Archiv links- und rätekommunistischer Texte

Paul Mattick, Bolschewismus und Stalinismus

Erstmals erschienen in der amerikanischen Zeitschrift "Politics" M�rz 1947; �bersetzung von J�rg-Anselm Asseyer, erschienen in Willy Huhn "Trotzki - der gescheiterte Stalin", Karin Kramer Verlag, Berlin 1973.

1.Bolschewismus und Stalinismus
2.Konkurrenten um die Macht
3.Die Bolschewisten und die Spontaneit�r der Massen
4.Die Partei"maschinerie"
5.Trotzki, ein Apologet des Stalinismus
6.Das Resultat: Staatskapitalismus

1.Bolschewismus und Stalinismus

Der angebliche Zweck der Stalin-Biographie Trotzkis (Leo Trotzki: Stalin. Eine Biographie. Erstver�ffentlichung 1946 in englisch, USA; geschrieben 1940, z.T. fragmentarisch geblieben wegen Ermordung. Neu ver�ffentlicht bei Rororo, Texte des Sozialismus und Anarchismus - Nr. 284/85) besteht darin, zu zeigen, "wie eine Pers�nlichkeit dieser Art sich herausbildete und wie sie durch widerrechtliche Aneignung zu einer solchen Ausnahmestellung gelangte". Der wahre Zweck des Buches ist jedoch, zu zeigen, warum Trotzki die Machtstellung, die er zeitweilig innehatte, verlor und warum er - Trotzki - eher als Stalin Lenins Nachfolger h�tte sein sollen. Vor Lenins Tod hie� es gew�hnlich: "Lenin und Trotzki"; Stalins Name hatte ohne Ausnahme nahe oder vollkommen am Ende der Liste der f�hrenden Bolschewiki gestanden. Bei einer Gelegenheit hatte Lenin sogar vorgeschlagen, seine eigene Unterschrift hinter die Trotzkis zu setzen. Kurzum, das Buch hilft erkl�ren, warum Trotzki der Ansicht war, "da� er der nat�rliche Nachfolger Lenins sei", und das Buch ist in der Tat eine Biographie von beiden, von Stalin und auch von Trotzki.

Alle Anf�nge sind nat�rlich klein, und der Bolschewismus Lenins und Trotzkis unterscheidet sich vom heutigen Stalinismus ebenso, wie Hitlers brauner Terror von 1933 von dem Nationalsozialismus des zweiten Weltkrieges verschieden war. Da� es im "Arsenal" des Stalinismus nichts gibt, was nicht auch in dem Lenins und Trotzkis gefunden werden k�nnte, das wird durch die fr�hen Schriften Trotzkis selbst bezeugt. So stellte Trotzki - wie Stalin - Zwangsarbeit als ein "sozialistisches Prinzip" vor. Ebenso war auch er davon �berzeugt, da� kein ernsthafter Sozialist dem Arbeiterstaat das Recht streitig machen w�rde, seine Hand an den Arbeiter zu legen, der sich weigere, seine Arbeitskraft zur Verf�gung zu stellen. Es war Trotzki, der sich beeilte, den "sozialistischen Charakter" der Ungleichheit zu betonen, da - wie er sagte � "diejenigen Arbeiter, die mehr f�r das Allgemeininteresse als andere t�ten, dadurch das Recht auf einen gr��eren Anteil am Sozialprodukt erhielten als die Faulen, die Nachl�ssigen und die Saboteure". Er - Trotzki - war der �berzeugung, da� alles getan werden m�sse, "um die Entwicklung der Rivalit�t in der Sph�re der Produktion zu unterst�tzen

Selbstredend war dies alles als das "sozialistische Prinzip" der "�bergangsperiode" gedacht. Es werde durch objektive Schwierigkeiten auf dem Wege der vollst�ndigen Sozialisierung erzwungen. Es sei nicht das Verlangen, sondern die Notwendigkeit da, die Parteidiktatur zu verst�rken, bis sie zur Abschaffung selbst solcher Handlungsfreiheiten f�hrte, die in der einen oder anderen Form durch den b�rgerlichen Staat gew�hrt sind. Jedoch auch Stalin kann die "Notwendigkeit" als Entschuldigung anf�hren.

Um andere Argumente gegen den Stalinismus als seine pers�nliche Antipathie gegen einen Konkurrenten in partei- internen K�mpfen zu finden, war Trotzki gezwungen, politische Differenzen zwischen sich selbst und Stalin sowie zwischen Stalin und Lenin zu entdecken, um seine Behauptung st�tzen zu k�nnen, da� die Dinge ohne Stalin in Ru�land und sonstwo anders gelaufen w�ren.

Es konnte gar keine "theoretischen" Differenzen zwischen Lenin und Stalin geben, da das einzige theoretische Werk, das den Namen des letzteren tr�gt, von Lenin inspiriert und unter dessen direkter Kontrolle entstanden war. Und wenn Stalins "Naturell" die zentralisierte Parteimaschine "erheischte", so war es doch Lenin, der den perfekten Apparat f�r ihn konstruierte, so da� auch in dieser Hinsicht keine Unterschiede aufkommen konnten. In der Tat war Stalin, solange Lenin aktiv war, kein Hindernis f�r letzteren, wie unbequem auch immer er f�r die "Nummer zwei der Bolschewiki" gewesen sein mag.

