Tunesien

Umrechnungskurs: 1 Euro = 1,8 Dinar

1. Tag

Der Flug von Monastir nach Salzburg verspätete sich um eine Stunde, aber beim Einstieg und Abflug wurde wieder Zeit gutgemacht und ich landete mit dem Rest des spärlich gefüllten Flugzeugs in Monastir. Am Gepäckband schien ich mal wieder der Einzige Rucksackerwarter zu sein.

Gleich am Flughafen vorbei führte die Metro, sowie auch die Schnellstraße. Ich wählte die erste sich bietende Option, ein Sammeltaxi nach Monastir. Das Geld für den Fahrer wurde von hinten nach vorne durchgegeben, Wechselgeld nahm den umgekehrten Weg, kam mir irgendwie bekannt vor. Tunesien gehört eben auch schon zu Afrika. Im Zentrum angekommen, schien niemand ein Auge auf den Ausländer zu werfen. Die Suche eines Hotels schien schwierig zu werden, ich sah keines in der Innenstadt. Zumindest eine brauchbare Tunesienkarte (sogar in deutsch, hier waren wohl schon mal Touristen) fand ich schnell in einem Laden. Auge meine Frage nach einem Hotel schickte mich der Besitzer zum Esplanade.

Ein Taxifahrer vorm Hotel schien mir anzusehen, daß mein gestählter Körper nicht in dieses Wellness Haus paßte und bot mir an, mich für wenig Geld in s Hotel Mourabou zu fahren, wo ich für wenig Geld mein müdes Haupt betten könne. Ok ich willigte ein und hatte nicht das Gefühl als wandelte Geldbörse betrachtet zu werden. Im Hotel Mourabou übernachtete ich für 10 Dinar, Monastir bot sich mir als richtige arabische Stadt dar. 

 

2. Tag

Der Tag begann mit Aufwachen, ziemlich spät nach 7. Ich checkte aus und machte mich auf den Weg Richtung Busbahnhof, den ich auch ohne Umwege fand. Noch schnell einen Frühstückskaffee und ein Croissant  und es hieß, ich begebe mich auf Reise. Das Ziel hatte ich noch nicht klar definiert (außer natürlich, das der Weg das Ziel ist. Ein Minibus nach Tunis suchte noch zwei Mitreisende und so wurde ich einer davon, der letzte wurde auch schnell gefunden und so ging es los mit acht Fahrgästen auf acht Plätzen. Für 8,20 Dinar wurden die 160 km bis Tunisschnell überbrückt.

Der Busbahnhof von Tunis schien rießig zu sein mit 1000 Minibussen. Ich lief Richtung Stadt und zögerte nicht ins erste Hotel einzukehren, das ich in einer ruhigen Seitenstraße fand. Ab in die Stadt, besser gesagt in die Medina. Unterwegs kam mir die Nahrungssuche in den Sinn und so schritt ich in ein lokales Lokal. Einmal drinn überzeugte mich auch die Wirtin schnell, die Spezialität der Hauses - Huhn mit Pommes und Salat - zu probieren. Bei so viel Freundlichkeit ergab ich mich schnell. Nach dem Essen ließ ich mir noch den Weg in die Medina erklären. Dabei mußte ich feststellen, daß ich den Maßstab meiner Tuniskarte überschätzte und so fast vorbei gelaufen wäre. Also kehrt gemacht in die richtige Richtung.

Für einen von Istanbul und Kairo verwöhnten bot die Medina nichts überwältigendes, aber wenn man schon mal hier ist, sollte man Sie besuchen. Ein freundlicher Einheimischer bot sich gleich als Guide an, aber in den engen Gassen kann es schon mal vorkommen, daß man den auch wieder verliert, wenn man nicht außpaßt oder wenn man gut aufpaßt. Im Allgemeinen fand ich die Tunesier allerdings sehr freundlich und hilfsbereit bis jetzt. Der Nachmittag sollte der Kultur gewidmet werden. Von der nahen Metrostation Place de Republik ging es in den Stadtteil Bardo zum Museum gleichen Namens. Die unauffällige Hülle des Gebäudes wurde dem Inhalt nicht gerecht, der aus einer Vielzahl von herrlichen Mosaiken und Deckengestaltungen bestand. Zurück ging es wieder per Metro, die eigentlich eine Straßenbahn ist , aber auf eigener Trasse fährt und so den restlichem Verkehr aus dem Weg geht. Durch den Besuch des Bardo Museums haben die Kulturausgaben die Verpflegungsausgaben überschritten. Dieses Mißverhältnis galt es nun zu beseitigen. In der Nähe meiner Bleibe, des Hotels Bristol, lockte mich der duft von am spieß gebratenem Dönertier in ein Restaurant. Zwar bekam ich nicht die gewünschten Bohnen (fürchtete man etwa das Donnern des Zeus), trotzdem wars reichlich und wohlschmeckend.

