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Matthias Currat |
ALS |
Cpt. Matthew Bluefox |
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Andreas Kägi |
ALS |
Cmdr. Andrew Ceagy |
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Brent Spiner |
ALS |
Lt. Cmdr. Lore |
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Nicole Streich |
ALS |
Dr. Nicole Strike |
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Daniel Chollet |
ALS |
Lt. Danny Chollet |
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Stephanie Knecht |
ALS |
Cnslr. Steevy Knight |
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Ramon Baur |
ALS |
Lt. Ramon Boer |
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Thierry Weidmann |
ALS |
Chief Thierry Whiteman |
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Fabian Blatter |
ALS |
Lt. Fabius Blater |
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Nadine Humbel |
ALS |
Lt. Nadine Humble |
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Isabel Schneider |
ALS |
Dr. Izy Snyder |
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Judith Baumann |
ALS |
Lt. Judy Boeman |
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Deborah Grossniklaus |
ALS |
Dr. Debbie Crossnicholls |
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Monika Heusser |
ALS |
Lt. Monique Hewsser |
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Denise Werffeli |
ALS |
Lt. Denise Werwealy |
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Jasmin Grossniklaus |
ALS |
F. Jazzy Crossnicholls |
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Sarah Bärtschi |
ALS |
F. Sarah Bearchy |
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Andrea Berger |
ALS |
F. Andrea Berger |
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Hannes Morger |
ALS |
Cpt. Stephen Wish |
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77346.1
««Wir durchqueren gerade die Andromedagalaxie und haben eine zumindest für den Steuermann recht heikle Aufgabe erhalten. Wir müssen Elementproben aus Asteroiden sammeln und die darin enthaltenen Chemikalien der wissenschaftlichen Abteilung der Sternenflotte übergeben. Der große Asteroidengürtel im Norden der Andromedagalaxie ist der bekannteste von allen im gesamten Alphaquadranten. Wir haben in dieser Mission deshalb nochmals Lieutenant Humble am Steuer und nicht unser künftige Steuermann Fabius Blater. Der ehemalige Transporterchef befindet sich in der letzten Phase der Ausbildung und muß noch die Abschlußprüfung zum Hauptpiloten absolvieren. Ich halte es für richtig, wenn in dieser ziemlich heiklen Flugmission noch eine vollblütige Pilotin am Steuer sitzt und uns sicher durch den Asteroidengürtel fliegt. Die Stelle des Transporterchefs wurde an Thierry Whiteman übertragen. Blater und Whiteman haben in dem Sinne bloß die Stelle getauscht.»»
Die Bluefox flog zuerst mit Warp 8 bis zum Asteroidengürtel hin, danach verlangsamte das Sternenflottenraumschiff aber stark und reduzierte seine Geschwindigkeit auf 500 km/h. Auf der Brücke war das gesamte Alphateam im Einsatz. Das war die Hauptbesetzung. Sogar Lore war auf der Brücke. Er konnte auch von der Brücke aus mit einem großen Monitor an den hinteren Konsolen die Geschehnisse im Maschinenraum überwachen. Cpt. Bluefox fragte: «Wie steht es mit dem Boosten der Schutzschilde, Mr. Lore?» – «Wir sind gleich soweit, Captain. Ich werde von der Brücke aus das Boosten abschließen. Dennoch dürfen wir keine Kollision mit einem Asteroiden riskieren. Selbst mit geboosteten Schilden wird sich ein Aufprall ziemlich forsch anfühlen. Außerdem befinden sich überall Korridore der Decks. Eine Kollision könnte einen markanten Hüllenbruch zur Folge haben.» erklärte Lt. Cmdr. Lore. Bluefox sprach: «Danke schön, Lore. – Lieutenant Humble, setzen Sie einen optimalen Kurs und fliegen Sie das Schiff manuell. Ein Autopilot würde hier zu spät den Kurs korrigieren. Außerdem ist es viel spannender selbst ein Schiff zu manövrieren, nicht wahr, Lieutenant?» Lt. Humble drehte sich um und schaute nun den Captain im Kommandosessel an. Sie erwiderte: «In der Regel schon, Captain. Aber in diesem Fall ist es wirklich kein Vergnügen, das kann ich Ihnen versichern! Aber ich denke schon, daß wir das schaffen.» – «Schön, dann bringen Sie uns rein.» befahl Bluefox. Dann schaute er zu Lt. Chollet an der Taktik hinauf und fragte: «Sind fremde Schiffe in der Umgebung?» – «Ja, Captain. Allerdings alle außerhalb des Asteroidengürtels. Es sind Romulaner.» antwortete der Sicherheitschef. Der Captain nickte und lehnte sich zurück.
