Tiocfaidh Ar La!

"Der Kampf f�r Unabh�ngigkeit in jedem Land der Welt sollte stets ein Kampf f�r die Unabh�ngigkeit der Arbeiterklasse sein."

Fu�ball ist f�r viele von uns ein nettes Freizeitvergn�gen. F�r manche z�hlt auch die 3. Halbzeit, in der man gegnerischen Hools (z.B. den Faschos vom HSV oder von Hansa Rostock) mal kr�ftig eine Lektion erteilen kann. Wieder andere m�gen die Party, die Atmosph�re und Stimmung beim Spiel, z.B. bei St. Pauli. Aber Fu�ball und die oft dazugeh�rige Krawalle zieht auch Nazihooligans an und das nicht erst seit den Tagen von Lens. In Berlin hat die NPD bei Hertha-Spielen Flugbl�tter in den Vereinsfarben verteilt, unter dem Motto "NPD f�r Hertha!". Aber es gibt auch jede Menge Fu�ballfans und Hooligans, die sich klar gegen Rassismus aussprechen und aktiv gegen Nazis im Stadion einschreiten. Inzwischen gibt es bei fast allen deutschen Vereinen Faninitiativen, die sich dementsprechend bet�tigen (sogar in Rostock die "Hansa-Fans gegen Rassismus!"). Im folgenden interviewen wir einige antifaschistische Fu�ballfans aus Glasgow, die seit einigen Jahren den Nazis in Glasgow das F�rchten lernen und ein eigenes Zine namens Tiocfaidh Ar La! (TAL).

RT: Bitte stellt mal Tiocfaidh Ar La! und Celtic Anti-Fascists (CAF) vor!

TAL: Das Zine Tiocfaidh Ar La (TAL) gibt es seit 1992 als die erste Ausgabe erschien. Wir haben mit einer Auflage von 1.000 St�ck angefangen...Heute verkaufen wir zwischen 4.000 und 5.000 Hefte von jeder Ausgabe. Die meisten werden im Stadion verkauft, nur wenige dagegen in L�den. CAF gibt es offiziell seit 4 Jahren, obwohl einige von uns schon seit Jahren in Antifascist Action (AFA) organisiert sind. Es waren vor allem die AFA-Unterst�tzer, welche uns zu einer Unterst�tzergruppe wie CAF bewegten, um direkte Aktionen gegen Rassismus und Faschismus im Stadion und unter den Fans zu bek�mpfen. Wir hatten schlechte Erfahrungen mit Naziaktionen im Stadion. Das lief meist auf eine laute Minderheit der Fans hinaus, die Affen nachmachten, wenn farbige Spieler anderer Teams da waren. Ein direktes Resultat unserer Kampagne und die erh�hte Bereitschaft der Celtic-Fans, Rassisten zu konfrontieren, ist es, da� dieses Problem nun nicht mehr existiert. Es ist nun sogar soweit, da� die Celtic Fans so drauf sind, da� sie auch zuf�lligen rassistischen Bemerkungen widersprechen und als Opposition gegen Nazis auftreten.

RT: Was bedeutet Tiocfaidh Ar La?

TAL: Tiocfaidh Ar La (ausgesprochen: "Chuckee aar laa") ist Irisch. Die englische �bersetzung bedeutet "Our Day Will Come". Es ist ein irisch-republikanischer Slogan, welcher sehr popul�r unter Celtic Fans ist, weil er sehr genau auf unsere Situation und die Irlands zutrifft. In schlechteren Tagen, also vor 10 Jahren, haben wir keine Titel oder Troph�en gewonnen, und damals konnten wir nur von besseren Tagen tr�umen.

RT: Gibt es viele antifaschistische Fu�ballfans und Skins in den Stadien in Glasgow und in Gro�britannien?

