Poesie

Achtung!
brandsucht
sie schl�ft
Das Rattenlied
Der S�ndfall
der befreiungsschlag
Flanders Field
Kollateralschaden
Moon and Sun
Nothing
Ode 1
sense
The Tragedy of a Rainbow
todesstrafe
wozu?
unbenannt
Engel
Erwachen - chinopischer Fr�hling
Die Nachtburg
Der Rabe
Zeit ist Geld





Achtung!
von Toyotomi Hideyoshi

"Das Halten von Tr�umen
ist in dieser Gesellschaft bei Strafe
verboten."
[gez. der Zoodirektor V.ERNUNFT]





brandsucht
von Toyotomi Hideyoshi

du brennst so hei�
in mir
dein feuer schmerzt wie
hei�e kohlen
doch meine f��e sp�ren
wenig, hier im feuerrausch

ich atme ein, ganz
tief in mir, da
sp�re ich die sucht wie
eine droge
sch�n und schmerzhaft fast
als die konturen schwimmen

du bist mir ganz
zu kopf gestiegen
und meine vangen gl�hen
vor verlangen
eis zu brechen, �berall
bin ich ein pyromane ?





sie schl�ft
von Toyotomi Hideyoshi

friedlich liegt sie da
ihr gesicht ist entspannt
ihre haut blass

sie schl�ft.

rot ihr k�rper
wo das messer sie durchsto�en hat

sie schl�ft.





Das Rattenlied
Jia Rong

Xiang shu you pi,
ren er wu yi,
ren er wu yi,
bu si he wei?

Xiang shu you chi,
ren er wu zhi,
ren er wu zhi,
bu si he si?

Xiang shu you ti,
ren er wu li,
ren er wu li,
hu bu chuan si?

Sieh dir die Ratte an - sie hat wenigstens eine Haut.
Ein Mensch aber, der keine Haltung hat -
Ein Mensch, der keine Haltung hat,
Warum stirbt der nicht einfach?

Sieh dir die Ratte an - sie hat wenigstens Z�hne.
Ein Mensch aber, der kein Betragen hat -
Ein Mensch, der kein Betragen hat,
worauf wartet der, als darauf, da� er stirbt?

Sieh dir die Ratte an - sie hat wenigstens Gliedma�en.
Ein Mensch aber, der keinen Anstand hat -
Ein Mensch, der keinen Anstand hat,
Warum stirbt der nicht schnell?





Der S�ndfall
von Toyotomi Hideyoshi

krachend leuchtet splitternd bricht
f�llt zu boden donnernd schreit
feuer berstend blutig lachend
schimmernd staubend f�llt zu boden
hasserf�llt erblickend fassungslose blicke
lautes lachen kaum zu h�ren
schreiend laut schreit schreiend
fliegend fallend durch das glas
splitternd brechen donnernd kreischend
st�rzt das leben vieler menschen
hinab ins dunkel einer wolke





der befreiungsschlag
von Toyotomi Hideyoshi

in der ecke des zimmers
eine wacklige alte leiter
ich steige hinauf
an ihrem ende eine d�nne r�hre
gerade breit genug um hindurchzusehen
ich sehe hindurch
auf rotem hintergrund in gr�ner farbe
nur ein wort:
Yes.





Flanders Field
von Toyotomi Hideyoshi

In der Mitte der Lichtung
gr�nes Grad rundherum
steht das Denkmal,
hoch und wei�.
Erinnert sich jemand?

Um das Geb�ude herum
im gr�nen Gras,
wo die Blumen bl�hen,
wei� und wei� in einer Reihe:
Die Kreuze.
Hunderte. Tausende?

Flanders Field
hei�t der Ort.
Aber niemand trauert mehr
um die toten Soldaten.
Hat man sie vergessen?

Get�tet in einem Krieg
liegen die Soldaten unter den Blumen.
Aber die Dummheit geht weiter.