 

3. Tag

Die guten Erfahrungen mit der Metro wieder nutzen wollend, schlenderte ich zum Place de Republik. Für 0,890 Dinar gabs ein Kombiticket bis Hafen und von dort weiter mit dem Zug nach Sidi Bou Said. Der gelobte Künstlerort lag verschlafen auf dem Berg. Ich stieg die Treppen hinab Richtung Meer und hörte hierbei erstmals das verächtliche T Wort aus dem Mund eines einheimischen. Ich vermutete die Küste entlang den kürzesten Weg nach Karthago. Hier irrte ich aber, also wieder hinauf und die Bahn entlang. Das erste historische Objekt, welches ich fand war das Villa Romanais. Die hier gelöste Eintrittskarte galt für alle Sehenswürdigkeiten und so war ich gezwungen mir alle anzusehen. Das gesamte Programm absolvierend bin ich wohl ein paar km gelaufen, was ich jetzt in den Beinen merke. Zurück ging es wieder per Bahn. Am Hafen merkte ich, daß die Metro einen weiten Bogen macht und es eigentlich einfacher ist zum Hotel zurück zu laufen. Im Restaurant gleich neben dem Hotel gab es ein verspätetes vorzügliches Mittagessen und die Zeit bot sich an, eine Siesta zu halten. Das Nachmittagsprogramm sah den Besuch eines Bahnhofs vor. An einem Fahrplan zum mitnehmen war nicht zu denken, Auskunft war auch nicht wirklich vorhanden. Ein bischen was zum Streckennetz und der Frequenz der Züge habe ich aber herausbekommen und ich tendierte dahin, für den morgigen Tag wieder den Minibus als Fortbewegungsmittel zu wählen. Nach den bisher erlebten günstigen Preisen des Landes hab ich nun auch eine Ausnahme erleben müssen. Duschbad für 6 Dinar, war mir eine Lehre besser auf meines aufzupassen. Abends saß ich im selben Restaurant wie Mittag. Das schafft Vertrauen und Ansehen bei den Besitzern. 

 

4. Tag

Es ging früh los. Das Hotelpersonal bedankte sich artig, daß ich zwei Tage hier wohnte (oder dafür, daß ich endlich wieder ging). Flugs noch ein Frühstück eingenommen, ging es Richtung Minibusbahnhof. Der Orientierungspunkt schöner Baum stand noch da und so habe ich das Ziel gefunden ohne einen Meter zu viel zu laufen. Ein startklarer Minibus nach Kairouan, der nur einen Mitfahrer noch brauchte, war schnell gefunden. Ich bin schon gespannt, wie das funktionieren wird, wenn ich nicht nach oder ab Tunis fahre. Meine Fahrkarte mußte ich übrigens an einem zentralen Schalter kaufen und durfte dann erst in den Bus. Ab gings mit Katy Melua und 9 Millionen chinesischer Fahrräder. Die 160 km bis Kairouan waren schnell geschafft. Angekommen am Busbahnhof war kein Hotel visuell auszumachen und so mußte ich mich durchfragen. Das Ergebnis war ein Super 3 Sterne Haus. Fast mondän mit Lobby bestehend aus Divanen aus Kacheln mit Matratzen und Kissen. Auch das Zimmer war fein. Ein erster Spaziergang machte die Größe der Stadt deutlich. So hieß es erst mal Mittag denieren und Pause machen, danach sollte es gestärkt auf Besichtigungstour gehen. Ein paar Anläufe waren notwendig, um die richtige Bank zu finden, die auch Traveller Cheques eintauscht. Es ist die STB Bank. Die freundliche -Schalter Dame bestätigte mir auch, daß es Filialen fast überall gibt. Nun war Sight Seeing angesagt in der viertbedeutendsten Stadt des Islam. Von dieser Bedeutung war allerdings nicht mehr viel zu spüren. Die Medina ist von einer starken Mauer umgeben. Hauptbauwerk ist die Große Moschee. Unterwegs schien mir die Orientierung abhanden gekommen zu sein, an einer Stelle der Stadtmauer fand ich Sie aber wieder und kam so wohlbehalten zum Hotel Manama, in das ich mich nach einem Kaffee (Espresso, nicht so mein Geschmack) und einem Tee flüchtete, bevor ein Regenschauer hereinbrach. Was mir wieder auffiel war, daß man dem Fremden nicht viel Aufmerksamkeit widmet. Schwierig so eine Konversation zu starten, aber auch angenehm, da man so keine aufdringlichen Freunde bekommt. Andere Reisende oder gar Mitreisende habe ich noch gar nicht getroffen. 

