RAUMSCHIFF BLUEFOX – NCC 1701-E

Folge 3: Friedensgespräche

STARRING

Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy

Brent Spiner

ALS

Lt. Cmdr. Lore

Nicole Streich

ALS

Dr. Nicole Strike

Daniel Chollet

ALS

Lt. Danny Chollet

Ramon Baur

ALS

Lt. Ramon Boer

Stephanie Knecht

ALS

Cnslr. Steevy Knight

Fabian Blatter

ALS

Chief Fabius Blater

Isabel Schneider

ALS

Dr. Izy Snyder

Thierry Weidmann

ALS

Lt. Thierry Whiteman

Deborah Grossniklaus

ALS

Dr. Debbie Crossnicholls

Nadine Humbel

ALS

Lt. Nadine Humble

Judith Baumann

ALS

Lt. Judy Boeman

Monika Heusser

ALS

Lt. Monique Hewsser

Denise Werffeli

ALS

Lt. Denise Werwealy

Jasmin Grossniklaus

ALS

F. Jazzy Crossnicholls

Sarah Bärtschi

ALS

F. Sarah Bearchy

Andrea Berger

ALS

F. Andrea Berger

GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

Marc Weilenmann

ALS

Cpt. Sharak

div. Schauspieler

ALS

Romulanische Offiziere


Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77218.5

 

««Nach der Rückkehr in den Alphaquadranten habe ich der Sternenflotte einen ausführlichen Missionsbericht geschickt. Admiral Eagly war sehr begeistert. Von Admiral Eagly habe ich dann auch prompt den nächsten Auftrag erhalten. Die Bluefox muß nach Shagra 2 zu Friedensgesprächen mit Vertretern des Romulanischen Sternenimperiums fliegen. Ich hoffe, daß es nun endlich zu einer wirklich offiziellen Einigung kommt. Ein Nichtangriffspakt ist eben nicht immer ein Nichtangriffspakt.»»

 

Auf der Bluefox herrschte eine angespannte Stimmung. Viele Offiziere waren einerseits begeistert, daß beide Seiten wenigstens zu Gesprächen und Verhandlungen aufgelegt waren. Andererseits waren sie aber besorgt, daß es eine Falle der Romulaner sein könnte. Während einem Briefing der Führungsoffiziere in der Beobachtungslounge sprach Cpt. Bluefox: «Ich bin nach wie vor der Meinung, daß die Romulaner kein so feindliches Volk sind, wie man es immer glaubt. Es hat sich doch gerade im Gespräch mit Admiral Serlok vor ein paar Wochen gezeigt, daß es auch Romulaner gibt, mit denen man verhandeln kann. Ich glaube an den Frieden!» Lt. Chollet bemerkte: «Ich hoffe, die Romulaner glauben auch daran.» Dr. Strike sinnierte: «Ich verstehe nicht, daß die Romulaner uns nicht trauen können. Haben wir jemals von uns aus das Feuer auf eines ihrer Schiffe oder auf einen ihrer Außenposten eröffnet? Seit ich lebe, kann ich mich an nichts Derartiges erinnern.» Bluefox informierte: «Ich muß Sie alle daran erinnern, daß es freie Fraktionen gibt, die von der Föderation unterstützt werden. – Wie wir. Es gibt aber auch freie Fraktionen, die eben nicht von der Föderation oder auch von der Sternenflotte unterstützt werden. Ich kenne ein paar von diesen Randgruppen.»

Cmdr. Ceagy fragte den Captain: «Sie meinen damit, daß diese Randgruppen die Romulaner auf eigene Faust bekämpfen?» – «Genau so ist es. Traurig, aber wahr. Unsere Aufgabe wird es bei diesem kommenden Treffen sein die Romulaner davon zu überzeugen oder es ihnen zumindest klarzumachen, daß einige freie terranische Randgruppen versuchen den Romulanern einzuheizen.» erklärte Bluefox. Chollet ärgerte sich und äußerte sich dementsprechend: «Das ist einfach eine Frechheit! Die ziehen den Namen und den Ruf der Sternenflotte und der Föderation vollkommen in den Dreck!» Cnslr. Knight sagte zum Sicherheitschef: «Wir werden unser Bestes geben müssen.» – «Gut gesagt, Counselor. Hoffentlich reicht das.» entgegnete Chollet. – Nach einer kurzen Pause sprach der Captain abschließend: «Ich danke Ihnen, daß Sie alle kommen konnten. Sie können wegtreten.»