TAL: Es gibt eine Menge Fans im Stadion, die sich mit unseren Kampagnen gegen Rassismus, Faschismus und Glaubensfanatismus identifizieren. Der erste Erfolg f�r uns war, die Atmosph�re und Kultur innerhalb des Stadions zu �ndern, von einer, wo Rassisten und ihre Ges�nge akzeptiert waren zu einer antirassistischen Atmosph�re. Das haben wir durch �berzeugungsarbeit geleistet und wo das nicht ging, haben wir sie offen konfrontiert. Wir haben die Ironie aufgezeigt, denn viele der Celtic-Fans entstammen selbst einer Minderheit von Einwanderern - der irischen Gemeinde. Viele Eltern unserer Fans, ihre Gro�- oder Urgro�eltern waren selbst Opfer eines anti-irischen Rassismus als sie sich in Gro�britannien niederlie�en. Insofern haben wir mehr mit Farbigen und Asiaten zu tun als wir denken. Aus dieser anf�nglichen Kampagne entstand unsere Organisation (CAF). An Skinheads gibt es einige, aber sie sind nicht organisiert. Hooligans sind hier in Schottland selten geworden. Einige der heutigen Hooligans kommen aus der Skinheadszene, haben aber ihre Identit�t f�r Designerklamotten aufgegeben. Du wirst viele junge Kurzhaarige sehen, die zwar Skinheadmusik h�ren, aber sich nicht so kleiden. Sie kleiden sich "normal".

RT: Was ist mit den Nazis? Sind sie dabei Erfolge bei der Rekrutierung im Stadion zu machen? Wie ist die Situation bei Celtic Glasgow und Glasgow Rangers?

TAL: Die Faschisten werden niemals f�hig sein sich offen bei Celtic zu organisieren. Denn sie wissen, was ihnen geschehen w�rde, wenn sie es versuchen. Wir k�nnen mit Stolz sagen, da� es nie eine faschistische Organisation unter den Fans von Celtic gegeben hat und wir k�nnen auch f�r die Zukunft garantieren, da� dies nie der Fall sein wird. Wir werden das sicherstellen. Bei den Rangers ist das anders. Ein Teil des Problems, da� die Rangers und ihre Fans sehr britisch-nationalistisch sind. Die Fans stehen den Ulster loyalistischen Gruppen wie UDA, UFF und UVF nahe. Sie schw�nken den Union Jack und singen God save the queen und Rule Britannia (diese alte Schei� Sklavenhalterhymne sangen die britischen Nazihools auch in Frankreich! - der Tipper) bei den Spielen. Ihre Identit�t ist eine Karikatur des Britischseins, die den Ideen von faschistischen Organisationen wie der British National Party (BNP) schmeichelt. Deshalb war die Situation f�r faschistische Gruppen bei den Rangers immer besser. Die BNP, wie vor ihnen die National Front (NF), verkauft Zeitungen vor dem Rangers Stadion. Sie werden von den Rangers-Fans akzeptiert...Obwohl die Faschisten nicht in anderen Stadien Zeitungen verkaufen, haben sie einen bedeutenden Einflu� unter den Hooligans von Hibernian und Hearts, den beiden Teams aus Edinburgh, und sie erfahren Unterst�tzung von den Hooligans vieler anderer Vereine. Die gr��te Gruppe von Hooligans, die das schottische Team unterst�tzt, besteht aus Rangers, Hearts und einigen Leuten von Hibernian und nennen sich Scottish National Firm (SNF). Diese Gang ist besonders faschistisch und loyalistisch.

RT: In Red Attitude stand, da� die Nazis Erfolge bei Vereinen wie Oldham Athletic zu verzeichnen haben. Wie kommt es dazu? Gibt es da keine Antifaschisten, die das stoppen k�nnen?