Die Bluefox drang nun in den Asteroidengürtel ein. – Lore informierte Bluefox: «Ich bin wieder im Maschinenraum.» Cmdr. Ceagy sprang von seinem Sessel auf und marschierte zu dem Turbolift, wo auch gerade Lore hinwollte. Der Erste Offizier meinte: «Ich komme auch gleich mit. Wir haben ja noch ein Experiment offen, nicht wahr?» – «Positiv, Sir. Die Utensilien sind im Hauptmaschinenraum fertig aufgestellt.» gab Lore zurück. Ceagy sprach: «Perfekt! Dann kann es ja losgehen.»
Sie verließen die Brücke. – Besonders im vorderen Bereich der Brücke war das intensive Tippen auf den Monitor der Conn zu hören, weil Humble sehr oft den Kurs korrigieren mußte. Das, was die anderen Offiziere auf dem Hauptschirm in Echtgröße sehen konnten, hatte Humble verkleinert auf ihrem Steuerbildschirm. Es wäre sonst sehr aufwendig immer rauf und runter zu schauen. Auch bei exakten Manövern war der kleine Bildschirm am Steuerpult natürlich eine große Hilfe.
Zehn Minuten später erhob sich der Captain aus dem „Captain’s Chair“, lief zur Conn hervor und stützte sich mit der rechten Hand auf Humbles Stuhllehne ab und fragte die Pilotin: «Und? Wie läuft es?» Sie erklärte ihm: «Am Anfang geht es noch, aber wir müssen noch einige Kilometer zurücklegen um zu den unerforschten Gebieten des Gürtels vorzudringen. Die Sensoren zeigen bereits ab dem nächsten Kilometer eine Verdichtung der Asteroiden an. Dann wird es heikler.» Bluefox beobachtete Humbles Flugmanöver noch eine Weile.
Im Maschinenraum begann inzwischen bereits das von Ceagy und Lore angekündigte Experiment. Lore erklärte seinem Vorgesetzten, der hier jedoch die Funktion des Assistenten innehatte, die Aufbauweise des Experimentes: «Ich habe zwei Handphaser direkt übereinander auf Stative gelegt. Ich werde sie parallel abfeuern. Natürlich habe ich dies alles in einem Kraftfeld isoliert, damit nichts passiert. Die derartige Ausrichtung der Waffen bezweckt ein Aufeinandertreffen der beiden Strahlen genau in der Mitte. Somit können sie sich vereinen. Es gibt Schiffe von Spezies, deren Bewaffnung ebenfalls in dieser Art funktioniert. Die daraus resultierende Feuerkraft ist meistens mehr als doppelt so stark. Bei unserem Test sollte dies ebenfalls eintreffen, so hoffe ich es zumindest.» Ceagy begriff gleich, was sein Maschinenfreund wollte. Lore verstand es hervorragend physikalisch komplizierte Theorien vereinfacht, aber trotzdem genau zu erklären. Der Erste Offizier fragte: «Und wenn sich die Strahlen nicht vereinen?» – «Dann sind es die falschen Elemente. Durch einen Fehlversuch könnten wir das richtige Element jedoch mit dem Periodensystem ausfindig machen.» antwortete der Chefingenieur. Ceagy entgegnete stirnrunzelnd: «Lore, das Periodensystem hat über 4'000 Grundelemente, von deren Ableitungen gar nicht erst zu denken!» Lore jedoch versicherte Ceagy: «Ich habe das Periodensystem binnen weniger Sekunden in meinem neuralen Netz auf das Experiment angepaßt. Wir werden nicht viel Zeit benötigen um eine fundierte Analyse durchführen zu können.» Ceagy war einverstanden, wenn auch auf ein Neues überwältigt von Lores Kapazitäten! – Lore gab seinem Assistenten Anweisungen: «Sie stehen rechts zum Phaser oben und ich links zum unteren Phaser. Es ist erforderlich, daß wir die Waffen festhalten, wenn sie feuern. Sonst fallen sie runter und könnten sich in unangenehme Richtungen drehen. Ich werde dann dem Computer den Befehl zum exakten gemeinsamen Feuern geben.» Wie es Lore vorhatte wurde es auch gemacht. Alles war bereit und beide Phaser waren gesichert. Der Meister gab den entscheidenden Befehl: «Computer, initialisiere den Countdown für das gemeinsame Abfeuern der beiden Handphaser in Kraftfeld 1A. Zehn Sekunden stiller Countdown. – Einleiten.» Der Computer bestätigte mit einer freundlichen Stimme: «Countdown aktiviert. Zehn Sekunden bis zum Abfeuern. Es gibt keine Warnung.» Ceagy schaute Lore an und meinte: «Na dann, schauen wir mal.» Er stützte seinen Kopf auf der rechten Handfläche etwas ab und konzentrierte sich auf den folgenden Moment. Mit der anderen Hand hielt er seinen Handphaser fest. Auch Lore richtete seine stark weiterentwickelten Sehorgane voll und ganz auf die beiden Waffen. – Da ließ ein gewaltiger Ruck die gesamte Installation auf den Tisch des Maschinenraums zusammenkrachen! Auch Ceagy und Lore verloren das Gleichgewicht und stürzten zu Boden! Es wurde dunkel und auf allen Decks herrschte plötzlich Alarmstufe Rot!
