham, Scoles, Owen). Doch sieht es aus als zeige deren Formkurve nach oben.

Kroatien ist nach der Überalterung des Starensembles von 1998 in einem Umbruch. Otto Baric hat eine neue junge Mannschaft aufgebaut, die über weniger Genialität und Spielwitz verfügt als beim Dritten Platz an der WM in Frankreich, dafür ist die jetztige Mannschaft ausgeglichener und disziplinierter. Eventuell mangelt es den Kroaten noch an Erfahrung, doch Trainerfuchs Baric weiss seine Mannschaft optimal vorzubereiten. Kroatien wird nicht zu unterschätzen sein.

Mein Herz schlägt natürlich für die Schweiz, dennoch habe ich bis zu letzt dieser Mannschaft nicht wirklich die Qualifikation zugetraut. Zu unmotiviert, zu naiv haben sie zum Teil in Testspielen ausgesehen. Dennoch haben die Schweizer in wichtigen Spielen konzentriert gearbeitet und Effizienz bewiesen. Ein Problem der Schweiz wird die mangelnde Leistungsdichte im Kader sein. Der Ausfall eines Schüsselspielers vie Hakan Yakin oder Alex Frei wäre kaum zu kompensieren. Auch mental ist die Nati eine Wundertüte, eine Sensation wäre möglich (Kroatien und England liegen in Reichweite) aber auch die Heimreise mit Null Punkten ist nicht unwahrscheinlich.

Fazit:
Die Schweiz und Kroatien dürfen beide das erste Spiel nicht verlieren und spielen daher unentschieden, während Frankreich England schlägt. Im zweiten Spiel stehen die Engländer bereits mit dem Rücken zur Wand und spielen gegen die Schweiz nervös, so dass auch dieses Spiel unentschieden endet, Frankreich schlägt auch Kroatien. Vor dem letzten Spiel ist Frankreich bereits Gruppensieger und spielt gegen die Schweiz mit der B-Elf, was die Schweizer jedoch nicht nutzen können und maximal ein Unentschieden erreichen. England und Kroatien spielen um den zweiten Platz, alles ist möglich, aber Beckham bringt die Entscheidung für England.

1. Frankreich
2. England
3. Schweiz
4. Kroatien.



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