RAUMSCHIFF BLUEFOX – NCC 78214

 

 

 

Folge 22: Bange Sekunden

 

 

 

STARRING

 

Andreas Kägi

ALS

Cpt. Andrew Ceagy

Brent Spiner

ALS

Lt. Cmdr. Lore

Nicole Streich

ALS

Dr. Nicole Strike

Daniel Chollet

ALS

Lt. Cmdr. Danny Chollet

Julia Haldemann

ALS

Lt. Cmdr. Gillian Haldman

Jeri Lynn Ryan

ALS

Seven of Nine

Judith Baumann

ALS

Lt. Cmdr. Judy Boeman

Matthias Weber

ALS

Chief Matthew Webber

 

ALSO STARRING (AUSWAHL AUS DER CREW)

 

Fabian Blatter

ALS

Lt. Fabius Blater

Stephanie Knecht

ALS

Dr. Steevy Knight

Isabel Schneider

ALS

Dr. Izy Snyder

Deborah Grossniklaus

ALS

Dr. Debbie Crossnicholls

Monika Heusser

ALS

Lt. Monique Hewsser

Nadine Humbel

ALS

Lt. Nadine Humble

Stefan Kägi

ALS

F. Stephen Ceagy

Patrick Streich

ALS

F. Patrick Strike

Jasmin Grossniklaus

ALS

F. Jazzy Crossnicholls

Andrea Berger

ALS

F. Andrea Berger

Sarah Bärtschi

ALS

F. Sarah Bearchy

NEW IN THE CREW

Dina Meyer

ALS

Cnslr. Donatra

Alina Imbach

ALS

Dr. Aline River

Björn Muntwyler

ALS

Lt. Bjurne Monty

Sean McNally

ALS

Lt. Sean McNally

Luzia Morger

ALS

Dr. Lucy Morcher

Sarah Böschenstein

ALS

Dr. Sarah Boschenstone

GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

Michael Weilenmann

ALS

Adm. Mike Henning

Hannes Morger

ALS

Cpt. Stephen Wish

 

 

Computerlogbuch der Bluefox, Captain Ceagy, Sternzeit 78653.2

 

««Nach diesem tragischen Zwischenfall mit Captain Bluefox begaben wir uns wieder zur Raumbasis „Deep Space Twelve“. Dort nahm ich mit Admiral Henning Kontakt auf und erklärte ihm das Geschehen genau. Er zögerte nicht einen Moment und wies mich und meine Mannschaft an vorübergehend auf die Jackenboy zu beamen um dort für zwei Wochen zu bleiben. In dieser Zeit, so sagte er, würde die Bluefox im Raumdock Vitudurum einigen Upgrades unterzogen, so daß in Zukunft zum Beispiel solch mühsame Transporterschwierigkeiten nicht mehr auftreten würden. Aber die Transporterverbesserungen seien das Kleinste, was an der Bluefox verändert würde, meinte Henning. Er möchte die neuesten wissenschaftlichen Raffinessen in die Bluefox einbinden. Er sagte belustigt zu mir, ich würde das neue Schiff nicht mehr wiedererkennen. Mein Ultimatum steht nach wie vor. Die Frist läuft bei Sternzeit 78999.9 ab, aber ich werde bis dahin jeden Auftrag der Sternenflotte gewissenhaft ausführen. Ich habe auch schon eine Ahnung, was für ein Auftrag das sein könnte: Wir wissen noch so gut wie gar nichts über diese „Spinner-Spezies“. Wie intelligent sind sie? Wie leben sie? Haben sie gar eine Regierung oder eine Hierarchie? Wie lange gibt es sie bereits? Was ist ihr Streben, ihr Ziel? Müssen sie auf Jagd gehen, weil sie vertrieben wurden oder selbst Gejagte im eigenen Gebiet sind? Wären sie sonst friedlich? Eine Stange Fragen sind das und ich befürchte, daß ich und die aufgerüstete Bluefox von der Sternenflotte bereits dazu auserkoren sind Antworten zu finden.»»

 