Wie waren ihre Namen?
Niemand wei� es.
Wie war ihr Leben?
Niemand kann es sich vorstellen.
Was haben sie gef�hlt, bevor sie starben?
Niemanden interessiert es.

Kein Tag ohne sinnlose Morde.
Keine Woche ohne Zerst�rung.
Kein Monat ohne Blut.
Kein Jahr ohne Krieg.

Die Menschen sollten sich besinnen,
aber sie k�nnen nicht.
Sie sind zu sehr damit besch�ftigt,
sich gegenseitig umzubringen.

Jeder spricht von Rache und Zerst�rung.
Es gibt keine Zukunft in Flanders Field.





Kollateralschaden
von Toyotomi Hideyoshi

den blick aufs meer gerichtet
ein schnuppern behutsames einatmen
violett und rosa streicht die saite
eine ode doch nichts ist zu sehen
champagner perlt am glas hinab
sakraler bau mit gold und farbe reich verziert
sanftes schweigen treibt die wellen
dort wo es f�llt wird alles grau
doch die golfl�cher sind tief
donnernd bebt es doch nichts zittert
tr�nen schluchzend blickt sie auf
doch die blumen haben nichts vergessen
sch�umend schl�gt die welle nieder
rissig ist der w�stenboden obschon begr�nt
und die menschen reissen furchen in die wolken
blutend rot bl�ht ein vergissmeinnicht





Moon and Sun
von Toyotomi Hideyoshi

so you're back again
good to know, good to know
and I hold you in my arms
but it's not what I wanted to
there's a difference, something changed
between you and me

and I know the day will come
when moon and sun become one
the day you'll leave again

and I sit there on my chair
thinking, thinking, just thinking
about us and everything
what is wrong? yes, what is wrong?
well, you're back�.

so the day came and you're gone
What went wrong? yes, what went wrong?
well, you're gone�. again.

diamond stars are going down
and my mind aches as my head breaks
when I crash onto the ground

only faded dream flowers
were watching me fall
the day you left again





Nothing
von Toyotomi Hideyoshi

tell me, wise man
what's the sense of life?
is it dying?
no, it's flying.

tell me, wise man
what's the sense of life?
is it flying?
no, it's dying.

tell me, wise man
what's the sense of life?
is it living?
no, it's drifting.

tell me, wise man
what's the sense of life?
is it drifting?
no, it's living.

tell me, wise man
what's the sense of live?
is it 'Something'?
no, it's nothing.

tell me, wise man
what's the sense of life?
is it nothing?
yes, it's nothing.





Ode 1
von Shamar Rinpoche Lama Galai

Frag' nicht woher sie kommt, jene holde Frau,
Doch muss es wohl der G�tter stolzes Werk gewesen sein.
Ich Haar wie Ebenholz, die Augen meeresblau,
Ihr Antlitz voll von G�te so sanf und rein.

Frag' nicht nach ihrem Namen, zu sagen wie sie hei�t,
Kein Wort gen�gend teuer, das je ein Wesen spricht.
Denn Du kannst nicht umschreiben, mit Worten, die Du wei�t,
Den Anmut dieses Engels, an dem das Licht sich bricht.

Frag' nicht woran ich denke, in jenem stolzen Traum,
In dem die holde G�ttin wahrhaftig vor mir schwebt.
Vom Sp�ren Ihrer Liebe zu tr�umen wag' ich kaum,
Doch macht es mich schon gl�cklich, zu wissen, dass sie lebt.





sense
von Toyotomi Hideyoshi

miss you so much my dear
love you with kisses
hot like fire, cold like ice
yes, love is live's only spice





The Tragedy of a Rainbow
von Toyotomi Hideyoshi

I don't care what they say
I am I as I swear
and I keep my secrets
behind
say hello, say goodbye
when-ever I tried
I lost them
and that's not worth at all

everyone searches love
but no-one can find anything
life is cold
and that's what's going wrong
also I fell in love
one day
but you know
I didn't achieve anything

so I lost my world
and I found nothing new
this is true
I will ever be loosing, loosing you
together we were
free
but no
this is no way for you

Who am I? Who are you?
I don't know, is it true?
Can love really save
our lonely, cold world?
Are we free? Do we die?
Do we live? Can we fly?
I don't know,
I just don't know.