Der Seniorchef des Hotels verrichtete sein Gebet in der Lobby, Dazu wurde einfach mal das Fernsehen leiser gedreht. Nach dem Regen machte ich mich auf zum Abendessen. Die von mir bevorzugten Häuser der Nobel Cuisine schienen rar zu sein in der Umgebung, so daß ich doch ein paar Meter laufen mußte, um weiße Bohnen , Chicken und Chips zu ergattern. Aber der weg hat gelohnt, bin satt.

 

5. Tag oder der Gast von Zimmer 115

Als ich das Hotel verließ, schlief noch alles. Ich wollte niemanden wecken und verließ so grußlos das Haus. Der Busbahnhof beherbergte cirka 100 Minibusse. eine durchgehende Verbindung nach Gafsa gab es nicht. Mir wurde eine Umsteigeverbindung über Sidi Bouzed angeboten. Da ich der erste Fahrgast war, konnte ich noch ausgiebig in der Mitropa frühstücken. Es gab so was wie Nürnberger Würstchen, die gar nicht schlecht schmeckten. Da sich der Bus überhaupt nicht füllte, wechselte ich in einen Bus nach Kasserine. Eine weise Tat. Ab gings, aus dem Lautsprecher bobte der Buffalo Soldier und ich hatte meine Rastafari Mütze nicht dabei. Die Umsteigezeiten in Kasserine und Gafsa waren kurz und als ich es versehen hatte war ich schon in Metloui bzw. sogar schon zu weit, denn ich mußte einigen Weg zurück laufen zum Hotel Seldscha, dem ersten, besten und einzigstem Hotel im Ort, wo ich für 25 Dinar die Nacht mit frühstück eincheckte. Der Rezeptionist konnte deutsch, er hatte mal in Monastir einen Lehrgang für seinen Job gemacht und wohl auch mal dort gearbeitet. Er konnte mir Infos über den Zug geben, wegen dem ich ja auch gekommen war. zur Zerstreuung lief im Fernseher der Lobby ein alter tunesischer Schmachtfetzen. Obendrauf gabs hier noch den bis dato besten Kaffee des Landes. Ein Spaziergang führte mich zum Bahnhof, wo ich mich schon mal für den morgigen Zug registrieren ließ. Der Ort hatte zwei Moscheen mit schönen Minaretten, von denen eine durch einen sich daneben befindlichen Antennenmast verschandelt wurde. Als ich vom Rundgang wieder ins Hotel kehrte, wurde ich mit den Worten begrüßt, Du bis wohl der Gast von Zimmer 115, Anzeichen dafür, daß das Hotel nicht überbucht war. Etwas Zeit habe ich genutzt zum Wäsche waschen. Bei der Hitze war alles ruck zuck trocken  Abendessen ließ ich mich überreden im Hotelrestaurant einzunehmen. Es gab das schlechteste Essen was ich je in Tunesien hatte und ich mußte dafür den exhorbitanten Preis von 12 Dinar bezahlen. Man sollte eben nicht in teuren Hotels essen. Der Speisesaal war allerdings eine Augenweide. Gedeckt für etwa 200 Personen und ich war der einzige Gast.