Dennoch mu� ein Unterschied zwischen Leninismus und Stalinismus bestehen, um Trotzkis sogenannten "Sowjetischen Thermidor" zu erkl�ren; vorausgesetzt nat�rlich, da� es einen solchen Thermidor �berhaupt gegeben hat. Zu diesen Punkt hat Trotzki vier verschiedene Versionen dar�ber geliefert, wann er - der Thermidor - stattgefunden haben soll; aber in seiner Stalin-Biographie umgeht er die Frage des Zeitpunktes zugunsten der simplen Feststellung, da� dieses Problem etwas mit den "wachsenden Privilegien f�r die B�rokratie" zu tun habe. Das bringt uns jedoch nur zur fr�hen Periode der bolschewistischen Diktatur zur�ck, welche Lenin und Trotzki gleicherma�en damit besch�ftigt fand, die Staatsb�rokratie zu schaffen und ihre Effizienz durch Vermehrung ihrer Privilegien zu erh�hen .

2.Konkurrenten um die Macht

Die Tatsache, da� der unerbittliche Machtkampf erst nach Lenins Tod ans Licht der �ffentlichkeit gelangte, l��t etwas anderes vermuten als den sowjetischen Thermidor. Sie zeigt klar an, da� zu dieser Zeit der bolschewistische Staat stark genug oder in einer solchen Position war, da� er bis zu einem gewissen Grad sowohl den russischen Massen als auch der internationalen Bourgeoisie Nichtbeachtung schenken konnte. Die aufsteigende B�rokratie begann, sich sicher zu f�hlen, da� Ru�land ganz und gar ihr geh�re; der Kampf um die "Rosinen" der Revolution trat in seine allgemeinere und ernstere Phase.

Alle Gegner in diesem Kampf betonten die Notwendigkeit der Diktatur angesichts der ungel�sten Widerspr�che zwischen "Arbeitern" und "Bauern", der �konomischen und technologischen R�ckst�ndigkeit des Landes in ganzen und der fortw�hrenden Gefahr eines Angriffs von au�en. Aber im Rahmen dieser Errichtung der Diktatur konnten alle m�glichen Argumente vorgebracht werden. Der Machtkampf der sich entfaltenden herrschenden Klasse dr�ckte sich in politischen Programmen aus: f�r oder gegen die Interessen der Bauern, f�r oder gegen die Beschr�nkung der Betriebsr�te, f�r oder gegen eine offensivere Politik auf internationaler Ebene. Hochtrabende Theorien wurden aufgestellt mit R�cksicht auf das Wohlwollen der Bauernschaft. die Beziehung zwischen B�rokratie und Revolution, die Frage der Rolle der Partei, und sie erreichten ihren H�hepunkt in der Trotzki-Stalin-Kontroverse �ber die "permanente Revolution" und in der Theorie des "Sozialismus in einen Land".

Es ist sehr gut m�glich, da� die Streitenden an ihre eigenen Phrasen geglaubt haben; jedoch handelten sie alle - trotz ihrer theoretischen Differenzierungen - gleich, wenn sie es mit einer realen Situation zu tun hatten. Um ihren eigenen Bed�rfnissen nachzukommen, dr�ckten sie nat�rlich dieselben Sachverhalte mit verschiedenen Begriffen aus. Wenn Trotzki zur Front eilt - zu allen Fronten -, verteidigt er nur das Vaterland. Stalin dagegen wird zur Front "hingezogen, weil er hier zum ersten Male mit der vollendetsten Verwaltungsmaschinerie, der Milit�rmaschine arbeiten konnte", f�r die Trotzki ansonsten das sei nebenbei gesagt - alle Ehre beansprucht. Wenn Trotzki f�r Disziplin pl�diert, dann zeigt er seine "harte Hand"; wenn Stalin dasselbe tut, handelt er plump. Wenn die blutige Unterdr�ckung der Rebellion von Kronstadt eine ",tragische Notwendigkeit" war, ist Stalins Niederschlagung der georgischen Unabh�ngigkeitsbewegung gleichzusetzen mit der Art eines "gro�russischen Russifizierers, der r�cksichtslos �ber die Rechte seines eigenen Volkes als Nation hinweggeht". Und umgekehrt: von Trotzki gemachte Vorschl�ge wurden von Stalins Parteig�ngern falsch und konterrevolution�r genannt; wenn sie jedoch unter Stalins Schirmherrschaft ausgef�hrt wurden, z�hlten sie bald als zus�tzlicher Beweis der Weisheit des gro�en F�hrers.