«Bericht!» schrie Cpt. Bluefox, aber die Lautstärke der herumfliegenden Trümmerteile übertraf seine Stimme beinahe noch! Chollet hörte den Captain und gab einen Bericht von der Taktischen Station an ihn weiter: «Steuersysteme und Schilde auf dem ganzen Schiff ausgefallen! Multiple Hüllenbrüche auf den Decks 4, 7, 12 und 23! Diese Decks sind im Moment ohne Energie. Es werden zwar keine Verletzte gemeldet, aber die Lebenserhaltung ist ausgefallen. Ich kann keine Notkraftfelder an den Bruchstellen aufbauen.»
Eine halbe Minute später konnte Lt. Boer an der Ops einen genauen Bericht abgeben: «Sir, wir verlieren die gesamte Lebenserhaltung, weil der Computer automatisch Hilfsenergie in die ohnehin schon verlorenen Decks umleitet! Das zapft unsere ganze Energie ab, die uns noch bleibt!» – Cmdr. Ceagy schaffte es gerade noch auf die Brücke, bevor die gesamte Energie aus den Hauptsystemen – somit auch aus dem Turbolift – abgezogen wurde. Er fragte Lt. Boer: «Können Sie den Energiefluß manuell steuern?» Der Wissenschaftsoffizier antwortete: «Nein, Commander. Die Ops selbst hat gar keine Energie mehr!» Ceagy setzte sich in seinen Stuhl rechts vom Captain. Die Offiziere mußten ziemlich laut reden, weil das ganze Schiff zitterte und die leisen Geräusche schluckte. Ceagy informierte die Brückencrew: «Ich versuche es mit meinem Sitzmonitor. – Nichts! Da ist nicht mal ein Fünkchen Energie!» ärgerte er sich. – Endlich hörte dieses Zittern und Rumpeln auf und die Bluefox beruhigte sich wieder. Bluefox wollte von Steueroffizier Humble wissen: «Hat das Schiff untersteuert oder waren Sie das?» – «Unsere linke Warpgondel ist mit einem Klasse-4-Asteroiden kollidiert. Ich habe bereits in die nächste Kurve eingelenkt. Im letzten Moment erkannte ich jedoch, daß wir zu lang sind, aber da konnte ich das Schiff nicht mehr abbremsen.» erklärte Humble. Ceagy fragte Chollet: «Wie steht es mit der Lebenserhaltung, Danny?» – «Im Moment haben wir keine Lebenserhaltung mehr auf den Decks 6 bis 9, 11 bis 14 und 21 bis 25.» antwortete Chollet. Ceagy funkte an Barkeeperin Boeman: ««Zehn-Vorne, hier ist die Brücke! Evakuieren Sie sofort Zehn-Vorne und benutzen Sie den Turbolift, wo es noch geht. Sonst müssen Sie die Jeffriesröhren benutzen. Alle umliegenden Decks haben keine Lebenserhaltung mehr. Kommen Sie alle auf die Brücke!»» – ««Verstanden, Commander. Ich bin alleine. Ich komme so schnell ich kann.»» funkte Boeman zurück. Ceagy funkte gleich an die nächste gefährdete Station: ««Brücke an Krankenstation: Nicole, kommen Sie mit dem gesamten medizinischen Personal auf die Brücke. Die Lebenserhaltung auf den umliegenden Decks ist abgeschaltet. Sie müssen sicher bis Deck 6 die Jeffriesröhren benutzen, danach können Sie mit dem Turbolift bis zur Brücke fahren.»» – ««Bestätigt, Andrew, wir sind unterwegs. Zum Glück haben wir Sauerstoffmasken dabei. Die werden gefährdeten Crewmitgliedern helfen.»» funkte Dr. Strike an die Brücke zurück. Ceagy forderte: ««Bringen Sie reichlich Masken mit, wir alle könnten später sicher auch welche gebrauchen. Den Rest der Masken transportieren wir dann in den Maschinenraum. Neben der Brücke ist das der sicherste Raum in der nächsten Zeit.»» Da funkte Lore vom Maschinenraum an die Brücke. Bluefox antwortete: ««Sprechen Sie, Mr. Lore.»» – Lore erklärte seinen Plan: ««Ich werde mit meinen Technikern aus den Jeffriesröhren die Reserveenergie abzapfen, die noch in den Behältern vorhanden ist. Mit der gewonnen Energie werden wir die Decks wieder mit Lebenserhaltungsenergie versorgen und die Hüllenrisse mit Notkraftfeldern versiegeln.»» – ««Tun Sie das! Zum Glück haben wir unsere Crew im Maschinenraum noch!»» erwiderte der Captain und beendete den Funkkontakt. «Lieutenant Werwealy, kommen Sie mit mir in Jeffriesröhre 37 Alpha. Der Rest sucht die anderen 37-er ab.» befahl Lore seiner Technikermannschaft im Maschinenraum. F. Crossnicholls fragte Lore: «Wie lange dauert es noch, bis die Lebenserhaltung auf der Brücke versagt?» – «Höchstens eine halbe Stunde, Fähnrich. Fangen wir also sofort an.» antwortete Lore.
