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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Danny Chollet |
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Stephanie Knecht |
ALS |
Cnslr. Steevy Knight |
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Thierry Weidmann |
ALS |
Chief Thierry Whiteman |
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Fabian Blatter |
ALS |
Lt. Fabius Blater |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Judith Baumann |
ALS |
Lt. Judy Boeman |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie Crossnicholls |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Denise Werffeli |
ALS |
Lt. Denise Werwealy |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
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Keine Gaststars in dieser Episode. |
Die Bluefox war umzingelt von drei klingonischen Schlachtkreuzern der Vorcha-Klasse und wurde von allen Seiten her beschossen! Lt. Chollet hatte das Kommando auf der Brücke. Natürlich herrschte bereits auf allen Decks Alarmstufe Rot. Als sich die Bluefox unter dem Dauerfeuer mal kurz beruhigte, rief Chollet zu Lt. Hewsser an der Taktik: «Volle Breitseite!» Doch Hewsser entgegnete verzweifelt: «Sir, die Waffensysteme funktionieren nicht! Wir sind nicht in der Lage uns zu wehren!» – ««Chollet an Maschinenraum: Denise, wie sieht es mit der strukturellen Integrität und den Schilden aus?»» funkte der Chef der Sicherheit an die stellvertretende Chefingenieurin Lt. Werwealy, die im Maschinenraum für den Moment das Kommando hatte. Sie funkte zurück: ««Strukturelle Integrität bei 28 Prozent und alle Frontschilde ausgefallen! Boosten nicht mehr möglich! Wir haben zu wenig Energie!»» – Chollet beendete den Funkkontakt und vergrub den Kopf in den Händen. Er fluchte den Computer an: «Himmel, Arsch und Zwirn! Computer, Programm beenden.» – Das Programm stoppte und das gelbe Gitter leuchtete an den schwarzen Seitenwänden des Holodecks. Da rief Chollet eine Stimme von hinten in der Region der Ausgangstür zu: «Das war der erste Versuch, Danny! Sie wissen, daß Sie nur drei Chancen haben die Prüfung zum Lieutenant-Commander zu bestehen, oder?» Es war Cmdr. Ceagy. Der Erste Offizier näherte sich dem Sicherheitschef langsam. Chollet jedoch entgegnete optimistisch: «Ja, Andrew, ich weiß es. Lassen Sie mich nur machen, ich kriege es schon noch heraus. Warten Sie nur noch ein wenig.» Ceagy sagte weise: «Lassen Sie sich ruhig Zeit, denn diese Prüfung ist kein Spaziergang!» – «Das habe ich jetzt auch gerade gemerkt.» entgegnete Chollet und fragte seinen guten Kollegen Ceagy schelmisch: «Könnten Sie mir nicht einen kleinen Tip geben?» – «Oh, nein, werter Kollege, das schaffen Sie schon allein. Ich bekam dieselbe Prüfung wie Sie. Es ist einfach die Dümmste! Man muß etwas tun, was man in der Realität auf der Bluefox sicher nie tun würde. Das war wohl der beste Tip, den ich Ihnen geben darf. Viel Erfolg!» antwortete Ceagy und verließ das Holodeck wieder.
Computerlogbuch der Bluefox, Sicherheitschef Lieutenant Danny Chollet, Sternzeit 77490.5
««Ich bin vom Bestehen der Lieutenant-Commander-Prüfung nicht mehr weit entfernt, aber ich habe im ersten Versuch nicht alles richtig getimt und organisiert. Wenn ich die kleinen Unebenheiten noch ausbessern kann, brauche ich nur zwei von den drei Versuchen. Die Klingonen in dieser Simulation sind nicht besonders schnell, aber sie haben mächtige Disruptorkanonen. Das erschwert mir die Situation noch zusätzlich, weil ich nicht selbst an der Taktik bin, sondern die ganze Schlacht vom Stuhl in der Mitte aus koordinieren muß. Ich darf in dieser Prüfung nichts selbst machen, weil es das Ziel der Prüfung ist nur mit gezielten Kommandos und Befehle an die Crew zum Erfolg zu kommen. Das ist gerade für einen Mann wie mich nicht leicht, denn ich bin der Praktiker, nicht der Theoretiker. Dennoch ich bin sehr optimistisch für den zweiten Versuch.»»
