Alcatel One Touch 715 (OT715)

Ich moechte einen Vergleich des OT mit meinen bisherigen Mobiltelefonen (Nokia 6210, Motorola cd930) versuchen. Ein Erfahrungsbericht mit persoenlicher Meinung.

Ich denke, das schoenste Kompliment moechte ich dem OT715 schon vorweg machen: Es ist wie ein Citroen CX - die franzoesische Art, schoene Erlebnisse geistreich zu verpacken. Nicht brunzbreit und feist sondern eloquent und leicht verspielt, im Detail immer noch etwas Neues bereithaltend - und unglaublich schlecht in einigen Punkten.

Auf der CEBIT gab es einen ersten Kontakt zu dem Geraet. Und nun hat es mich eingeholt....
Ich mag mein neues OT 715 gerne. Und das sollte man auch, bei den Unzulaenglichkeiten.... siehe weiter unten.

Handhabung

Generell ist die manuelle Handhabung super. Das Geraet ist leicht und viel zierlicher in der Tasche als es erscheint ("innen groesser als aussen"). Und es ist ein Hingucker erster Ordnung. Mit wenigen Worten sind die Grundfunktionen auch anderen Nutzern erlautert, man fuehlt sich spontan kommod. Die Anordnung der Bedienelemente ist logisch und gelungen.

Fettester Minuspunkt in der Handhabung:
Fast alles muss mit dem Joystick gesteuert werden und der ist laestig - fummelig  Oben-unten, rechts links gehen ja noch zuverlaessig. Aber die Mittelposition zu treffen um OK zu geben, das funktioniert nie richtig. Eine Taste fuer OK gibt es nicht. Oft ist aus dem senkrechten Druck als "OK" ein seitliche Bewegung geworden. Das Einzige, was nicht mit dem Joystick zu bedienen ist, sind die eingebauten Spiele(!). Man muss sich jedes Mal genau auf das Senkrecht druecken konzentrieren, von selbst geht es schief (im wahrsten Sinne des Wortes).
Das finde ich ausgesprochen schlecht, es entwertet m.E. das Telefon dauerhaft zu einem Nischenprodukt fuer Freaks.
 

Menuefuehrung

Die Menuefuehrung ist sehr gut, solange Standardfunktionen abgerufen werden. Da scheut es keinen Vergleich mit dem Nokia 6210.

Die geringe Tiefe der Menues ist angenehm uebersichtlich.
Bei den etwas weniger gebraeuchlichen Funktionen ist manchmal Suchen angesagt, weil es 2 verschiedene, teils noch unterverzweigte  Menues fuer die Settings gibt. Das Menue ist aber recht einfach zu verstehen, gute Arbeit, Alcatel.

Unsinnig: Normale Funktionen wie Wecker und Rechner sind in den Einstell-Bereichen versteckt. Aber solche Wirren kann Nokia als marktfuehrender Menue-designer mit dem 6210 auch.
Sehr schwach auch die Tastenbelegung wenn man sich in Menues befindet: Die Sondertastenbelegungen sind abgeschaltet.
Beispiel zur Erheiterung: Die Tasten sind (teilweise) frei belegbar, u.a.  mit der Funktion "zurueck zum Hauptbildschirm". Die Taste geht aber nur aufzurufen, wenn man schon im Hauptbildschirm ist!
Genau.

Die oft argwoehnisch beaeugte Geschwindigkeit des Navigierens finde ich sehr gut bis gut. Im Vergleich zum 6210 und zum cd930 jedenfalls erheblich besser. Duerfte dem Nokia 6310 entsprechen oder besser.
Einzig der Kalender hat ein erhebliches Geschwindigkeitsproblem.
 

Tastatur

Leicht und klar bedienbar, sehr schoen die nicht ueberfrachtete Hoerer-Taste. Guter und starker Druckpunkt, halbwegs uebersichtliche Beschriftung, auch fuer dicke Finger geeignet, kaum Gefahr, sich zu vertippen. Die subjektive Qualitaetsanmutung der OT 715 Tastatur ist allerdings nicht so berauschend. Ein klein wenig klapperig. Aber das satte Klicken eines 6210 ist bestimmt auch nur sound-designern geschuldet und nicht einer ueberragenden Qualitaet.

Die Tastensperre sehr gut bedienbar, sperren mit einer Hand leicht moeglich, die Entsperrkombination wird angezeigt.

