RAUMSCHIFF BLUEFOX – NCC 1701-E

Folgen 8 und 9: Ein kleines Rätsel

STARRING

Matthias Currat

ALS

Cpt. Matthew Bluefox

Andreas Kägi

ALS

Cmdr. Andrew Ceagy

Brent Spiner

ALS

Lt. Cmdr. Lore

Nicole Streich

ALS

Dr. Nicole Strike

Daniel Chollet

ALS

Lt. Cmdr. Danny Chollet

Stephanie Knecht

ALS

Cnslr. Steevy Knight

Ramon Baur

ALS

Lt. Ramon Boer

Thierry Weidmann

ALS

Chief Thierry Whiteman

Fabian Blatter

ALS

Lt. Fabius Blater

Nadine Humbel

ALS

Lt. Nadine Humble

Isabel Schneider

ALS

Dr. Izy Snyder

Judith Baumann

ALS

Lt. Judy Boeman

Deborah Grossniklaus

ALS

Dr. Debbie Crossnicholls

Monika Heusser

ALS

Lt. Monique Hewsser

Denise Werffeli

ALS

Lt. Denise Werwealy

Jasmin Grossniklaus

ALS

F. Jazzy Crossnicholls

Sarah Bärtschi

ALS

F. Sarah Bearchy

Andrea Berger

ALS

F. Andrea Berger

GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

Keine Gaststars in beiden Teilen dieser Episode.


Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77562.8

 

««Da wir seit längerer Zeit nicht mehr im Orbit der Erde gewesen sind, habe ich mich entschieden der Crew einen ausgedehnten Urlaub an Bord der Bluefox zu gewähren. Es wurde ein spezielles Freizeitprogramm ausgearbeitet und der Crew vorgestellt. Es hat große Begeisterung ausgelöst und wird nun rege genutzt. Ich erwarte ein unspektakuläres Passieren des Shakara-Nebels und habe mir daher ebenfalls etwas Freizeit herausgenommen. Andrew Ceagy und ich werden uns bei einer Partie Pétanque und an einer guten Flasche französischen Rotweins vergnügen. Ich habe mich für die Marke „Château Picard“ entschieden.»»

 

Cpt. Bluefox rief: «Wow! Was für ein genaues Schüßchen!» – Cmdr. Ceagy schüttelte den Kopf und meinte: «Was Sie für ein Schwein haben, ich glaube das einfach nicht!» – «Das nennen Sie Schwein? Das war pures Können, Andrew!» entgegnete Bluefox und lachte. Ceagy versuchte seine Eisenkugel direkt links von derjenigen des Captains zu platzieren. Er schaffte es nicht ganz so genau wie Bluefox, aber Ceagys Kugel lag ebenfalls nicht schlecht, denn nun hatte er die Möglichkeit scharf auf sie draufzuspielen und sie auf diese Weise nach vorne zu bringen. Er mußte jedoch aufpassen, daß er nicht zu scharf schoß, denn sonst würde die erste Kugel zu weit rollen und wieder weiter vom Cochonnet entfernt sein als Bluefox’ Kugel. – Ceagy fand das Maß exakt und spielte sie präzise, aber auch hart auf seine Erste drauf. Der Erste Offizier hatte also nun den Punkt, zumindest für den Augenblick. Bluefox sprach: «Warten Sie nur, Andrew, jetzt kommt der Captain!» – Er zielte auf die am nächsten beim Cochonnet liegende Kugel. – Gerade als Bluefox zu einem Hammerschuß ausholen wollte, zirpte sein Kommunikator und die ganze Konzentration war dahin. – Der Captain schwang locker aus und ließ seine Kugel auf den kiesigen Untergrund plumpsen. Er drückte auf seinen Kommunikator und fragte etwas genervt: ««Ja, was gibt es?»» – ««Hier spricht Lieutenant-Commander Lore, Sir. Entschuldigen Sie die Störung, Captain, aber die Sensoren haben einen Stern des T-Tauri-Typs in einem Loch des Shakara-Nebels entdeckt.»» erklärte Lt. Cmdr. Lore. – Der Androide führte die Brücke für den Moment. – Bluefox schien dies nicht ungewöhnlich und entgegnete: ««Aber, Lore, das ist doch nichts Sonderbares.»» – ««Das nicht, aber merkwürdig ist, daß der einzige Planet des Sterns einer der Klasse M ist. Es könnte dort Lebensformen geben.»» meinte Lore. Bluefox gestand: ««Das ist in der Tat ungewöhnlich und erfordert nach Sternenflottenreglement eine Untersuchung. Also gut, wir werden hinfliegen. Alle Führungsoffiziere außer Doktor Strike sollen sich in einer Stunde auf der Brücke melden. Bluefox, Ende.»» – Der Captain drehte sich zu seinem Ersten Offizier und zuckte mit den Schultern. Ceagy konnte natürlich auch nichts dagegen machen und man beschloß sich das kleine Rätsel gemeinsam anzusehen.

 

Nachdem Ceagy und Bluefox die Brücke betreten hatten, berichtete Steuermann Blater: «Wir treten in das T-Tauri-System ein, Captain.» Lt. Boer warnte: «Die Sensoren zeigen eine Energiefluktuation direkt in unserer Flugbahn an. Quelle unbekannt.» Lt. Cmdr. Chollet gab einen aktuellen Bericht von der Taktik durch: «Ich empfange immer noch Energieverzerrungen. Sie werden jedoch schwächer. – Jetzt sind sie ganz verschwunden, Sir.» – Bluefox erhob sich und schritt langsam nach vorne zum Hauptschirm. Er studierte kurz und äußerte seine erste Vermutung: «Ein Wurmloch vielleicht?» Lore, der ausnahmsweise an der hinteren Wissenschaftsstation arbeitete, bestätigte Bluefox’ Verdacht­: «Sehr wahrscheinlich, Captain. Es sind sehr viele kleine instabile Wurmlöcher in insgesamt 39 T-Tauri-Systemen allein in den letzten hundert Jahren gesichtet worden.» Ceagy riet: «Fliegen wir lieber woandershin. Hier ist es mir ein wenig zu gefährlich. So ein Wurmloch könnte direkt vor uns auftauchen und uns in andere Teile des Quadranten katapultieren.» Bluefox war einverstanden und befahl im Zurückgehen zum Kommandosessel: «Machen wir das. Steuermann, bringen Sie uns...» – Da wurde er von Lt. Boer unterbrochen: «Captain!» – Bluefox drehte sich zum Hauptschirm und sah nur noch himmelblau! Das Licht wurde immer heller, so daß die gesamte Brücke blau schimmerte. Lore, dem das Licht nicht so viel ausmachte wie normalen Menschen, schaute ebenfalls zum Hauptschirm hervor und versuchte das Phänomen nur mit seinen Augensensoren zu untersuchen. Plötzlich drehte er seinen Kopf zur Taktik. Er sah Chollet reglos auf dem Boden liegen! Lore stand auf und bekam den Rest der Brückencrew zu Gesicht. – Alle Brückenoffiziere lagen entweder am Boden oder versanken in ihren Sesseln!

 

Als der Captain wieder aufwachte, saß er immer noch in seinem Kommandosessel! Es schien, als wären alle nur kurz bewußtlos gewesen. Lore begab sich zu den drei mittleren Sesseln und sprach Bluefox an: «Langsam, Captain. Der Effekt des Wurmloches war ziemlich stark.» Bluefox erwiderte: «Scheint mir auch so. Wie lange waren wir weg?» – «Ungefähr dreißig Sekunden, Sir.» antwortete Lore. Das beruhigte Bluefox wieder erheblich. Er sah, daß auch alle anderen des Brückenstabs unverletzt geblieben waren, mit Ausnahme von Danny Chollet, der sich das rechte Handgelenk mit der anderen Hand hielt. Lore fragte den Sicherheitschef: «Commander, sind Sie ernsthaft verletzt?» – «Nein, nicht wirklich. Ich habe mir nur die rechte Hand gestaucht, vermutlich beim Aufschlag auf den Boden. Anders war es gar nicht möglich. Ich werde es gleich behandeln lassen.» gab Chollet zur Antwort. – Da funkte Dr. Strike an die Brückencrew: ««Brücke, hier ist die Krankenstation. Wir haben bei drei Leuten leichtere Verletzungen. Was ist genau passiert?»» – ««Hier ist der Captain, Doktor, alles in Ordnung. Wir sind nur durch den Effekt eines Miniwurmloches für eine halbe Minute betäubt worden. Hier oben ist niemand ernsthaft verletzt. Danny wird sich noch kurz bei Ihnen melden innerhalb der nächsten halben Stunde.»» antwortete Bluefox zu Strikes Beruhigung. Sie beendete den Funkkontakt mit den Worten: ««Verstanden. Strike, Ende.»» Ceagy bat Lt. Blater: «Lieutenant, bitte unsere Position.» – «Wir sind 0,54 Parsek von unserer letzten Position entfernt. Eine Tagesreise in einer halben Minute, Commander, sehr außergewöhnlich!» gab Blater beeindruckt zurück. – Da meldete sich Lore: «Sir, ich sollte die Schiffsuhr mittels des Subraumsignals von Sternenbasis 410 richten um die Zeitverzerrung auszugleichen.» – «Tun Sie das.» entgegnete Bluefox. Sogleich verlangte er von Ceagy eine Schadensübersicht. Der Erste Offizier tippte ein paar Tasten auf seiner Sesselkonsole und berichtete schließlich: «Keine Schäden festzustellen. Die Sektionsberichte sind soeben eingetroffen. Auch hier keine Schadensmeldungen. Es sollte alles in bester Ordnung sein.» Erneut erklang das Funkgeräusch und der Maschinenraum meldete sich: ««Captain, hier ist Lieutenant Werwealy aus dem Maschinenraum. Ich habe gerade den Impuls- und den Warpantrieb vollkommen gecheckt. Nichts beschädigt, Sir. Werwealy, Ende.»» Sogleich kam noch ein Funktionsbericht von der Taktik. Chollet meinte erfreut: «Schutzschilde und Waffensysteme sind voll funktionstüchtig, Captain.» – Da merkte Ceagy, daß Cnslr. Knight den Kopf in ihre Hände vergrub und fragte sie: «Counselor, alles in Ordnung?» – Sie schaute wieder auf, drehte ihren Kopf zu ihm und antwortete: «Eigentlich schon, ich fühle mich nur etwas benebelt. Das geht sicher vorbei, Sir.» – Bluefox zog ein erfreuliches Fazit: «Alles in allem sind wir gut beieinander, wenn auch leichte Verletzungen zu verzeichnen sind. Wir sollten nochmals zum T-Tauri-System zurückkehren und den Klasse-M-Planeten untersuchen.» Doch Lore war anderer Meinung und sprach: «Captain, es wäre nicht ratsam nochmals in dieses System zurückzukehren. Das Risiko, daß wir erneut von einem Wurmloch überrascht werden, ist enorm hoch. Wir sollten eine Sonde hinschicken und den Planeten auf diese Weise scannen.» Ceagy bemerkte: «Wir haben Glück, daß wir nicht ans andere Ende der Galaxie und in die Mitte der nächsten Woche geschleudert wurden.» Erneut konterte Lore mit seinem umfangreichen Wissen über Wurmlöcher: «Diese Möglichkeit hat nie bestanden. Die geringe Größe des Wurmloches und die kurze Periode macht dies zu einem lokalen Phänomen.» – Die Sonde wurde also abgefeuert und man wartete auf deren Daten.