Chollet holte sich in Zehn-Vorne einen Drink und ging damit gleich ins Holodeck zurück. Er wollte an der Sache dranbleiben und weder von anderen Crewmitgliedern noch von einem kleinen Zwischenfall abgelenkt werden. Danny musste immer wieder an die Worte des Ersten Offiziers denken und nicht einfach links liegen lassen. Er grübelte: «Etwas tun, was man auf der Bluefox niemals tun würde. Andrew meint wohl, ich sollte die Brücke verlassen, wenn die Klingonen angreifen um an einem anderen wichtigen Ort Befehle zu geben. Welcher Ort aber ist es? Sollte ich etwa in der Krankenstation sein um zu entscheiden, wer zuerst behandelt werden soll? Nein, was rede ich denn da wieder für einen Schmarren zusammen! Ich sollte im Transporterraum sein. Ich beame mich an Bord des klingonischen Führungsschiffes und sabotiere die Hauptsysteme. Ach komm’! Bin ich jetzt vollkommen durch bei rot? Das muß die Nervosität sein. Wie soll ich die Prüfung denn bestehen, wenn ich selbst tätig werde!» Da kam Danny die zündende Idee: «Jetzt hab’ ich es! Der Maschinenraum! Ich weise die Techniker an, wie sie am effektivsten arbeiten können, weil Lore nicht da ist. Keiner der ranghöheren Offiziere ist in der Simulation vorhanden, damit mir niemand weiterbringende Hinweise geben kann. Ich versuche es mal mit dem Maschinenraum. Ich habe notfalls immer noch den dritten Versuch. Dummerweise kann ich nicht schummeln und den Versuch abbrechen, weil die Datei gespeichert wird. Ich muß bereit sein, wenn ich neu starte.» Chollet befahl dem Computer nach einer Atempause: «Computer, beginne das Szenario im Hauptmaschinenraum und setze mich direkt vor die Kommandokonsole, an der sonst Lore seine Arbeiten ausführt und die Geschehnisse im Maschinenraum überwacht.» Der Computer veränderte das Szenario wunschgemäß und die Prüfung startete also ein zweites Mal.
Am selben Ort – nur in der Realität – führten Ceagy und Lore wieder mal einen Versuch durch. Heute war ein ganz besonderer Tag für Lore, denn er konnte seinem besten Freund einen Prototypen seines Emotionschips präsentieren! Es war an der Zeit das kleine Steinchen einmal zu testen. Ceagy war schon ganz aufgeregt. Lore öffnete seine obere Schädeldecke und forderte Ceagy auf den Chip einfach in die einzig passende Öffnung zu legen. – Alle Androiden des Soong-Typs erhielten von ihrem Erschaffer Dr. Noonian Soong einen Platz für einen Emotionschip. – Ceagy implantierte Lore also diesen Emotionschip und klappte die Schädeldecke sofort wieder zu. Der Erste Offizier meinte lachend: «Da drinnen sieht es ja aus wie in einer Disco, Lore! Alles voller Lichtchen und Lämpchen, die blinken und flackern!» Lore, unberührt von Ceagys Bemerkung und nicht auf dieselbe eingehend, informierte seinen Experimentspartner: «Ich kann den Chip nun aus eigener Kraft aktivieren.» Lore setzte dies sogleich in die Tat um. Ceagy hatte sich bereits zu Beginn des Experiments einen guten Witz für Lore ausgedacht, den er nun natürlich brachte: «Also, dann teste ich Sie mal. Ich fischte gestern einen Frosch aus der Thur. Das ist ja noch nichts Besonders, aber als ich ihm aus reiner Lust den Hals umdrehte, sagte er mir seinen Namen! Wissen Sie, wie er hieß?» Ohne den Androiden antworten zu lassen verstellte er seine Stimme und quakte: «Jörg!» Lore jedoch mußte selbst nach dieser Pointe nicht lachen. Er meinte: «Tut mir leid, Commander, aber ich habe den Sinn des Witzes nicht verstanden.» – «Moment mal, Lore, Sie stuften meine Geschichte als Witz ein!» hakte Ceagy ein. Lore erwiderte: «Ich ahnte es, aber ich wußte es nicht. Ich konnte nur vermuten, daß Sie mich auf die Probe stellen wollten.» Ceagy blieb für einen Moment stehen und sagte gar nichts. Erst nach ungefähr zehn Sekunden regte er sich wieder. An seiner Stirn waren plötzlich zwei Längsfalten zu erkennen. Er sprach: «Sie haben nun verstanden, daß es ein Witz ist, aber Sie haben ihn nicht begriffen. Irgendwas ist noch faul an diesem Chip. Da müssen wir nochmals dahinter.» Lore jedoch entgegnete: «Ich habe mein ganzes Wissen ausgeschöpft, Commander. Ich bin mit meinem momentanen Erfahrungsschatz am Ende. Ich halte es für notwendig, daß wir einen Kybernetiker aufsuchen und ihn dann am Chip arbeiten lassen. Ich komme nicht mehr weiter, es ist eher das Gegenteil der Fall. Vermutlich war das Soongs Absicht. Er wollte nicht, daß der Erschaffene gleichviel weiß wie der Erschaffer selbst. Er wollte nicht, daß ich mich und somit seine Arbeit markant verändere.» Ceagy versuchte Lore zu trösten: «Lore, Sie sind nicht bloß die Arbeit Ihres Erschaffers. Sie sind ein sehr guter Kollege von mir und gehören nun schon ein halbes Jahr zu dieser Crew! Aber es ist vielleicht doch besser, wenn wir das Projekt
„Emotionschip“ vorerst auf Eis legen und es erst dann wieder aufgreifen, wenn wir klüger sind. Ich glaube nicht, daß wir da nur etwas falsch gemacht haben.» – Der Erste Offizier öffnete erneut Lores obere Schädeldecke und nahm den kleinen Stein wieder aus der Öffnung heraus. Der Androide klappte seine beiden Kopfhälften danach selbst zusammen.
Gleich nach dem Start von Danny Chollets zweitem Versuch begann es zu zittern und zu rumpeln auf der simulierten U. S. S. Bluefox. Er befahl F. Berger: «Versiegeln Sie diese Öffnung dort in der Wand! Das könnte einen Hüllenbruch zur Folge haben, wenn wir dort nochmals getroffen werden.» – Die Technikerin befolgte seinen Befehl. Sie verwendete zur Versiegelung einen isolinearen Materiegenerator. Mit der vorprogrammierten Legierung konnte sie das Loch problemlos verschließen und die Wand sah wieder aus wie immer. – Da meldete sich Lt. Werwealy bei ihm: «Sir, wir werden gleich die Lebenserhaltung verlieren!» Chollet sagte leise zu sich mit einem Schmunzeln auf den Lippen: «Dieses Problem hatten wir doch schon einmal heute, oder täusche ich mich da etwa?» – Laut sagte er zu Werwealy: «Also gut, dann brauchen wir jetzt Reservetanks mit Plasma, um den Warpantrieb kurzfristig aktivieren zu können. Wir beschleunigen auf Warp 9,7 und rasen den Klingonen eine Minute lang davon. Dafür bräuchten wir aber jemanden, der diesen Tank direkt am Warpkern anzapft. Sonst macht das Lore, weil der durch das Plasma nicht verletzt wird, wenn er diesen Tank am Kern anschließt. Es gelangen für ungefähr eine Millisekunde hochgradig toxische Plasmagase in die Region des Warpkerns. Die Region im Umkreis von einem knappen Meter muß durch ein Ebene-4-Kraftfeld geschützt sein, damit keine Gase nach außen gelangen können. Lore ist aber nicht an Bord, also müßte dies ein Techniker tun. Ich