TAL: Die organisierten Faschisten waren schon lange vor organisierten Antifaschisten beim Fu�ball. Sie konnten sich seit zwei Jahrzehnten frei bewegen - au�er bei Manchester United und bei Celtic. Bei diesen beiden Vereinen konnten die Nazis selbst in ihren besten Jahren nie wirklich ein Bein an Land kriegen. Auch wenn es dort Rassismus unter den Fans gab, gab es stets genug Antifaschisten, die sicherstellten, da� die Nazis beim Fu�ball keine Zeitungen verkaufen oder Flugbl�tter verteilen konnten. Sie w�ren verpr�gelt und hinausgejagt worden. Die Situation bei anderen Vereinen war anders. In Gro�britannien wie auch andernorts in Europa hatten linke Gruppen (Trotzkisten, Stalinisten, Anarchisten) stets eine negative Einstellung zum Fu�ball. Sie sehen uns als politisch und intellektuell unter ihrem Niveau und als potentielle faschistische Rekruten. So ignoriert die Linke die Probleme des Faschismus im Stadion und hat niemals eine Strategie angeboten, welche die Faschisten besiegen kann, au�er ein paar liberale Slogans von Zeit zu Zeit. Fu�ballfans mu�ten selbst L�sungen finden. Antifaschisten sind eine Minderheit in den britischen Stadien. Die alternativen Fanzines sprachen den Rassismus an, machten aber keine direkten Aktionen...Antifaschismus wurde von den Vereinen auf eine "...seid nett zu euren ausl�ndischen Nachbarn..."-Kampagne reduziert. Diese Art von Kampagne mit ihrer Basis im liberalen Multikulturalismus ist weit entfernt von den Realit�ten, denen arme Menschen, sowohl wei�e als auch farbige, ausgesetzt sind und kann niemals jemanden dazu �berzeugen "nett zu. seinen Nachbarn" zu sein. Diese Herangehensweise macht es den Nazis leichter unter armen Wei�en Propaganda zu verbreiten. Die faschistische Interpretation ist, da� dieses multikulturelle Herangehen des Staates die Farbigen beg�nstigt und es deshalb ein Angriff auf die Rechte der Wei�en ist. Deshalb bedeutet Multikulturalismus nicht Vielfalt, sondern f�rdert die Spaltung. Deshalb finden die BNP und andere faschistische Gruppen willige Zuh�rer bei vielen Fu�ballfans in England und Schottland.

RT: Auf dem Titelbild eures Zines habt ihr den Slogan "For Celtic and Ireland". Seid ihr nur an Fu�ball interessiert oder ist euer politisches Engagement und Interesse gr��er?

TAL: Das Fanzine spiegelt die Kultur und die Ansichten unserer Unterst�tzer wider. "Our Day Will Come...For Celtic and Ireland" ist auf eine Art die Erf�llung der Tr�ume unserer Unterst�tzer, in politischer Hinsicht und in Hinsicht auf Fu�ball, d.h. wenn Celtic gro�en Erfolg haben k�nnte und wenn Irland (die geistige Heimat des Clubs) vereinigt sein k�nnte, friedlich und frei von britischer Herrschaft. Ja, uns interessiert mehr als Fu�ball und Antifaschismus. Wir glauben sehr stark an ein vereinigtes Irland. Wir unterst�tzen Sinn Feins Bem�hungen eine friedliche L�sung f�r den irischen Konflikt zu finden. Wir m�chten, da� die britische Armee Irland verl��t und wir unterst�tzen die Vereinigung der Gemeinden und der unterschiedlichen Traditionen. Wir unterst�tzen auch die vorzeitige Freilassung von IRA-H�ftlingen als Teil des Friedensprozesses.<�> RT: In eurem Heft sprecht ihr euch f�r ein unabh�ngiges Irland, ein unabh�ngiges Schottland und ein unabh�ngiges Wales aus. Einige Menschen hier in Deutschland k�nnen oder wollen das nicht verstehen. Erz�hlt uns was �ber eure Meinung. Warum sind Irland, Schottland und Wales f�r euch nicht wirklich frei? Welche Art von Freiheit wollt ihr? Wie sieht die Repression im t�glichen Leben in diesen Regionen aus? Wie sieht euer Kampf f�r Unabh�ngigkeit aus?