Um den Bolschewismus und in einem engeren Sinne den Stalinismus verstehen zu k�nnen, reicht es nicht aus, die k�nstlichen und oftmals d�nnlichen Kontroversen zwischen Stalinisten und Trotzkisten zu verfolgen. Im Grunde umfa�t die russische Revolution mehr als nur die bolschewistische Partei. Sie - die russische Revolution - wurde sogar nicht einmal von organisierten politischen Gruppen initiiert, sondern sie entstand durch spontane Massenreaktionen auf den Niedergang eines schon unsicheren �konomischen Systems angesichts der milit�rischen Niederlage. Die Februar-Aufst�nde begannen mit Hungerrevolten auf den Marktpl�tzen, Proteststreiks in den Fabriken und den spontanen Solidarit�tserkl�rungen mit den Meuterern unter den Soldaten. Aber alle spontanen Bewegungen in der modernen Geschichte wurden begleitet von organisierten Kr�ften. Sobald der Zusammenbruch des Zarismus drohte, betraten Organisationen die Szene mit Parolen und bestimmten politischen Zielen.

Wenn Lenin vor der Revolution Organisation st�rker als Spontaneit�t betont hatte, so lag das an den r�ckst�ndigen Bedingungen in Ru�land, welche spontanen Bewegungen einen r�ckst�ndigen Charakter verliehen. Selbst die politisch fortgeschrittenen Gruppen boten nur beschr�nkte Programme an. Die Industriearbeiter verlangten nach kapitalistischen Reformen �hnlich denen, derer sich die Arbeiter in den kapitalistisch entwickelteren L�ndern erfreuten. Die Kleinbourgeoisie und wichtige Schichten der Kapitalistenklasse wollten eine westliche b�rgerliche Demokratie. Die Bauern forderten Land in einer kapitalistischen Landwirtschaft. Obwohl fortschrittlich f�r Ru�land, waren diese Forderungen doch die Essenz der b�rgerlichen Revolution .

Die neue liberale Februar-Regierung versuchte, den Krieg fortzusetzen. Aber es waren gerade die Bedingungen des Krieges, wogegen die Massen rebellierten. Alle Reformversprechen innerhalb des f�r Ru�land gegebenen Rahmens die ser Zeit und innerhalb der imperialistischen Machtbeziehungen mu�ten leere Phrasen bleiben; es gab keine M�glichkeit, die spontanen Bewegungen in die von der Regierung gew�nschten Kan�le zu lenken. In einem neuen Aufstand kamen die Bolschewisten zur Macht, nicht auf dem Wege einer "zweiten Revolutiont', sondern durch einen erzwungenen Regierungswechsel. Diese Machtergreifung wurde erleichtert durch das mangelnde Interesse, das die aufr�hrerischen Massen an der bestehenden Regierung zeigten. Der Oktober-Coup war, wie Lenin sagte, "leichter, als eine Feder aufzuheben". Der endg�ltige Sieg wurde "praktisch durch Unterlassung erreicht. Nicht ein einziges Regiment schickte sich an, die russische Demokratie zu verteidigen ... Der Kampf um die h�chste Gewalt �ber ein Reich, das ein Sechstel der Erde umfa�te, wurde zwischen erstaunlich kleinen Kr�ften auf beiden Seiten, in der Provinz ebenso wie in den beiden Hauptst�dten, entschieden".

Die Bolschewiki versuchten nicht, die alten Bedingungen wiederherzustellen, um sie zu reformieren, sondern erkl�rten selbst ihre Zustimmung zu den konkreten Ergebnissen der der Vorstellung nach r�ckst�ndigen spontanen Bewegungen: der Beendigung des Krieges, der Arbeiterkontrolle �ber die Industrie, der Enteignung der herrschenden Klassen und der Aufteilung des Landes. Und so blieben sie an der Macht.

Die vorrevolution�ren Forderungen der russischen Massen waren zur�ckgeblieben aus zwei Gr�nden: sie waren in den meisten kapitalistischen Nationen lange verwirklicht, und sie konnten nicht mehr verwirklicht werden angesichts der bestehenden Weltlage. Zu einer Zeit, wo der Konzentrations- und Zentralisationsproze� des Weltkapitalismus den Niedergang der b�rgerlichen Demokratie fast �berall zuwege gebracht hat, war es nicht mehr m�glich, sie neu in Ru�land zu installieren. Wenn die laissezfaire-Demokratie nicht mehr zur Diskussion stand, dann ebenso alle Reformen innerhalb der Kapital-Arbeit-Beziehungen, gew�hnlich bezeichnet mit Sozialgesetzgebung und Trade-Unionismus. Die kapitalistische Landwirtschaft war ebenfalls �ber das Aufbrechen der feudalen Grundlagen und die Produktion f�r den kapitalistischen Markt hinaus zur Industrialisierung der Landwirtschaft und ihrer konsequenten Einbeziehung in den Konzentrationsproze� des Kapitals vorangeschritten.