bin aber nicht bereit eines unserer Crewmitglieder einfach so sterben zu lassen, nur um vielleicht für eine Viertelstunde Ruhe zu haben. Die Crew ist viel zu klein um einfach so jemanden in den Tod entlassen zu können. Und abgesehen davon würde es auch niemand machen.» Werwealy entgegnete: «Wenn Sie es befehlen, Sir, dann würde ich es tun.» – «Nein, Denise, das tue ich nicht. Wir wohnen auf der Erde im gleichen Dorf! Das brächte ich nie übers Herz.» versicherte Chollet Werwealy. – Da kam ihm eine Idee: «Aber ein Raumanzug würde die Person ausreichend schützen, oder etwa nicht?» Werwealy stimmte zu: «Ja, schon, aber woher kriegen wir denn jetzt noch einen Raumanzug?» fragte sie. Chollet resignierte: «Sie haben Recht. Es ist zu spät für einen Raumanzug.» – Werwealy war hier zwar nur ein Hologramm, aber Chollet stellte sich die Sache so vor, als wäre es die Realität. Er dachte sich, es wäre sonst keine sinnvolle Prüfung, wenn man dies nicht einmal in der Wirklichkeit gebrauchen könnte. Eine Prüfung will ja prüfen, ob man gelernt hat und ob man das Gelernte verstanden hat. – Da krachte es erneut gewaltig und alle Leute verloren das Gleichgewicht! Werwealy rief: «Danny! Sie haben keine Wahl! Wir müssen Warpenergie bekommen oder wir werden hier alle zusammen unseren Tod finden!» – Doch Chollet wollte diese Option nicht in Betracht ziehen. Er konnte es einfach nicht glauben, daß dies die einzige mögliche Lösung des Problems war. Chollet wußte, daß die Bluefox wieder zerstört würde und deshalb befahl er dem Computer niedergeschlagen: «Computer, Programm beenden und Ausgang aktivieren.» Der Computer bestätigte: «Zweiter Versuch wurde abgebrochen und gilt als nicht erfolgreich. Der Absolvent der Prüfung hat hiermit nur noch einen gültigen Versuch die Prüfung erfolgreich abzuschließen.» Chollet reagierte sehr erregt: «Kruzifix, ich weiß es doch! – Ach, was schreie ich denn da, es ist ja nur ein Computer.» versuchte Chollet sich zu beruhigen. Er suchte nach einer guten Idee, wie er seine Gelassenheit und seinen Kampfgeist wiederfinden könnte. Es mußte zugleich sicher sein, daß er niemanden in den Tod schicken müßte. Da hatte er plötzlich eine solch gute Idee.
In der Praxis von Cnslr. Steevy Knight:
Es läutete. Knight rief: «Ja, bitte!» – Chollet kam hereingeschneit und warf sich sogleich auf die Couch des Counselors! Er scherzte: «Stehen Sie auf die alte Psychologie?» – «Nun, ist doch bequem, oder?» lachte Knight, erhob sich und holte einen Stuhl um Chollet rein physisch etwas näher zu sein. Sie stellte den Stuhl direkt neben die Couch und setzte sich. Sie spürte, daß mit dem sonst so coolen Sicherheitschef etwas wirklich nicht in Ordnung war. Der Counselor leitete das Gespräch ein: «Also, was treibt Sie denn in meine Praxis, Daniel Chollet? Es wundert mich, daß Sie überhaupt wissen, wo ich arbeite, denn Sie waren bisher während der gesamten sechs Monate an Bord der Bluefox noch nie hier!» – «Nun, bisher hatte ich hier keine Probleme. Das zeigt doch absolut, daß mein Leben auf der Bluefox mehr als erfüllt ist.» erwiderte Chollet. Es war ihm richtig wohl auf dieser Couch und Knight sah ihm dies auch deutlich an. Der Lieutenant hatte für einen Augenblick zumindest ein bequemes Kopfkissen unter seinem müden Brummschädel