TAL: Die Situation in Irland ist f�r uns eigentlich klar. Im Norden Irlands existiert ein k�nstlicher Staat, erschaffen von Britannien, aufrechterhalten von der britischen Polizei und Armee. Eine sich selbst verewigende Elite war seit mehreren Jahren f�hig ein Apartheid-Regime zu verwirklichen, welches die Rechte der irischen Minderheit zerst�rte, in einer Mischung aus repressiver Diskriminierung von staatlicher Seite und Pogromen im KKK-Stil, Terror und Morden. Und all das wurde vom britischen Staat gesponsort oder in manchen F�llen sogar von ihm organisiert. Die unterdr�ckten Menschen wehrten sich, zuerst auf legale Weise mit Demonstrationen f�r ihre B�rgerrechte und nachdem sie von den Stra�en gepr�gelt worden waren, organisierten sich viele von ihnen illegal in der Irisch-Republikanischen Armee (IRA). Der Erfolg ihres Krieges gegen Britannien kann an dem Fakt gemessen werden, da� der ganze Ansto� f�r den allgemeinen Friedensproze� von der republikanischen Bewegung kam und da� sie nun in der Rolle des Vermittlers f�r das Ende der britischen Herrschaft in Irland. In Schottland und Wales ist die Situation anders, denn dort war die Repression niemals so offen wie in Irland. Wie auch immer, die Erkenntnis der normalen Leute aus der Arbeiterklasse ist, da� sie wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden im britischen Staat. Die Poll Tax wurde z.B. bereits ein Jahr bevor sie in England und Wales eingef�hrt wurde in Schottland eingef�hrt. Dies f�hrte nur dazu das Gef�hl der Entfremdung bei den Menschen in Schottland zu vergr��ern. Es gibt Institutionen in Schottland, die klar definieren als ein Distrikt mit eigener Kultur und Geschichte. In Wales war es die Kultur und Sprache, die zu einer nationalistischen Bewegung f�hrten. In beiden L�ndern sind die Mainstream nationalistischen Parteien fortschrittlich und stehen links von den Konservativen und der Labour Party. Auf der anderen Seite ist der andere Punkt, da� die Antinationalen in Europa argumentieren, da� alle Erscheinungen des Nationalismus quasi-faschistisch sind, aber sie unterst�tzen dadurch (durch den Kampf gegen den fortschrittlichen Nationalismus) den Status Quo. Sie sagen, da� der britische Staat in seiner jetzigen Form perfekt ist. Es ist die revolution�re Einstellung dieser Leute, die hinterfragt werden sollte und nicht unsere. Wir k�nnen nichts progressives an der Beibehaltung des britischen Staates finden. Zerschlagt ihn und verwirklicht die Idee von mehr Autonomie und wirklicher Demokratie. In diesem Sinn sind wir keine Nationalisten, wir wollen in jeder Gemeinde der Arbeiterklasse Demokratie. Die Arbeiterklasse herrscht in Regionen der Arbeiterklasse, das ist unsere Art von "Nationalismus"! Der Kampf f�r Unabh�ngigkeit in jedem Land der Welt sollte stets ein Kampf f�r die Unabh�ngigkeit der Arbeiterklasse sein. Das ist wirkliche Freiheit!

RT: Wie ist die politische Situation in Irland und Britannien nach der Wahl Blairs? Hat sich irgendetwas ge�ndert? Sind Blair und seine New Labour nicht der selbe Schei� wie die verdammten Tories (anti- Ireland, anti-Trade unions, anti-working class)?

TAL: Seit der Wahl von Blair und Labour im letzten Jahr hat sich nichts wirklich ge�ndert. In Wirklichkeit sind die Dinge schlechter geworden, denn auch unter Labour ist die Arbeiterklasse das Hauptopfer der Politik. Unter den Konservativen wurde das Messer der Arbeiterklasse offen von vorne in den K�rper reingesto�en, nun unter Labour st��t man das Messer der Arbeiterklasse von hinten in den R�cken, mit einem L�cheln auf den Lippen und dem Spruch "...Es ist zu eurem Besten!...". Wir sind nicht wie diese Mittelklasse-Linken, die Labour bei ihrem Sieg applaudiert haben. [Parallele zu Deutschland unter Schr�der!] F�r uns hier am unteren Rand der Gesellschaft hat sich nichts ver�ndert - wir sind immer noch unter den 40 % der Gesellschaft, die nicht repr�sentiert sind und welche das Establishment als potentiellen Ursprung der Probleme ansieht. Soziale Sicherheit ist hier an das amerikanische system angepa�t, wo du f�r dein Arbeitslosengeld arbeiten mu�t. Sogar Behinderte sind Opfer der Politik von Labour. Sie sollen Arbeit leisten und werden schikaniert aufgrund ihrer Unterst�tzung. Die Labour Party ist kein Freund der Arbeiterklasse.

RT: Wie steht es mit der antifaschistischen und linken Szene und Bewegungen der Arbeiterklasse in eurer Gegend? Ihr sagt, ihr legt es Lesern nahe an Aktivit�ten von Gruppen wie CASA, SWSG, AFA, Red Action und IWCA teilzunehmen. Erz�hlt mal was �ber ihre Aktionen und eure Zusammenarbeit mit ihnen!