3.Die Bolschewisten und die Spontaneit�r der Massen

Die Bolschewiki beanspruchten keine Alleinverantwortung f�r die Revolution. Sie schenkten der Tatsache der spontanen Bewegungen volle Beachtung. Selbstredend unterstrichen sie dabei die klare Tatsache, da� Ru�lands vorherige Geschichte, welche die bolschewistische Partei einschlo�, den umorganisierten Massen eine Art unbestimmten revolution�ren Bewu�tseins verliehen hatte, und sie hielten nicht mit der Behauptung zur�ck, da� ohne ihre F�hrung der Lauf der Revolution anders ausgesehen und h�chstwahrrscheinlich zur Konterrevolution gef�hrt h�tte. "Wenn die Bolschewiki nicht die Macht ergriffen h�tten", schreibt Trotzki, "h�tte die Welt eine russische Bezeichnung f�r ,'Faschismus' f�nf Jahre vor dem Marsch auf Rom gehabt."

Aber die konterrevolution�ren Versuche seitens der traditionellen Kr�fte schlugen nicht wegen irgendeiner bewu�ten Lenkung der spontanen Bewegungen fehl, nicht wegen Lenins "scharfen Auge, das die Situation richtig �berblickte", sondern wegen der Tatsache, da� diese Bewegungen nicht von ihrer eigenen Zielrichtung abgebracht werden konnten. Wenn man den Begriff �berhaupt gebrauchen will, dann war die m�gliche Konterrevolution im Ru�land von 1917 jenes in der Revolution selbst Angelegte, d.h. in der M�glichkeit, die die Revolution den Bolschewiki bot, eine zentralgelenkte gesellschaftliche Ordnung zur Fortsetzung der kapitalistischen Scheidung der Arbeiter von den Produktionsmitteln und zur Wiederherstellung Ru�lands als einer imperialistischen Konkurrenzmacht zu schaffen.

W�hrend der Revolution fielen die Interessen der rebellierenden Massen und die der Bolschewiki bis zu einem bemerkenswerten Grad zusammen. Neben dieser tempor�ren Interessenidentit�t bestand ebenso eine tiefe �bereinstimmung zwischen den Sozialisierungskonzepten der Bolschewiki und den Konsequenzen der spontanen Bewegungen. Zu "r�ckschrittlich" f�r den Sozialismus, aber ebenso zu weit vorangeschritten f�r den liberalen Kapitalismus, konnte die Revolution nur in der folgerichtigen Form des Kapitalismus enden, die die Bolschewiki als Vorbedingung des Sozialismus ansahen, namentlich im Staatskapitalismus.

Indem sie sich mit den spontanen Bewegungen, die sie nicht kontrollieren konnten, identifizierten, gewannen die Bolschewiki Kontrolle �ber diese Bewegungen, sobald sie sich selbst in der Realisation ihrer unmittelbaren Ziele ersch�pft hatten. Es gab viele solcher Ziele, die in verschiedenen Gegenden verschieden erreicht worden waren. Verschiedene Schichten der Bauernschaft befriedigtem verschiedene N�te und W�nsche oder sie fehlten darin, sie zu befriedigen. Ihre Interessen hatten jedoch keine wirkliche Verbindung mit denen des Proletariats. Die Arbeiterklasse selbst war in verschiedene Gruppen mit einer Mannigfaltigkeit der spezifischen N�te und der allgemeinen Vorstellungen gespalten. Die Kleinbourgeoisie hatte wieder andere Probleme zu l�sen. Kurz, es gab eine spontane Einheit gegen die Bedingungen des Zarismus und des Krieges, aber es gab keine Einheitlichkeit in den unmittelbaren Zielen und der zuk�nftigen Politik. Es war nicht allzu schwer f�r die Bolschewiki, diese soziale Trennung daf�r auszunutzen, ihre eigene Macht aufzubauen, die schlie�lich st�rker als die gesamte Macht der Gesellschaft wurde, weil sie niemals mit der Gesellschaft als Ganzes konfrontiert wurde.

Wie die anderen Gruppen, die sich in der Revolution behaupteten, preschten auch die Bolschewiki vorw�rts, um ihr bestimmtes Ziel zu erreichen: die Kontrolle der Regierung. Dieses Ziel war weiterreichender als das, das die anderen anvisierten. Es implizierte einen nimmerendenden Kampf, ein st�ndiges Gewinnen und Wiedergewinnen von Machtpositionen. Die Bauerngruppen beruhigten sich nach der Aufteilung des Landes, die Arbeiter kehrten als Lohnarbeiter in die Fabriken zur�ck, die Soldaten kehrten zum Leben als Bauer oder Arbeiter zur�ck, da sie nicht f�r ewig im Land umherziehen konnten, aber f�r die Bolschewiki begann der Kampf erst wirklich mit dem Erfolg der Revolution. Wie alle Regierungen schlie�t auch die der Bolschewiki die Unterwerfung aller sozialen Schichten unter ihre Autorit�t ein. Indem sie langsam alle Macht und die Kontrolle in ihren H�nden zentralisierten, waren die Bolschewiki bald in der Lage, die Politik zu bestimmen. Ein weiteres Mal wurde Ru�land vollst�ndig nach den Interessen einer besonderen Klasse organisiert der privilegierten Klasse in dem entstehenden System des Staatskapitalismus.