 

Auf der Krankenstation untersuchte Nicole Strike gerade Chief Thierry Whiteman, der glaubte sich während der Bewußtlosigkeitsphase den Arm gebrochen zu haben. Jedoch ergaben die medizinischen Scans des Doktors eine andere Diagnose: «Nichts gebrochen, Chief. Aber die Bänder an ihrem linken Ellbogen wurden stark überdehnt. Was haben Sie denn gemacht, bevor Sie bewußtlos wurden?» – «Ich habe in meinem Quartier eine Pflanze aufgehängt. Barkeeperin Boeman hat gemeint, ich solle meinem grünen Daumen mal freien Lauf lassen.» entgegnete Whiteman. Strike fragte interessiert: «Und wie läuft es?» – «Alles was ich anfasse, wird braun und verwelkt!» gab Whiteman lachend zur Antwort. Strike begab sich weg vom Biobett und informierte den Chief: «Entschuldigen Sie, ich muß noch schnell das Injektionsmittel holen. Ich bin sofort wieder zurück, also bewegen Sie sich nicht von der Stelle.» Den zweiten Satz sprach sie nicht befehls-, sondern witzmäßig aus. Sie mochte diese Ärztesprüche einfach.

Die Chefärztin benötigte keine halbe Minute um zu ihrem Vorrat an leeren Hyposprays zu gelangen. Gerade als sie das richtige Mittel gefunden und es an das Spray angeschlossen hatte, glaubte sie ihren Augen nicht zu trauen, als sie auf ihr ethnobotanisches Experiment blickte! Sie hatte kurz vor ihrer Bewußtlosigkeit begonnen in kugelförmigen Behältern eine rosafarbene Moosart zu züchten. Das Moos war voll ausgewachsen, jedoch konnte sie eben dies nicht fassen! Sie sagte nur noch zu sich selbst: «Das ist doch völlig unmöglich!» – Sofort kehrte sie in die Hauptkrankenstation zurück und fragte ihre Assistenzärztin Dr. Snyder: «Izy, haben Sie jemanden in der Nähe des Labors gesehen?» – «Nein, niemanden.» antwortete Snyder sofort ohne lange überlegen zu müssen. Strike stellte Snyder noch eine Frage: «Haben Sie die Bedingungen für die kugeligen Inkubationsbehälter verändert?» – «Ich rühre keine fremden Experimente an, Doktor, es sei denn, Sie erlauben es mir.» antwortete Snyder verwundert. Strike war es im Nachhinein fast peinlich diese Frage gestellt zu haben und sagte nur noch: «Natürlich, Izy, es tut mir leid. Es ist nur etwas sehr Merkwürdiges damit passiert. Ich werde das Experiment dem Captain zeigen. Vielen Dank, das war’s bereits.» – Chief Whiteman glaubte, der letzte Satz habe ihm gegolten und zog seinen Arm zurück. Sofort packte sich der Doktor Whitemans Arm und meinte: «Bei Ihnen noch nicht, Chief. Aber, netter Versuch, das muß ich sagen!» – Sie mußte kurz lachen und verabreichte dem Transporteroffizier sogleich die Medikation.

 

Inzwischen war die Sonde im T-Tauri-System angekommen. Lore übernahm die Ops und Ramon Boer begab sich an die hintere Wissenschaftsstation. Der Androide informierte: «Die Sonde ist nun in Sichtweite des Planeten. Die Daten kommen jetzt herein. Ich projeziere ein Bild des Planeten auf den Hauptschirm.» Bereits das Bild verwunderte den Captain und seinen Ersten Offizier. Beide erhoben sich und gingen näher zum Sichtschirm. Es sah nicht wie ein M-Klasse-Planet aus, daher verlangte Bluefox von Lore eine genaue Analyse. Lore lieferte eine Detailbeschreibung ab: «Die Sensoren zeigen eine Wasserstoff-Helium-Mischung an, mit einem gefrorenen Heliumkern.» Da wurde Ceagy noch stutziger und intervenierte: «Augenblick mal! Hieß es nicht, es sei ein M-Klasse-Planet, bevor wir das Wurmloch passierten?» Lore antwortete: «Es ist möglich, daß die Sensoren von der Energie des Wurmloches gestört wurden, Commander. Es ist eindeutig kein Planet der M-Klasse.» Bluefox war um sein Schiff wieder etwas mehr besorgt als vor diesem Zwischenfall. Er befahl: «Mr. Lore, komplette Diagnose der Sensoren erstellen, damit wir sichergehen können, daß keine Dauerschäden durch das Wurmloch hervorgerufen wurden. Steuermann, bringen Sie uns auf einen Kurs, der...» Da wurde der Captain innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal von einem anderen Offizier im Befehl unterbrochen den Kurs zu ändern. Diesmal war es Ceagy. Er meinte: «Captain, ich finde es höchst ungewöhnlich, daß unsere Sensoren eine derartige Fehldeutung eines Planeten abliefern. Ich hatte gedacht, eine Zeit-Raum-Störung würde eine viel größere Fehlfunktion bewirken.» Erneut brachte Lore einen Beitrag zu diesem Thema: «Es ist denkbar, daß die Sensoren das Abbild eines Planeten auf der anderen Seite des Wurmloches erfaßten. Suchen wir das nächste Sternensystem nach diesem Planeten ab. Dies würde nur sechs Tage dauern, Sir.» Dem Captain gefiel das nicht und er meinte abweisend: «Nein, nein, wir haben keine Zeit dafür. Wir sind auf ein kleines Rätsel gestoßen, daß zu meiner besten Zufriedenheit gelöst wurde. Nummer Eins, wenn Sie keine Einwände haben, schlage ich vor, daß uns Lieutenant Blater auf einen weniger gefährlichen Kurs bringt.»

«Keine Einwände, Captain.» meinte der Erste Offizier. Bluefox nickte und gab Blater den neuen Kursbefehl. – Die Bluefox drehte sich um 60 Grad und beschleunigte auf Warp 6.

 

Nachdem sich der Captain in den Bereitschaftsraum zurückgezogen hatte, läutete es bereits wenig später. Bluefox rief: «Kommen Sie rein!» – Die Tür öffnete sich und Dr. Strike trat ein. Sie sprach: «Ich habe hier in meinen Händen so eine Art „kleines Rätsel“ für Sie, Captain.» «Ein kleines Rätsel. – Das scheint heute ein geflügeltes Wort zu sein!» witzelte Bluefox. Als Strike die Behälter auf seinen Schreibtisch stellte, meinte er begeistert: «Oh! Diomedianisches rotes Moos! Ich wußte gar nicht, daß Sie Ethnobotanistin sind!» Strikt entgegnete: «Das ist ein Hobby.» Bluefox lobte Strike: «Das Moos ist schön gewachsen. Es ist nicht leicht zu kultivieren, soviel ich weiß.» – «Das ist es ja! Ich habe diese Sporen gesetzt, kurz bevor wir durch das Wurmloch bewußtlos wurden! Sie sagten, wir waren dreißig Sekunden lang weg?» Bluefox antwortete: «Stimmt genau.» Strike fragte detektivisch: «Wieso sind sie denn so schnell gewachsen wie sonst an einem ganzen Tag?» «Hm, vielleicht ist dies eine Moosart, die schneller wächst.» gab der Captain einfach zur Antwort. Es stimmte ihn überhaupt nicht mißtrauisch. Strike erklärte Bluefox die Einzelheiten des Experimentes: «Jeder dieser Inkubatoren wurde mit Sporen aus den verschiedensten Gegenden des diomedianischen Systems versehen. Ich habe Dutzende von ihnen im Labor. Vielleicht kann bei einem von ihnen etwas Ungewöhnliches passieren, aber doch nicht bei allen gleichzeitig!» Bluefox glaubte es immer noch nicht und verwies auf die Fakten: «Doktor, wir sind nicht einen ganzen Tag ohnmächtig gewesen. Alles an Bord beweist, daß wir dreißig Sekunden bewußtlos waren. Der Schiffschronometer, der Computer, einfach alles, Doktor. Inklusive Commander Lore.» Strikes Miene wurde sehr ernst, was den Captain verunsicherte. Sie sah ihn intensiv an und sprach: «Matt! Ich schwöre Ihnen, dieses hier ist mindestens 24 Stunden lang gewachsen!» Bluefox wußte nun wirklich nicht mehr, wem er nun glauben sollte.