Tastaturbeleuchtung:
Die Tastatur-Beleuchtung ist total untauglich, man sieht nur leuchtende Fragmente aber die Schrift ist nicht identifizierbar. Man vermutet Anfaenger am Werk.
Leider gibt's kein Licht bei gesperrten Tasten (das fand ich so genial gut am Motorola cd930 wenn es Nacht ist).

SMS und Texteingabe

Das SMS Menue ist immer sofort erreichbar, kein Problem eine SMS abzusenden. Direkte Eingabe ohne Woerterbuch geht flott, selbst Sonderzeichen sind klasse einzugeben. Laesst Nokia 6210 und Motorola cd930 hinter sich.
Die Einstellungen zu Speicherart (SIM / Geraet) sind wenig verstaendlich aber letztlich hilft das graphische Menue und die automatische Archivierfunktion, dass doch alles irgendwie verfuegbar und auffindbar ist.

Im OT 715 wurde ein Woerterbuch (T1?) eingebaut, wie man es als T9 vielleicht von anderen Herstellern kennt. Leider ist es nicht hilfreich, es kann kaum Woerter und verweigert beharrlich Grosschreibung, wenn nicht ein Punkt vorhergestellt ist (hallo, hier ist Deutsches Sprack mit Woerter gross und klein).

Die Tastaturbelegung ("Sondertasten") ist manchmal anders als in der Betriebsanleitung und zweitens sind die Funktionen reichlich praxisfremd (und keine Grosschreibung mit Eingabehilfe).
Rundherum unbefriedigend, in jeder Hinsicht ist die "Eingabehilfe" schlecht gemacht.
 
 

Empfang

Telefonieren

Der Empfang oder genauer gesagt die Transponderleistung ist die groesste Ueberraschung gewesen. Trotz fehlender Antenne (ein Tribut an die techno peasants und Styling-Affen) ist das OT715 erstaunlich gut, auch unter schlechten Bedingungen.

Autofahrten durch Tunnel (mit Repeater) sind ploetzlich keine Zitterpartie mehr. Nicht einmal Aussetzer, wo das Nokia 6210 schon dauerhaft einknickt. Die Verstaendigung und v.a. die Ton - Qualitaet ist hervorragend. Einige Angerufene bestaetigten spontan einen grossen, positiven Unterschied zu meinem 6210 in der Gespraechsqualitaet.
Das von manchen Nutzern berichtete Rauschen im Lautsprecher habe ich gar nicht. Unbedingt beim Kauf darauf achten, dass es nicht eutlich rauscht!
Einziges Manko ist, dass beim (haeufigen, normalen) Umbuchen oft eine unvertretbar lange Luecke entsteht, in der teilweise das typische GSM-Kieksern zu hoeren ist. Ich habe es mal zum update eingeschickt, mal sehen was es hilft.

Bei schlechtem Empfang schlaegt das OT715 das Nokia um Laengen, insbesondere bei der Verstaendlichkeit fuer den Angerufenen.
Im Vergleich mit meinem Nokia 6210 (sogar mit recht neuer Firmware) ist das OT715 einfach
unglaublich gut!

Nachtrag:
Nachdem ich ein neues Austauschgeraet habe (fabrikneu): Nicht mehr gut, nur noch Mittelmass. Scheint von sehr starken Streuungen heimgesucht zu werden. Empfang jedenfalls drastisch schlechter als mein erstes von Sept. 2002. Und dazu dauernd sehr laute, stoerende Umschaltgeraeusche, wenn Frequenz oder Sendemast gewechselt wird. Wenig begeisternd.
Der Korrektheit muss allerdings hervorgehoben werden, dass unter schwierigen Bedingungen auch mein "neues" OT 715 besser(!!) als das Motorola cd930 ist. Und das ist absolut herausragend. Im Klartext bedeutet das, Gespraeche in schlecht versorgten Gebieten werden fuer den Angerufenen ertraeglich und verstaendlich.

Einbuchen

Beim Einbuchen unter schwierigen Bedingungen laesst das OT 715 sogar das richtig gute Motorola cd930 (permanente GSM-Netzanfrage, herausgefuehrte Antenne) alt aussehen! Einzige Schwaeche (kann auch am Netzwerk liegen): Bei stabilem aber sehr schwachem Empfang ist das Telefon nicht erreichbar, obwohl es eingebucht bleibt und problemlos kristallklare Gespraeche gefuehrt werden koennen.