4.Die Partei"maschinerie"

All dies hat nichts mit Stalinismus und "Thermidor" zu tun, sondern es repr�sentiert die Politik Lenins und Trotzkis genau von dem Tage an, an dem sie an die Macht kamen. In dem Bericht zum 6. Kongre� der R�te 1918 beklagte sich Trotzki, da� "nicht alle Sowjet-Arbeiter verstanden h�tten, da� unsere Regierung zentralisiert sei und da� alle von oben getroffenen Anordnungen endg�ltig sein m��ten ... Wir werden gnadenlos mit den Sowjet-Arbeitern sein, die noch nicht begriffen haben; wir werden sie entlassen, aus unseren Reihen entfernen und sie mit Repressionen anhalten". Trotzki erkl�rt jetzt, da� diese Worte auf Stalin gezielt waren, der seine Aktivit�ten im Krieg nicht richtig koordinierte, und wir sind geneigt, ihm zu glauben. Aber um wieviel mehr m�ssen sie an alle gerichtet gewesen sein, die nicht einmal zur "zweiten Garnitur" geh�rten, sondern �berhaupt keinen Rang in der Sowjet-Hierarchie hatten! Wie Trotzki berichtet, gab es schon "eine scharfe Spaltung zwischen den in Bewegung befindlichen Klassen und den Interessen der Parteiapparate. Sogar die Kader der bolschewistischen Partei, die sich des Vorzugs einer au�ergew�hnlichen revolution�ren �bung erfreuten, waren schlie�lich geneigt, die Massen zu mi�achten und ihre eigenen Sonderinteressen mit denen des Apparats zu identifizieren von dem Tage des Sturzes der Monarchie an."

Trotzki h�lt nat�rlich dagegen, da� die in dieser Situation implizierten Gefahren durch die Wachsamkeit Lenins und durch objektive Bedingungen abgewendet wurden, die die "Massen revolution�rer als die Partei und die Partei revolution�rer als den Apparat" machten. Aber der Apparat wurde von Lenin angef�hrt. Sogar vor der Revolution funktionierte das Zentralkomitee der Partei, wie Trotzki ausf�hrt, fast regelm��ig und war vollst�ndig in H�nden Lenins. Und um so mehr nach der Revolution. Im Fr�hling 1918 "erlitt das Ideal des 'demokratischen Zentralismus' weitere Revisionen, da in der Tat die Macht in Regierung wie Partei in Lenins H�nden und in denen des unmittelbaren Gefolges der bolschewistischen F�hrer vereinigt wurde, die nicht offen eine andere Meinung vertraten und seine W�nsche ausf�hrten". Da die B�rokratie dennoch Fortschritte machte, mu� der Stalinsche Apparat das Ergebnis eines Versagens von seiten Lenins gewesen sein.

Zwischen dem Herrscher �ber den Apparat und dem Apparat auf der einen Seite und dem Apparat und den Massen auf der anderen Seite zu unterscheiden, impliziert, da� nur die Massen und ihre Spitzenf�hrer wirklich revolution�r waren und dass Lenin und die revolution�ren Massen sp�ter von Stalins Apparat verraten wurden, welcher sich sozusagen selbst�ndig machte. Obwohl Trotzki solche Differenzierungen ben�tigt, um seine eigenen politischen Interessen zu rechtfertigen, haben diese keine tats�chliche Grundlage. Abgesehen von einigen gelegentlichen Bemerkungen gegen die Gefahren der B�rokratisierung, welche f�r die Bolschewiki das gleiche waren wie die gelegentlichen Kreuzz�ge b�rgerlicher Politiker f�r einen ausgewogenen Staatshaushalt, hat sich Lenin bis zu seinem Tod niemals kritisch gegen den Parteiapparat und seine F�hrung, also gegen sich selbst gewandt. Was f�r eine Politik auch gemacht wurde, sie erhielt Lenins Segen, solange er an der Spitze des Apparates war; und er starb im Besitz dieser Position.