voller Ideen, die er nicht verwirklichen konnte, weil es die Umstände in dieser Prüfung nicht zuließen. Der Sicherheitschef erklärte seiner Gesprächspartnerin die Krux: «Nun, ich habe hier einen ethischen Kniff, wenn ich dem mal so sagen will. Ich bin gerade an der Prüfung zum Lieutenant-Commander. Jetzt habe ich nur noch eine Möglichkeit und die sieht so aus, daß ich einen Techniker in den Tod schicken muß um uns Energie für die Flucht zu geben. Das jedoch ist meiner Meinung nach einfach nicht die Möglichkeit.» – «Warum nicht? Es sind doch nur Hologramme. In der Wirklichkeit wäre dies wirklich ein Problem, aber in einer solchen Situation würde ich dies schon riskieren.» erwiderte die Beraterin zu Chollets totalem Entsetzen! Solch eine Antwort hatte er sich von einem Moraloffizier nicht erwartet. Das brachte er auch zum Ausdruck und sprach: «Counselor! Das hätte ich von Ihnen also niemals gedacht! Sind Sie auf einmal so riskant, wenn es sich um Hologramme handelt? Verstehen Sie, Steevy, dies ist eine Prüfung, die der Wirklichkeit entsprechen sollte und sie verlangt, daß man so handeln sollte wie in der Realität!» meinte Chollet. Knight erklärte ihre Denkweise: «Auf der Bluefox lebt eine kleine Crew mit einem engen Kontakt von Person zu Person. Aber in der Sternenflotte gab es Schiffe, deren Besatzungen meist Hunderte von Menschen gezählt haben. Auf der fünften Enterprise lebten über tausend Menschen. Ich glaube nicht, daß da jeder Leiter auf jeden seiner Offiziere aufpassen konnte und um nichts in der Welt ein Leben riskiert hätte.» Sie fragte ihn nach einem kurzen Schweigemoment: «Wie alt sind denn diese Prüfungen?» Er antwortete: «Sie wurden vor dem Krieg geschrieben, soviel ich weiß.» – «Na, also! Die denken sicher, daß der Absolvent der Prüfung über seinen Schatten springen und ein gewisses Risiko eingehen soll. Diese Prüfung wurde für Schiffe mit einer normalen Crew geschrieben. Hätten die Prüfungseditoren gewußt, daß es eine U. S. S. Bluefox mit nicht mal zwanzig Mann geben würde, dann hätten sie für uns sehr wahrscheinlich eine Sonderklausel gemacht. Jetzt gibt es aber keine solche Ausnahme! Ich will und kann Ihnen nichts vorschreiben, aber ich glaube, Sie sollten so sein, wie Sie immer sind: Cool, gelassen und locker. Sie haben sich hier sehr verkrampft, Danny, aber ich denke, Sie sollten auch über Ihren Schatten springen und nochmals über diese scheinbar einzige Option nachdenken. Dies ist wirklich nur ein Vorschlag.» sprach der Counselor mit einer gegen das Ende der Rede ruhig werdenden Stimme. Chollet richtete sich langsam auf und erwiderte cool: «Also gut, dann springe ich einfach mal. Ich fühle mich durch dieses Gespräch wieder so richtig fit! Das Kissen hat mir auch sehr geholfen.» meinte Chollet. – Was jetzt so locker klang, brauchte für ihn sehr viel Überwindung und Nachdenken. Das merkte Knight bei ihm besser als bei jedem anderen Crewmitglied vorher.
Der Sicherheitschef holte sich noch einen Drink in Zehn-Vorne und plauderte dazu ein wenig mit seinen Kollegen aus der Führungscrew und der Barkeeperin Judy Boeman. Er wollte sich nun auf einmal ablenken lassen vor der bevorstehenden Aufgabe! – Es war der dritte Versuch der Prüfung zur Beförderung in den Rang des Lieutenant-Commanders!