Es ist die Krankheit moderner Mobiles, aus Stromspargruenden nur gelegentlich einen Mast anzufunken. In der Hinsicht ist das Nokia 6210 ein echter Versager, ich habe schon 5 Minuten und laenger auf das Einbuchen gewartet, wenn ich aus einem Funkloch (die Kantine z.B.) wieder hervorkomme. Ein Tribut an die Trottelkunden, die ihr Telefon nur alle 5 Tage laden wollen und die Konsequenzen nicht begreifen koennen.

Das OT715 erreicht anstaendige Zeiten. Nichts Tolles, aber um Laengen besser als das 6210.

Handover

Den Handover von einem Netz zum anderen (O2 > D1), bei dem bisher alle meine Telefone klaeglich versagten, konnte ich noch nicht testen.
Das ist immer etwas schwierig zu realisieren, wenn man nicht gerade viel Zeit und Ressourcen hat. Fehlt deshalb auch in allen mir bekannten Testberichten. Zu unrecht, wie ich meine.
 
 

Zubehoer

Datenuebertragung und Modemfunktion

Bei meinem OT715 wurde die Daten - Suite (Anm.: erste Version 2002) einschliesslich Datenkabel mitgeliefert. Das spart nochmal um die 60E, feiner Zug. Die Suite soll die Datenuebertragung und die Steuerung des Mobiltelefons erlauben.
Erste Enttaeuschung: Windows 95 wird nicht unterstuetzt. Windows 3.1 natuerlich auch nicht, obwohl BVRP Software so aehnliches Zeug noch auf der Webpage hat.

Linux ist den Marketing-Strategen voellig entgangen. Wuensche guten Schlaf, weiterhin.

Selbst Mac wird nicht unterstuetzt, lese ich.
Verdammt, was bleibt denn ueberhaupt uebrig? Und dafuer wird Management auch noch bezahlt, es ist armseelig.

Die Enttaeuschung nimmt ihren Lauf: Replikationen mit Lotus Notes 4 und 5 sowie Organizer 5 sind versprochen aber praktisch nicht machbar. Wenn sie mal nicht abstuerzen (was bei meinen Systemen meistens der Fall war), dann sind die Replikationen so lustlos organisiert, dass man mit den Daten nichts anfangen kann. Beispielsweise werden von alles 3 Programmen Geburtstage total anders und zueinander inkompatibel markiert. Feldzuordnungen sind da gar nicht korrekt moeglich! Das konnte das Nokia 6210 fast perfekt, scheint also nicht unloesbar zu sein.

Das Editieren der SIMkarte mit dem mitgelieferten PhoneTools - Programm (ist "hinter" dem Kalender in PhhoneTools, wenn man Synchronisieren waehlt) hat einen witzigen Effekt: Die editierten Eintraege sind alle defekt und die Zoom-Funktion der OT715-Anzeige ist dauerhaft blockiert (nicht rueckstellbar auf hoehere Aufloesung). Anschliessend lassen sich Telefon-Eintraege auf der SIM nur noch mit anderen Mobiltelefonen bearbeiten, das OT715 hat an diesem Punkt den Dienst an der SIM-Karte eingestellt.
Ohne Worte.

Was daraus folgt ist, dass man alle Eingaben ueber die Mobile-Tastatur bzw. den Joystick  machen muss, auch wenn es am Keyboard des Rechners hundertmal schneller und besser ginge. Weinend wende man sein Gesicht ab von dieser Software.

Die Steckerverbindung des Datenkabels ist mechanisch schoen aufgebaut aber n.m.E. elektrisch staendigem Wackelkontakt ausgesetzt. Und natuerlich ist die winzige Abdeckklappe fumelig und leicht zu verlieren. Auf einem Bild sah ich eine angespritzte Schnur, die die Klappe haelt. Leider ist davon nichts uebrig an meinem Geraet.

Unter Windows 98SE englisch und deutsch habe ich praktisch alle Funktionen mal durchgetestet: Ist das Datenkabel im Einsatz, funktionieren viele Anwendungen recht ordentlich.Die Bedienung ist zwar etwas wirr aber durchaus ist alles irgendwann auffindbar. Die einzelnen Unterprogramme sind voellig unuebersichtlich strukturiert aber das lernt man schnell.
Die Uebersetzung ins Deutsche ist allerorten sprachlich sehr gut aber oft unklar in den verwendeten Begriffen.