Chollet gab eine Warnung an die Brückencrew durch: «Die Lebenserhaltung auf Deck 2 wurde soeben deaktiviert. Das nächste Deck sind wir.» Ceagy meinte: «Ich hoffe nur, daß die Ärztinnenmannschaft mit den Sauerstoffmasken bald eintrudelt. Sonst haben wir wenig Chancen hier lebend rauszukommen.» Der Captain informierte: «Transporterraum 2 hat jetzt auch keine Energie mehr. Wir haben nur noch einen Transporterraum. Das wird schwierig, denn der ist nicht besetzt.» Chollet fügte verärgert hinzu: «Und wir haben keine Energie auf der Brücke um die Transporterfunktionen hierher umzuleiten, verdammt!» Ceagy berichtete:
«Captain, wir haben die Lebenserhaltung auf Deck 30 verloren. Ein Großteil der Quartiere befindet sich dort.» Bluefox fragte den Schiffscomputer: «Computer, wie viele Lebenszeichen befinden sich auf den Decks 29 bis 31?» Die freundliche Damenstimme antwortete: «Es befinden sich keine Lebenszeichen auf den gefragten Decks.» Ceagy bemerkte: «Nochmals Schwein gehabt.» Doch Bluefox relativierte Ceagys leise Euphorie: «Ein Tropfen auf den heißen Stein, wage ich zu sagen. Wenn dies so schnell weitergeht, dann lebt auf diesem Raumschiff bald nur noch jemand und das ist Lore.» Ceagy meinte optimistisch: «Lore ist doch ein Spitzeningenieur. Er kriegt die Sache sicher wieder hin. Diese Energie in den Ersatzbehältern wird reichen.» Da öffnete sich die Tür zur Brücke und alle drei Ärztinnen kamen hustend herein! Dr. Strike sprach: «Hier sind die anderen Sauerstoffmasken! Wir mußten selbst schon welche tragen, sonst hätte das böse ausgehen können! Die gesamte Energie auf den Decks unter uns ist abgezogen worden. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis die Brücke ebenfalls keine Lebenserhaltung mehr hat!» Die drei medizinischen Offiziere waren wirklich froh endlich auf der Brücke zu sein. Der Captain war ebenfalls sichtlich erleichtert, daß es die drei geschafft hatten. Doch wo war denn Judy Boeman geblieben?
Die Barkeeperin stand gerade vor einem rettenden Turbolift auf Deck 8, aber sie war dummerweise in einen Bereich vorgestoßen, wo die Lebenserhaltung bereits inaktiv war! Sie schaffte es nicht mehr den Knopf für den Ruf des Liftes zu drücken und sank langsam, nach Luft ringend, auf den Boden des Korridors!
Das Lebenserhaltungssystem begann an vereinzelten Stellen auf Deck 1, dem Brückendeck, auszufallen. In der Beobachtungslounge fing das Unheil an und arbeitete sich langsam durch die Nordwesttür in die obere Ebene der Brücke vor! Der Captain sprach: «Lieutenant Humble, nehmen Sie meine Maske. Sie sehen nicht sonderlich gut aus. Ich schaffe es schon noch eine Weile.» Er gab Nadine Humble seine Sauerstoffmaske. Als sein Erster Offizier das sah, gab der seine Maske ebenfalls ab und zwar an Danny Chollet. Der Lieutenant hatte auch noch keine und befand sich an einer wahrlich ungünstigen Position. Seine Arbeitsstation war ja die Taktische Station.
Lore und Werwealy hatten inzwischen einen sicheren Ort im oberen Bereich der Bluefox gefunden. Über Deck 40 war es noch eine Weile in Ordnung. Die beiden Ingenieure kletterten aus der Jeffriesröhre heraus und konnten sich wieder normal aufrichten. Die Jeffriesröhren waren nur einen knappen Meter hoch. Auch diejenigen Offiziere, die nicht im Dienst waren, konnten sich durch die Jeffriesröhren an einen sicheren Ort bringen. Doch das waren nicht viele Leute. Lore funkte an alle Decks mit Energie: ««An alle Crewmitglieder zwischen den Decks 40 und 45: Wir treffen uns auf Deck 45, der obersten Ebene. Dort versuchen wir eine Transportbake aufzustellen und die Brückenbesatzung auf dieses Deck zu beamen.»» Lore bekam von F. Bearchy und von Lt. Blater eine Antwort. Wenige
Sekunden später meldete sich auch Chief Whiteman. – Da informierte Werwealy Lore: «Sir, ich habe ein Lebenszeichen auf Deck 37. Es wird schwächer. Ich habe einen Bewegungsscan eingeleitet, nur einen Moment. – Es scheint, als wolle sie ihren Kommunikator antippen, aber sie schafft es nicht!» Lore funkte sofort an diesen Kommunikator, den er nun auch auf seinem Tricorder registrierte: ««Hier spricht Lieutenant-Commander Lore. Ich komme sofort zu Ihnen herunter und hole Sie raus!»» Zu Werwealy sagte er schließlich: «Lieutenant, fahren Sie mit dem Turbolift auf Deck 45. Dort wird sich dann Chief Whiteman um die Gruppe kümmern. Richten Sie ihm das aus. Er weiß, was zu tun ist.» Die Technikerin nickte Lore zustimmend zu und begab sich daraufhin sofort zum Turbolift.