 

6. Tag oder der Fahrgast Nummer 9

Zum Frühstück saß ich wieder allein im großem Saal. Es gab Marmeladenbrote und Kaffee. Höhepunkt des heutigen Tages sollte die fahrt mit der roten Eidechse durch die Seldja Schlucht sein. Um 9 machte ich mich auf zum Bahnhof. Auf dem Bahnsteig kam mir schon ein Stationsbeamter entgegen, sicherstellend, daß ich Mr. Schmidt Passagier Nummer 9 sei. Acht Frankokanadier waren auch schon da, sollte das den alles sein, kaum vorstellbar und tatsächlich kamen noch mehrere Busse mit Package Tourern, die den Zug füllten. Am Vortag war ich im Hotel schon aufgeklärt worden, daß die Fahrt mit dem Lizard Rouge Teil einer zweitägigen Tour ab Monastir/Sousse ist. Einige der Package Tourer kamen auch vom Hotel Al Bei Anander. Toll daß so dieser schöne Zug erhalten wird (für 20 Dinar pro Person). Landschaftlich wars wirklich toll und sehenswert. Pünktlich 11.45 war die Fahrt zu ende. Ich ging zurück zum Hotel, um meinen Rucksack zu holen. Tatsächlich saßen auch einige der Package Tourer im Restaurant, im Lobby bereich stieß das allerdings auf Desinteresse. Wieder berucksackt gings zur Minibusstation. Ein Bus Richtung Touzeur ging schnell ab, auch mit nur drei Fahrgästen. Immerhin gelang es dem Fahrer an ein paar Stationen noch vier Mitfahrer aufzutreiben und so konnte es losgehen, auch wenn der achte Fahrgast fehlte.

Zur Ankunft in Touzeur war es brütend heiß und ich machte mich auf Herbergssuche, trotz oder wegen der Hitze, das gibt Körner. Der stadtplan von Touzeur versprach einen ganze Anzahl von Hotels. Ich entschied mich fürs Karim. Ein nobles Haus mit Kacheln, Wandbildern, und Garten im Innnehof, direkt am Eingang z den Oasen für 17,500 Dinar mit frühstück. Ich mußte erst mal eine Flasche Wasser reinstürzen, ich war ja hier in der Oase. Zur Entspannung schaute ich in der Lobby etwas mit Fernsehen (Fußball). Das scheint hier bei den einheimischen sehr beliebt zu sein und es gab auch über 100 Fernsehsender. Der obligatorische Stadtrundgang brachte nicht viel neues, ich war ja schon in der Mittagshitze einiges abgelaufen. Übrigens hatte ich mich umgestellt auf kurzes Beinkleid, nicht ohne mich vorher zu vergewissern, ob das auch gerade in Mode ist hier. Gleich gegenüber vom Hotel ist der Startplatz für Kutschen in die Oasen. Wenig verwunderlich, daß ich einige der Zugmitreisenden dort wieder sah. Abendessen war ich in der Stadt und im Restaurant gleich neben dem Hotel.

 

7. Tag

heute bin ich endlich mal zu einem frühem Spaziergang aufgebrochen. Erstaunlicher weise waren auch schon einige Package Tourer zu früher Stunde unterwegs und so hatten die Kutscher gut zu tun, den Bus nach Bus machte am Kutschenbahnhof Station. Ich schlenderte etwas am Rande der Oase bzw. in diese hinein. Das Frühstüchk im Hotel bestand mal wieder aus Brot, Butter, Marmelade und Kaffe und diesmal gabs noch heiße Milch dazu. Ich lernte auch den Rest der hotelbelegung kennen, eine Familie Frankokanadier und zwei Locals, allesamt bereit zur Abreise. Nun rief die Pflicht, es ging zur Bank Geld wechseln. Es wurden auch gleich noch Postkarten gekauft und eine 1,5 Flasche Coke, die ich während des Kartenschreibens einschmiß. Die Post hatte ich schon beim early morning walk ausgemacht und so ward diese Pflicht schnell getan. Nun sitze ich im Innenhof des Hotels. Der Chef, der auch deutsch spricht begrüßte mich als Hans. Mußte Ihm erst mal aufklären, daß ich der Otto bin. Beim Geplauder erhielt ich Infos, wo man das Wasser am günstigsten kauft und andere wichtige Essentiels. Der Nachmittagsspaziergang sollte mich noch mal in die Oasen führen. Ich machte mich vorbei am Hotel Oasis Richtung Chakwaka Park. Ein besonders freundlicher Ali wollte unbedingt meine Spazierbegleitung sein. Es kostete mich vieler Worte in fünf Sprachen, ein paar hundert Meter hin und her, bevor er damit einverstanden war, daß ich den Spaziergang allein unternehmen möchte. Der besagte Park ist ein Entertainmentcenter, dessen Hauptbetrieb wohl erst abends oder nachts einsetzt. später habe ich noch mal eine Runde durch die Stadt gedreht, mit Ziel Restaurant gleich neben dem Hotel. Es gab endlich mal Couscous. Der Abend endete mit etwas labern und fernsehen-