I cry and I fly
but this is no way to die
it is just like a dream
like a dream for me
carry me on the waves
to the lands I've not been
and I swear
I will ever be yours

and where-ever you are
I'll be there��so far�
this is where we belong
all a lifetime long
and the beauty I've seen
is like a dream
but I know
that all beauty must die





todesstrafe
von Toyotomi Hideyoshi

stell dir vor
du
ein mensch
bist festgeschnallt
auf dem tisch
kannst nicht fliehen
hinter der glasscheibe
die blutgierige menge
eiskalt ihre blicke
gl�hend ihr hass
schauen zu
warten
dass du stirbst

du f�hlst die nadel schon
an deinem arm
die erste injektion
du sp�rst den stich
der dich bet�uben soll

es durchflie�t
deine adern
du f�hlst
wie dein k�rper
sich entspannt
du kannst nicht mehr steuern
deine muskeln
du bist gel�hmt
f�llst ins dunkel

du f�hlst die zweite nadel schon
an deinem arm
die zweite injektion
du sp�rst den stich
der dich weiter bringt

du f�hlst
das gift
es durchflie�t
deine adern
du m�chtest dich winden
unter den qualen
doch du kannst nicht
bist gel�hmt

du f�hlst
das zischen
als deine lungenfl�gel
unter schmerzen kollabieren





wozu?
von Toyotomi Hideyoshi

wozu sind pflanzen da?
um sie mit gift zu t�ten.
wozu sind fische da?
um sie mit angelhaken zu durchbohren.
wozu sind katzen da?
um sie im chinarestaurant zu verspeisen.
wozu sind k�he da?
um sie blutig zu schlachten.
wozu sind nerze da?
um ihnen das fell abzuziehen.
wozu sind rehe da?
um sie im wald zu erschiessen.
wozu sind wale da?
um sie mit harpunen zu zerrei�en.

wozu sind menschen da?





unbenannt
von Jia Rong

Am Tor der Rosenhag hat sich in Eis gekleidet,
Und gr��t in kaltem Stolz mich, der so lange fern:
"Gebl�het hab ich wohl, und einst sahst du mich gern,
Nun sieh auch die Gestalt, so Winterk�lte leidet."

O edle Rosen! Fort hat euch die Zeit genommen,
Verweht ist euer Duft, das holde Rot dahin,
Doch eurer Zweige Kraft, sie gibt mir frohen Sinn:
Denn nach dem Froste will ein neuer Sommer kommen





Engel
von Ling Xi Pei

Jeder kann ein Engel sein.
Ein Helfer f�r andere.
F�r sich selbst.

Nur seine Fl�gel ausstrecken.
Diese zarten, wei�en Federn,
so strahlend hell.

Einfach mit den Fingerspitzen.
Einmal h�her greifen wollen.
Zu fliegen und auf Wolken zu tanzen.

�ber Wasser zu gehen.
Kleine Wellen, als ob der Wind,
�ber das silberne Glatt gehaucht w�re.

Den Wind im Gesicht zu sp�ren.
Wie einen Kuss.
Wie eine z�rtliche Ber�hrung.

Die Hand �ber jemand halten.
Geborgenheit und Liebe zu spenden.
Und nichts daf�r zu wollen.

Jeder kann ein Engel sein.
Und wir alle.
Wir sind Engel.
Ihr seid Engel. F�r euch alle.
F�r euch selbst.






Erwachen - chinopischer Fr�hling
von Ghandil Wao Van'hia

Die holde Macht der Heiligkeit,
die hier so klar im See verweilt
erlaubt mir Blickes sch�ne Gier
und schenkt mir liebliche Eigenzier.