 

Sieben Stunden später kam die Bluefox bei Shagra 2 an. Das Föderationsraumschiff wurde von drei romulanischen Warbirds empfangen! Die gegnerischen Schiffe verhielten sich ruhig. Ceagy schaute zu Bluefox hinüber und fragte ihn: «Wissen Sie, was für einen Eindruck diese Aufstellung der Schiffe auf mich macht?» – «Sagen Sie es mir, dann weiß ich es.» antwortete Bluefox. Der Erste Offizier beschrieb seine Eindrücke: «Die lauern irgendwie, wenn Sie mich fragen. Die verhalten sich wie Raubkatzen. Eine falsche Bewegung, und sie packen zu!» Der Captain fügte hinzu: «Sie bilden einen Halbkreis. Das kann auch eine Begrüßungsformation sein.» Bluefox sah es eher von der positiven Seite her. Da berichtete Chollet: «Captain, wir werden vom mittleren Schiff gerufen.» – «Auf den Schirm!» befahl Bluefox. Er erhob sich aus seinem Sessel und lief bis kurz vor den Schirm um richtig groß zu erscheinen. Der romulanische Vertreter stellte sich vor: ««Föderationsraumschiff, hier spricht Captain Sharak vom Raumschiff Chairo. Ich bin der Gouverneur dieses Sektors im Territorium des Romulanischen Sternenimperiums.»» Bluefox stellte sich ebenfalls gleich vor: ««Freut mich Sie kennenlernen zu dürfen. Mein Name ist Matthew Bluefox und ich bin der Captain der U. S. S. Bluefox.»» Cpt. Sharak informierte: ««Die Verhandlungen finden auf der Oberfläche statt. Wir haben für die Gespräche einen Gerichtssaal reserviert. Wir erwarten Sie.»» – ««Danke sehr, Captain. Wir kommen so schnell wie möglich. Könnten Sie uns noch die Koordinaten des Saals schicken?»» fragte Bluefox. Sharak antwortete: ««Ja, das machen wir. Sharak, Ende.»» Sogleich schloß Sharak den Kanal. Auch Bluefox brach die Kommunikation wieder ab und leitete die empfangenen Koordinaten via Transmission durch den Bildschirm in der Armablage seines Kommandosessels direkt an den Transporterraum. Dann funkte der Captain an Chief Blater: ««Bluefox an Blater: Sie haben gerade Koordinaten für einen Transport erhalten. Es wird in Kürze ein Außenteam bei Ihnen sein. Beamen Sie die Gruppe zu diesen

Koordinaten.»» – ««Aye, Captain.»» funkte Blater zurück. Bluefox bestimmte seine Begleitung: «Commander Ceagy, Counselor Knight, Sie kommen mit mir.» Dann funkte er noch an den Maschinenraum: ««Bluefox an Lore: Sie haben vorübergehend das Kommando.»» Lore bestätigte dies und versicherte, daß er sofort auf die Brücke kommen würde. – Bluefox, Ceagy und Knight machten sich auf zum Transporterraum. Auf dem Weg traf sich das Außenteam mit Lore. Der

Androide wünschte allen viel Glück. Bluefox erwiderte: «Das können wir gebrauchen, Lore. Danke! Passen Sie gut auf das Schiff auf. Kontakten Sie mich, wenn es Probleme gibt.» Lore meinte: «Das werde ich. Bis dann!» Der Chefingenieur betrat sogleich den Turbolift Richtung Brücke. – Das Außenteam gelangte im Transporterraum an und wurde vom Chief sofort auf die Planetenoberfläche gebeamt.