 

Aufgrund der merkwürdigen Situation wurde eine außerordentliche Sitzung aller Führungsoffiziere in der Beobachtungslounge einberufen. Lore sollte beweisen, daß er Recht hatte. So hatte es ihm der Captain befohlen. Also tat der Androide dies auch und zwar wie folgt: «Captain, ich habe eine Hypothese: Ein Physiker des 22. Jahrhunderts, Pell Underhill, vermutete, daß eine größere Unterbrechung in der Zeitkontinuität von Milliarden von Gegenreaktionen kompensiert werden könnte. Dieser Effekt hat vielleicht bewirkt, daß Doktor Strikes Moos die andere Seite des Wurmlochs mit vorweggenommenem Wachstum erreicht hat.» Ceagy war Underhills Theorie jedoch ein Begriff und er intervenierte: «Underhill sprach aber von Energie.» Lore fuhr unbekümmert fort: «Das ist wahr. Nichtsdestotrotz ist es möglich, daß das Phänomen bei Materie in einer höher entwickelten Lebensform auftreten könnte, bei entsprechenden Bedingungen.» Der Captain lächelte Lore an und sprach: «Danke, Lore. Eine bestechende Hypothese. Nun, vielleicht ist dies alles nichts weiter als ein „Sturm im Reagenzglas“.» Bluefox grinste noch breiter als zuvor. Strike schaute Bluefox an und wollte ihn unterbrechen, aber der Captain hob die Hand und ließ sie warten. Stattdessen sagte er zu Lore: «Commander, ich habe Fähnrich Crossnicholls versprochen, daß Sie ihr bei der Sensordiagnostik assistieren würden. Sie finden sie auf Deck 36 bei der Arbeit.» – «Wie Sie wünschen, Captain.» entgegnete Lore freundlich und verließ die Beobachtungslounge. – Nachdem sich die Tür vollends geschlossen hatte, blickte Bluefox in die Runde und fragte: «Glauben Sie ihm?» Er visierte seinen Ersten Offizier an und sprach: «Eine offene Antwort, Commander.» – «Nicht eine Sekunde. Ich bin erstaunt über diese Erklärung.» gab Ceagy verwundert zur Antwort. Danny Chollet fragte: «Was schlagen Sie vor, Captain?» Es herrschte für einen Augenblick Totenstille in der Lounge. Schließlich konnte Bluefox nur sagen: «Ich weiß es nicht, Mr. Chollet. Ich habe noch nie erlebt, daß Lore gelogen hat. Und dennoch...» – Der Captain wurde von Dr. Strike mit einer interessanten Frage unterbrochen: «Wenn wir dieses Wurmloch überhaupt nicht passiert haben, was ist dann während dieses Tages mit uns geschehen?» Chollet gab ein weiteres Rätsel hinzu: «Wenn wir wirklich einen ganzen Tag weg waren, frage ich mich, warum unsere Bärte nicht gewachsen sind!» Ceagy kam auf den Punkt: «Wie auch immer, es scheint so, als will oder kann Lore es uns nicht verraten.» Bluefox meinte: «Vielleicht wurde Lore von dem, was es auch immer war, ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen und es ist möglich, daß er uns die Wahrheit sagt und dies alles nur ein winziges Rätsel ist.» Ceagy schlug vor: «Ich kann den Chronometer des Computers checken. Prüfen, ob er manipuliert wurde.» Auch der Doktor hatte etwas vorzuschlagen: «Eine Transporterspurenanalyse könnte ebenfalls einen Hinweis darauf geben, wieviel Zeit tatsächlich vergangen ist.» – «Doktor, Commander, tun Sie das. Inzwischen behalten wir den gegenwärtigen Kurs bei. Wenn mit Lore irgendetwas nicht in Ordnung ist, darf er von unserem Verdacht nicht das Geringste bemerken.» befahl Bluefox.

 

Im Hauptmaschinenraum auf Deck 36 waren Lore und F. Crossnicholls nach wie vor an der gemeinsamen Arbeit beschäftigt. Als Ceagy hinzukam, verlangte er von Lore einen Bericht. Der Androide sprach: «Die Langstrecken- und Infrarotsensoren haben offenbar durch das Wurmloch keinen Schaden erlitten. Wir überprüfen jetzt die Neutronen- und Schwerpartikeldetektoren.» Ceagy entgegnete: «Gut. Ich mache weiter, Lore. Der Captain möchte, daß Sie auf die Brücke kommen. Treffen wir uns heute Abend noch in Zehn-Vorne?» fragte er noch. Lore nickte, drückte Ceagy ein Pad in die Hand und ging ohne ihm zu antworten. Die Nummer Eins atmete tief durch und sagte zu Crossnicholls: «Fähnrich, wir werden uns jetzt den Computer vornehmen.»

 

Inzwischen kam Dr. Strike auf Deck 6 im Haupttransporterraum an. Als sie den Raum betrat, wurde sie von Chief Whiteman freundlich begrüßt. Sie sprach: «Hallo, Thierry, wie geht’s dem Ellbogen?» – «Oh, schon viel besser, danke. Sie machen keinen Hausbesuch, oder?» gab Whiteman zurück. Er ahnte, daß sie nicht einfach so den Transporterraum aufsuchte. Die Chefärztin schüttelte ihren Kopf und fragte ihn: «Erinnern Sie sich, wer der Letzte war, der den Transporter benutzte, bevor wir durch das Wurmloch flogen?» – «Ich sehe mal nach, einen Moment.» antwortete Whiteman und bediente kurz die Transporterkonsole. Da hatte er den Eintrag gefunden und sprach: «Fähnrich Berger aus dem Maschinenraum.» – «Vielen Dank, Thierry, das war’s auch schon. Ich wünsche Ihnen noch viel Glück mit Ihren Pflanzen!» meinte Strike lächelnd und verließ den Transporterraum im Eilschritt. Sie war sich sicher die Lösung gefunden zu haben!

 

Als Fähnrich Andrea Berger sich auf das Biobett in der Krankenstation setzte, begann der Doktor mit den geplanten Scans. Dr. Snyder half ihr dabei. Strike fragte Snyder nach der elektrolytischen Konzentration. Snyder sprach: «Abweichung 12,5 von normal.» Strike meinte: «Interessant! Checken Sie die Zellmembrane. Ich würde wetten, daß der innere Druck genau die selben Abweichungen aufweist.» – «11,3 Abweichung von der Norm.» informierte Snyder. Strike freute sich und sprach: «Fantastisch, genau das wollte ich hören! Danke, Fähnrich Berger, das ist im Moment alles.» Sie funkte an den Captain: ««Strike an Bluefox.»» ««Was gibt es, Doktor?»» fragte Bluefox. ««Wir sollten uns sofort treffen!»» schlug Strike vor. Bluefox erwiderte: ««Gut, ich bin auf dem Weg zum Maschinenraum.»» – Sofort verließ Strike die Krankenstation.

 

Kurz vor dem Maschinenraum kamen die beiden zusammen und Strike erklärte ihre Erkenntnis: «Physiologisch gesehen macht jeder von uns einen täglichen Zyklus durch. Unsere Zellen haben den Rhythmus einer 24-stündigen Periode entwickelt.» – «Die innere Uhr.» kommentierte Bluefox. Strike fuhr fort: «Exakt. Und ich kann diesen Rhythmus auf molekularem Niveau messen. Ich nahm eine Spur von der Person, die als letzte vor dem Zwischenfall den Transporter benutzte und verglich ihr Zellfunktionsniveau zu jener Zeit mit dem Niveau, wie es jetzt ist. Wenn wir nur dreißig Sekunden bewußtlos waren, müßten diese Zyklen beinahe synchron sein.» Bluefox ahnte, was jetzt kommt und er fragte nur noch im rhetorischen Sinne: «Und sind sie es?» – «Nein. Wir waren länger als dreißig Sekunden weg, Captain. Sehr viel länger.» antwortete Strike. Beide sorgten sich zurecht und das nicht zu knapp. Bluefox atmete mehrere Male tief durch, während sie weiter zum Maschinenraum gingen.

 

«Andrew, wie sieht’s aus?» fragte Bluefox. «Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Welche wollen Sie zuerst hören?» fragte Ceagy zurück. Bluefox entschied sich für die Gute. Ceagy erzählte: «Wir hatten Recht mit dem Chronometer des Computers. Es gibt ein Sicherheitsprogramm um Manipulationen zu verhindern, aber es wurde ausgeschaltet und durch ein neues Programm ersetzt. Jemand hat die Uhr wieder richtig gestellt.» – «Wenn das die gute Nachricht ist, was ist dann die Schlechte?» wollte der Captain wissen. Ceagy antwortete besorgt: «Daß Lore und ich die einzigen sind, die wissen, wie man das macht.»

 

Bluefox ließ Lore von Sicherheitsleuten in den Bereitschaftsraum bringen. Als der Trupp eintraf, bat Bluefox Lore sich zu setzen. Lore sagte von sich aus: «Es ist ein Rätsel, Captain.» Der Captain steigerte dies: «Das ist eine Untertreibung, Lore. Ist es möglich, daß Sie durch irgendjemand oder irgendetwas in Mitleidenschaft gezogen wurden ohne es zu merken?» Lore sprach: «Ich bin nicht fähig diese Frage zu beantworten.» Bluefox fragte besorgt: «Lore, sind Sie einverstanden, wenn Commander Ceagy Sie untersucht? Sie sind ja inzwischen gute Freunde und vertrauen einander wahrscheinlich mehr als Sie mir oder ich Ihnen momentan.» Lore antwortete taktvoll: «Wenn Sie es wünschen, werde ich mich gerne untersuchen lassen.» Bluefox befahl Lt. Hewsser von der Sicherheit: «Lieutenant, begleiten Sie Commander Lore in den Maschinenraum.» Als Hewsser einen Schritt auf Lore zu machte, hob er die Hand und meinte: «Ich kenne den Weg.» – Lore wurde von Hewsser also ohne handfeste Maßnahmen zum Maschinenraum eskortiert. Der Captain sah darin keine Gefahr.