 

8. Tag oder der erste Backpacker    

Ich verzichtete auf den Morgenspaziergang und laberte stattdessen mit dem Personal bis es frühstück gab (es gab wie gehabt). Danach ging es zum Busbahnhof. Fast schon überrascht traf ich zwei Backpacker an (Schweden auf den Weg nach Gafsa). Sie gaben Ihre Überraschung kund in mir den ersten Backpacker in Tunesien anzutreffen. Wo seid Ihr denn alle? Das Warten war kurz, bis ein erster Charter Bus vollständig zur Fahrt nach Nafta (28 km entfernt) bereit stand. Dort angekommen und vom ersten Hotelschild angezogen landete ich im Habib. Eincheckt war schnell und schnell wurde mir auch, ob ich wollte oder nicht eine Pferdekutsche vermittelt. Die Schweden, die schon in Nafta waren hatten berichtet, daß es gut sei eine guided Tour zu machen und so willigte ich auch nach kurzer Preiskorrektur ein. Der einäugige Karim chauffierte mich durch Oasen und zur Courbille, wobei er durchaus Wissenswertes über die Landwirtschaft preis gab. Nach etwa zwei Stunden war die tour getan. Es hieß etwas zu Mittag zu essen. Getreu der Devise, iß wenn du kannst, wer weiß was morgen is. Durch das Gassengewirr der Medina fand ich tatsächlich eine Abkürzung zur Hauptstraße, wo ich auch ein Restaurant fand. Ich orderte tunesischen Salat (wie lebe ich doch gesund) bestehend aus Zwiebel, Tomate, Gurke, Oliven und Thunfisch. Zurück auf dem Weg zum Hotel wollte ich ein paar Straßenaufnahmen machen, wurde aber durch das "No" der Frauen daran gehindert. Ja das hab da "No" wohl zu akzeptieren. Als Dessert holte ich mir mal wieder 1,5 Coke. Ein Nachmittagsspaziergang führte mich noch mal durch die vermeintlich interessantesten Stellen der Stadt und der Oase. In der Medina habe ich festgestellt, daß die verwinkelten Gassen gut gepflastert sind. Auf dem weg zur Oase erlangte ich die Hochachtung eines einheimischen, als ich ihm aufforderte das Maul zu halten, wenn die Muezine zum Gebet rufen. Dies geschah nämlich gerade und klang wirklich gut, weil gleichzeitig von mindestens drei Moscheen zu vernehmen. Ihmed der Besitzer des Ladens neben dem Hotel plauderte noch etwas mit mir. Unter anderem erhielt ich so die Tips Gabes und Sfax zu meiden. Da werd ich wohl auf dem Weg nach Monastir eine längere strecke einlegen müssen. Zum Abendessen machte ich eine tolle Entdeckung, Huhn mit Auverginen und das für drei Dinar, war lecker.