Lenins "demokratische" Absichten sind legend�r. Nat�rlich war der Staatskapitalismus unter Lenin verschieden von dem unter Stalin, weil die diktatorischen Vollmachten des letzteren gr��er waren - dank Lenins Versuch, sich seine eigenen aufzubauen. Da� Lenins Rolle weniger terroristisch war als die Stalins, ist fragw�rdig. Wie Stalin, reihte auch Lenin all seine Opfer unter die Bezeichnung "konter-revolution�r" ein. Ohne die Statistiken �ber die unter beiden Regimen Gefolterten und Get�teten zu vergleichen, wollen wir zugeben, da� das bolschewistische Regime unter Lenin und Trotzki nicht stark genug war, solche stalinistischen Ausma�e anzunehmen wie Zwangskollektivierung und Arbeitslager als Grundlagen �konomischer und politischer Staatsf�hrung. Nicht Absicht, sondern Schw�che zwangen Lenin und Trotzki zu der sogenannten Neuen �konomischen Politik, d. h. zu Konzessionen an die Interessen des Privateigentums und zu einem gr��eren Lippenbekenntnis zur Demokratie. Bolschewistische "Toleranz" gegen�ber solchen nicht-bolschewistischen Organisationen wie den Sozialrevolution�ren in der fr�hen Phase von Lenins Herrschaft entsprang nicht - wie Trotzki behauptet - den "demokratischen" Neigungen Lenins, sondern aus der Unf�higkeit, alle nicht-bolschewistischen Organisationen sofort zu vernichten. Die totalit�ren Z�ge von Lenins Bolschewismus nahmen in demselben Ma�e zu, wie seine Kontrolle und politische Macht wuchsen. Da� sie den Bolschewiki durch die "konterrevolution�re" Aktivit�t aller nicht-bolschewistischen Arbeiterorganisationen aufgezwungen wurden - wie Trotzki behauptet -, das kann selbstredend nicht ihre weitere Zunahme nach dem Zusammenbruch der verschiedenen nicht-konfornistischen Organisationen erkl�ren. Ebenso konnte es auch nicht Lenins Bestehen auf der Verst�rkung totalit�rer Prinzipien in den au�errussischen Organisationen der Kommunistischen Internationale erkl�ren.

5.Trotzki, ein Apologet des Stalinismus

Da er den nicht-bolschewistischen Organisationen Lenins Diktatur nicht vorwerfen kann, erz�hlt Trotzki, "da� diejenigen Theoretiker, die zu beweisen versuchen, da� das gegenw�rtige totalit�re System der UdSSR gebunden ist an die scheu�liche Natur des Bolschewismus selbst" , die Jahre des B�rgerkriegs vergessen, "welche einen unausl�schlichen Eindruck bei der Sowjet-Regierung hinterlie�en aufgrund der Tatsache, da� sehr viele Administratoren, eine beachtliche Schicht von ihnen, sich daran gew�hnt hatte, zu kommandieren und bedingungslose Unterwerfung unter ihre Befehle verlangte". Auch Stalin,so f�hrt er fort, "wurde durch die Umgebung und Umst�nde des B�rgerkriegs gepr�gt, gemeinsam mit der ganzen Gruppe, die ihm sp�ter seine pers�nliche Diktatur zu etablieren half". Der B�rgerkrieg wurde jedoch von der internationalen Bourgeoisie von Zaune gebrochen. Und so finden die h��lichen Seiten des Bolschewismus unter Lenin, ebenso wie unter Stalin, ihren haupts�chlichen und letztlichem Grund in der Feindschaft des Kapitalismus gegen�ber dem Bolschewismus, welcher, wenn auch ein Ungeheuer, so doch nur ein sich wehrendes Ungeheuer, das nur aus Selbstverteidigung t�te und foltere.

Und so f�hrt Trotzkis Bolschewismus zwar weitschweifig, aber dennoch trotz seiner S�ttigung mit ha� auf Stalin am Ende nur zu einer Verteidigung des Stalinismus als der einzig m�glichen Selbstverteidigung Trotzkis. Das erkl�rt die Oberfl�chlichkeit der ideologischen Differenzen zwischen Stalinismus und Trotzkismus. Die Unm�glichkeit, Stalin anzugreifen, ohne Lenin anzutasten, macht weiterhin Trotzkis gro�e Schwierigkeiten als Oppositioneller verst�ndlich. Trotzkis eigene Vergangenheit und seine Theorien schlie�en f�r seinen Teil die Initiierung einer Bewegung links vom Stalinismus aus und verdammten den "Trotzkismus", eine reine Samlungsagentur f�r erfolglose Bolschewiki zu bleiben. Als solche konnte er sich au�erhalb Ru�lands behaupten wegen des unaufh�rlichen Kampfes um Macht und Positionen in der sogenanntem "kommunistischen" Weltbewegung. Aber er konnte keine Bedeutung erlangen, weil er nichts anzubieten hatte als die Ersetzung einer Politikergarmitur durch die andere. Die trotzkistische Verteidigung Ru�lands im 2. Weltkrieg war klare Folge der ganzen fr�heren Politik dieses �rgsten, aber auch loyalsten Gegners Stalins.

Trotzkis Verteidigung des Stalinismus ersch�pft sich nicht darin, zu zeigen, wie der B�rgerkrieg die Bolschewiki von Dienern zu Herren der Arbeiterklasse machte. Er verweist auf die wichtigere Tatsache, da� es "das Gesetz der B�rokratie auf Leben und Tod sei, die Nationalisierung der Produktionsmittel und des Landes zu bewachen". Das hei�t, da� "trotz der schauerlichsten b�rokratischen Verzerrungen die Klassenbasis der UdSSR proletarisch bleibt". Eine Zeitlang - notieren wir - hat Stalin Trotzki beunruhigt. Im Jahre 1921 war Lenin durch die Frage aufgew�hlt, ob die NEP nur eine "Taktik" oder eine "Evolution" bedeute. Da die NEP privatkapitalistische Tendenzen unterst�tzte, sah Trotzki in der wachsenden stalinistischen B�rokratie "nichts anderes als die erste Stufe b�rgerlicher Restauration". Aber seihe Sorgen waren unbegr�ndet; "der Kampf gegen die Gleichheit und die Etablierung von tiefen gesellschaftlichen Unterschieden waren insofern unf�hig, das sozialistische Bewu�tsein der Massen oder die Nationalisierung der Produktionsmittel und des Landes zu eliminieren, welche die grundlegenden gesellschaftlichen Eroberungen der Revolution darstellten". Stalin hatte nat�rlich nichts damit zu tun, denn der russische Thermidor w�rde zweifellos eine neue �ra der Herrschaft der Bourgeoisie er�ffnet haben, wenn diese Herrschaft sich nicht in der ganzen Welt als �berholt erwiesen h�tte.