 

Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Nachtrag

 

««Es ist klar, daß alle an Bord der Bluefox einen ganzen Tag verloren haben. Sowie das Rätsel, was während des letzten Tages geschah, immer unergründlicher wird, so vertiefen sich auch meine Zweifel in Lieutenant-Commander Lore.»»

 

Andrew Ceagy begann in Maschinenraum mit Lores Untersuchung. Er infomierte Lore: «Wir fangen mit den höheren Funktionen an, bevor wir an die Basiselemente gehen, okay? Also schön, fangen wir an. Das wird überhaupt nicht weh tun, versprochen.» – Lore schüttelte mechanisch seinen Kopf und meinte: «Sie haben wohl vergessen, daß meine sensorischen Inputs nicht darauf programmiert sind Schmerz zu empfinden.» – «Das war nur eine Floskel, Lore. So geht man mit Kranken um, verstehen Sie? Ich will nur, daß Sie sich bei mir wohlfühlen.» entgegnete Ceagy. Lore versicherte seinem besten Freund: «Ich fühle mich absolut wohl.» Ceagy berichtete: «Mustererkennung, syntaktische Algorithmen, heuristische Funktionen: Alles normal.» Lore wunderte sich darüber überhaupt nicht und erwiderte zu Ceagys Erstaunen: «Ich habe hingegen bemerkt, daß Sie sich nicht wohlzufühlen scheinen.» Das stimmte jedoch sehr wohl. Ceagy war es selbstverständlich nicht mehr wohl in seiner Haut, weil mit seinem guten Kollegen Lore offensichtlich etwas nicht mehr stimmte. Leider konnte Ceagy nicht erkennen, wo der Hund begraben war! Auf Lores Unterstellung hin erwiderte der Erste Offizier verärgert: «Ja, das ist richtig, ich fühle mich nicht wohl und zwar weil Sie mit uns nicht ehrlich sind, Lore!» Ceagy beruhigte sich wieder und versuchte es nochmals auf die Kumpeltour: «Wenn Sie ein Problem haben, können Sie mit mir jederzeit darüber reden, okay?» – «Ich kann Ihnen nichts weiter sagen, als ich bereits habe verlauten lassen.» entgegnete Lore sachlich. Er ging nicht auf eine persönliche Diskussion mit Ceagy ein, was den wiederum stark besorgte. Es blieb Ceagy nichts anderes übrig als Lore in Ruhe zu lassen. Er sagte nur noch: «Okay, dann ist es eben so, wie Sie es sagen.»

 

Nach dem Check meldete sich Ceagy auf der Brücke und informierte Bluefox über eventuelle neue Erkenntnisse: «Captain, ich habe Lore gründlich untersucht. An seiner Technik ist nichts kaputt, nichts, was ich erkennen kann. Er ist in perfektem Zustand.» Bluefox erwiderte: «Ich habe gehofft, Sie würden eine Fehlfunktion entdecken.» – «Es könnte immer noch ein Fehler da sein, den ich nicht im Stande bin zu finden.» meinte Ceagy. Beide gingen hinunter und setzten sich in ihre Sessel. Bluefox resümierte: «Es fing alles mit diesem verdammten Planeten der M-Klasse und diesem vermeintlichen Wurmloch an. Erst sagen die Sensoren, er ist M-Klasse, dann sagen sie, er ist es nicht.» Ceagy fügte hinzu: «Die Sensoren haben versagt, aber die Sonde hat eindeutig festgestellt, daß es auf diesem Planeten kein Leben gibt.» Doch Bluefox dämmerte es langsam. Er bemerkte: «Lore hat die Sonde abgeschossen. Andrew, checken Sie, ob er sie manipuliert hat. Lieutenant Werwealy soll Ihnen zur Hand gehen.» – «Aye, Sir.» bestätigte der Erste Offizier und verließ die Brücke. Bluefox begann wieder an diesen verlorenen Tag zu denken. Er redete zur ganzen Brückenbesatzung: «Was geschah mit uns während dieses Tages? Es muß doch irgendeinen Hinweis geben, der uns offenbart, was passiert ist! Wir sollten uns alle an den Moment an unsere Tätigkeiten zurückerinnern, bevor wir in Ohnmacht fielen. – Wir werden es nachspielen!» – Da brach Counselor Knight, die neben Danny Chollet an der Taktischen Station stand, plötzlich ein und mußte sich am Bogen festhalten! Chollet sicherte sie sofort, damit nichts weiteres passieren konnte. Bluefox fragte Knight sofort: «Steevy, geht es Ihnen nicht gut?» – «Augenblick bitte.» erwiderte Knight und erhob sich langsam wieder vollends. Sie versicherte, daß alles in Ordnung wäre. Sie ergänzte: «Es wurde mir plötzlich schwindlig für einen Moment, wie auch schon kurz nach dem Aufwachen aus der Ohnmacht. Ich sollte wohl besser in mein Quartier gehen.» Bluefox nickte fürsorglich und befahl Chollet: «Commander, Sie begleiten den Counselor in ihr Quartier.» – Chollet und Knight machten sich langsam auf den Weg. Im Turbolift fragte er sie: «Wäre die Krankenstation nicht eine bessere Idee, Steevy?» – «Nein, ich fühle mich wieder gut, ganz sicher, Danny. Es war nur eine kurze Schwindligkeitsphase.» versicherte Knight Chollet. Diese klare Antwort beruhigte den Sicherheitschef doch etwas. Vor der Tür zu Knights Quartier ließ Chollet den Counselor allein und kehrte um. Kurz nachdem sich die Quartiertür geschlossen hatte, hörte Chollet plötzlich einen weiblichen Schrei! Sofort eilte er zurück zum Quartier und öffnete sie mit seinem Sicherheitscode: «Computer, Notöffnung! Sicherheitscode: „Chollet-Sieben-Omikron-Theta“.» – Die Tür gab den Weg ins Quartier sofort frei und Chollet huschte in Knights Quartier. Er drehte sich nach rechts und konnte den Counselor sehen, wie sie wie angewurzelt an einer Wand stand! Ihr Mund war leicht geöffnet, ihre Augen so weit offen, wie er es bei ihr noch nie gesehen hatte! Sofort rannte er zu ihr hin und fragte sie: «Was ist geschehen?» – «Der Spiegel! Ich kam herein und sah in den Spiegel! Es war nicht ich, Danny! Ich begreife das nicht! Es war mein Gesicht, aber innerlich bin ich es nicht gewesen!» erzählte Knight hysterisch. Chollet konnte dies nicht begreifen, aber er war noch nie so besorgt um eine Person auf diesem Schiff wie jetzt um den Counselor! Er funkte an die Krankenstation: ««Chollet an Strike: Bitte kommen Sie sofort in das Quartier von Counselor Knight!»» Dasselbe funkte er auch an den Captain.

 

Zwei Minuten später waren Bluefox und Strike vor Ort. Die Chefärztin nahm einen medizinischen Tricorder hervor und untersuchte den Counselor im Kopfbereich. Bluefox fragte Knight: «Sind Sie wieder in Ordnung?» – «Ich fühle mich sehr gut, jetzt wieder.» antwortete Knight. Ihre Stimme klang jedoch immer noch verspannt. Strike berichtete: «Anzeichen von Streß. Adrenalinnebenprodukte höher als Normalwerte. Aber diese Reaktion ist für einen Schrecken normal. Sämtliche Gehirnströme regelmäßig.» Bluefox fragte den Counselor, was genau mit ihr geschehen war. Sie beschrieb ihm die wichtigsten Merkmale: «Es war nicht das, was ich sah. Es war mehr, was ich fühlte. Ich sah in den Spiegel und es war, als ob eine Fremde mich anstarrte, die sich hinter meinen eigenen Augen verbarg. – Als ob mein Gesicht eine Maske wäre!» – Da kam für den Captain ein Funkspruch vom Maschinenraum herein: ««Ceagy an Bluefox.»» – ««Sprechen Sie, Andrew.»» antwortete Bluefox. ««Ich habe etwas gefunden, Sir.»» meinte Ceagy geheimnisvoll. Bluefox versicherte sofort vorbeizukommen. Da Dr. Strike beim Counselor blieb, entschied der Captain die beiden alleinzulassen.

 

Endlich fand Danny Chollet Zeit die Krankenstation wegen seinem rechten Handgelenk aufzusuchen. Dr. Crossnicholls war für den Moment alleine im Dienst und fragte den Sicherheitschef: «Was kann ich für Sie tun, Sir?» – «Ich hätte gerne gewußt, wie es um meine rechte Hand steht, Doktor.» Sofort scannte die Ärztin seine rechte Hand, insbesondere das Gelenk davor. Sie schüttelte den Kopf und sagte: «Das Gelenk war gebrochen, Sir, aber es ist wieder geheilt! Ich werde, sobald es geht, Doktor Strike darüber unterrichten.»