Auf dem Weg zum Holodeck kam ihm Cmdr. Ceagy entgegen. Beide hielten kurz an und Ceagy fragte Chollet: «Na, Danny? Als ich vorhin das Holodecklogbuch gelesen habe, da habe ich bemerkt, daß Sie den zweiten Versuch auch nicht erfolgreich bestanden haben. Sind Sie sicher, daß sie nicht nochmals ein halbes Jahr warten wollen und dann vielleicht eine einfachere Prüfung erhalten werden?» Chollet gab nur grinsend zur Antwort: «Ich werde diese Prüfung jetzt gleich im dritten Versuch erfolgreich abschließen, Andrew. Sie werden noch Ihr blaues Wunder erleben!» – «Im Gegenteil, Danny. Wenn Sie die Prüfung schaffen, werden Sie Ihr blaues Wunder erleben und ich freue mich für Sie. Dann gibt es ein Fest!» erwiderte Ceagy. Chollet fragte seinen Kumpel: «Wollen Sie mir etwa wieder heimlich zusehen?» – «Na, heimlich ist es nun nicht mehr, aber zusehen will ich trotzdem, Lieutenant.» gab Ceagy schmunzelnd zur Antwort. Chollet bemerkte vergnügt: «Sie werden sich schon bald umgewöhnt haben, Commander.» – Sie betraten nun beide das Holodeck und das Programm wurde geladen. Wieder war der Maschinenraum zu sehen. Chollet wollte von der gleichen Position aus starten wie im zweiten Versuch. Die Computerstimme sprach: «Programm komplett. Prüfung beginnt auf Ihr Kommando.» – «Prüfung starten!» befahl Chollet dem Computer sogleich.
Da krachte es gleich wieder wie schon zu Beginn der beiden Versuche zuvor. Wieder kam Werwealy zu Chollet hervor und warnte, daß die Lebenserhaltung bald ausfallen würde. Chollet entgegnete: «Gut, dann brauchen wir jetzt einen Reservetank aus der Jeffriesröhre um für eine kurze Zeit auf Warp gehen zu können. Installieren Sie den Tank direkt am Kern. Lore ist nicht hier, deshalb sollten Sie als seine Stellvertreterin die Prozedur durchführen.» – «Sir, sind Sie sich bewußt, daß Menschen gegen diese hochgradig toxischen Plasmagase nicht immun sind? Wenn ich anstatt Lore diesen Tank direkt am Kern anschließen würde, dann wäre ich diesen Gasen während der Anschließphase ausgesetzt und würde an den Folgen sterben!» erklärte Werwealy. – Doch Chollet war dies nun längst bewußt und er erklärte der stellvertretenden Chefingenieurin: «Ich weiß das, aber uns bleibt nur noch diese Möglichkeit um die Schlacht zu gewinnen! Wenn wir vor den Klingonen nur schon zehn Minuten Ruhe hätten, dann könnten wir weitere Maßnahmen einleiten und jegliche Energie in die Hilfsinjektoren umleiten. Damit könnten wir dann die Schilde boosten und den Klingonen mit Photonentorpedos kräftig einheizen.» – «Wenn Sie meinen.» erwiderte Werwealy. Sie drehte sich in Richtung Jeffriesröhrenzugang und ging. Bevor sie die Leiter hochkletterte, drehte sie sich nochmals zum Sicherheitschef um. Der jedoch blieb hart und verzog keine Miene.