TAL: Wir haben sehr wenig Vertrauen in die gro�e Mehrheit der linken Gruppen in Gro�britannien, weil sie haupts�chlich aus Mittelklassetypen bestehen, die sehr wenig mit der Arbeiterklasse gemeinsam haben. Linke Parteien sind zu einer alternativen Karrierem�glichkeit geworden f�r angehende Sozialarbeiter, Lehrer und linke Gurus, die ihren Anh�ngern endlose Mengen an Schei�e erz�hlen. Sie sind wie religi�se Sekten und Kulte...Sie sind nur selten in unseren Stadtteilen zu sehen und wenn sie zu uns kommen, neigen die Menschen dazu sie als Missionare wie die Mormonen oder die Zeugen Jehovas anzusehen - exzentrische Dummk�pfe. Wir bevorzugen es uns mit Organisationen zu identifizieren, die sich durch Aktionen hervorgetan haben und deren Mitglieder aus der Arbeiterklasse kommen, so da� sie in Kontakt mit den Lebensverh�ltnissen der normalen Leute sind. Deshalb unterst�tzen wir AFA, Red Action, Independent Working Class Association, republikanische Gruppen, etc., weil wir sie kennen und sie uns durch ihre Arbeit �berzeugt haben.

RT: Was f�r Aktionen hattet ihr in der Vergangenheit als CAF?

TAL: CAF hat im Stadion einzelne Faschisten angegriffen. Wir waren bei antifaschistischen Demonstrationen und haben Nazis physisch angegriffen, wenn immer es m�glich war. Wir haben Nazis bei der Anfahrt zu ihren Treffen aufgelauert, haben ihre Treffen beendet und wir hatten K�mpfe mit faschistischen Hooligans von anderen Vereinen.

RT: Habt ihr Kontakte zu antifaschistischen und linken Skins? Sind viele Skins in CAF und AFA organisiert?

TAL: Wie schon vorher gesagt ist die Skinheadszene hier in Schottland eher lau. Entgegen dem was George Marshall in seinem Buch "Spirit of '69" und anderen B�chern geschrieben hat, war die Skinheadszene hier in Schottland stets recht klein. Zuf�lligerweise war George Marshall, der Ranger-Fan ist, immer sehr zweifelhaft in seiner politischen Einstellung. Er sagt zwar, da� er f�r Einigkeit unter Skins ist. Ungl�cklicherweise, so ist es zumindest unsere Erfahrung, hei�t das meist Einigkeit mit Nazi-Skins gegen Redskins. Und wie ist doch gleich der Slogan von SHARP in Gro�britannien? "Neither Red Nor Racist"!!! Das ist nicht anti-rassistisch oder anti-faschistisch, es ist einfach anti-politisch und nach meiner Erfahrung hei�t das meistens gegen links. Deshalb ist es immer wieder gut von Redskins zu h�ren, die uns schreiben. Sie haben sich �ber den liberalen Anspruch von SHARP "Leben und leben lassen" hinausbewegt. Viele Fu�ballhooligans waren in den 70ern und fr�hen 80ern Skinheads...Es gibt jede Menge Skins von �berallher, die sich mit unserem Kampf identifizieren. Linke Skins und Antifaschisten aus Gro�britannien, Irland, Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und Euskadi haben uns geschrieben, tauschen ihre Zines mit uns aus und manchmal treffen wir uns auch bei Spielen in Europa (aber leider fliegt Celtic meist nach den ersten Spielen im Cup raus).

RT: Wie ist der Zustand der Boneheads und faschistischen Szene in Glasgow, Irland und Gro�britannien? Was ist mit dem �rger zwischen C18 und Blood & Honour?