Während Werwealy noch auf dem Weg zum Lift war, erreichte Lore durch seine extrem leistungsfähige Bauweise bereits die Jeffriesröhre und kroch nun im Höchsttempo für einen Androiden (Mit ungefähr 12 km/h!) die drei Decks von Deck 40 nach Deck 37 hinunter.
Eine Minute später öffnete er auf Deck 37 die Schachttür nach außen und sah sogleich die an einer Wand angelehnte Cnslr. Knight! Er hob sie vorsichtig über seine Schulter und paßte auf dem Weg zurück durch die Jeffriesröhren gut auf, daß sie zusammen nirgendwo anschlugen oder an einer Stelle hart touchierten. Auch in Bereichen, in denen die Lebenserhaltung inaktiv war, konnte sich Lore einwandfrei bewegen. Als Androide war er nicht gezwungen zu atmen. Er tat es nur, weil er möglichst menschlich sein wollte. Er aß und trank auch, was er ebenfalls nicht zwingend tun müßte. Er ließ sich im Magenbereich sogar einen künstlichen Hohlraum anfertigen, damit er auch sowohl flüssige als auch feste Nahrung zu sich nehmen konnte. Kurzum: Lore war wirklich ein sehr menschlicher Androide!
Als Lore mit dem Counselor auf der Schulter Deck 45 erreichte, hatten sich die anderen Offiziere dort bereits eingefunden. Es kam doch eine schöne Gruppe zusammen: Lore selbst, Whiteman, Werwealy, Blater, Bearchy und Knight, die nun aber von Lore versorgt werden mußte. – Lore hatte eine Idee, wo er einen medizinischen Tricorder und auch einige Hyposprays holen konnte ohne bis in die weit entfernte Krankenstation kriechen zu müssen. Er schlug Whiteman vor:
«Chief, Sie bleiben hier und halten mit Ihren Leuten die Position. Ich gehe zuerst in den Maschinenraum auf Deck 36 zurück und hole dort die Transportbake. Ab Deck 39 kann ich wieder mit dem Lift fahren. Auf Deck 43 gibt es einen Frachtraum mit medizinischen Utensilien als Reservestock. Ich werde dort noch die nötigen Dinge holen um den Counselor behandeln zu können.»
Gesagt, getan. Lore fuhr mit dem Turbolift bis nach Deck 39. Von dort aus war ja keine Energie mehr vorhanden, die den Lift weiter hätte antreiben können. Also mußte Lore für die restlichen drei Decks bis zum Maschinenraum und zurück wieder die Jeffriesröhren benutzen.
Auf der Brücke wurde es nun wirklich langsam stickig! Bluefox und Ceagy waren die beiden einzigen Offiziere ohne Masken und daher voll am Anschlag! Der Rest hatte vorerst noch keine ernsthaften Probleme. Der Captain hatte zwar kaum noch Luft, aber er mußte noch eine Tradition einhalten, falls er wirklich hier sterben sollte:
Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77347.8
««Dies ist sehr wahrscheinlich mein letzter Eintrag ins Logbuch dieses Raumschiffes. Wir haben praktisch auf dem ganzen Schiff die Lebenserhaltung verloren und sind manövrierunfähig. Ein Teil der Crew befindet sich noch für ein paar Minuten in Sicherheit im untersten Bereich, weil dort die Energie noch intakt ist. Wir haben die gesamte Energie zum untersten Deck umgeleitet. Ich hoffe, daß mein Chefingenieur Lore eine Möglichkeit findet wenigstens allein wieder hier rauszukommen, denn wenn hier mal ein Schiff hineinfliegt, dann sicher nicht freiwillig. Wir befinden uns nämlich mitten im heikelsten und abgelegensten Bereich des Asteroidengürtels nahe dem Andromedanebel. Wir sind mit einem Asteroiden kollidiert, daher stecken wir in dieser mißlichen Lage. – Ich möchte noch ganz besonders betonen, daß diese Crew ihr Allerbestes gegeben hat und zwar immer. Kameraden, ich bin sehr stolz auf euch alle und ich danke euch für diese schönen Momente, die wir zusammen erleben durften.»»