Kommt aber die Infrarot-Funktion zum Einsatz, so ist totales Disaster angesagt. Bei meinem Dell funktionierte vorher das Nokia 6210 hervorragend. Die mitgelieferte SW (u.a. QuickBeam) vom OT715 ist nur sehr schwer installierbar, die Menue-gesteuerte Routine "vergisst" den vermutlich korrekten Ablauf einzuhalten. Anschliessend funktioniert normalerweise weder das OT715 noch das Nokia-Programm.

Es ist mir einmal gelungen, die Kalender-Replikation ueber IR in's Laufen zu bringen, bis endlich der Programmabsturz kam! Das war der mit Abstand positivste Erfolg :-((.
Da hilft nur ein neues Release mit riesigen BugFixes.
Meine Meinung: Ich halte die mitgelieferte Software fuer weitgehend Schrott.

Mittlerweile liegt mir ein Update vor.
Alcatel war nach anderthalb Monaten in der Lage, mir eine Kopie zu schicken (Dank an den engagierten Mitarbeiter, der das trotz der anscheinend sehr begrenzten Moeglichkeiten Wirklichkeit hat werden lassen).

Ich habe es getest mit der neuen SW, nachdem ich mein OT715 zurueck bekommen habe: Keine Abstuerze, ueber IR kann man jetzt Bildchen und Toene austauschen. Aber Replizieren (Kalender) oder gar Modem-Funktionen:
Geht nicht, funktioniert nicht, schlaegt fehl.
Als Business-Geraet total untauglich.
Nachtrag: In Verbindung der neuen SW mit Firmware 10.4 geht die Kalenderreplikation sogar meistens gut! Wenn das kein Fortschritt ist.

Betriebsanleitung

Die Betriebsanleitung ist (bis auf die vergessene Erlaeuterung von "vertraulich" - Funktionen) ordentlich, fuer die Uebersettzung gilt ebenfalls: Sprachlich sehr gut, aber oft unklar in den verwendeten Begriffen.
 

Antenne, extern

Suche ich noch, angeblich muss man fuer die original - Antenne die original-Geraete-Halterung haben, sonst passt's nicht.

Ladegeraet

Das sogenannte Reiseladegeraet ist sehr zierlich. Und das Beste: Es wird nicht warm, wenn es funktionslos in der Steckdose verbleibt. Das laesst auf anstaendige Energieeffizienz schliessen. Steckt man es an das Telefon, werden Funktionen ausgeloest, z.B. die Tastensperre wird deaktiviert oder das Verzeichnis aufgerufen. Witzige, harmlose Fehlfunktionen.
 

Freisprech - Kabel

Die original Alcatel Freisprecheinrichtung (hands free) ist von guter Qualitaetsanmutung und brauchbarer Sprachqualitaet. Die Stimme des Anrufers pfeift irgendwie und der Angerufene mag auch nicht gerne damit telefonieren. Nach Berichten anderer sollen Nachbauten erheblich schlechter sein. An die Sprachqualitaet von Motorola oder Nokia kommt auch das original Alcatel hand free nicht annaehernd heran.
 

Tasche

Die original Alcatel Tasche war eine herbe Enttaeuschung. Zwei Plasteschalen werden von einem umlaufenden Gummizug zusammengehalten.
Keine Klappe, kein Verschluss, nur eine enge Einfuehroeffnung, wo der Gummizug vermutlich bald ausleiert. Die Tasche ist also nicht so beschaffen, wie auf den Abbildungen in der Betriebsanleitung oder Software. Dazu ein Klemm - Clip, der ganz leicht abrutscht, pardauz liegt das Phon auf dem Boden.

Fuer etwa 20 Euro ist das meiner Erfahrung nach kein Angebot. Es ist sehr schwer, das Geraet herauszufummeln, dabei muss man gewaltsam vorgehen und das finde ich nicht angemessen. Ich habe sie zurueckgeschickt und bin mit einer ebenso teuren Samsonite (no. 39251) aus echtem Leder sehr zufrieden.
 
 

Ausstattung

Die Ausstattung ist spitze. Kalender, Spiele, Verzeichnisse, polyphone Toene sogar mit Komponiertool (wer's bedienen kann...) und jede Menge Gimmicks wie selbstgebaute Animationen fuer fast alle Bereiche. Dazu EMS, die SMS - Variante zwischen Text und MMS.
Man kann sogar Bilder und Animationen(!) am PC basteln und auf des 715 laden, das funktioniert gut und einfach.