 

9. Tag

Früh war niemand im Haus und so verließ ich das Hotel ohne Verabschiedung und ohne Tips im Gästebuch zu hinterlassen. Eine vollständige Ladung nach Touzeur Reisender war schnell gefunden und so konnte es losgehen. In Touzeur dauerte es doch etwas länger bis eine Reisegesellschaft nach Kebili zusammengestellt war. Doch dann ging es los und es ging durch den Chett, den Salzsee der sonne reflektierte und es noch heißer werden ließ. Eine Fata Morgana hab ich jedoch nicht gesehen. Nichts Mume Kaila und Mädchen namens Laila. Da die Hälfte der Reisenden Umsteiger nach Douz waren, ging es zügig weiter. Dort angekommen sah ich gleich das einladende Spendide Hotel. Wie sich herausstellte ein 3 Sterne Haus mit deutsch sprechendem Besitzer. Kamel (der Besitzer) bot auch gleich Touren in die Wüste an). Zum Mittag gings in die Stadt, die auch nicht weit war und einen Touristen erwartenden Eindruck machte. Im Restaurant Beduine gabs auch wieder weiße Bohnen. Am Nachmittag liegt immer Ruhe über den Städten des Südens. Das Hotel war wie vom Saharawind leergefegt und auch den Tag der offenen Tür schien niemand für einen Besuch nutzen zu wollen. Zeit für ein paar Fotos und die tägliche Ration Coke. Auffallend viele Package Tour Busse fuhren durch die Stadt (ohne zu halten). Ein paar Stühle und Tische gegenüber dem Hotel luden zum verweilen und zum Plausch mit einigen Hotelangestellten. Kamel war nicht zu sehen und so wurde die angestrebte Sonnenuntergangstour in die Wüste fraglich. Ich schickte mich also an zu Abend zu denieren. Meine Füße trugen mich wieder ins Beduine. Leider war das angestrebte Couscous Royale ausgegangen und so mußte ich auf gebratenes Schaf ausweichen, war aber auch lecker.

Zurück zum Hotel begrüßte mich Kamel. Leider war es für die Sonnenunterganstour zu spät. Cleverer Hotelchef, erst Touren in Aussicht stellen, sich dann verkrümelln und so die Leute zu einem zweiten Tag im Hotel verleiten. Der Sonnenuntergang mußte so vom dach aus betrachtet werden.

 

10.Tag

Ich war am Morgen überrascht, daß Kamel schon aktiv war. Mit der unvermeintliche Zigarette im Mund bereitete er das Frühstück für mich und die zwei Japaner, die noch im Haus logierten. Stilvoll war der Tisch auf dem Balkon gedeckt. Leider waren die Japanesen nicht dazu zu bewegen an einer Wüstentour teilzunehmen. Kamel ging gleich im Anschluß an das frühstück daran meine Buchung für die Sundown tour in die Wüste aufzunehmen. Danach ging es ab in die Oasen, noch waren die Temperaturen angenehm. Viele Gärtner hockten auf den Feldern und gruben vor sich hin. Einige gaben mir auch Erklärungen. besonders freundlich war eine Familie, bestehend aus Mama, zwei Töchtern und zwei Söhnen. Ich sollte die Söhne fotografieren, die Frauen durfte ich natürlich nicht ablichten, wieder mal wurde mir dies verweigert. Dafür bot mir ein paar Meter weiter einer an, für einen Dinar seinen Chrum anzufassen. Ich spuckte vor ihm aus, den das ist wohl nicht im Sinne des Propheten. Auf dem Rückweg gelang es mir vom Busbahnhof aus noch eine Japanerin für das Splendide Hotel zu begeistern. Was bin ich doch kooperativ, ich sollte etwas in der Reisebranche machen. Ein Besuch der großen Moschee scheiterte daran, daß dieses geschlossen war. Solch ein Sachverhalt war mir schon öfter aufgefallen. So ging es statt desen ins Internetcafé (ich werde doch wohl nicht zum Backpacker der zweiten Generation mutieren), denn ich hatte den Kollegen in Bad Elster einen Gruß versprochen. Zurück zum Hotel mit der täglichen Coke Ration bewaffnet durfte ich Kamels Freund noch helfen, einen Brief ins Deutsche zu übersetzen. Die Tochter Nippons trudelte auch wieder ein. Kamel hatte es sogar geschafft, Sie auf die over night Tour zu buchen. heute war wohl der heißeste Tag bisher, satte 47 Grad im Schatten, aber man muß sich ja nicht im Schatten aufhalten. Als Nachmittagsanimation wurde mir heute ein Besuch von Scharkis Laden geboten. Scharki zeigte mir auch gleich stolz sein Fotoalbum, familiär und liebenswürdig. Punkt halb 6 + etwas Verspätung ging es los zur Wüstentour. Der agile Schukran und sein klappriges Vehicel brachten mich in die Wüste. zuerst Straße, dann Dorf, dann Weg, dann nur noch Sand. Das Allradgetriebe ließ sich zuschalten mit viel Würgen und gab dann lustige Töne von sich. Die Wüstenlandschaft war toll, die Hitze immer noch enorm, für einen fantastischen Sonnenuntergang allerdings wars zu dunstig. Mitten in der Wüste gabs auch eine solarbetriebene Wasserpumpe. Rund um den Wassertrog zeugte jede Menge Kameldung vom regen Betrieb hier. Wieder in der Stadt gings natürlich erst mal ins Beduine. Als Vorspeise wurde mir Suppe empfohlen und die Freude war groß darin weiße Bohnen zu finden, sowas nenne ich Nobel Cuisine. Wieder zu hause gabs noch ein Geschäftsgespräch mit Kamel und paar anderen Leuten. Ich solle doch deutsche Touristen zu Ihm schicken und nicht nur ins südliche Afrika. Außerdem solle ich morgen auf die kleine Japanerin warten, da Sie den selben Weg wie ich vor mir hat, Kamel ist schon ein rühriger Organisator, durchaus empfehlenswert, wer mal eine Tour bei Ihm buchen möchte der schreibt an [email protected] am besten auf französisch.