Bluefox drückte den Knopf zum Beenden des Logbucheintrages. Ceagy, sichtlich gerührt, streckte mühsam aber mit Herz seinen Daumen nach oben und blinzelte mit seinem linken Auge zu seinem Chef hinüber.
Lore hatte inzwischen bereits die Transportbake mit zwei Sicherheitsgurten auf seinen Rücken geschnallt. Vollbepackt kroch er also wieder bis Deck 39 und stieg dort auf das wesentlich schnellere Transportmittel Turbolift um. Auf Deck 43 ließ Lore den Lift stoppen und begab sich zum Frachtraum. Er fand mit seinem Tricorder schnell nach dem, was er wollte. Flink schnappte er sich einen medizinischen Tricorder und ein Hypospray mit einer Ladung Inaprovalin drin. Das war ein allgemeines Wiederbelebungsmittel. – Nun konnte Lore endlich zu seiner Patientin fahren um sie behandeln zu können. Es war nämlich höchste Zeit. Inaprovalin half nur innerhalb weniger Minuten nach Eintritt des normalen oder klinischen Todes!
Auf Deck 45 angekommen warf Lore Whiteman das Hypospray sogar zu, damit es schneller ging. Der Transporterchef injizierte dem Counselor sofort das Wiederbelebungsmittel.
Zusehens schnell kam Knight wieder zu sich! Sie fragte Lore sofort, was los war. Lore antwortete: «Wir sind auf Deck 45, dem beinahe einzige Deck, welches noch mit Lebenserhaltungsenergie versorgt ist. Es wird aber nur noch eine halbe Stunde dauern, bis auch hier die gesamte Energie abgezogen sein wird. Auf der Brücke hat ein Teil der Crew Sauerstoffmasken aus der Krankenstation erhalten. Ich habe das über den Schiffsfunk mitbekommen. Zumindest hat Doktor Strike gesagt, sie würde welche mitbringen. Ich hoffe, sie hat es geschafft. Ich habe neben Ihrem rettenden Hypospray eine Transportbake geholt und werde sie sofort aufstellen. Mit meinem Tricorder werde ich dann den Transport steuern.» – Lore und Whiteman stellten zusammen die Bake auf. Das war nicht gerade leicht in einem Korridor mit einer Breite von lediglich drei Metern, denn die Bake selbst war schon 3,4 Meter breit! Zudem war die Höhe ein Problem. Die Decke des Korridors befand sich auf einer Höhe von 2,7 Metern. Die Bake war exakt genau gleich hoch. Transportbaken waren um einiges größer als die mobilen Transportverstärker, die ab und zu in Außenmissionen verwendet wurden. Zum erheblichen Nachteil in dieser Situation mußte die Bake mit der Hauptenergie lokal aufgeladen werden, was bedeutete, daß das Gerät nicht einfach irgendwo aufgestellt werden konnte, sondern nur an einer bestimmten Stelle, wo auch Energiespeicher vorhanden waren. Auf jedem Deck gab es einen, auf wichtigen Decks sogar zwei solche Speicher. Die mitgebrachte Transportbake mußte nun also an den Deck-45-Speicher gekoppelt werden. Whiteman schlug vor: «Commander, wir müssen die Bake an der Decke einklemmen und an den Seitenwänden anlehnen. Eine Erfassung von Personen auf der Brücke wird viel schwerer durch diese komplizierte Installation. Wenn wir mehr Zeit hätten, dann könnten wir die Bake am Energiespeicher im Frachtraum von Deck 43 aufstellen, aber in diesem Fall geht das eben nicht.» – «Stellen wir sie auf, so gut wir können. Danach werden wir ja sehen, ob ein Transport möglich ist oder nicht.» entgegnete Lore. Daraufhin fragte er Werwealy: «Könnten Sie kurz der Brücke Bescheid geben, daß wir gleich versuchen, alle zu retten?» Sie nickte Lore zu und drückte auf ihren Kommunikator: ««Werwealy an Brücke: Kann mich jemand hören?» Der Captain funkte mit einer belasteten Stimme zurück: ««Bald nicht mehr, Lieutenant. Sprechen Sie.»» Er durfte nicht mehr all zu laut reden um möglichst wenig Luft zu verbrauchen. Werwealy informierte Bluefox: ««Wir können Sie alle vielleicht in Kürze auf Deck 45 beamen. Hier oben haben wir noch für ungefähr eine halbe Stunde Energie.»» Chollet meldete sich für den Captain: ««Schön, das zu hören, Lieutenant, aber das braucht doch sicher unglaublich viel Energie einen Transport durchzuführen.»» Da der Sicherheitschef eine Sauerstoffmaske trug, konnte er noch völlig normal sprechen. Für Bluefox war das natürlich eine bedeutende Entlastung. – Werwealy erklärte: ««Das ist richtig, Danny. Aber wir haben eine Transportbake ergattern können und Lore ist mit Thierry gerade an der Montur der Bake beschäftigt. Es dauert noch ungefähr eine Minute.»» – ««Ach so, das ist was anderes. Dann bin ich beruhigt.»» funkte Chollet zurück und beendete den Kontakt vorübergehend um Energie zu sparen. – Ceagy und Bluefox diskutierten nur noch in der Zeichensprache. Der Erste Offizier hielt einen Finger nach oben, was so viel heißen sollte wie: «Eine Minute?» Der Captain zuckte mit den Achseln. «Ich weiß nicht, ob wir das noch schaffen.» bedeutete dies übersetzt. Beide waren sich nicht sicher, ob sie sich gegenseitig verstanden hatten, aber das war schlußendlich auch nicht so wichtig. Viel wichtiger war, daß der Transport und somit die vorübergehende Rettung kurz bevorstand!