Die Moeglichkeit, sogar eigene Telefonbuecher (Verzeichnisse) zu kreieren und manigfaltige Daten zu jedem Kontakt einzupflegen, das ist schon Organizer-Level. Wird den engagierten Business-Kunden freuen, der mit den engen Limits der SIMkarte nicht auskommt.
Ein Vergleich mit dem deutlich simpler gestrickten 6210 verbietet sich aus Hoeflichkeitsgruenden. Und natuerlich die eintragsabhaengigen Melodien und Bilder fuer das Display.... es ist Spass dabei.

Griechisch und Kyrillisch werden angeblich voll unterstuetzt. Fehlt mir das Verstehen ;-)

Die mitgelieferten Spiele sind optisch super aufbereitet, sagen mir aber sonst aber nichts. Grossen Wert wurde auf die Varianten fuer franzoesische Gamer - Kiddies gelegt. Egal, ob es diese nun real gibt oder nicht, man kann sich seine Scores in den Spielen per SMS zusenden und ueber diverse Server - Funktionen austauschen und vieles mehr. Kurzum, viel ueberfluessiges fuer Business - Kunden.

Bild des Homezone Indicator fuer Genion auf dem Display des OT 715Die Kunden von O2 (Viag Interkom) werden gerne sehen, dass Funktionen wie das Genion-Haeuschen im Display schon implementiert sind - laut Bedienungsanleitung.
Bei meinem Geraet funktioniert weder die City-Zone - Anzeige noch das Genion-Haus. Die Hotline sagt, fuer Geld kann ein Firmware - flash dieses Manko abstellen. Ob das stimmt, werde ich wissen, wenn das Geraet zurueck ist (Anm.: Stimmt nicht). Bis dahin lasse ich mir die Home- und Cityzone einfach ansagen vor dem Gespraech ("Tonindikator"). Geht ueber die 1414 oder die Hotline. Hat den Vorteil, dass es extrem zuverlaessig ist, allerdings weiss man bei wackeliger HZ-Versorgung vorher nicht, ob es in dem moment lohnt, zu telefonieren

Nachtrag: Anzeige der SW Version
Nein, es gibt keinen Home-Indikator  fuer die Mobiles, die ueber eplus gehandelt wurden. eplus hat sich angeblich per Vertrag zusichern lassen, dass an Alcatel angeschlossene Organisationen keine updates der SW machen duerfen, die anders als eplus-SW ist. Heisst, in Deutschland darf niemand die veraltete, in Teilbereichen unbrauchbare SW austauschen gegen bereits erhaeltliche, neue (10.4) Software.
Das finde ich extrem mies fuer Kunden von gebrauchten Geraeten (so wie ich), denen nichts gesagt wurde und denen auch fuer Geld nicht geholfen wird.

Mittlerweile bin ich im Besitz eines Alcatel One Touch 715 mit deutscher Standardsoftware Version 10.4,  wie im Bild zu sehen (mit *#06# sichtbar zu machen). Ist bestens in der Lage, Genion Home und Cityzone anzuzeigen, in Text und HZ-Symbol!!  Willst Du das auch, dann such' Dir in Europa eine Firma, die Dir die Standardsoftware aufspielt und schon hat sich der Fall. Andere Firmen machen nicht so ein Kundenfeindliches Gedriss....

... weiter mit der Bedienung....
Fettes Minus in der Bedienung: Es geht meist nur eine Funktion zugleich. Die Sprachaufzeichnung z.B. bricht einfach ab, wenn man waehrend des Gespraechs eine Taste zum Steuern druecken muss. Wozu ist das denn dann da?? Schaut man mal in das Verzeichnis waehrend des Gespraechs, ist man gut beraten, keine Eigabe machen zu muessen ueber touch tone. Weil das nicht geht (Nokia konnte das).

Die Akku - Laufzeit ist (beim neuen Geraet) tadellos. Dauergespraeche saugen den Akku bei meinem ersten Geraet schon nach gut 2 Stunden leer. Allerdings ist die Standby Zeit mit 3 Tagen (bei gelegentlichen Telefonaten und haeufigem Ortswechsel) durchaus auf bestem Niveau. Bei meinem neuen Geraet laesst sich der Akku auch von Dauergespraechen nicht beeindrucken, nach 2 Stunden sind noch 3 von 3 Balken zu sehen.

