Privoxy wird auf der offiziellen Privoxy-Homepage (http://www.privoxy.org/) als ``Privacy Enhancing Proxy'' (=''privatsphärenerweiternder Proxy'') beworben. Als sichbarer und erwünschenwerter Nebeneffekt ersetzt Privoxy Werbe-Banner und -Popups durch leere Bilder, verhindert das Speichern von ungewollten Cookies (kleine Datenpakete, mit denen eine Website einen bestimmten Surfer wiedererkennen kann) und verhindert die Anzeige von sogenannten Web-Bugs (das sind 1x1 Pixel große Bilder, die dazu benutzt werden, um das Surfverhalten von Benutzern auszuspähen).
Privoxy kann, während es läuft, ganz einfach über ein Webinterface konfiguriert und (de)aktiviert werden. Dieses Webinterface findet sich unter http://config.privoxy.org/ oder http://p.p/.
Privoxy ist eine konsequente Weiterentwicklung des Internet Junkbusters, der
bis Version 2.1.0 in diesem Paket (http://www.junkbuster.com/) enthalten
war.
Die wichtigste Neuerung ist, dass alle Regeln für die Filterung in der zentralen
Datei default.action definiert werden. Diese befindet sich bei FLI4L im
Verzeichnis /etc/privoxy. Der große Vorteil an dieser Methode ist, dass
sich neue Versionen dieser Datei seperat von
http://sourceforge.net/projects/ijbswa/files/
herunterladen lassen. So kann jeder FLI4L-Benutzer die Datei selbst auf dem
neusten Stand halten, ohne auf Updates von FLI4L angewiesen zu sein. (Momentan
befindet sich die Version 1.8 dieser Datei im Paket.)
Fügt dem httpd-Menü einen Privoxy-Abschnitt hinzu.
Gibt die Anzahl der Privoxy-Instanzen an, die gestartet werden sollen.
Hier werden die IP-Adressen oder symbolischen Namen inklusive der Portnummer der Interfaces angegeben, auf denen Privoxy auf Verbindungen von Clients horchen soll. Es ist eine gute Idee, hier nur die Adressen der Interfaces anzugeben, denen man vertraut, da alle Rechner vollen Zugriff auf Privoxy haben (und auf den eventuell aktivierten Konfigurations-Editor). In der Regel ist die Vorgabe IP_NET_1_IPADDR:8118 sinnvoll.
Auf hier angegebenen Adressen lauscht Privoxy und bietet seine Dienste an. 8118 ist der Standard-Port. Die Angabe hier muss man dann bei der Proxy-Konfiguration des jeweils verwendeten Internet-Browsers benutzen. Weitere Informationen zur Konfiguration von Internet Explorer und Netscape Navigator auf
Als Proxy beim jeweiligen Browser muss der fli4l-Rechner angegeben werden, also das, was man bei HOSTNAME='fli4l' angegeben hat bzw. dessen IP (z.B 192.168.6.1), die man bei HOST_x_IP='192.168.6.1' angegeben hat. Zusammen mit dieser Port-Angabe hier hat man dann alle nötigen Daten, um seinen Webbrowser für die Nutzung von Privoxy zu konfigurieren.
Gibt die Anzahl der Listeneinträge an.
Die Liste der Netze und/oder IP-Adressen für die der Paketfilter geöffnet wird. Sinnvoll ist hier auch wieder die Vorgabe IP_NET_1.
Möchte man zusätzlich zu Privoxy einen weiteren HTTP Proxy verwenden, der dann z.B. auch Webseiten zwischenspeichert, so kann man den hier angeben. Privoxy bedient sich dann dieses Proxys. So kann man die Vorteile mehrerer Proxys nutzen. Ein Eintrag könnte so aussehen:
PRIVOXY_1_HTTP_PROXY='mein.provider.de:8000'
Die Angabe ist optional.
Möchte man zusätzlich zu Privoxy einen weiteren SOCKS Proxy verwenden, kann man den hier angeben. Um die Privatspähre weiter zu erhöhen kann der Datenverkehr vom Privoxy beispielsweise durch das Tor Netzwerk geschickt werden. Für weitere Details zu Tor lesen Sie in der Tor Dokumentation weiter. Ein Eintrag für dei Nutzung von Tor könnte so aussehen:
PRIVOXY_x_SOCKS_PROXY='127.0.0.1:9050'
Die Angabe ist optional.
Diese Option aktiviert die Möglichkeit, den Proxy über das Webinterface ein- bzw. auszuschalten. Wird Privoxy ausgeschaltet, wirkt er als einfacher Forwarding-Proxy und ändert den Inhalt der übertragenen Seiten in keinster Weise. Es ist zu beachten, daß diese Einstellung für ALLE Benutzer des Proxys gilt, d.h. wenn ein Benutzer Privoxy abschaltet, ist Privoxy auch für die anderen Nutzer nur noch ein Weiterleitungs-Proxy.