 

Inzwischen hielt sich Lore in seinem Quartier auf und ahnte nicht, daß seine beiden einzigen Vorgesetzten, Bluefox und Ceagy, mit einem unangenehmen Thema aufkreuzen würden. Nachdem sie von Lore hereingebeten worden waren, forderten sie ihn auf sich in den Gastsessel vor seinem Schreibtisch hineinzusetzen. Daraufhin unterbreiteten sie ihm das Bild des vorsätzlichen Heliumplaneten im T-Tauri-System. Der Captain fragte seinen Zweiten Offizier: «Kennen Sie diesen Planeten, Mr. Lore?» – «Ja, Sir. Es handelt sich um den Planeten, den wir im T-Tauri-System entdeckt haben.» Da fuhr Ceagy dazwischen: «Nein, das ist er nicht. Es handelt sich um Tethys 3. Ich habe mir dieses Bild aus der Schiffsbibliothek besorgt. Seine geophysischen Eigenschaften wurden leicht geändert, aber es ist definitiv Tethys 3.» Bluefox sah Lore ernst an und meinte: «Seltsam, daß ein dunkler Planet, Hunderte von Lichtjahren entfernt, von unserer Sonde entdeckt wurde. Lore, haben Sie dieses Bild aus der Schiffsbibliothek genommen und die Sonde programmiert es uns zurückzusenden?» Lore antwortete nicht sofort, sondern erst etwa fünf Sekunden nach dem Ende der Frage. Er sprach: «Ich kann diese Hypothese nicht bestätigen.» Bluefox konterte: «Und auch nicht verneinen.» – «Nein, Sir.» gestand Lore. Bluefox drehte sich zu Ceagy und befahl ihm: «Nummer Eins, schicken Sie eine weitere Sonde zum T-Tauri-System.» Der Erste Offizier bestätigte den Befehl und machte sich auf den Weg zur Brücke. Kurz vor der Tür hielt er nochmals kurz inne und sprach: «Tut mir leid, Lore.» Dann verließ er Lores Quartier. Hätte Lore einen Emotionschip gehabt, hätte er wohl nun vom Captain Angst bekommen. Es ist keinem Offizier angenehm mit dem obersten Chef allein in einem Raum zu sitzen und von ihm verhört zu werden im Gewissen absolut schuldig zu sein und allen Fragen vollkommen hilflos ausgeliefert zu sein. Lore hatte jedoch keinen Emotionschip, zumindest nicht für den Moment. Daher konnte er sich wenigstens auf der Gefühlsebene ohne Grenzen auf die kommenden Minuten vorbereiten. Es dauerte auch nicht lange, da ging es auch schon los. Bluefox kehrte Lore den Rücken zu und sprach: «Counselor Knight hatte soeben eine sehr verwirrende Halluzination.» Lore drehte sich, so gut es im Sitzen ging, zum Captain um und fragte: «Geht es ihr gut, Sir?» – «Ja, im Moment.» antwortete Bluefox knapp. Dann drehte sich Bluefox wieder zu Lore hin und fragte ihn: «Können Sie mir sagen, ob diese Vision mit unserem verlorenen Tag irgendwie in Zusammenhang steht?» – «Nein, Sir, das kann ich nicht.» antwortete Lore ohne eine sonderbare Betonung in den Silben. Bluefox sprach: «Lore, Sie sind der Schlüssel zu diesem Rätsel und alles was Sie tun ist meine Versuche zu blockieren, es zu lösen! Warum kämpfen Sie gegen mich?» Das war eine richtig aggressive Frage, aber Lore hob nur die Augenbrauen an und antwortete: «Ich habe keine andere Wahl.» Bluefox fragte Lore verwundert: «Was meinen Sie mit: „Ich habe keine andere Wahl“?» – «Das kann ich nicht sagen.» erwiderte der Androide. Bluefox stellte eine weitere unangenehme Frage: «Sie würden lieber Steevy Knight, eine Freundin und Kollegin, in Gefahr bringen, als mir zu sagen, was los ist?» – Lore schloß für eine Sekunde seine Augen und stellte schließlich eine Gegenfrage als Antwort: «Was wäre für Sie das Wichtigste? Das Wohlergehen eines einzelnen Individuums oder das der ganzen Mannschaft?» – «Heißt das, Sie schützen uns im Grunde, indem Sie nicht mit uns kooperieren?» erkannte Bluefox. Lore erwiderte: «Das habe ich nicht behauptet. Ich gebe nur eine mögliche alternative Erklärung ab.» – Der Captain schritt hinter Lores privaten Arbeitsplatz, setzte sich in den Sessel und stellte Lore erneut die entscheidende Frage: «Dann, Mr. Lore, frage ich Sie noch einmal und ich befehle Ihnen eine der Wahrheit entsprechende Antwort zu geben: Was ist wirklich mit uns geschehen?» Lore sprach: «Das kann ich nicht beantworten.» – Bluefox war erst geplättet, aber dann fiel ihm eine gute Frage ein um es eventuell doch noch zu schaffen: «Was würden Sie an meiner Stelle tun? Wie würden Sie sich verhalten in umgekehrter Position?» Da antwortete Lore zum totalen Erstaunen des Captains: «Ich bin offenbar schuldig die Dateien der Bluefox gefälscht zu haben. Ich habe vorsätzlich eine Untersuchung behindert. Und ich habe dem Befehl meines Kommandanten nicht Folge geleistet. – Sie müssen Ihre Pflicht tun, Sir.» Bluefox fand für den Moment keine Worte um so etwas zu erwidern. Erst nach einer längeren Pause konnte er etwas darauf antworten: «Wissen Sie, was ein Militärgericht für Sie bedeutet? Ihre Karriere in der Sternenflotte wäre beendet.» Lore nickte und meinte, als wäre es das Normalste der Welt: «Das ist mir bewußt, Sir.» – Bluefox wollte es Lore noch deutlicher machen, er wollte ihm verbal ans Lebendige gehen! Er erklärte es wie folgt: «Ist es Ihnen auch klar, daß man Sie bis auf die letzte Schraube auseinandernehmen wird um herauszufinden, wo der Fehler liegt?» – «Ja, Sir. Das ist es.» gab Lore mit etwas belegter Stimme zur Antwort. Bluefox wußte aber, daß diese Reaktion simuliert war. Lore hätte es auch ganz anders sagen können, ganz monoton, aber er tat es nicht, weil das Menschliche in dieser kurzen Zeit an Bord der Bluefox schon so stark auf ihn abgefärbt hatte! Und dies war dem Captain mehr als klar! Im Grunde wollte Bluefox seinem Zweiten Offizier nur helfen. Er wollte alles andere als ein Militärgerichtsverfahren für Lore, er wollte um genau zu sein genau das Gegenteil: Er wollte nur die absolute Freiheit für den Androiden! – Aber wie Lore es sagte: Der Captain mußte seine Pflicht tun und er würde es tun, aber noch nicht gleich. Er ließ Lore noch etwas Bedenkzeit. Da an diesem Tag wohl nichts mehr zu holen war, beschloß Bluefox zu gehen und Lore alleinzulassen.

 

Zwei Stunden später statteten Dr. Strike und Sicherheitschef Danny Chollet dem Captain in dessen Bereitschaftsraum einen Besuch ab. Strike zeigte die ursprüngliche Stelle von Chollets Verletzung und kommentierte: «Das Handgelenk war gebrochen. Es wurde auch geheilt und zwar durch unsere Technologie. Doch wie konnte ich ihn heilen, während ich bewußtlos war? Es gibt nur eine mögliche Alternative: Zumindest ich und Danny waren neben Lore ebenfalls die ganze Zeit bei Bewußtsein. Ich denke aber eher, daß die gesamte Besatzung des Schiffes wach war.» Bluefox erkannte Strikes Verdacht: «Sie denken, unsere

Kurzzeitgedächtnisse wurden ausgelöscht?» – «Ganz genau das denke ich, Captain. Anders ist es fast nicht mehr möglich.» bestätigte die Chefärztin. Chollet meinte: «Mich nimmt es nur wunder, wer unsere Gedächtnisse ausgelöscht hat oder sie womöglich immer noch unterdrückt. Auf jeden Fall gibt es nur sehr wenige an Bord, die mir einfach so das Handgelenk brechen können, ohne daß ich zuvor Widerstand geleistet hätte. Lore gehört zweifelsohne dazu.» Bluefox wollte Lore gegen diesen Verdacht jedoch schützen und intervenierte: «Diese Erklärung akzeptiere ich nicht!» Chollet bekräftigte: «Jedenfalls besitzt er die Stärke und die Schnelligkeit.» In diesem Punkt stimmte der Captain dem Sicherheitschef zu und sprach: «Zugestanden. Trotzdem beginne ich langsam zu vermuten, daß Lore die Kooperation verweigert, weil er der Meinung ist, daß sein Handeln zum Wohl des Schiffes und seiner Besatzung vonnöten ist.» Da kam ein Funkspruch von der Brücke herein: ««Ceagy an Bluefox: Unsere Sonde nähert sich dem Planeten. Kommen Sie bitte auf die Brücke.»» – ««Verstanden, ich komme sofort.»» bestätigte Bluefox und erhob sich aus seinem Bürosessel hinter dem Schreibtisch. Alle drei Offiziere begaben sich gemeinsam auf die Brücke zurück. Der Captain kommentierte: «Vielleicht bekommen wir jetzt einige Antworten.»