TAL: Die Boneheadszene existiert in Gro�britannien und Irland kaum noch, au�er in einen isolierten Gegenden. Das haben wir Organisationen wie Red Action und AFA zu verdanken und das ist auch keine �bertreibung. Beide Gruppen haben die Nazis in allen gro�en St�dten von den Stra�en vertrieben. In Glasgow haben wir sie so oft verpr�gelt, da� sie gemerkt haben, da� es dumm w�re auf den Stra�en rumzulaufen und offen Aufn�her oder andere Insignien zu tragen. Wo immer wir sie gesehen haben, haben sie auf' s Maul bekommen. Das hatten sie recht bald satt. Heutzutage haben viele Boneheads in die Hooliganszene �bergewechselt und haben begonnen sich mit den anderen faschistischen Hooligans zu vermischen, indem sie sich gleich kleiden. Der Streit zwischen C18 und Blood & Honour ist zu umfangreich, um hier kurz auf ihn einzugehen. Ein Gro�teil dreht sich um Geld. Ein Teil des Konfliktes ist inspiriert vom Staat und Searchlight und der Rest geht um Personen und Macht. C18 hat all die Anzeichen daf�r, da� es sich um eine staatliche Operation handelt. Ihr Hauptf�hrer sitzt im Knast wegen Mordes und der neue F�hrer war der Hauptzeuge gegen ihn! Versuche sich das einer vorzustellen! Ich rechne damit, da� das vom Staat gesponsorte "anti-faschistische" Magazin Searchlight seit Jahren seine Finger in faschistischen paramilit�rischen Gruppen hatte. Es gibt den starken Beweis, da� die neueste Pressepromotion des britischen Ku Klux Klan (KKK) von Searchlights Ver�ffentlichungen in den Medien ermutigt war. Sogar die verr�cktesten Nazis sind ein bi�chen mi�trauisch, wenn sie jetzt von einer neuen "Nazi Terror Gruppe" h�ren.

RT: In Red Attitude # 11 war ein Artikel �ber die ber�hmte "Schlacht von Waterloo". Hat dieses Ereignis auch heute noch Bedeutung f�r euch?

TAL: Ja, der "Battle of Waterloo" war ein sehr bedeutsames Ereignis, weil es seit Jahren der erste Versuch der Nazimusikszene war, ihre T�tigkeit zu legalisieren, indem sie ein offenes Konzert, da� wie sie hofften einen doppelten Effekt haben w�rde: zum einen ihr Recht zu etablieren solche Konzerte zu organisieren, so neue Bands zu rekrutieren und da� die linke Reaktion schlaff und so fast nicht existent werden w�rde, so da� man sie h�tte leicht zerschlagen k�nnen. Am Ende erreichten sie nicht eines ihrer Anliegen. Sie waren �berall attackiert worden, wo sie an diesem Tag aufgetaucht waren. Es schien, als wenn jeder, Faschist und Antifaschist, da gewesen w�re f�r die Kraftprobe. Die Antifaschisten gewannen und die Nazimusikszene hat sich seitdem nicht wieder erholt. Die Presse hatte nie geglaubt, da� die Antifaschisten die Nazis h�tten schlagen k�nnen. Sie hatte die Propaganda geschluckt, die von Blood & Honour vorher in die Welt gesetzt worden war und es ist auch interessant, da� die Mehrzahl der Bilder, die von der Presse und vom TV ver�ffentlicht wurden, von der faschistischen Seite des Kampfes berichteten. Die Presse und die Medien glaubten, da� sie mit diesen Bildern sicher w�re. Sie waren es aber nicht! Waterloo war ein massiver Sieg, der eine gro�artige Werbung f�r uns Antifaschisten und eine erniedrigende Niederlage f�r Nazis �berall in Europa. Wir haben gewonnen!

RT: Irgendwelche letzten Worte und Gr��e?

TAL: Zum Abschlu� m�chten wir euch vom Revolution Times f�r dieses Interview danken. Die Fragen, die ihr uns gestellt habt, waren die umfangreichsten und schwersten, die uns jemals in einem Interview gestellt wurden, aber uns gefielen sie sehr. Wir hoffen eure Leser werden Interesse an den Fragen finden und auch selbst mal unser Zine lesen. Wir hoffen auch, da� die Redskins aus der Arbeiterklasse das Internationale Manifest, das von AFA stammt Wir sollten stolz sein der Arbeiterklasse zu entstammen. Gr��e an alle Redskins in ganz Deutschland und �berall sonst. Und beste Gr��e an unsere Freunde von St. Pauli, aus Hamburg, Berlin, N�rnberg und an die Leute aus Ostdeutschland, die wir beim Antifa Workcamp in Weimar getroffen haben. Jeder von euch Redskins, der nach Glasgow kommen will, um Glasgow zu sehen, ist herzlich willkommen!

Bei folgenden Adressen k�nnt ihr Kontakt zu britischen Antifaschisten aufnehmen und so manche interessante Lekt�re bestellen:
Fighting Talk, BM 1734, London, WC1N 3XX, Gro�britannien / Red Action, BM Box 37, London, WC1N 3XX, Gro�britannien / Tiocfaidh Ar La!, BM Box 266, London, WC1N 3XX, Gro�britannien.

(aus Revolution Times # 10)

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