Diese Option ermöglicht den Benutzern des Proxys die interaktive Bearbeitung der Konfiguration über das Privoxy-Webinterface. Für weitere Details bitte ich auch hier, die Privoxy-Dokumentation zu konsultieren.
Mit dieser Option kann ein Logverzeichnis für Privoxy angegeben werden. Dies kann z.B. dann sinnvoll sein, wenn Website-Zugriffe der Benutzer geloggt werden sollen. Wird hier nichts angegeben (Standard), dann loggt nur die wichtigsten Meldungen auf die Konsole und ignoriert PRIVOXY_LOGLEVEL.
Diese Option gibt an, was Privoxy in die Logdatei schreiben soll. Folgende Werte sind möglich, sie können durch Leerstelle getrennt angegeben werden, man kann sie aber auch addieren.
| Wert | Was wird geloggt? |
| 1 | Jeden Request (GET/POST/CONNECT) ausgeben. |
| 2 | Status jeder Verbindung ausgeben |
| 4 | I/O-Status anzeigen |
| 8 | Header-Parsing anzeigen |
| 16 | Alle Daten loggen |
| 32 | Force-Feature debuggen |
| 64 | reguläre Ausdrücke debuggen |
| 128 | schnelle Weiterleitungen debuggen |
| 256 | GIF De-Animation debuggen |
| 512 | Common Log Format (zur Logfile-Analyse) |
| 1024 | Popup-Kill-Funktion debuggen |
| 2048 | Zugriffe auf den eingebauten Webserver loggen |
| 4096 | Startmeldungen und Warnungen |
| 8192 | Nicht-fatale Fehler |
Um eine Logdatei im Common Logfile Format zu erstellen, sollte NUR der Wert 512 angegeben werden, da sonst die Logdatei durch andere Meldungen ``verschmutzt'' wird und somit nicht mehr problemlos ausgewertet werden kann.
Privoxy bietet sehr viele Konfigurationsmöglichkeiten. Diese können aber aus verständlichen Gründen nicht alle durch die Konfigurations-Datei von fli4l abgedeckt werden. Sehr viele dieser Optionen können im Webinterface von Privoxy eingestellt werden. Genauere Infos über den Aufbau dieser Dateien gibt es auf der Privoxy-Homepage. Die Konfigurationsdateien von Privoxy liegen unter <FLI4L-Verzeichnis>/opt/etc/privoxy/. Es handelt sich hierbei um die Orginal-Dateien aus dem Privoxy-Paket, allerdings wurden, um Platz zu sparen, alle Kommentare entfernt.
Tor ist ein Werkzeug für eine Vielzahl von Organisationen und Menschen, die ihren Schutz und ihre Sicherheit im Internet verbessern wollen. Die Nutzung von Tor hilft Ihnen, das Browsen und Veröffentlichen im Web, Instantmessaging, IRC, SSH und anderen TCP basierende Anwendungen zu anonymisieren. Weiterhin bietet Tor eine Plattform auf der Softwareentwickler neue Anwendungen schaffen können die zu mehr Anonymität, Sicherheit und zum Schutz der Privatsphäre beitragen.
https://www.torproject.org/index.html.de
Hier werden die IP-Adressen oder symbolischen Namen inklusive der Portnummer der Interfaces angegeben, auf denen Tor auf Verbindungen von Clients horchen soll. Es ist eine gute Idee, hier nur die Adressen der Interfaces anzugeben, denen man vertraut, da alle Rechner vollen Zugriff auf Tor haben (und auf den eventuell aktivierten Konfigurations-Editor). In der Regel ist die Vorgabe IP_NET_1_IPADDR:9050 sinnvoll.
Auf hier angegebenen Adressen lauscht Tor und bietet seine Dienste an. 9050 ist der Standard-Port. Die Angabe hier muss man dann bei der Proxy-Konfiguration des jeweils verwendeten Programms benutzen.
Als Proxy beim jeweiligen Programm muss der fli4l-Rechner angegeben werden, also das, was man bei HOSTNAME='fli4l' angegeben hat bzw. dessen IP (z.B 192.168.6.1), die man bei HOST_x_IP='192.168.6.1' angegeben hat. Zusammen mit dieser Port-Angabe hier hat man dann alle nötigen Daten, um sein Programm für die Nutzung von Tor zu konfigurieren.
Gibt die Anzahl der Listeneinträge an.
Die Liste der Netze und/oder IP-Adressen für die der Paketfilter geöffnet wird. Sinnvoll ist hier auch wieder die Vorgabe IP_NET_1.
Hier kann angegeben werden auf welchem TCP Port Tor einen Kontrollzugang über das Tor Control Protocol öffnen soll. Die Angabe ist optional. Wird nichts angegeben wird diese Funktion deaktiviert.