 

Auf dem Planeten war es sehr warm und feucht. Die Sonne schien zudem noch beinahe aus dem Zenit! Ceagy sagte belustigt zu Bluefox: «Wenn ich das gewußt hätte, daß es so heiß und feucht ist, dann wäre ich in den Badehosen gekommen!» – «Dies ist eine Friedenskonferenz, kein Badeplausch!» erinnerte Knight den Ersten Offizier schmunzelnd an die Mission. Bluefox las von seinem Tricorder ab: «Luftfeuchtigkeit: 98 Prozent. Temperatur: 36,7° Celsius.» Ceagy bemerkte: «Mörderisch!» Knight besann sich: «Erinnert mich ein wenig an den Schweizer Sommer im Jahre 2382!» Der Counselor streifte sich eine nach vorne gerutschte Haarsträhne zurück. Der Captain schmunzelte und sagte: «Die Tür steht bereits offen. Das nenne ich Gastfreundschaft!» Er zeigte auf eine riesige Eingangspforte. Die drei Offiziere standen vor einem stattlichen Gebäude. Auf einer riesigen Tafel stand über dem Torbogen auf deutsch übersetzt angeschrieben: „INTERSPAZIALER GERICHTSHOF VON SHAGRA“. – Da kam ein romulanischer Offizier die Treppe zum Gebäude hinunter. Es war Sharak. Der Kommandant der Chairo begrüßte das Team: «Willkommen auf Shagra 2. Dies ist ein naher Ableger von unserer Heimatwelt Romulus.» Bluefox wunderte sich: «Von Romulus habe ich schon gehört, aber ich habe erstens nicht gewußt, daß die Romulaner ein Gericht haben und zweitens wußte ich nicht, daß dieses nicht auf Romulus selbst, sondern auf einem Ableger Ihrer Heimatwelt ist. Das ist ungewöhnlich!» Sharak erklärte: «Sie haben Recht, Captain. In der Regel müssen wir nichts über ein Gericht aushandeln, sondern das wird alles durch die Regierung des Imperiums geregelt. Deshalb ist das Gericht eher ein unwichtiges Gebäude und deshalb wurde es hier gebaut und nicht auf Romulus selbst.» Der Romulaner machte eine gestische Aufforderung, daß alle reinkommen sollten und sprach: «Bitte sehr.» – Erst liefen alle Personen einem Flur entlang, bevor sie den Gerichtssaal selbst erreichten. An den Wänden des Ganges hingen Trophäen, Totenköpfe und Stammeswappen der alten Romulaner. Das Hauptwappen der Romulaner stellte ein Adler dar. Auf der linken Seite war er grün, auf der rechten Seite blau. Der Kopf des Adlers war violett. Der Hintergrund des Adlerwappens war schwarz und sollte den Weltraum darstellen.

Eine knappe Minute später waren alle vier Personen im Gerichtssaal angekommen. Es hatten bereits einige romulanische Offiziere im Saal Platz genommen. Auf den Tischen waren mehrere Computer installiert. Auf einem der Bildschirme war ein Protokollmenü für die aktuelle Sitzung erkennbar. – Als sich alle gesetzt hatten, herrschte für einen Moment eine unglaublich harte Stille. Erst nach einer ungefähr zwanzig Sekunden langen Pause eröffnete Sharak die Sitzung: «Meine Herren, ich erkläre die Verhandlungen hiermit für eröffnet. Ich bitte um die Stellungnahme des höchsten anwesenden Offiziers der Sternenflotte.» Bluefox ergriff sogleich das Wort: «Ich würde gleich gerne etwas zu unserer Situation sagen: Wir sind keine festen Mitglieder der Föderation der Vereinten Planeten. Allerdings werden wir von ihr unterstützt. Unser Wunsch war es ohne das Oberkommando auf selbständige, der Sternenflotte und der Föderation allerdings durchaus nützliche