Lore warnte seine Kollegen: «Die Bake ist installiert und bereit, wir können es versuchen. Wir haben nur einen Versuch. Die Energie der Bake reicht nur für einen vollständigen Transport und wir dürfen nicht vergessen, daß wir es mit der Erfassung von Lebenszeichen zu tun haben. Wenn bereits jemand bewußtlos ist, dann wird er oder sie nicht erfaßt!» – Die Transportbake wurde aktiviert. Die vier Leuchtstangen begannen, ein starkes blaues Licht abzustrahlen. Ein Summton erklang. Zuerst leise, dann immer lauter und höher. Lore kommentierte: «Ich habe meinen Tricorder modifiziert. Ich erfasse jetzt die Brücke als Raum und beame jedes Lebenszeichen hierher.» – Doch dann wurde es auf einmal dunkel auf dem ganzen Deck! Auch die Leuchtstangen der Transportbake erloschen und der Summton endete abrupt! Whiteman rief entsetzt: «Was ist passiert?!» Lore antwortete: «In genau diesem Moment hat Deck 39 die Lebenserhaltung verloren! Die Restenergie reichte nicht mehr aus und der Vorgang wurde abgebrochen!» – «Verdammt!» rief Whiteman aus. Lore funkte an die Brücke: ««Lore an Brücke: Es tut uns leid, aber wir haben soeben die Energie auf Deck 39 verloren. Wir können keinen Transport mehr durchführen.»»
Auf der Brücke blieb der restliche Atem, der noch in den Besatzungsmitgliedern war, im Halse stecken! Bluefox beantwortete den Funkruf gar nicht. Es hätte
ohnehin nur Energie gekostet. Er machte zu Ceagy lediglich eine deutliche Geste: Er zog mit quergestelltem Zeigefinger eine Linie vor seinem Hals durch.
Auf Deck 45 wurde es schlagartig ebenfalls knapp. Warum dies so schnell ging, wurde von Whiteman sogleich begründet: «Commander, durch den Transportversuch haben wir zwanzig Minuten von unserer Energiereserve verbraucht. Wir haben nur noch für ungefähr acht Minuten Lebenserhaltung.» Werwealy bemerkte: «Wir können nur noch passiv dasitzen und Däumchen drehen.»
Chollet konnte auf der Brücke seinen Augen kaum trauen, als er plötzlich hinter ein paar Asteroiden deutlich ein grünes Objekt erkennen konnte! Er sprach: «Ich glaube, vor uns ist ein Schiff! Der Farbe nach zu urteilen sind es Romulaner!» Zum Glück setzte sich der romulanische Warbird von sich aus mit der Bluefox in Verbindung, denn umgekehrt wäre das gar nicht mehr möglich gewesen. – Auf dem Hauptschirm war das Gesicht eines romulanischen Kommandanten zu sehen. Er stellte sich vor: ««Hier spricht Captain Wish vom Raumschiff Samihra. Ihr Schiff sieht nicht gerade sonderlich gut aus. Ich beame Sie alle zu mir. Vertrauen Sie mir, ich gehörte einmal zur Föderation. Es dauert nur einen Augenblick.»» Bluefox konnte nichts sagen, weil er so schwach war. Aber er wäre ohnehin sprachlos gewesen über solch eine Reaktion eines Romulaners! War das denn überhaupt möglich?