 

11. Tag

Aufgestanden und noch niemand war damit beschäftigt mein Frühstück zu bereiten. Also erstmal rumgucken. Kamel den ich später antraf erklärte, daß Frühstück erst um 9 sei. Wahrscheinlich wollte er sicher gehen, daß ich nicht ohne die Chrysanthemen Prinzessin verdufte, welche halb 10 wieder eintraf. Kamel stellte jetzt auch klar, daß es keine direkte Busverbindung von Douz nach Matmata gibt. Also Linienbus nach Gabes und von dort weiter. Das Warten auf den Bus gab mir Gelegenheit einen anscheinend richtigen Backpacker kennen zulernen. Er wies jedoch diesen Adelstitel von sich, er sehe sich als Reisender, der die selben Fortbewegungsmittel favorisiert, wie mit 19 Jahren. Interessant mit dem Engländer zu plaudern. Unterwegs mit dem Bus passierte, man möchte sagen endlich mal eine Panne. Es dauerte auch über eine Stunde bis ein angeforderter neuer Bus zur Stelle war. Dann gings aber flugs weiter. In Gabes verwies man uns vom Busbahnhof zu einer anderen Stelle für abfahrende Minibusse nach Matmata. Dort angekommen prügelte ich mir in Ermangelung von Coke 1,5 l einheimische Cola rein. Der Minibus brachte uns nur nach Matmata Nouvelle, wo ein anderes Taxi die Exclusive Tour nach Matmata vornahm. Angekommen am Hotel Sidi Driss besichtigte gerade eine Busladung Touristen mein Schlafzimmer. Ein Nachmittagsspaziergang brachte das Ergebnis, daß es hier nichts weiter zu sehen gab. Dafür erlebte ich im Hotel, was die Massen hierher lockte, nicht die Höhlenwohnungen, nein die Dreharbeiten zu den Star Wars Filmen und auch Kanako (die Japanerin) gab sich als Filmfan zu erkennen. Als die Package Tourer verzogen waren herrschte angenehme Ruhe in den Höhlen. Als Übernachtungsgäste waren ebenfalls noch ein Paar schottischer Backpacker anwesend. Das hieß auch erstmals seit längerem wieder Essen in Gesellschaft, also galts Tischmanieren zu zeigen und nicht alles reinschlingen. Nach dem Abendessen buchte unsere nun auf vier Personen angewachsene Reisegruppe noch eine tour nach Tetauoin. Diese Stadt und Umgebung ist mir in Nafta von Ihmed schon empfohlen worden und so wurde sie Bestandteil meiner Reiseroute.