6.Das Resultat: Staatskapitalismus

Mit dieser letzten Feststellung Trotzkis n�hern wir uns der Grundlage des Punktes, der hier zur Diskussion steht. Wir haben vorher gesagt, da� die konkreten Ergebnisse der Revolution von 1917 weder sozialistisch noch b�rgerlich, sondern staatskapitalistisch waren. Trotzki meinte,' da� Stalin die staatskapitalistische Natur der Wirtschaft zugunsten der b�rgerlichen �konomie zerst�ren w�rde. Das sollte der Thermidor bedeuten. Der Niedergang der b�rgerlichen Wirtschaftsordnung hinderte Stalin daran, dies zu vollenden. Alles, was er tun konnte, bestand darin, die h��lichen Z�ge seiner pers�nlichen Diktatur einer Gesellschaft aufzupr�gen, die von Lenin und Trotzki aufgebaut worden war. In diesen Sinne hat der Trotzkismus �ber den Stalinismus gesiegt, obwohl Stalin immer noch den Kreml besetzt h�lt.

Alles dies h�ngt von einer Gleichsetzung des Staatskapitalismus mit Sozialismus ab. Und obwohl einige der Sch�ler Trotzkis in letzter Zeit die Unm�glichkeit der weiteren Gleichsetzung herausgefunden haben, war Trotzki an diese Gleichsetzung gebunden, da sie Anfang und Ende des Leninismus bedeutet und in einem weiteren Sinne Anfang und Ende der ganzen sozialdemokratischen Weltbewegung, von der der Leninismus nur der realistischere Teil war; realistisch hinsichtlich Ru�lands. Was von dieser Bewegung unter "Arbeiterstaat" verstanden wurde und immer noch verstanden wird, ist Herrschaftsaus�bung durch die Partei; was mit "Sozialismus" gemeint ist, ist Nationalisierung der Produktionsmittel. Indem der politischen Kontrolle der Regierung die Kontrolle �ber die Wirtschaft hinzugef�gt wird, tritt die totalit�re Herrschaft �ber die gesamte Gesellschaft voll und ganz in Erscheinung. Die Regierung sichert ihre totalit�re Herrschaft durch die Partei, welche die soziale Hierarchie aufrechterh�lt und selbst eine hierarchische Institution ist.

Diese Idee des "Sozialismus" beginnt jetzt diskreditiert zu werden, aber einzig aufgrund der Erfahrung von Ru�land und �hnlich - wenn auch weniger stark - der von anderen L�ndern. Was vor 1914 unter Machtergreifung verstanden wurde - entweder friedlich oder gewaltsam -, war die Inbesitznahme der Regierungsmaschinerie, indem man die eine gegebene Gruppe von Verwaltungsleuten und Gesetzgebern durch eine andere ersetzte. �konomisch gesprochen sollte die "Anarchie" des kapitalistischen Marktes durch eine geplante Produktion unter Staatskontrolle ersetzt werden. Da der sozialistische Staat per definitionen ein "gerechter" Staat w�re, der durch die Massen auf dem Wege demokratischer Prozesse kontrolliert w�rde, gab es keine Veranlassung anzunehmen, da� seine Entscheidungen sich gegen die sozialistischen Ideale wenden w�rden. Diese Theorie reichte aus, um Teile der Arbeiterklasse in mehr oder weniger machtvollen Parteien zu organisieren.

Die Theorie des Sozialismus kam auf das Verlangen nach einer zentralisierten �konomischen Planung im Interesse aller herunter. Der Zentralisationsproze�, der mit der Kapitalakkumulation selbst einhergeht, wurde als eine sozialistische Tendenz angesehen. Der wachsende Einflu� von "Arbeit" im Staatsapparat wurde als ein Schritt in Richtung auf den Sozialismus begr��t. Aber in Wirklichkeit zeigte der Zentralisationsproze� des Kapitals etwas anderes als seine Selbsttransformation in gesellschaftliches Eigentum an. Er war identisch mit der Aufl�sung der laissez-faire-�konomie und demzufolge mit dem Ende des traditionellen Wirtschaftszyklus als dem Regulator der Wirtschaft. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts �nderte sich der Charakter des Kapitalismus. Von dieser Zeit an befand er sich unter st�ndigen Krisenbedingungen, die nicht auf dem Wege "automatischer" Marktvorg�nge gel�st werden konnten. Monopolistische Regelungen, Staatsinterventionismus, nationale Wirtschaftspolitik schoben die Last der Krise den kapitalistisch unterentwickelten L�ndern in der Weltwirtschaft zu. Alle "Wirtschafts"politik wurde imperialistische Politik, die zweimal in weltweiten Konflikten kulmunierte.