Die gesamte Crew der U. S. S. Bluefox konnte sich auf dem Warbird wieder richtig erholen und ihren Dank gegenüber dessen Kommandanten aussprechen. Bluefox sagte zu Wish: «Captain, ich kann Ihnen nicht genug danken, daß Sie uns gerettet haben! Es war wirklich eine Rettung in letzter Sekunde. Ich begreife erst jetzt richtig, was wir für ein Glück gehabt haben! Sie müssen verstehen, daß ich solch eine Intervention von einem Romulaner nie erwartet hätte!» Wish sah die Bergung der Bluefox-Crew als selbstverständlich an und entgegnete: «Ist schon in Ordnung, Captain. Ein Teil Ihrer Crew muß noch medizinisch versorgt werden. Aber ich denke, diese Leute kommen alle wieder auf die Beine. Eine Frau, sie identifizierte sich als Judy Boeman, mußte erst wiederbelebt werden, aber es klappte. Sie war nur knapp zehn Minuten ohne Sauerstoff. – Und nun zu Ihrem Schiff: Das hat ein bißchen mehr Pflege nötig als Ihre Mannschaft. Wir werden Ihnen aus unserer Schiffsenergie einige Gigawatt überlassen, damit Sie die Lebenserhaltung und die Notkraftfelder um die gebrochenen Hüllen reaktivieren können. Danach überlasse ich die Bluefox gerne wieder Ihren fähigen Händen und wir verabschieden uns besser so schnell wie möglich. Ich möchte nicht, daß wir hier noch lange verweilen, weil das romulanische Oberkommando eigentlich jeden Kontakt mit der Föderation verboten hat, bis die Verhandlungen in zwei Monaten wieder aufgenommen werden. Ihre Schiffe müssen ja noch eine andere Farbe erhalten, nicht wahr?» Bluefox gab zur Antwort: «Das ist richtig, Captain. Die Fraktionsschiffe erhalten eine neue Lackierung. Bis in zwei Monaten wird hoffentlich alles fertig sein und wir werden einen tollen Frieden aushandeln, da bin ich mir sicher.» Doch Wish meinte skeptisch: «Das wird nicht so einfach, wie Sie sich das denken. Unser Oberkommando steht der Föderation immer noch grundlegend negativ gegenüber. Ich persönlich würde einem Frieden jedoch sofort zustimmen. Ich habe nämlich eine menschliche Mutter. Mein Vorname ist Stephen, ein klassischer Menschenname. Romulanische Namen enden meistens mit einem „k“ oder mit einem „n“ und klingen überhaupt nicht menschlich.» – «Ich verstehe. Dann sind Sie also rein physisch ein halber Mensch!» entgegnete Bluefox grinsend. Auch Wishs Mundwinkel verzogen sich nach oben und der Romulaner klopfte seinem menschlichen Gegenüber auf die Schulter. Es schien, als würden sich die beiden schon lange kennen!
Nach der kurzen Unterhaltung zwischen den beiden Captains kehrte die Crew der Bluefox gesund und ohne Verluste wieder auf ihr Schiff zurück und man begann mit den internen Reparaturen. Die Samihra drehte bei und verließ das Asteroidenfeld rasch.
Am Morgen darauf arbeitete der Captain in seinem Bereitschaftsraum bereits wieder an einem Missionsbericht, als ob nichts passiert wäre. Da läutete es. Bluefox rief sein altbewährtes „Kommen Sie rein!“. – Steueroffizier Humble kam herein und setzte sich sogleich in den Gastsessel. Sie machte ein nicht so glückliches Gesicht und sprach: «Entschuldigen Sie, Captain. Ich habe den Kurs falsch berechnet und habe nicht sonderlich aufgepaßt. Es tut mir leid, Sir.» Der Captain hob sofort die rechte Hand an und streckte den Zeigefinger aus. Er konterte: «Lieutenant, ich will das gar nicht hören! Sie waren großartig! Glauben Sie mir, keiner hätte dieses Schiff so gut manövrieren können wie Sie. Es sieht immer so einfach aus aber Sie wissen selbst am besten, daß es etwas vom Schwierigsten ist ein Schiff manuell durch solch ein Gebiet zu manövrieren. Wer hätte denn sonst fliegen sollen? Etwa ich?» Der Captain beantwortete seine Frage gleich selbst und zwar mit einem schallenden Lachen. Humble lachte ebenfalls und begriff, daß ihr Versagen, wenn man es überhaupt so nennen durfte, nicht mehr als einfach menschlich war. Sie verließ den Bereitschaftsraum wieder und der Captain schrieb an seinem Missionsbericht weiter.
Als Ceagy und Strike gerade durch einen Korridor liefen, war auf einmal auf der linken Seite der offene Weltraum zu sehen! Abgeschirmt durch ein Kraftfeld arbeiteten zwei Techniker in Raumanzügen außerhalb der Hülle an einer Schließung des Lecks. Der Erste Offizier meinte belustigt: «Eigenartig. Da laufen wir in gewöhnlicher Uniform dem Korridor entlang und einen Meter daneben sehe ich im Raum schwebende Kollegen.» – «Tja, das ist halt Twenty-fourth-Century-Style!» erwiderte die Chefärztin schmunzelnd. Beide liefen plaudernd weiter bis zu einer Turbolifttür. Sie verschwanden im Lift und die Tür schloß sich, wie sie sich öffnete, nämlich mit einem futuristisch zischenden Geräusch.
ENDE
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