 

12. Tag

Aufwachen und Frühstücken im Star Wars Frühstücksraum, wo schon Obi Wankinovi (Gründer einer Baumarktkette) seine Marmeladenbrötchen kaute. Noch ein Blick in die Star Wars Bar, wo schon die galaktischen Reiter einritten und los ging unsere Tour. Der Guide, welcher übrigens wie Hilmi Sölzer aussah verfrachtete unser Gepäck und uns in den Toyota, denn nichts ist unmöglich. Unsere Fahrt führte uns zu verschiedenen Skars (Höhlensiedlungen) und auf hohe Berge. Da einiges davon auch als Drehort für Star Wars Episoden herhalten mußte, war das asiatische Viertel unserer Reisegruppe voll happy. Aber auch die anderen Reiseteilnehmer hatten Ihre Freude an der eindrucksvollen Steinwüstenlandschaft und am Erkraxeln von Bergen. Für 45 Dinar inklusive Couscous Mittagessen wars eine tolle Tour. Unser Guide brachte uns in Tetauoin noch in eine Bank, denn sonst hätten wir Ihn nicht bezahlen können. In Medenine teilte sich unsere Gruppe. Die Hälfte fuhr nach Djerba, der Rest wurde am zentralen Bushalteplatz abgesetzt, von wo aus es nach Gabes gehen sollte. Es war schon ziemlich spät am Nachmittag, aber gerade noch Zeit für meine 1,5 Coke Ration. Die Füllung des Minibusses dauerte etwa eine Stunde, dann gings los. In Gabes gabes nichts weiter zu sehen. So gings ins Hotel Ben Hagima. Als der Abend schon spät, zog ich noch mal um die Häuser, besser gesagt eine Tür weiter in eine der angesagtesten Imbißbuden der Stadt, um mir dort noch ein Sandwich Hamburga schmecken zu lassen und noch ne Coke zu kaufen.

 

13.Tag

Heute ist Sommeranfang, endlich warme Temperaturen. Es ging früh zum Busbahnhof und eine Gruppe zur Abreise nach Sfax war schnell gefunden . Da Sfax die zweitgrößte Stadt des Landes ist, nahmen wir ein Taxi (für weniger als 1 Dinar), um von der Minibusstation zum Bahnhof zu kommen. Die Zeit reichte, um den Zug Richtung Tunis zu packen. El Jem war die nächste Station. Ein ungewohnt hoher Kostenpunkt war es hier am Bahnhof seinen Rucksack zu lagern (2,600 Dinar) Da zweitgrößte Kolloseum der Welt lag in Sichtweite nur wenige Meter entfernt. Die Nähe zu den Touristikhochburgen um Monastir und Sousse machte sich hier deutlich bemerkbar. Mittagessen gabs auf der Fanmeile, welche sich vom Bahnhof zum Kolloseum zog. Etwas abseits davon befand sich der Minibusbahnhof. Von hier aus ging es nach Mahdia. Dort war die Minibusstation etwas außerhalb, weshalb ich auch noch in den Genuß kam, eine Station mit der Metro zu fahren. Das angestrebte Hotel Al Jazira war wohl geschlossen und auch das als Alternative vorgeschlagene El Medina war ausgebucht. So hieß es noch mal Taxi nehmen (diesmal für 3 Dinar Touristentarif) und hinaus aus der Stadt ins Hotel Corniche. Auf der anderen Seite der Straße lagen Strand und Meer, mehr gabes nicht zu sehen. 

 

14. Tag

Der Frühstücksraum war nett eingerichtet. Es gab das übliche "petit dejeuner". Danach hieß es Stadtbesichtigung. Ich war zwar gestern schon drinn, da aber doch nur die Blicke auf eine mögliches Hotel werfend. In der Nähe des Bahnhofs kam ich an in der Stadt. Aber was heißt hier Stadt. Die ganze Altstadt hatte sich in einen rießigen Basar verwandelt. Es tobte die größte Konsumschlacht seit es bei Tschibo braune Baumwollherrenunterhosen gab. Immerhin gelang es mir, meine Postkartensammlung zu vervollständigen. Der Nachmittag stand der Reisegruppe zur freien Verfügung. Die Reisegruppe bestand ja nur noch aus einer Person. Wo ich doch beim Thema Reisegruppe bin, im ganzen Reisebericht tauchen insgesamt 12 Backpacker auf, mehr bin ich auch nicht begegnet. Dabei ist Tunesien auf jeden Fall Backpacking tauglich. Vielleicht lag es ja an der heißen Jahreszeit oder daran, daß Tunesien als Touristenparadies gilt.       

 

   

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