Erlebt die Honden des Siegelgl�cks.
Anz�glich im Fr�hlichte schm�ckts?.
Der Fr�hlingsduft der bl�tend Kirsch
oder Erhaschen vom stolzen Hirsch,

der sich erbarmt am gr�nen Gras,
bevor man es im Herbst verga�?.
So schillert herrlichster Lebenshauch,
denn dieses ist des Fr�hlings Brauch.






Die Nachtburg
von Te Mai

Die l�ngste Nacht ist nun vergangen,
Die Sonne bald schon l�nger schaut.
Von Nebel immernoch behangen,
krieg ich dennoch G�nsehaut.
In der Nacht, man glaubt es kaum,
haben W�nde Aug' und H�nde,
sprechen B�nde ohne Ende,
halten sich nicht mehr in Zaum.

Ja, von Dunkelheit und Schatten
geben diese Mauern viel,
Denkt, man h�rt Ger�usch' von Ratten
in der fahlen Lichter Spiel.
Auf dem langen Gang zum Dinner
man beginnt sich umzudrehen und zu flehen,
dass sie gehen m�gen. Und nicht stehen
bleiben hier vor deinem Zimmer.

Die Vernuft spricht dann aus dir:
Hier ist nichts! Hab keine Sorgen!
Doch dies scheinbar gr�sslich' Tier
erst verschwunden dann am Morgen.
Mit dem Licht des ersten Tages
verschwinden Geister angereister
ziemlich dreister alter Meister.
Bleibet nur ein Bild, ein wages ...






Der Rabe
von Te Mai

Einst, um eine Mittnacht graulich, da ich tr�be sann und traulich
m�de �ber manchem alten Folio lang vergess'ner Lehr'-
da der Schlaf schon kam gekrochen, scholl auf einmal leis ein Pochen,
gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte, von der T�re her.
"'s ist Besuch wohl", murrt' ich, "was da pocht so kn�chern zu mir her -
das allein - nichts weiter mehr.

Ah, ich kann's genau bestimmen: im Dezember war's, dem grimmen,
und der Kohlen matt Verglimmen schuf ein Geisterlicht so leer.
Br�nstig w�nscht' ich mir den Morgen;- hatt' umsonst versucht zu borgen
von den B�chern Trost dem Sorgen, ob Lenor' wohl selig w�r'-
ob Lenor', die ich verloren, bei den Engeln selig w�r'-
bei den Engeln - hier nicht mehr.

Und das seidig triste Dr�ngen in den purpurnen Beh�ngen
f�llt', durchw�hlt' mich mit Beengen, wie ich's nie gef�hlt vorher;
also da� ich den wie tollen Herzensschlag mu�t' wiederholen:
"'s ist Besuch nur, der ohn' Grollen mahnt, da� Einla� er begehr'-
nur ein sp�ter Gast, der friedlich mahnt, da� Einla� er begehr':-
ja, nur das - nichts weiter mehr."

Augenblicklich schwand mein Bangen, und so sprach ich unbefangen:
"Gleich, mein Herr - gleich, meine Dame - um Vergebung bitt' ich sehr;
just ein Nickerchen ich machte, und Ihr Klopfen klang so sachte,
da� ich kaum davon erwachte, sachte von der T�re her -
doch nun tretet ein!" - und damit ri� weit auf die T�r ich - leer!
Dunkel dort - nichts weiter mehr.

Tief ins Dunkel sp�ht' ich lange, zweifelnd, wieder seltsam bange,
Tr�ume tr�umend, wie kein sterblich Hirn sie tr�umte je vorher;
doch die Stille gab kein Zeichen; nur ein Wort lie� hin sie streichen
durch die Nacht, das mich erbleichen lie�: das Wort "Lenor'?" so schwer -
selber sprach ich's, und ein Echo murmelte's zur�ck so schwer:
nur "Lenor'!" - nichts weiter mehr.
Da ich nun zur�ck mich wandte und mein Herz wie Feuer brannte,
h�rt' ich abermals ein Pochen, etwas lauter denn vorher.
"Ah, gewi�", so sprach ich bitter, "liegt's an meinem Fenstergitter;
Schaden tat ihm das Gewitter j�ngst - ja, so ich's mir erkl�r';-
schweig denn still, mein Herze, lass mich nachsehn, da� ich's mir erkl�r':-
's ist der Wind - nichts weiter mehr!"