 

Der Erste Offizier stand an der Taktischen Station bereit und lud ein Detailbild des Planeten auf den Hauptschirm. Er berichtete: «Wir erhalten jetzt Bilder, Captain. Nicht zu vergleichen mit Tethys 3. – Es war auch nicht anders zu erwarten.» – Die Brückencrew erblickte einen braunen, kleineren Planeten. Kein einziger Mond war im Umkreis zu sehen im Gegensatz zu Tethys 3. Ceagy erläuterte die Details des Planeten: «M-Klasse. Nickel-Eisen-Kern, Stickstoff-Sauerstoff-Atmosphäre.» Bluefox wußte genau um welchen Planeten es sich handeln mußte: «Es ist der gleiche Planet, den unsere Sensoren vor dem sogenannten Wurmloch anzeigten.» Ceagy fügte hinzu: «Stimmt genau. Kein Hinweis auf eine Raum-Zeit-Verzerrung oder etwas Ähnliches. Die Sonde müßte zumindest einige Restwirkungen aufspüren, selbst wenn das Wurmloch inaktiv ist.» Bluefox war sich nun ganz sicher und er sprach: «Das tut sie nicht, weil es kein Wurmloch gibt. Es gab nie eins! Es war nur ein Trick um uns auf die falsche Fährte zu bringen, wir haben doch die Beweise: Doktor Strikes Inkubationsexperiment, die Computeruhr, die Transporterspur; alles deutet daraufhin, daß wir einen ganzen Tag verloren haben. Das gebrochene Handgelenk von Commander Chollet läßt vermuten, daß wir diesen Tag gelebt haben. Wir haben sogar möglicherweise um unser Leben gekämpft!» Strike führte den Gedanken weiter: «Und da wir noch alle leben und praktisch unversehrt sind, könnte es heißen, daß wir gewonnen haben.» Doch der Captain war anderer Meinung: «Nicht unbedingt, Doktor. Lores Verhalten gibt nur Sinn, wenn wir das nicht haben. Warum wäre er sonst gewillt seine Karriere zu opfern anstatt uns einfach nur die Wahrheit zu sagen?» Für Danny Chollet ergab dies ebenfalls keinen Sinn und er meinte: «Wenn wir nicht gewonnen und nicht verloren haben, was ist es dann? Etwa ein Unentschieden?» Bluefox nickte und antwortete: «Genau das ist es, ein Unentschieden. Vielleicht wurde ein Kompromiß erzielt. Ein Kompromiß, der Lore jetzt zum Schweigen zwingt.» Ceagy wurde es zu heiß und er schlug vor: «Und wenn wir versuchen ihn zum Reden zu bringen, laufen wir auch Gefahr das Unentschieden zu gefährden. Wir sollten es lieber lassen, wenn Sie mich fragen.» Bluefox entgegnete: «Möglich, Nummer Eins, und ich würde auch gerne mit diesem Geheimnis leben. Aber wenn wir es hierbei belassen und ich der Sternenflotte einen derartigen Bericht abgebe, wozu ich übrigens bedingungslos verpflichtet bin, dann wird sie Lore nie wieder mit einer Aufgabe betrauen. Das will ich, genauso wie Sie, denke ich, auf keinen Fall!» Der Erste Offizier fragte seinen Vorgesetzten: «Was schlagen Sie dann vor?» – «Wir fliegen zu diesem Planeten zurück und versuchen den Wurmlöchern, so gut es geht, auszuweichen. – Steuermann, bringen Sie uns zurück ins T-Tauri-System! Warpfaktor 2!» entschied Bluefox.

 

Zehn Minuten später war man kurz vor der Stelle, wo alles begann. Fabius Blater berichtete: «Wir sind jetzt in Sensorreichweite, Captain.» Der Captain erhob sich und befahl: «Auf Impuls gehen, Lieutenant. Danny, Maximum Schilde, alle Waffen gefechtsklar!» – Chollet bestätigte: «Schilde stehen. Photonentorpedos scharf, Phaser in Bereitschaft.» Gerade nach dem Bericht des Sicherheitschefs ertönte ein Sicherheitsalarm auf seiner Station. Er informierte: «Captain, zwischen uns und dem Planeten hat sich ein Energiefeld aufgebaut!» Die grüne Wolke erinnerte am ehesten noch an einen beweglichen Flüssignebel. Bluefox befahl Blater: «Position halten! Mal sehen, was es tut.» Chollets Station piepste erneut, diesmal sogar mehrere Male hintereinander. Danny berichtete: «Das Feld hat einen Energiestoß ausgesandt. Der Impuls nähert sich uns.» Ceagy analysierte: «Zu langsam. Ein Photonentorpedo ist das nicht.» Chollet meinte: «Möglicherweise ist es eine Sonde.» Der Captain blieb vorerst ruhig und sprach: «Mal sehen, was geschieht, wenn es auf die Schilde trifft.» – Der kleine grüne Energieball verteilte sich auf der gesamten Breite der vorderen Deflektorschilde. Es schien, als wäre die Energie komplett absorbiert worden. So sah es auch Danny Chollet auf seinem Display und er gab die Information an die Kommandooffiziere weiter: «Die Schilde sind unbeschädigt geblieben. Der Energiestoß hat sich aufgelöst.»

 

Ein paar Sekunden nach der scheinbaren Entspannungsphase drang in Cnslr. Knights Quartier plötzlich eine viel kleinere Energiewolke direkt durch die Fensteröffnung über ihrem Bett ein! Dummerweise schlief Knight genau in diesem Moment tief und fest, so daß sie überhaupt nicht merkte, daß die grüne Essenz ohne Umwege auf ihren Kopf zuschwebte! Die Wolke drang in Steevy Knights Kopf ein und ließ ihn für einen Augenblick vollends giftgrün illuminieren! – Erst nach diesem Ereignis, als Knight wieder völlig normal aussah, erwachte sie plötzlich und setzte sich auf. Sogleich schlüpfte sie aus ihrem Bett und begab sich in die Garderobe.

 

Lore sah sich in seinem Quartier, auf das er bis auf weiteres beschränkt war, einige Daten auf seinem privaten Computer an. Da öffnete sich plötzlich die Eingangstür und der Counselor trat ein ohne vorher zu läuten! Das war sehr untypisch für sie und Lore wußte das. Er erhob sich langsam aus seinem Sessel und sprach vorsichtig: «Counselor Knight, was gibt es?» Er ging ein paar Schritte auf sie zu. Da öffnete Knight ihren Mund und eine Stimme erklang, die es jeden Menschen hätte schaudern lassen: «Ihr Plan ist fehlgeschlagen!» – Es war eindeutig nicht Knights Stimme! Alles deutete darauf hin, daß sie von einer fremden Essenz übernommen worden war! Lore entgegnete beinahe ängstlich, obwohl er dies gar nicht sein konnte: «Sie sind zurückgekehrt.» Knight, oder das, was in ihr war, sprach: «Ihr Schiff ist wieder in unseren Raum geflogen!» – «Ich war nicht im Stande dies zu verhindern.» erwiderte der Androide. Knight entgegnete: «Auf jeden Fall sind Sie jetzt hier!» Lore versuchte sie zu besänftigen: «Die Bluefox ist keine Bedrohung für Sie. Geben Sie mir mehr Zeit. Unsere Zerstörung würde nur weitere Raumschiffe hierherführen!» – Genau zu diesem nicht gerade idealen Zeitpunkt betrat Danny Chollet Lores Quartier, nachdem er einmal geläutet hatte. Es war anscheinend dringend, denn sonst hätte der Sicherheitschef sicher eine Bitte zum Hereinkommen abgewartet. Chollet informierte Lore: «Sir, der Captain möchte, daß ich Sie zur Brücke eskortiere. – Hallo, Steevy!» Knight erwiderte Chollets Gruß nicht. Das Wesen in ihr wollte anscheinend ausschließlich mit Lore sprechen. Der Chefingenieur erkannte das Problem und bat seinen Kollegen aus der Sicherheit kurz draußen zu warten. Chollet war einverstanden und verließ Lores Quartier wieder. – Lore bat Knight: «Unternehmen Sie nichts. Ich denke, es ist durchaus noch möglich die Situation zu retten. Warten Sie bitte hier, während ich auf der Brücke bin.» Ohne eine Antwort abzuwarten ging Lore zur Quartiertür und passierte sie.

 