Forschungsreisen zu gehen. Wir sind zum Teil Hunderte von Lichtjahren von der Erde entfernt und analysieren Nebelformationen oder Asteroidengürtel. Wie schon gesagt, diese Arbeit ist für die Föderation nützlich. Deshalb werden wir auch von ihr unterstützt, wenn nötig sogar mit Raumschiffsverstärkung. Jetzt gibt es da aber noch andere freie Gruppen der Menschen, sogenannte Fraktionen. Diese Gemeinschaften werden aber von der Föderation nicht unterstützt, da sie keine Forschung oder Wissenschaft betreiben oder studieren. Im Gegenteil: Es gibt sogar Fraktionen, die bewußt Gewalt, Betrug oder andere negative Tätigkeiten ausüben um Profit zu machen oder um sich unter der Konkurrenz zu behaupten. Über diese Randgruppen haben wir weder Kontrolle noch Übersicht. Es ist sehr gut möglich, daß irdische Raumschiffe einen Ihrer Außenposten oder eines Ihrer Schiffe angegriffen oder gar zerstört hat. Ich kann Ihnen allerdings versichern, daß solche Taten nicht von der Föderation ausgehen, sondern eben von diesen Fraktionen. Die Erde ist nicht gleich Föderation! Es herrscht unter den Menschen sogar zum Teil Konfliktgefühle!» Sharak erwiderte: «Gut, daß wir das wissen. Allerdings ist das Problem hiermit nicht gelöst. Zudem können wir leider nicht zwischen Ihnen oder einer Fraktion von den Menschen unterscheiden. Raumschiffe der Föderation und Raumschiffe einer Fraktion sehen für uns gleich aus.» Bluefox erklärte: «In der nächsten absehbaren Zeit werden alle Fraktionsschiffe zur Schiffswerft der Erde gebracht und dort andersfarbig lackiert. Die ITW-Fraktion zum Beispiel wird, so wie es aussieht, rote Schiffe haben in Zukunft. Ich kenne diese Fraktion, weil ich dort meine Akademiezeit verbringen mußte. Die Föderationsraumschiffe werden die Farbe behalten, die sie im Moment besitzen. Es wird ein schlichtes Silbergrau sein. In Zukunft werden die einzelnen Fraktionen voneinander und von der Föderation unterschieden werden können.» – Einige der Romulaner guckten mißtrauisch zu den drei Sternenflottenoffizieren hinüber. Sharak schaute Bluefox ganz genau in die Augen und fragte: «Was würden Sie machen, wenn Sie von uns eine Zustimmung den Frieden betreffend bekommen würden?» Bluefox antwortete: «Wir würden es dem Oberkommando der Föderation melden und eine Verkürzung der Ankunftsfrist für die Fraktionsschiffe erlassen, damit sie schneller umgefärbt werden könnten.» Bluefox gab diese Antwort ganz selbstverständlich. Er wollte natürlich auch so scheinen, damit niemand denken würde, daß er seine Abmachung nicht einhalten würde. Dem Captain war es jedoch ernst. Er würde dies umgehend machen, wenn Sharak damit einverstanden wäre. Der Leiter der Verhandlung schaute Bluefox immer noch mit stechendem Blick an. – Doch plötzlich lichteten sich die Falten in Sharaks Gesicht und er meinte: «Das reicht mir, Captain. Fliegen Sie zu Ihrer Heimatwelt und sagen Sie, wir hätten uns für eine Zeitspanne von drei Monaten gütlich geeinigt. In den kommenden drei Monaten wird ein konstanter Frieden zwischen den Menschen und den Romulanern herrschen, aber eines müssen Sie sich im Klaren sein, Captain: Wenn uns ein Schiff angreift, das silbern ist,...» – Sharak machte eine Pause und sein Gesicht wurde wieder ernst. Es schien, als würde er in diesem Moment mit der gesamten Menschheit spielen! Es machte den Eindruck, als hätte er das Schicksal jedes einzelnen Kindes, jedes Bauern, jedes Landespräsidenten der Menschen fest unter Kontrolle! Sharak machte einen unglaublich sattelfesten, dominanten und vor allem einen selbstsicheren Eindruck. Bluefox war es in solchen Drohmomenten sehr unangenehm. Doch wem sollten solche Augenblicke schon keine Probleme bereiten? – Sharak fuhr mit einer ruhigen, aber trotzdem äußerst dominant wirkenden Stimme fort: «...dann hat die Föderation ihr Schicksal besiegelt, das versichere ich Ihnen.» Bluefox versicherte Sharak: «Die Föderation wird alles in ihrer Macht stehende tun. Sie haben von der Bluefox jedenfalls die volle Unterstützung.» – Bluefox versuchte ebenso selbstsicher zu wirken wie Sharak. Er konnte nicht wissen, ob er Erfolg damit hatte. Für einen kurzen Moment dachte er an die Situation und versuchte sie in einem Bild festzuhalten. In seinem Kopf ging folgendes vor: „Ich bin der Fluß der Güte. In mir fließt das Gute. Ich muß das Gute hier vertreten. Vor mir steht eine Staumauer und die heißt Sharak. Ich bilde es mir vielleicht nur ein, aber ich glaube, ich bin nicht stark genug um über diese Staumauer hinwegzufließen und eine Überschwemmung des guten Willens und des Friedens zu verursachen. Ein Gewitter müßte mir helfen.“ – Nachdem sich Bluefox und Sharak noch ein paar Sekunden angeschaut hatten, sagte der Romulaner: «Ich denke, die Meinungen und Informationen sind gesagt worden. Wir sehen uns in drei Monaten. Es muß nicht hier sein. Ich denke, man trifft sich im Weltraum.» Bluefox und Sharak verabschiedeten sich und der Verhandlungsvorsitzende begleitete die drei Crewmitglieder der Bluefox-E nach draußen vor das gigantische Tor, wo er die Offiziere auch schon hineinbegleitet hatte. Auch Ceagy und Knight verabschiedeten sich noch von Sharak. – Bluefox gab Chief Blater per Funk das Zeichen zum Transport. Fünf Sekunden später waren die drei Crewmitglieder bereits im Transporterraum der Bluefox.