Auf warf ich das Fenstergatter, als herein mit viel Geflatter
schritt ein stattlich stolzer Rabe wie aus Sagenzeiten her;
Gr��en lag ihm nicht im Sinne; keinen Blick lang hielt er inne;
mit hochherrschaftlicher Miene flog empor zur T�re er -
setzt' sich auf die Pallas-B�ste �berm T�rgesims dort - er
flog und sa� - nichts weiter mehr.

Doch dies ebenholzne Wesen lie� mein Bangen rasch genesen,
lie� mich l�cheln ob der Miene, die es macht' so ernst und hehr:
"Ward dir auch kein Kamm zur Gabe", sprach ich, "so doch stolz Gehabe,
grauslich grimmer alter Rabe, Wanderer aus n�chtger Sph�r'-
sag, welch hohen Namen gab man dir in Plutos n�chtger Sph�r'?"
Sprach der Rabe, "Nimmermehr."
Staunend h�rt' dies rauhe Klingen ich dem Schnabel sich entringen,
ob die Antwort schon nicht eben sinnvoll und bedeutungsschwer;
denn wir d�rfen wohl gestehen, da� es keinem noch geschehen,
solch ein Tier bei sich zu sehen, das vom T�rgesimse her -
das von einer Marmor-B�ste �berm T�rgesimse her
sprach, es hei�e "Nimmermehr."

Doch der droben einsam ragte und dies eine Wort nur sagte,
gleich als sch�tte seine Seele aus in diesem Worte er,
keine Silbe sonst entri� sich seinem d�stren Innern, bis ich
seufzte: "Mancher Freund verlie� mich fr�her schon ohn' Wiederkehr -
morgen wird er mich verlassen, wie mein Gl�ck - ohn' Wiederkehr."
Doch da sprach er, "Nimmermehr!"

Einen Augenblick erblassend ob der Antwort, die so passend,
sagt' ich, "Fraglos ist dies alles, was das Tier gelernt bisher:
's war bei einem Herrn in Pflege, den so tief des Schicksals Schl�ge
trafen, da� all seine Wege schlo� dies eine Wort so schwer -
da�' all seiner Hoffnung Lieder als Refrain beschlo� so schwer
dies "Nimmer - nimmermehr."

Doch was Tr�bes ich auch dachte, dieses Tier mich l�cheln machte,
immer noch, und also rollt' ich stracks mir einen Sessel her
und lie� die Gedanken fliehen, reihte wilde Theorien,
Phantasie an Phantasien: wie's wohl zu verstehen w�r'-
wie dies grimme, omin�se Wesen zu verstehen w�r',
wenn es kr�chzte "Nimmermehr."

Dieses zu erraten, sa� ich wortlos vor dem Tier, doch fra� sich
mir sein Blick ins tiefste Innre nun, als ob er Feuer w�r';
br�tend �ber Ungewissem legt' ich, hin und her gerissen,
meinen Kopf aufs samtne Kissen, das ihr Haupt einst dr�ckte hehr -
auf das violette Kissen, das ihr Haupt einst dr�ckte hehr,
doch nun, ach! dr�ckt nimmermehr!

