[Image] [Goblin Logo] [Image] [Image] [Image] Die Hackerethik - Teil 2 [Image] In diesem globalen Dorf tummeln sich auch Touristen, [Image] sogenannte Datenreisende, um auf ihren Reisen durch die [Image] Netze die Grenzen dieser elektronischen Wirklichkeit und die Leistungsfähigkeit der Maschinen zu erkunden. [Image] Sie versuchen, Hindernisse, die man ihnen in den Weg stellt, zu umgehen oder zu überwinden. Das Motiv ist [Image] Neugier: Was verbirgt sich hinter dem Gebirgsmassiv, das sich in Gestalt einer Paßwortabfrage auftürmt. Ein [Image] neues Land? Neue Grenzen? Oder eine wunderschöne Kathedrale, ebenso geheimnisvoll wie magisch anziehend. Und wenn das Eingangstor verschlossen ist und den Zutritt verwehrt, wer forscht da nicht, ob sich nicht doch noch ein unverschlossenes Seitentürchen findet? Wer schaut nicht nach, ob der Schlüssel vielleicht unter der Fußmatte liegt.' Will man das Heiligtum doch nicht rauben, sondern nur bewundern. Kein rationaler Grund ist wirksam genug, den Bewunderer von seinem andächtigen Treiben abzuhalten. Richtig, die Rede ist von Hackern. Landläufig wird dieser Begriff ebenso falsch verstanden wie der des Personal Computers. Ein Hacker, das ist nicht jemand, der mit krimineller Energie oder aus purem Vandalismus Schaden anrichtet, sondern ein Mensch, der sich kritisch und schöpferisch mit den Dingen beschäftigt, die sein Interesse wecken. Einstein war ein Hacker. Als er feststellte, daß die damals gültigen Grenzen der Mathematik und Physik nicht ausreichten um eine wirkliche Herausforderung für seine Gedanken zu sein, ordnete er das Universum neu. Die Wissenschaft brauchte Jahre, um zu beweisen, daß er recht hatte. Bach war ein Hacker. Die Klarheit und geradezu mathematische Präzision seiner Musik ist bis heute unerreicht. Es ist nicht das Konventionelle, das einen Hacker auszeichnet es sind die Herausforderungen, die im bisher Ungedachten, Ungewagten liegen. Unser Planet ist erforscht bis in den hintersten Winkel. Kein Zufall also, daß die Hacker die NASA "erwischt" haben denn auch dort werden neue Räume erforscht, neue Regionen erobert, Hindernisse beiseite geschafft, Ungewagtes gewagt, Ungedachtes gedacht. Die Forscher, die dort arbeiten, sind in diesem Sinne auch Hacker. Als vor Jahrzehnten die ersten elektronischen Rechenmonster in Betrieb genommen wurden, waren es die Hacker, die sofort erkannten, welch ein Potential in diesen Maschinen steckte. Hinter der Stahlfassade dieser Additionsgiganten waren Möglichkeiten verborgen, die sich die Hersteller nicht hatten träumen lassen. Die ersten Schachprogramme wurden von Hackern geschrieben und ohne Erlaubnis und ohne Rücksicht auf die teure Rechenzeit ausprobiert. Es waren Hacker, die Jahre später den Apple-Computer, einen der ersten Personal Computer, bauten und ihn unter das Volk brachten. Der Computer, bislang das Allerheiligste in den Tempeln der militärischen Forschung, hielt Einzug ins heimische Wohnzimmer. Uneingeschränkte Informationen für alle? Was die Visionäre einer freien Informationsgesellschaft ins Schwärmen geraten ließ hat indes eine Achillesferse: die "personenbezogenen Daten". Alle weltweit verfügbaren Informationen für jedermann jederzeit zugänglich zu machen bedeutet eine gläserne Welt, in der ein vertrauensvolles Miteinander unmöglich wäre. Es gilt also Regeln zu finden, die zwischen Anspruch und Wirklichkeit vermitteln. Regeln, oder besser Leitlinien, die für jedermann einsichtig sind und ganz selbstverständlich befolgt werden. Schon recht früh befolgten die Hacker Regeln, die zwar niemals als Charta niedergeschrieben oder öffentlich proklamiert worden sind, aber in den Köpfen fest verankert waren und sich in der Praxis auch irnmer wieder bestätigen. Die folgende Geschichte aus der Frühzeit der Computertechnik und der Hackerkultur zeigt wie Hackerethik entsteht und tragfähig wird. Weiter mit Teil 3 Teil 1 [Image] [Image] [Image] © 1998 Goblin. Alle Rechte vorbehalten.