In Deutschland wird es nur die Frabe Grau (titanium) geben, das witzige Orange z.B. wird den Franzosen vorbehalten sein. Soll eben als Nobel positioniert werden. Leider sind bisher die meisetn Geraete mit einer auf e-plus angepassten Firmware ausgeliefert. Nichts gegen e-plus aber wer weiss, was alles in dem Geraet steckt, was damit nicht aktiv werden darf (wie das Genion - HZ-Haeuschen, s.u.). Vor einem blinden Kauf kann ich nur eindringlich warnen!! Die Geraete mit eplus SW sind eben beschraenkt in ihrer Nutzbarkeit (siehe oben zu Genion).
 

Freisprechen

Die Freisprechfunktion ist eine Klasse fuer sich. Funktioniert echt gut, der Angerufene kann nach meinen Erkenntnissen klar und gut hoeren, der speaker des OT715 ist schoen laut und gut verstendlich. Auch wenn es nicht legal sein sollte, das muesste satt reichen, um im Auto "Freisprechen" zu machen ohne separates Equipment (Antenne natuerlich schon).

Keine Funktion ohne Patzer:
Das Anwaehlen der Freisprechfunktion geschieht abhaengig vom Status des Gespraechs ueber ganz unterscheidliche Bedienschritte. Bis zum Beginn der Verbindung ist es 2x OK mit dem Fummelstick, danach ist es einmal rechts und dann OK mit dem Joyknubbel. Wohlgemerkt alles ohne Hinsehen auf das Display, das ist ja am Ohr, bis Freisprechen aktiv ist. Das soll mir mal einer dieser Marketingtypen vormachen.

Display

Das Display ist schoen gross und sehr gleichmaessig blau beleuchtet, der Kontrast ist gut, mehrere Graustufen. Es ist schnell genug, auch die dauernd animierten Spiele gut darzustellen. Rundherum gelungen, man vermisst color nicht wirklich. Der Kalender z.B. ist wahlweise graphisch darstellbar, nette Funktion. Ich bin mal gespannt, wie schnell es verkratzt, bisher haelt es sich tadellos.
Leider haben graphische Kalenderansichten teilweise dunkle Schrift mit dunklem Hintergrund hinterlegt, sind also kaum erkennbar.

Datenuebertragung

Als Klasse10-GPRS Geraet ist es theoretisch fast so schnell wie ISDN (!), weil kein zusaetzlicher AD-Wandler bremst. Ob das praktisch eingehalten wird, habe ich ob der horrenden Prohibitionspreise der Netzbetreiber noch nicht getestet.

WAP ueber GPRS geht jedenfalls schnell und gut und wer WAP verschmaeht, hat vielleicht doch was verpasst. Ich sehe mir gerne Wetter, Strassenbahnplaene, emails oder teltarif-Nachrichten an.
GPRS kann dahingehend konfiguriert werden, stets oder nur on demand eingeschaltet zu werden. Das spart viel Stromohne Komforteinbussen. Sehr clever.
Wenig clever: Loeschen des Cache nicht moeglich. So sieht man bei BBC News immer die Nachrichten von vorletzter Woche, oder so. Wenig erbaulich. Es gibt aber auch Seiten, die gut selbst fuer reloads sorgen. Ob da wohl was falsch programmiert wurde?

CSD (GSM Daten-Uebertragung) ist recht langsam, Kompression gar nicht eingebaut (Minus!). Schlapp aber machbar: Opera auf dem Laptop (oder was auch immer) installieren. Dann den  download von Bildern selektiv ausschalten; bringt auch ueber GSM Vergnuegen!
Als voll GPRS-betontes Geraet hat das OT715 kein HSCSD, aber das unterstuetzt Provider O2 sowieso nicht. In dem Punkt ist Vodafone D2 uebrigens unschlagbar.

Verkehrt gemacht:
Es gibt die Moeglichkeit, fuer einen Provider GPRS mit GSM als fallback zu definieren. Das ist sehr clever! Leider gibt es dann aber nur eine gateway IP fuer beide. Das geht leider oft nicht. Gut gedacht, unzureichend gemacht.
 