Da auf einmal f�llten D�fte, d�nkt' mich, weihrauchgleich die L�fte,
und seraphner Schritte Klingen drang vom Estrich zu mir her.
"�rmster", rief ich, "sieh, Gott sendet seine Engel dir und spendet
Nepenthes, worinnen endet nun Lenor's Ged�chtnis schwer;-
trink das freundliche Vergessen, das bald tilgt, was in dir schwer!"
Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Ah, du prophezeist ohn' Zweifel, H�llenbrut! Ob Tier, ob Teufel -
ob dich der Versucher sandte, ob ein Sturm dich lie� hierher,
trostlos, doch ganz ohne Bangen, in dies �de Land gelangen,
in dies Haus, von Graun umpfangen,- sag's mir ehrlich, bitt' dich sehr -
gibt es - gibt's in Gilead Balsam?- sag's mir - sag mir, bitt' dich sehr!"
Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Ah! dann nimm den letzten Zweifel, H�llenbrut - ob Tier, ob Teufel!
Bei dem Himmel, der hoch �ber uns sich w�lbt - bei Gottes Ehr'-
k�nd mir: wird es denn geschehen, da� ich einst in Edens H�hen
darf ein M�dchen wiedersehen, selig in der Engel Heer -
darf Lenor', die ich verloren, sehen in der Engel Heer?"
Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

"Sei denn dies dein Abschiedszeichen", schrie ich, "Unhold ohnegleichen!
Hebe dich hinweg und kehre stracks zur�ck in Plutos Sph�r'!
Keiner einz'gen Feder Schw�rze bleibe hier, dem finstern Scherze
Zeugnis! La� mit meinem Schmerze mich allein!- hinweg dich scher!
Fri� nicht l�nger mir am Leben! Pack dich! Fort! Hinweg dich scher!"
Sprach der Rabe, "Nimmermehr."

Und der Rabe r�hrt' sich nimmer, sitzt noch immer, sitzt noch immer
auf der bleichen Pallas-B�ste �berm T�rsims wie vorher;
und in seinen Augenh�hlen eines D�mons Tr�ume schwelen,
und das Licht wirft seinen scheelen Schatten auf den Estrich schwer;
und es hebt sich aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer
meine Seele - nimmermehr.






Zeit ist Geld
von Te Mai

Stelle dir vor, du hast bei einem Wettbewerb folgenden Preis gewonnen: Jeden Morgen, stellt dir die Bank 86.400,- Yuan auf deinem Bankkonto zur Verf�gung.
Doch dieses Spiel hat auch Regeln, so wie jedes Spiel bestimmte Regeln hat. Die erste Regel ist: Alles, was du im Laufe des Tages nicht
ausgegeben hast, wird dir wieder weggenommen, du kannst das Geld nicht einfach auf ein anderes Konto �berweisen, du kannst es
nur ausgeben. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, er�ffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400,- Yuan f�r den
kommenden Tag. Zweite Regel: Die Bank kann das Spiel ohne Vorwarnung beenden. Zu jeder Zeit kann sie sagen: Es ist
vorbei. Das Spiel ist aus. Sie kann das Konto schlie�en und du bekommst kein neues mehr. Was w�rdest du
tun? Du w�rdest dir alles kaufen was du m�chtest? Nicht nur f�r dich selbst, auch f�r alle Menschen die
du liebst. Vielleicht sogar f�r Menschen die du nicht kennst, da du das nie alles nur f�r dich alleine
ausgeben k�nntest. Du w�rdest versuchen, jeden Yuan auszugeben und ihn zu nutzen, oder? Aber
eigentlich ist dieses Spiel die Realit�t: Jeder von uns hat so eine "magische Bank". Wir
sehen das nur nicht. Die magische Bank ist die Zeit. Jeden Morgen, wenn wir
aufwachen, bekommen wir 86.400 Sekunden Leben f�r den Tag geschenkt
und wenn wir am Abend einschlafen, wird uns die �brige Zeit nicht
gutgeschrieben. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist
verloren, f�r immer verloren, Gestern ist vergangen.
Jeden Morgen beginnt sich das Konto neu
zu f�llen, aber die Bank kann das Konto
jederzeit aufl�sen, ohne Vorwarnung.
Was machst du also mit deinen
t�glichen 86.400 Sekunden?
Sind sie nicht viel
mehr wert als
die gleiche
Menge in
Yuan?
..
.
...

Also
fang an,
dein Leben zu leben.






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