Reformen-Reformatoren am Beispiel von
Gluck, Christoph Willibald Ritter von (1714-1787), 
deutscher Komponist, der als Erneuerer der ernsten Oper 
(im Gegensatz zur italienischen und französischen Oper) weit reichenden Einfluss hatte.
Die Neuartigkeit der Gluck'schen Werke bestand in der 
dramatischen und psychologischen Wahrhaftigkeit des Textes 
und der 
Unterordnung der Musik unter die Erfordernisse der dramatischen Handlung. 
Seine Opernästhetik richtete sich gegen die vordergründige Theatralik der italienischen und französischen Vorgänger und propagierte einfache musikalische Formen ohne die großen, statisch angelegten, dominierenden Soloarien. Die von Gluck initiierten Reformen wurden vor allem in Paris aufs heftigste kritisiert. Dort herrschte zwischen 1774 und 1781 ein heftiger Streit zwischen den Befürwortern der Gluck'schen Reformen und den Anhängern der italienischen Oper in Person des neapolitanischen Opernkomponisten Niccolò Piccinni. 
Zur Lösung des Konflikts beauftragte der Direktor der Pariser Oper die beiden Komponisten, eine Oper zum gleichen Libretto zu schreiben.
Gluck schuf mit Iphigénie en Tauride die Krönung seines Werkes. 1779 wurde die Oper mit glänzendem Erfolg uraufgeführt, während Piccinnis Oper zwei Jahre später durchfiel. Glucks letzte Oper war Echo et Narcisse (1779).
 Glucks Reformen hatten weit reichende Auswirkungen auf die dramatischen und ästhetischen Konzepte nachfolgender Opernkomponisten, wie z. B. Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Cherubini und Richard Wagner. 
Gluck starb am 15. November 1787 in Wien.
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In der Vorrede zur gestochenen Partitur der Alceste (1769) hat Gluck seine musikalisch-künstlerischen Absichten zum Ausdruck gebracht. 
Im Folgenden die Hauptpunkte:
Als ich unternahm, die Oper Alceste in Musik zu setzen, war es meine Absicht, 
alle Mißbräuche, die falsch angebrachte Eitelkeit der Sänger und allzugroße Gefälligkeit die Komponisten 
in die italienische Oper eingeführt hatten, sorgfältig zu vermeiden; Mißbräuche, die eines der schönsten und prächtigsten Schauspiele zum langweiligsten und lächerlichsten herabgewürdigt haben.
Ich suchte daher die Musik zu ihrer wahren Bestimmung zurückzuführen, 
d. h. die Dichtung zu unterstützen, um den Ausdruck der Gefühle und das Interesse der Situation zu verstärken
ohne die Handlung zu unterbrechen oder durch unnütze Verzierungen zu entstellen. 
Ich glaubte, die Musik müsse für die Poesie das sein, 
was die Lebhaftigkeit der Farben und eine glückliche Mischung von Schatten und Licht für eine 
fehlerfreie, wohlgeordnete Zeichung
sind, welche nur dazu dienen, die Figuren zu beleben, ohne die Umrisse zu zerstören. 
Ich habe daher vermieden, den Schauspieler im Feuer des Dialogs zu unterbrechen und ihn ein langweiliges Ritornell abwarten zu lassen oder plötzlich in einer Phrase bei einem günstigen Vokale aufzuhalten, damit er entweder in einer langen Passage die Beweglichkeit seiner schönen Stimme zeigen oder abwarten könne, bis das Orchester ihm Zeit lasse, Luft zu einer lagen Fermate zu schöpfen. 
Auch glaubte ich nicht, über die zweite Hälfte einer Arie rasch hinweggehen zu dürfen, wenn gerade diese vielleicht die leidenschaftlichste und wichtigste ist, nur um regelmäßig viermal die Worte wiederholen zu können. 
Ebensowenig erlaubte ich mir, die Arien dort zu schließen, wo der Sinn nicht endet,
nur um dem Sänger Gelegenheit zu geben, seine Fertigkeit im Variieren einer Stelle zeigen zu können. 
Genug, ich wollte alle jene Mißbräuche verbannen, 
gegen die der gesunde Menschenverstand 
und der wahre Geschmack schon so lange vergebens kämpfen."
In weiteren Ausführungen stellt Gluck die Forderung auf, 
die Ouvertüre müsse den Zuhörer auf den Charakter der folgenden Handlung vorbereiten und den Inhalt andeuten; 
auch das ist in Alceste geschehen. 
Die noch nach Art einer instrumentalen Kavatine geformte d-moll-Ouvertüre 
gibt eine vielsagende Einstimmung auf den düsteren, nahezu monotonen Ernst des Geschehens.
Bedeutsam in den Ausführungen Glucks sind noch folgende Sätze, die für sämtliche Reformopern des Meisters Geltung haben: 
"Ich habe niemals auf die Erfindung eines neuen Gedankens 
irgendeinen Wert gelegt, 
wenn er nicht durch die Situation selbst herbeigeführt 
und dem Ausdruck angemessen war. 
Endlich glaubte ich zugunsten der Wirkung selbst die Regel opfern zu müssen."

Quelle:http://www.operone.de/opern/alceste.html


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2002

"  Die Grenzen des Wachstums werden allein durch die Phantasie gesteckt.  "
 
Günter Wille
 

 
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