Uhr

Sie wird auf Wunsch sogar mit 2 Ortszeiten permanent auf dem Display angezeigt. Die eingebaute Uhr in meinem OT715 geht einige Minuten falsch, pro Tag wohl gemerkt. Ein Zeiteisen aus einer anderen Galaxie... sollte seiner Zeit nicht hinterher sein.
Als ich mal ein paar SIM-Karten quergetauscht habe und dann noch das Phon im Frost liegen hatte, waren es schon einige Stunden Abweichung. Das ist schon ein Fall fuer ueberarbeitete Firmware....

Wobei man der Gerechtigkeit halber bemerken muss, dass bei normalem, ununterbrochenem Betrieb die Uhr akzeptabel genau geht. Die meines 6210 geht dann sogar mehr falsch!
 

Wecker

Schluss mit Weckanriufen fuer viel Geld. Das OT 715 hat einen eingebaut. Der Wecker ist zwar schlecht im Menue erreichbar (genau wie beim Nokia 6210) weckt aber sogar mit Wiederholung. So man im Halbschlaf den idiotischen Joystick korrekt bedienen kann....

Schoen auch, dass die Melodie waehlbar ist. Da muss man nicht mehr um die Herzkammern bangen.

Kalender

Der Kalender ist manigfaltig graphisch gestaltet und somit sehr witzig anzusehen. Er kann, zusammen mit den umfangreichen Telefonbuch-Funktionen,  einen Organizer schon ersetzen, wenn man nicht allzu hohe Ansprueche stellt oder keinen Platz fuer das Elektronenkloetzchen ;-) hat.

Mal abgesehen davon, dass man die Text-Eintrage der Hauptansicht nicht lesen kann, weil dunkle Schrift auf dunklem Grund nunmal so unsichtbar sind wie der friesische Adler, ist der Kalender fein. So ist es (meistens) moeglich, mit dem Joystick einen bestimmten  Zeitslot anzusteuern und bekommt bei "Erstellen" dann schon etwa richtiges Datum und Zeit vorgeschlagen.

Allerdings ist er bei etwa 30 Eintraegen schon erstaunlich traege. Es dauert nun etliche Sekunden, von aktellem Tag zu der aktuellen Woche zu springen. Der Fehler ist schon bei anderen Alcatel Geraeten bekannt und wurde treu in das 715 mitgenommen.
Bravo!
Schoen waere auch ein default setting fuer die graphische Darstellung, d.h. dass man die Woche statt den Tag als Grunduebersicht bekommt. Ist aber nicht wichtig.

Taschenrechner

Der Taschenrechner, eine gute Erfindung fuer die kleinen Preisvergleiche Unterwegs, ist recht gut aufgebaut, waere da nicht die unumgehbare Fummelei mit dem zielungenauen Joystick. So knackt man sich jedesmal mit dem Steuerfinger durch die Funktionswahl. Da war sogar der ultraprimitive Rechner des 6210 etwas angenehmer zu benutzen.

IR-Versand von Visitenkarten
habe ich bisher ebensowenig getestet wie die unkoordinierte Uebertragung von irgendwelchen Datenfiles, was laut Menue moeglich ist.
 

Fazit:

Das Alcatel OT 715 ist ein hervorragendes Mobiltelefon, das man jedem Haeufig-Telefonierer mit einem Sinn fuer Aesthetik als gutes Geraet empfehlen kann.
Man kann das OT 715 sehr moegen, denn es ist ein witziges Geraet und in weiten Teilen ein sehr ngenehmer Begleiter.

Ich habe es zum Update eingeschickt und musste in der Zeit wieder mein 6210 benutzen. Ich fand das irgendwie eklig, nachdem mich das OT715 verwoehnt hat. Besonders die miese Sprachqualitaet auch durch schlechten Empfang des 6210 nervt schon sehr.
Ich wuerde mein OT715 wieder haben wollen.

Es ist, gemessen am Preis, ein ausgesprochen gut und reichhaltig gemachtes Geraet, das sich nicht hinter weit teureren Geraeten verstecken braucht.

Und man muss es moegen. Haette ich in meiner Anstellung solche Software abgeliefert, waere ich mitsamt meinem Vorgesetzten entlassen worden, meine ich. Die Grundlagen sind gelegt, allerdings da ist noch vieles stabil und reif zu machen, bevor auch technisch ambitionierte Kunden zufrieden gestellt werden koennen.
 
 
 

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