Ungefähr eine Minute später kam Werwealy wieder heraus. Chollet nahm ihr den Tank ab, damit sie die Leiter beschwerdefrei hinunterklettern konnte. Als sie unten wieder auf beiden Füßen stand, gab ihr Chollet den Tank zurück. – Sie ging zum Warpkern hin. Sie schritt in einem langsamen Tempo. – Sie drehte sich erneut um! Der Sicherheitschef schwitzte am ganzen Körper! Er dachte sich: «Na mach‘ schon! Geh‘!» – Als die holographische Denise Werwealy begriff, daß Danny Chollet seine Meinung nicht mehr ändern würde, drehte sie sich wieder zum Warpkern hin und ging noch ihre letzten Schritte zum Ziel. Bevor sie sich an ihre Henkersarbeit machte, sprach sie noch zu sich selbst, jedoch hörbar für Chollet: «Ich tue es für die beste Akademieklasse.» – Sie zapfte den Reservetank direkt am Warpkern an. In diesem Moment befahl Chollet dem Computer: «Computer, zwei Meter um den Warpkern herum ein Eben-4-Kraftfeld errichten!» – Das Kraftfeld aktivierte sich sofort. Im gleichen Moment fiel Denise Werwealy rückwärts auf den Kunststoffboden und blieb reglos liegen! Chollet drehte sich kurz vorher weg vom Geschehen. Er konnte und wollte nicht mit ansehen, wie seine langjährige Klassenkollegin starb, obwohl er wußte, daß dies nur ein Hologramm war und gar nicht richtig sterben konnte. – Die ganze Szenerie wurde von Andrew Ceagy ganz genau beobachtet. Als der Erste Offizier bemerkte, daß Chollet bleich wurde, ging er auf ihn zu und konnte ihn vor einem Sturz gerade noch bewahren, indem er ihn im richtigen Moment auffing. Ceagy hätte eine solche Reaktion von einem sonst derart stark und cool wirkenden Mann wie Danny Chollet nie erwartet!
Eine Viertelstunde später erwachte Chollet in der Krankenstation auf dem Biobett. Er richtete sich langsam auf und konnte erst ab diesem Moment erkennen, daß sich die gesamte Crew in einem Halbkreis um das Biobett aufgestellt hatte! – Chollet fragte mit einem geschwächten Lächeln: «Was ist denn das für ein Aufmarsch?» Dr. Strike antwortete grinsend: «Ihre Coolness hat Sie geradewegs umgehauen!» Nach diesem Satz lachte die ganze Mannschaft schallend los! – Da trat der Captain aus dem Halbkreis der Mannschaft hervor und deutete auf den Kragen von Dannys Uniform. Er fragte: «Ist Ihnen nichts aufgefallen?» – Chollet äugte nach unten und erblickte neben den zwei goldenen Rangpins einen dritten in schwarz! Er entgegnete wie aus der Pistole geschossen: «Nein! Ich habe bestanden! Heilig’s Blechle!» Bluefox sprach fröhlich: «Herzlichen Glückwunsch, Danny!» – «Besten Dank, Captain!» erwiderte der nach wie vor vollkommen geplättete Sicherheitschef. «Danken Sie nicht mir, sondern Counselor Knight und Commander Ceagy. Ich bin nur für das Administrative zuständig.» meinte Bluefox schmunzelnd und begann zu klatschen. – Da klatschten sie plötzlich alle zusammen und das auch vollkommen zurecht!
Am darauffolgenden Abend fand dann die von Ceagy angekündigte Party statt und es wurde wirklich tüchtig gefeiert und nicht zimperlich mit Synthehol umgegangen! Auch der Captain schaute recht tief ins Brandyglas. :-) – Lt. Cmdr. Chollet unterhielt sich gerade während dem Lied „We Are The Champions“ von einer alten irdischen Musikgruppe namens „Queen“ mit Andrew Ceagy: «Andrew, ich muß aber schon sagen, daß diese Prüfung, auch wenn sie vor dem Krieg geschrieben wurde, nicht gerade ein gutes Beispiel zum Lösen von Problemen ist. Da redet die Föderation immer vom Erhalten des Lebens und dann kreieren die Admiräle solche Prüfungen! Ich checke das alles nicht so recht, aber was soll’s.» Ceagy entgegnete: «Ich habe sie auch diese Prüfung machen müssen und ich habe niemals gesagt, daß sie sinnvoll sei!» – Beide lachten und nahmen aus ihren Gläsern wieder einen tüchtigen Schluck.
Die Bluefox kehrte seit den Friedensverhandlungen mit den Romulanern auf Shagra 2 nie mehr zur Erde zurück. Seit diesem Ereignis waren bereits zehn Wochen vergangen.
ENDE
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