Hier kann ein Passwort für den Kontrollzugang angegeben werden.
Diese Angabe ist optional. Wird nichts angegeben, wird der Standardordner /etc/tor verwendet
Soll Tor die Anfragen an einen HTTP-Proxy weiterleiten, kann man den hier angeben. Tor bedient sich dann dieses Proxys. So kann man die Vorteile mehrerer Proxys nutzen. Ein Eintrag könnte so aussehen:
TOR_HTTP_PROXY='mein.provider.de:8000'
Die Angabe ist optional.
Eine eventuell notwendige Authentifizierung für den Proxy kann hier in der Form Benutzername:Passwort eingetragen werden.
Hier kann ein HTTPS-Proxy eingetragen werden. Siehe dazu auch TOR_HTTP_PROXY.
Siehe dazu TOR_HTTP_PROXY_AUTH.
Diese Option gibt an, was Tor in die Logdatei schreiben soll. Folgende Werte sind möglich: debug, info, notice, warn oder err Die Werte debug und info sollten aus Sicherheitsgründen möglichst nicht verwendet werden.
Falls Tor statt ins syslog in eine Datei loggen soll, kann diese hier angegeben werden.
Für einige Programm wird ein Socks-Proxy benötigt. SS5 stellt diese Funktionalität bereit.
Hier werden die IP-Adressen oder symbolischen Namen inklusive der Portnummer der Interfaces angegeben, auf denen SS5 auf Verbindungen von Clients horchen soll. Es ist eine gute Idee, hier nur die Adressen der Interfaces anzugeben, denen man vertraut, da alle Rechner vollen Zugriff auf SS5 haben (und auf den eventuell aktivierten Konfigurations-Editor). In der Regel ist die Vorgabe IP_NET_1_IPADDR:8050 sinnvoll.
Auf hier angegebenen Adressen lauscht SS5 und bietet seine Dienste an. 8050 ist der Standard-Port. Die Angabe hier muss man dann bei der Proxy-Konfiguration des jeweils verwendeten Programms benutzen.
Als Proxy beim jeweiligen Programm muss der fli4l-Rechner angegeben werden, also das, was man bei HOSTNAME='fli4l' angegeben hat bzw. dessen IP (z.B 192.168.6.1), die man bei HOST_x_IP='192.168.6.1' angegeben hat. Zusammen mit dieser Port-Angabe hier hat man dann alle nötigen Daten, um sein Programm für die Nutzung von SS5 zu konfigurieren.
Gibt die Anzahl der Listeneinträge an.
Die Liste der Netze und/oder IP-Adressen für die der Paketfilter geöffnet wird. Sinnvoll ist hier auch wieder die Vorgabe IP_NET_1.
Transproxy ist ein ,,transparenter'' Proxy, also ein Programm, dass es ermöglicht, alle HTTP-Abfragen, die über den Router laufen, abzufangen und an einen normalen HTTP-Proxy, z.B. Privoxy, weiterzuleiten. Um diese Funktionalität zu erreichen, muss der Paketfilter HTTP-Anfragen, die eigentlich ins Internet gehen sollen, an Transproxy weiterreichen, welcher diese weiter aufbereitet und an den anderen HTTP-Proxy weitergibt. iptables bietet zur Unterstützung dieser Funktion die Aktion ,,REDIRECT'':
PF_PREROUTING_1='tmpl:http IP_NET_1 REDIRECT:8081'
Diese Regel würde alle HTTP-Pakete aus dem ersten definierten Netz (normalerweise das interne LAN) an Transproxy auf Port 8081 weiterleiten.
Hier werden die IP-Adressen oder symbolischen Namen inklusive der Portnummer der Interfaces angegeben, auf denen Transproxy auf Verbindungen von Clients horchen soll. Hier müssen alle Interfaces angegeben werden, für die im Paketfilter Pakete auf Transproxy umgelenkt werden. Mit der Vorgabeeinstellung any:8081 hört Transproxy auf allen Interfaces.
Mit diesen Optionen wird festgelegt, an welchen Dienst eingehende HTTP-Anfragen umgeleitet werden. Dies kann ein beliebiger Standard-HTTP-Proxy (Squid, Privoxy, Apache, etc.) auf einem beliebigen anderen Rechner (oder auch auf fli4l selbst) sein. Hier ist darauf zu achten, dass der Proxy sich nicht im Bereich der durch den Paketfilter umgeleiteten HTTP-Anfragen befindet, da sonst eine Schleife entsteht.
Die Liste der Netze und/oder IP-Adressen für die der Paketfilter geöffnet wird. Dies sollte die gleichen Netze abdecken, die auch im Paketfilter umgeleitet werden. Werden hier keine Bereiche angegeben, müssen die Angaben von Hand in der Paketfilter-Konfiguation vorgenommen werden.