In dieser Situation ein zusammengebrochenes wirtschaftliches und politisches System zu rekonstruieren, bedeutete, es diesem neuen Bedingungen anzupassen. Die bolschewistische Sozialisationstheorie kam dieser Notwendigkeit auf bewundernswertem Wege nach. Um die nationale Macht Ru�lands wiederherzustellen, war es notwendig, auf radikale Art das zu tun, was in den westlichen Nationen nur ein evolution�rer Proze� gewesen war. Selbst dann w�rde es einige Zeit in Anspruch nehmen, die L�cke zwischen Ru�lands Wirtschaft und der der westlichen M�chte zu schlie�en. Unterdessen diente die Ideologie der sozialistischen Bewegung als Schutz. Der sozialistische Ursprung des Bolschewismus kam besonders der staatskapitalistischen Restauration in Nu�land zugute. Seine organisatorischen Prinzipien, die die Partei in eine gut funktionierende Institution verwandelt hatten, w�rden die Ordnung im Lande ebenso gut wiederherstellen.

Die Bolschewiki waren nat�rlich �berzeugt davon, da� das, was sie in Ru�land aufbauten, wenn nicht der Sozialismus, so doch das N�chstbeste f�r den Sozialismus sei, da sie den Proze� vollendeten, der in den westlichen Nationen nur erst der Haupttrend der Entwicklung war. Sie hatten die Marktwirtschaft abgeschafft und die Bourgeoisie enteignet. Ebenso hatten sie vollst�ndige Kontrolle �ber die Regierung erlangt. F�r die russischen Arbeiter hatte sich jedoch nichts ver�ndert; sie sahen sich nur einer neuen Gruppe Bossen von, Politikern und Ideologen gegen�ber. Ihre Position kam der Position der Arbeiter in den kapitalistischen L�ndern zu Kriegszeiten gleich. Staatskapitalismus ist eine Kriegs�konomie, und alle au�errussischen �konomischen Systeme wandelten sich in Kriegswirtschaften, in staatskapitalistische Systeme, die den imperialistischen Notwendigkeiten des modernen Kapitalismus angepa�t sind. Andere Nationen ahmten nicht alle Neuerungen des russischen Staatskapitalismus nach, sondern nur die, die an besten den spezifischen Notwendigkeiten bei ihnen entsprachen. Der zweite Weltkrieg f�hrte zu einer weiteren Entfaltung des Staatskapitalismus auf weltweiter Ebene. Die Besonderheiten der verschiedenen Nationen und ihre spezifische Situation im Weltmachtrahmen sorgten f�r eine gro�e Verschiedenheit der Entwicklungsprozesse zum Staatskapitalismus.

Die Tatsache, da� Staatskapitalismus und Faschismus nirgendwo in einheitlicher Weise gro� wurden oder werden, versorgte Trotzki mit dem Argument, da� der grundlegende Unterschied zwischen Bolschewismus, Faschismus und Kapitalismus klar und einfach sei. Dies Argument betont notwendigerweise Oberfl�chlichkeiten im der gesellschaftlichen Entwicklung. In allen grundlegenden Aspekten sind alle drei Systeme identisch und repr�sentieren nur verschiedene Stufen derselben Entwicklung � eine Entwicklung, die auf die Manipulierung der Masse der Bev�lkerung durch diktatorische Regierung in mehr oder wenig er autorit�rer Form abzielt, um die Regierung und die privilegierten sozialen Schichten, welche sie st�tzen, zu sichern und um solche Regierungen zu bef�higen, an der internationalen Wirtschaft teilzuhaben durch Vorbereitung von Krieg, durch Kriegf�hren und durch Profitieren vom Krieg.

Trotzki konnte es sich nicht erlauben, im Bolschewismus nur einen Aspekt des weltweiten Trends zu einer faschistischen Weltwirtschaft zu sehen. Auch (noch) so sp�t wie 1940 blieb er bei der Ansicht, da� der Bolschewismus 1917 in Ru�land das Aufkommen des Faschismus verhindert h�tte. Es sollte jedoch seit langem klar sein, da� alles, was Lenin und Trotzki in Ru�land verhindert haben der Gebrauch einer nicht-marxistischen Ideologie f�r die faschistische Rekonstruktion von Ru�land war. Da die marxistische Ideologie des Bolschewismus nur staatskapitalistischen Zielen diente, hat sie sich auch diskreditiert. Von jedem Standpunkt, der das kapitalistische System der Ausbeutung hinter sich l��t, sind Stalinismus und Trotzkismus beide Relikte der Vergangenheit.

zur�ck zur Revolution Times Startseite zur Textarchiv-Seite
1
Hosted by www.Geocities.ws