 

Als sich das Außenteam im Transporterraum rematerialisierte, begannen die beiden Begleiter des Captains zu applaudieren! Knight sagte strahlend: «Herzlichen Glückwunsch, Captain!» – «Bitte, bitte, ich habe keinen dauerhaften Frieden erreicht. Das war eine ziemlich normale Sitzung. Ich konnte diesen Sharak nicht erreichen.» wehrte sich Bluefox. Ceagy gestand: «Der hat Sie angestarrt, als wären Sie ein Schwerverbrecher! Ich hätte keinen Ton herausgebracht, geschweige denn eine Übereinkunft getroffen!» – «Diplomatie ist wohl das wichtigste Fachgebiet für einen Captain. Die Angst vor harten Gegnern schwindet mit der Zeit. Da spielt auch ein wenig Routine mit, Commander.» erklärte Bluefox. Knight meinte: «Auf jeden Fall haben Sie die Sache spitze hingekriegt.» – «Danke sehr!» erwiderte Bluefox. Er fühlte sich natürlich schon geschmeichelt vom Lob seiner beiden Freunde. Das Dreierteam verließ den Transporterraum gutgelaunt und man ging gemeinsam zur Brücke.

 

Auf der Brücke angelangt verkündete Ceagy frohlockend der ganzen Brückencrew, wie erfolgreich Bluefox war. Der Erste Offizier wagte sogar schon von einer neuen Ära zu reden! Die Stimmung war nun natürlich großartig und man war nach zwei so erfolgreichen Missionen hungrig auf mehr geworden! – Sogleich setzten sich Bluefox, Ceagy und auch Knight in die drei Sessel im Zentrum der Brücke. Bluefox gab Lt. Whiteman den Befehl: «Steuermann, setzen Sie Kurs auf das Robolia-System mit Warp 9! Beschleunigen!» Der Steuermann gab die Zielkoordinaten ein und drückte auf der Warpskala die Taste 9. – Mit einem Ruck zoomte die Bluefox richtiggehend in die Sterne hinein. Sie beschleunigte vom Stand aus in weniger als einer Sekunde auf Überlichtgeschwindigkeit! Als sie fast ganz verschwunden war, hallte ein Knall durchs All und ein greller Blitz erhellte den Weltraum an dieser Stelle für zwei Sekunden.