Auf der Brücke angekommen sagte Lore höflich zu Bluefox: «Melde mich wie befohlen, Captain.» Bluefox drehte sich nur kurz zu Lore hin, schaute dann aber gleich wieder zum Hauptschirm hervor und sagte zum Chefingenieur: «Nun, Lore, wir sind wieder an dem Ort, wo alles anfing.» Lore riet Bluefox eindringlich: «Wir müssen sofort wieder wegfliegen, Sir!» Bluefox wollte wissen, warum er dies befehlen sollte. Lore erklärte: «Wenn wir nicht sofort von hier verschwinden, bedeutet dies für uns alle eine große Gefahr!» – «Um was für eine Art Gefahr handelt es sich? Ist es das Energiefeld?» fragte Bluefox. Lore gab, wie schon in den letzten Fällen, keine konkrete Antwort auf die Frage seines Kommandanten. Er sagte nur: «Das kann ich nicht sagen.» Bluefox reagierte verärgert: «Lore, das klingt so, als säßen Sie in einer Feedbackschleife fest! Natürlich können Sie es sagen! Ihr Wille ist frei, Sie haben die Wahl!» – «Mein Schweigen ist nicht freiwillig, Sir.» entgegnete Lore. Bluefox wiederholte Lores letzte Worte: «Nicht freiwillig? – Werden Sie irgendwie kontrolliert von diesem Energiefeld? Hat Andrew etwas bei seinem Check übersehen?» fragte er. Lore schüttelte den Kopf und antwortete: «Andrews Untersuchungen waren musterhaft.» Bluefox wurde lauter und wollte von Lore wissen: «Und wieso sind Sie dann gezwungen meine Befehle zu mißachten? Wie...» – Plötzlich hielt der Captain inne. Ein Gedanke schoß ihm durch den Kopf, der vielleicht mit allem zu tun haben könnte. Er fragte Lore: «Während des verlorenen Tages; hatten Sie da Kontakt mit der Sternenflotte? Erhielten Sie den Befehl uns die Wahrheit vorzuenthalten?» Wie aus der Pistole geschossen antwortete der Chefingenieur hastig: «Ich kann das nicht beantworten! Wir müssen diesen Raum verlassen!» – «Dieses Schiff fliegt nirgendwo hin! Nicht, bis ich eine Antwort bekomme!» entschied Bluefox felsenfest. Er fragte Lore nochmals: «Also, wer gab Ihnen diesen Befehl?» – Lore wollte gerade zu einer Antwort ausholen, als sich die untere Turbolifttür öffnete und Steevy Knight hervortrat! Sie machte einige Schritte in die Richtung des Sesseldreiecks, wo Bluefox, Ceagy und Lore standen. Bluefox merkte, daß mit dem Counselor etwas nicht stimmte, denn sie schaute sehr ernst drein. Trotzdem wollte Lore dem Captain seine Antwort mitteilen: «Sie gaben mir den Befehl, Captain.» – Bluefox blieb der Mund für eine Weile offen und er vermochte nicht sofort darauf zu reagieren. Er mußte es erst einmal begreifen, was Lore da gerade gesagt hatte! Immer noch in totalem Erstaunen fragte er: «Ich befahl Ihnen zu lügen?» – In diesem Moment ertönte wieder ein Computergeräusch bei der Taktischen Station. Chollet warnte: «Captain, das Energiefeld nähert sich!» Sofort befahl Ceagy: «Schilde auf voller Intensität halten!» Da rief Lore: «Nein! Wir müssen die Schildgestalt und -stärke so schnell wie möglich verändern! Maximalschilde werden die Schiffsübernahme nur beschleunigen!» Chollet informierte: «Kontakt unmittelbar bevorstehend!» Bluefox befahl: «Danny, tun Sie, was Lore sagt, sofort!» – «Aye, Sir.» bestätigte Chollet und paßte die Schildharmonik an. Für den Moment zeigte dies Wirkung. Das Feld blieb an den vorderen Schilden hängen. Doch da gab Chollet eine weitere Warnung durch: «Das Feld verlagert die Schwingungsweite! Es gleicht sich unserem Schild an!» Lore erklärte: «Das Energiefeld wird eventuell unsere Schilde durchdringen. Wir haben der Technologie der Paxans nichts entgegenzusetzen. Wir können ihre Übernahme verzögern, aber wir können sie nicht verhindern.» – Bluefox drehte sich zu Ceagy um, der hinter ihm stand. Der jedoch schüttelte nur den Kopf. Er hatte keine Ahnung, von welcher Spezies Lore redete, genauso wenig wie der Captain selbst. Er wiederholte den Namen der Fremden: «Die Paxans? Wer sind sie?» – Lore drehte sich zu Knight um. Als sie merkte, daß Lore wollte, daß sie sich vorstellen sollte, nickte sie Lore kurz zu und stellte sich direkt vor Bluefox. Sie sagte langsam: «Sie sind in unser System eingedrungen.» – Sofort zückte Chollet seinen Handphaser und zielte auf Knight! Als Bluefox dies sah, rief er: «Nein, Danny, warten Sie!» Lore meinte: «Sie würden nur Counselor Knights Körper verletzen!» Bluefox wandte sich wieder der Paxan-Lebensform in Knights Körper zu und erklärte: «Wir sind keine Eindringlinge, wir erforschen nur das Universum.» Doch Knight entgegnete eiskalt: «Wir können nicht akzeptieren, daß Sie von uns wissen.» Lore fügte hinzu: «Sie mögen keine Fremden, sie möchten isoliert leben. Die Paxans formten in diesem System einen Planeten, der erdenähnlich ist. Sie wollten auf diese Weise ihren Aufenthaltsort verbergen. Das scheinbare Wurmloch, das wir durchflogen, ist eigentlich eine Falle um Eindringlinge fernzuhalten. Das Energiefeld betäubt alle Wesen an Bord des eindringenden Raumschiffs und versetzt sie in einen Zustand biochemischer Starre.» Chollet kommentierte: «Das erklärt, warum unsere Bärte nicht wuchsen.» Lore beendete seine Erklärung: «Dann bringen die Paxans das Schiff aus ihrem Territorium hinaus.» Ceagy erkannte: «Die Mannschaft wacht auf, glaubt durch ein Wurmloch geflogen zu sein, registriert die Schäden und fliegt weiter.» – «Ja, genau.» stimmte Lore zu. Bluefox fragte seinen Zweiten Offizier: «Was ist dieses Mal schiefgelaufen?» – «Mein positronisches Gehirn ist eine den Paxans unbekannte Technologie.» Knight ergänzte: «Unser Betäubungsfeld hat keine Wirkung auf ihn. Er blieb bei Bewußtsein, während wir versuchten das Schiff zu übernehmen.» Lore setzte sich an die Ops und rief nach einer komplexen Paßworteingabe eine visuelle Aufzeichnung der Geschehnisse auf der Brücke der Bluefox unmittelbar nach der Begegnung mit dem falschen Wurmloch auf. Er kommentierte: «Als ich merkte, daß die Crew außer Gefecht gesetzt war, leitete ich die Notfallprozeduren ein. Sehen Sie sich die Videoaufzeichnung dazu an.»

Auf dem Hauptschirm war die Brücke vom Schirm aus genau spiegelverkehrt abgebildet. Man sah also den Kommandokreis vom Kommandokreis aus 1:1 gegenübergestellt. Danny Chollet hing schlaff mit Kopf und Oberkörper voraus über dem Holzbogen. Ceagys Kopf lag auf der Armkonsole des Captains, während der ebenfalls nach links eingeknickt war. Knight war aus ihrem Sessel gekullert und lag direkt vor ihm auf dem Boden. Da schwenkte die Kamera zu Lore, der sofort von der hinteren Wissenschaftsstation an die Ops hervorkam und sich vor die Station setzte. Er befahl dem Schiffscomputer mündlich: «Computer, Notfallplan „Z-Z-Alpha“ starten.» – «Automatische Verteidigungsprozeduren gestartet. Energiefeldstärke erhöht sich. Warnung: Schilddurchdringung 17 Prozent.» berichtete die Computerstimme. Nachdem Lore einige Tastenkombinationen ausgeführt hatte, befahl er: «Computer, Zufallsfluktuation der Schildfrequenz und -modulation beginnen.» – «Ausgeführt.» bestätigte der Computer. Lore stand auf, ging zum Captain hin und kniete zu ihm nieder. Er klappte seinen Tricorder auf und scannte Bluefox’ Körper. – Lore kommentierte seine Handlungen auf dem Video kurz: «Band stoppen! Nachdem das Schiff wieder in einem einigermaßen sicheren Zustand war, bemühte ich mich als nächstes die Crew auf der Brücke wiederzubeleben. – Computer, fortfahren.» Lore scannte also einen nach dem anderen auf der Brücke und fand auf diese Weise auch die Lösung. Er befahl: «Computer, Komponenten A-D-T-H im Luftstromsystem freisetzen. Fünf Teile pro Millionen.» – «Bestätigt. Beginn der Komponentenfreisetzung.» sprach die Computerstimme. Es dauerte auch nicht lange, da zeigten die Komponenten Wirkung und die Mannschaft auf der Brücke wachte wieder auf. Bluefox verlangte von Lore einen Lagebericht. Der Zweite Offizier informierte: «Das Energiefeld versucht sich den Schildfrequenzen anzugleichen, Sir.» – «Abwehrmöglichkeiten, Mr. Chollet?» wollte der Captain wissen. Der Sicherheitschef schaute kurz auf seine Station, drückte ein paar Tasten und antwortete dann: «Waffeneinsatz bei dieser kurzen Distanz unmöglich.» Bluefox fragte Lore: «Können wir auf Warp gehen?» «Negativ, das Feld agiert auch wie ein Traktorstrahl.» – Gerade als Lore mit seinem Satz fertig war, erloschen alle Lichter außer der obersten Deckenbeleuchtung! Der Computer gab erst ein Warnsignal durch und berichtete dann: «Warnung: Schilde wurden durchdrungen.» Chollet warnte: «Alle Systeme eingefroren, Captain!» Die Beleuchtung schaltete sich wieder kurz ein, danach flackerte sie nervös. – Erneut ließ Lore das Video stoppen und erklärte: «Die Paxans können Energiestrukturen auf vielen Ebenen manipulieren. Sie übernahmen die Kontrolle über Counselor Knights Körper um mit uns zu kommunizieren.» – Das Video lief weiter. Diesmal konnten alle sehen, wie sich diese grüne Wolke Counselor Knights bemächtigte. Es sah mysteriös und nicht minder furchteinflößend aus. Als die grüne Essenz verschwand, erhob sich der Counselor langsam aus ihrem Sessel und schritt langsam nach vorne. Chollet sah in Knight sofort eine Gefahr und rannte dem Bogen entlang direkt auf sie zu! Sie drehte sich jedoch flink zur Seite und griff dem Leiter der Sicherheit unsanft ans rechte Handgelenk! Es knackste unschön und Chollet schrie vor Schmerz auf! Knight stieß Chollet wuchtig an die Wand, wo er zuerst aufprallte und dann niedersackte! Er wagte es nicht wieder aufzustehen und blieb an der Wand angelehnt sitzen. Knight ging weiter auf Ceagy und Bluefox zu, die sich inzwischen blitzartig zum Hauptschirm hervorbewegt hatten. Der Captain rief: «Nein! Halt, alle!» Er atmete tief durch und versuchte in einem ruhigen Ton den Erstkontakt mit einer vollkommen neuen Spezies herzustellen: «Wer sind Sie?» Knight antwortete mit dieser ungeheuerlichen, tiefen, dunklen Stimme: «Sie wissen von unserer Existenz. Unser Versuch Sie in biochemische Starre zu versetzen ist fehlgeschlagen. Uns bleibt keine andere Wahl als Ihr Schiff zu zerstören.» Bluefox sah sich selbst auf dem Film gleich an, daß es ihm kalt den Rücken runtergelaufen sein mußte, denn das ist ihm auch jetzt, nur schon beim Mitansehen, erneut passiert! – Der Bluefox im Film sprach: «Wenn Sie das wahrmachen, dann werden andere kommen und uns suchen. Sie können bestimmt nicht alle aufhalten! Die Existenz Ihrer Zivilisation wird überall bekannt werden!» – Alles, was der Captain von seinem Gegenüber als Antwort bekam, war ein überlegen klingendes Nein. Bluefox sah, daß hier nicht viel zu holen war und versuchte es mit der Fluchtbitte: «Gestatten Sie uns den Weiterflug und ich werde Ihr Recht auf Abgeschiedenheit so gut schützen, wie es mir möglich ist. Wir werden niemandem von Ihrer Existenz erzählen.» – «Es gibt achtzehn Lebensformen auf diesem Schiff. Wie können Sie Ihr Schweigen garantieren?» fragte Knight. Bluefox dachte einen Moment nach, bevor er einen Vorschlag machte. Er fragte zuerst noch etwas: «Diese „biochemische Starre“; kann sie synaptische Funktionen unterdrücken?» Knight nickte und bestätigte: «Das kann sie.» Bluefox freute sich darüber schon fast, denn er hatte eine Lösung auf Lager. Er erwiderte: «Dann können Sie unser Erinnerungsvermögen beeinflussen. Können Sie auch das Kurzzeitgedächtnis von jeder Person auf diesem Schiff auslöschen, uns die Kenntnis von diesem Ereignis nehmen? Dann fliegen wir weiter, als wäre es nie geschehen!» «Es würde Zeit kosten, einen ihrer Tage.» meinte Knight. Sie schaute Lore an und fügte hinzu: «Er ist immun gegen unseren Einfluß.» – Lore schaute wiederum den Captain an und erwartete eine Stellungnahme von ihm. Das tat Bluefox auch und zwar wie folgt:

«Lore, ich gebe Ihnen einen höchst ungewöhnlichen Befehl. Ich bin nicht sicher, ob Sie in der Lage sind ihn in Ihr Programm zu integrieren.» Lore entgegnete, als wäre jeder Befehl normal: «Als Sternenflottenoffizier ist es meine Pflicht all’ Ihren Befehlen zu gehorchen.» Bluefox meinte: «Gut. Weil nämlich unser Überleben davon abhängt. – Ich befehle Ihnen hiermit niemals zu enthüllen, was heute hier geschehen ist. Nicht der Sternenflotte und mir ebenfalls nicht. Sie werden Ihre Kenntnisse über dieses Volk verheimlichen, solange Sie existieren! Haben Sie mich richtig verstanden, Lore?» – «Ja, völlig, Sir.» bestätigte Lore. Bluefox widmete sich wieder Knight und fragte sie: «Sind Sie zufrieden?» – «Einverstanden.» bejahte die Paxan-Essenz im Knights Körper. Bluefox konnte sich nun wirklich freuen und verkündete: «Gut! Unsere Aufgabe ist es nun aus sämtlichen Dateien des Schiffes alle Informationen, die auf diesen Zwischenfall hinweisen, zu löschen.» Nach einem Moment der Stille sprach Bluefox zu allen: «Gehen wir an die Arbeit!»

Die Videoaufzeichnung war an ihrem Ende angelangt. Lore fügte dem Film folgendes hinzu: «Wir vernichteten nun alle Beweise für unser Zusammentreffen mit den Paxans. Ich stellte den Chronometer des Computers um und die Crew wurde wieder in Bewußtlosigkeit versetzt. Ihr Kurzzeitgedächtnis wurde gelöscht. Als Sie einen Tag später erwachten, waren laut der Computerdaten nur etwa dreißig Sekunden vergangen.» Der Erste Offizier bemerkte: «Und jetzt sind wir hier.» Bluefox korrigierte Ceagy schmunzelnd: «Wir sind wieder hier.» – Wie aus dem Nichts kam plötzlich eine erneute Forderung von Cnslr. Knight: «Ihr Plan ist fehlgeschlagen. Dieses Schiff muß zerstört werden.» – «Nein, warten Sie! Der Plan schlug fehl, weil noch Spuren hinterlassen wurden, die auf ein Rätsel hinwiesen. Und für die meisten Menschen ist ein Rätsel unwiderstehlich und dann muß es gelöst werden! – Doktor Strikes Inkubationsexperiment, Chollets Handgelenk, Knights Halluzinationen; kleine Beweisstücke, die auf noch mehr Spuren schließen lassen! Die Uhr, die Transporterspur, Lores seltsames Verhalten. Wenn wir auch diese Spuren eliminieren und wieder von vorne anfangen...» Knight unterbrach Bluefox und wiederholte: «Wieder von vorne anfangen?» – «Ja! Sehen wir einfach das erste Mal als Durchlauf, als Probe an um die Fehlerquellen zu entdecken. Das zweite Mal wird erfolgreich sein, wenn wir keine Spuren hinterlassen!» versicherte Bluefox. Knight klang plötzlich zuversichtlich und entgegnete: «Sie sind eine höchst ungewöhnliche Spezies, einer zweiten Chance wert. Beginnen Sie.» – Kaum hatte sie dies gesagt, erschien wieder die grüne Wolke und trat aus ihrem Kopf aus. Die Wolke schwebte zum Hauptschirm hervor und durchdrang ihn einfach. Er verschwand vollends von der Brücke und bewegte sich zum Energiefeld zurück. – Nach dem Austritt der Wolke aus ihrem Körper sackte Steevy Knight mit einem leisen Stöhnen auf den Boden. Lore reagierte zwar schnell, aber er konnte ihren Sturz leider nicht mehr vermeiden. Man war jedoch optimistisch im Bezug auf das Tempo des Zusammenbruchs. Die Krankenstation wäre ansonsten ohnehin sofort abrufbereit gewesen. – Wie eigentlich auch nicht anders zu erwarten, konnte Knight mit Lores Hilfe problemlos aufstehen. Sie nickte Bluefox lächelnd zu. Das war das perfekte Zeichen um mit den Löscharbeiten endlich anfangen zu können. Der Captain verteilte die Arbeiten: «Danny, Lore, den Computer und die Dateien überarbeiten. Nummer Eins, wir nehmen uns den Rest des Schiffes vor. Dieses Mal wird es klappen.»

 

Die Brückenmannschaft wurde nach der Zeit, die die Paxans benötigten um die Gedanken jedes einzelnen Crewmitglieds zu löschen, erneut von Lore aufgeweckt, natürlich im totalen Unwissen. Als Lore Bluefox auf die Beine geholfen hatte, wurde er von ihm gefragt: «Was ist passiert, Lore?» – «Der Betäubungseffekt des Wurmloches war relativ stark, Sir.» gab Lore zur Antwort. Bluefox pflichtete ihm bei: «Dieses Gefühl habe ich auch.» Lore erklärte: «Alle außer mir waren ohne Bewußtsein. Mein positronisches System ist diesem Effekt gegenüber immun.» Der Captain wollte wissen: «Wie lange waren wir weg?» – «Dreißig Sekunden.» erwiderte Lore. Ceagy verlangte vom Steuermann einen Positionsbericht. Blater informierte: «0,54 Parsek von unserer ursprünglichen Position Richtung 285 Punkt 147.» Bluefox sagte zu Lore: «Es könnte viel schlimmer sein.» – «Ja, Sir, das Wurmloch war offenbar nur ein lokales Phänomen.» – Da funkte Dr. Strike an die Brücke: ««Krankenstation an Brücke: Was ist passiert?»» Bluefox funkte zurück: ««Die Bluefox wurde durch ein Wurmloch geschleudert, Doktor. Es scheint, als wäre die gesamte Mannschaft für etwa dreißig Sekunden bewußtlos gewesen.»» – ««Ist auf der Brücke jemand verletzt?»» wollte Strike wissen. Der Captain sah sich um und gab zurück: ««Ich glaube nicht.»» Strike erläuterte ihren nächsten Schritt: ««Wir werden die anderen Decks checken. Krankenstation, Ende.»» Bluefox drehte sich zum Sicherheitschef und fragte ihn: «Zustand der taktischen Systeme?» – «Schilde und Waffen funktionstüchtig.» antwortete Chollet. Ceagy las auf seiner Armkonsole rechterhand einige Kurzberichte durch. Einen davon leitete er der Brückenbesatzung weiter: «Kein Schaden im Maschinenraum.» Der Counselor meinte: «Ich werde in meine Praxis gehen und dort für die nächsten Stunden die Berichte der Crewmitglieder anhören. Ich bin gespannt, was sie alles zu sagen haben.» Bluefox nickte ihr zustimmend zu und setzte sich in den Kommandosessel. Die letzte Aufgabe kam ihm wieder in den Sinn und er sagte zu Steuermann Fabius Blater: «Lieutenant, es bleibt noch der anormale Planet der M-Klasse, den wir untersuchen wollten. Setzen Sie einen Kurs...» – Da unterbrach ihn Lore plötzlich: «Sir, es ist wahrscheinlich, daß die anormalen Anzeigen das Ergebnis des Wurmlocheffektes sind. Es war extrem instabil. Ich habe Bedenken gegen eine Umkehr. Es könnte die Bluefox weiteren Risiken aussetzen. Ich schlage stattdessen vor eine Sonde abzuschießen. Das wäre meiner Meinung nach ausreichend, Sir.» – Dem Captain gefiel diese Alternative genauso wie eine Umkehr und er entschied sich für Lores Vorschlag. Er sagte zu ihm: «Tun Sie das, Commander, und schicken Sie ein Gefahrengutachten an die Sternenflotte.» Bluefox blickte zu Blater an der Conn und befahl: «Lieutenant Blater, bringen Sie uns...» – Er machte eine Pause, weil ihm kein Zielort einfiel! Die Mannschaft war ja eigentlich noch im Bordurlaub, also sagte er nur: «...weg von hier. Warpfaktor 4!» – «Aye, Captain. Setze Kurs ins Nevada-System.» informierte Blater. Bluefox gefiel der Name des Systems und gab das Okay: «Prima! – Beschleunigen!»

 

 

ENDE

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