 

Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 77220.3

 

««Wir haben einen wichtigen Schritt Richtung Frieden gemacht, dennoch ist dies nur eine Etappe und noch kein fester Frieden. Ich bin aber zuversichtlich und ich hoffe natürlich sehr, daß die Romulaner unsere Freunde werden. Im Robolia-System wird sich die Crew ein wenig vom Schichtendienst erholen können. Auch ich werde mich einmal unter dem Licht von drei echten Monden so richtig entspannen. Das Holodeck kann das für mich nicht hundertprozentig imitieren.»»

 

Auf dem Weg zum Robolia-System erhielt Bluefox eine besorgniserregende Nachricht. Er hielt es für absolut notwendig, daß die Crew davon erfahren mußte. Sogleich lud er alle Führungsoffiziere zu einer Sonderbesprechung zu sich in den Bereitschaftsraum ein, was eigentlich sehr ungewöhnlich war, da man sich sonst eigentlich in der Beobachtungslounge traf. – Als die Führungsoffiziere im Bereitschaftsraum angekommen waren, legte der Captain los: «Ich weiß, es klingt komisch, aber ich muß es Ihnen hier sagen, weil es hier eine weniger schreckhafte Atmosphäre ist.» Bluefox machte ein ernstes Gesicht. Ceagy wurde es richtig mulmig, denn wenn der Captain solche Gründe brachte, dann war es todernst. Dem Doktor kam ein leichter Schauer den Bauch herauf. Bluefox fuhr fort: «Ich erhielt vom Sternenflottenkommando vor einer Viertelstunde folgende Nachricht: Letzte Nacht um 4:45 Uhr wurde das letzte Signal von der nächstliegenden Raumstation der Föderation empfangen. Um 5:00 Uhr kam kein Signal mehr. Als ein Außenteam eines Personenfrachters auf ihr Schiff zurückkehrt, berichten die Offiziere, die Raumstation sei vollkommen ausradiert worden. Es wurden Zerfallsraten vom Feuer mehrerer Föderationsphaser wahrgenommen. Der komplette Angriff dauerte gerade mal sieben Minuten laut den Aufzeichnungen der Kameras. Zuerst dachte ich, es seien die Romulaner. Ich befürchtete, daß eine Fraktion einen Angriff auf die Romulaner verübt haben könnte. Aber diese verdammt kurzen sieben Minuten machten mich stutzig. Da kam ich auf folgenden Schluß: Es kann nur die effizienteste Spezies im Weltall gewesen sein: Die Borg.» – Alle Offiziere erschraken! Mit den Borg hätten sie nie gerechnet, nachdem das Kollektiv von der Föderation seit mehr als zwanzig Jahren durch ein Wurmloch weit in den Deltaquadranten zurückverbannt wurde! Die Föderation konnte damals drei Borgkuben durch ein von 28 Raumschiffen aufgebautes Hochleistungskraftfeld in der Größe von annähernd zwei Exawatt aus dem Sektor 001 schleudern und sie in dieses Wurmloch steuern. Ceagy tat als erster den Mund auf: «Ich glaube, ich spreche für alle in diesem Raum, wenn ich sage: Die Borg wäre die letzte Spezies gewesen, die man sich nur hätte erträumen können und selbst das hätte ein wahnsinniger Alptraum sein müssen.» Bluefox machte seiner Seniorcrew klar: «Ich denke, Ihnen ist somit klar: Die Borg sind zurück und das sehr wahrscheinlich heftiger denn je.» Nach einer kurzen Pause sagte der Captain schließlich: «Das wäre dann alles. Ich danke Ihnen.»

Seit diesem Moment war es der Besatzung der Bluefox nicht mehr wohl in der Nacht. Man reagierte geradezu klaustrophobisch, wenn ein würfelförmiger Schatten die Panoramafenster von Zehn-Vorne verdunkelte. Jedoch waren es zum Glück immer nur die Schatten von Planeten, die eckiger aussahen, als sie waren. :-)

 

 

ENDE

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