Die zwei Wochen an Bord der Jackenboy vergingen wie im Flug. Alle Crewmitglieder der Bluefox, es waren nach dem Angriff der Borg und der Ankunft der Voyager im Alphaquadranten noch ungefähr sechzig Mann, waren bereits bis aufs Äußerste gespannt, wie ihr Schiff nun aussehen würde. Da kam eine Nachricht vom Oberkommando der Sternenflotte herein. Auf der Brücke herrschte mehr Betrieb als normal, weil die Crews der Jackenboy und der Bluefox zusammen ihren Dienst absolvierten. Der kommandierende Offizier war und blieb Cpt. Stephen Wish, der nach wie vor einzige Romulaner in der Sternenflotte. Er kommandierte die Jackenboy seit fast einem Jahr. Als ein Offizier berichtete, eine Nachricht käme herein, befahl Wish einen Kanal zu öffnen. Adm. Henning war zu sehen, der sprach: ««Guten Tag, Captain. Ich wollte Captain Ceagy mitteilen, daß die neue Bluefox fertig sei. Die Tore der Werft werden jetzt gleich geöffnet. Melden Sie sich bei mir, wenn Sie und Ihre Crew die Posten bezogen haben. Henning, Ende.»» In Cpt. Ceagy stieg die Spannung und er bat Wish die Tore der Schiffswerft auf den Schirm zu bringen. Natürlich machte ihm Wish diesen Gefallen. Die Untertassensektion sah noch gleich aus wie vorhin, mit der Ausnahme, daß eine zusätzliche Torpedorampe eingebaut wurde. Diese Rampe wurde ganz zuvorderst an die Kante gesetzt. Die Warpgondeln waren noch an der ungefähr gleichen Stelle wie früher, einigermaßen direkt unter der Untertassensektion. Jedoch waren es wieder zwei, nicht mehr drei Gondeln. Doch was danach zum Vorschein kam, ließ Ceagy erblassen! Anstelle des Deflektors in der Mitte leuchteten deren zwei! Das Schiff war richtiggehend in zwei Antriebssektionen unterteilt worden! Und von Überraschungen noch nicht genug: Unter den beiden Deflektoren erschienen nochmals zwei Warpgondeln! Rein geographisch mußte man sich das Schiff nun so vorstellen: Erst die Untertassensektion, dann die oberen Warpgondeln, im Zentrum die beiden Deflektoren und am Schluß die unteren Warpgondeln. Alles in allem war es das höchste Raumschiff der Sternenflotte! Der Erste, der etwas sagen konnte, war Lt. Cmdr. Chollet. Er sprach: «Wenn man hier von einer Speise reden würde, dann würde die Bezeichnung „Doppelburger“ am ehesten passen!» Lt. Cmdr. Haldman bemerkte begeistert: «Wie zwei Galaxys übereinander! Wahnsinn!» Lore fragte Ceagy: «Was halten Sie von diesem Schiff, Sir?» – «Ich bin sprachlos, Lore. Das habe ich wirklich nicht erwartet.» gab Ceagy zur Antwort. Chollet forderte seine Kollegen auf: «Na, los! Auf was warten wir denn noch? Nix wie rein ins neue Heim!» Ceagy nickte zustimmend und verkündete: «Besetzen wir die neue Bluefox! Ich würde sogar sagen, daß dies nicht mehr die Bluefox-F, sondern die Bluefox-G ist!» Der Erste Offizier Lore korrigierte seinen Captain: «Auf der Vorderseite der Untertassensektion steht aber „NCC 78214“. Nur neue Schiffe bekommen eigene Nummern.» bemerkte Lore. Ceagy entgegnete: «Dann treten wir also aus dem Schatten der legendären 1701er-Serie, die mit der zweiten Enterprise begann.» Haldman informierte die Brückencrew: «Sie werden es nicht glauben, aber die Sensoren zeigen eine Tarnvorrichtung an!» Chollet war fast aus dem Häuschen und bemerkte: «Der splitternackte Wahnsinn! Jetzt kann ich dann auch mal Romulaner spielen. Los, gehen wir endlich!» Seven sagte zum Sicherheitschef: «Ich bewundere Ihre Begeisterungsfähigkeit immer wieder, Commander. Nur zu schade, daß Sie niemals die Gelegenheit hatten die Attribute eines Borgdiamonds zu genießen. Dann wäre die neue Bluefox im Vergleich kaum mehr spannend, glauben Sie mir.» Obwohl es so schien, als hätte es sie nicht gerade vom Hocker gerissen, schaute sie diese doppelte Galaxy-Klasse genau an. Allem Anschein nach würde sie auf diesem Schiff eine weitere Etappe ihrer Karriere als Sternenflottenoffizier in Angriff nehmen.

Drei Stunden später waren alle Offiziere samt Gepäck wieder zurück auf der Bluefox und die wichtigsten Stationen waren besetzt. Neu waren nur noch in der Untertassensektion Personalunterkünfte vorhanden. In den beiden Antriebssektionen links und rechts sowie in der Kontrollsektion in der Mitte zwischen den beiden Deflektoren brauchte es keinen Platz für Mannschaftsquartiere und deshalb wurden auch keine eingerichtet. Die neue Bluefox war nun also endlich auch auf die Mannschaft abgestimmt. In der mittleren Kontrollsektion befand sich der neue Hauptmaschinenraum sowie einige Frachträume. Die Anzahl der Shuttlerampen wurde von drei auf sechs erhöht. Vier Rampentore gab es an der Heck- und zwei an der Bugseite. Die Anzahl Transporterräume hingegen wurde verringert aufgrund der kleinen Besatzung. Es waren nur noch zwei Personentransporterräume und drei Frachttransporter vorhanden. Am Innendesign wurde gar nichts verändert. Die Brücke sah immer noch genau gleich aus wie vor zwei Wochen und die Krankenstation blieb ebenfalls grundlegend gleich. Im neuen Maschinenraum vergrößerte sich die Anzahl Stockwerke, da der neue Warpkern fast doppelt so lang war. Mit vier Warpgondeln und dem neuen Kern konnte selbstverständlich auch eine bessere Dauerhöchstgeschwindigkeit erzielt werden, nämlich Warp 9,996. Ein derart voluminöses Schiff wie die neue Bluefox brachte jedoch auch einen Nachteil mit sich: In Asteroidenfeldern sollte es erheblich schwieriger werden sich einen sicheren Weg durch das Feld hindurchzubahnen.

Im Bereitschaftsraum gab Andrew Ceagy seinem Chef Mike Henning die Meldung durch, daß alle bereit seien um einen neuen Auftrag entgegenzunehmen. Der Admiral entgegnete: ««Das freut mich, Captain. Ich habe nämlich keine einfache Aufgabe für Sie und Ihre Mannschaft: Da Sie jetzt über eine derart hohe Dauergeschwindigkeit verfügen, bitte ich Sie in möglichst kurzer Zeit viel Gebiet zu erkunden. Ihr oberstes Ziel ist, daß Sie das Territorium der Spinner-Spezies finden. Zusätzlich würde es uns sehr helfen, wenn Sie mehr über die Lebensformen an sich herausfinden könnten. Wir gehen davon aus, daß sie nicht nur andere Raumschiffe umspinnen, sondern auch über eigene Schiffe verfügen. Der Alphaquadrant ist größtenteils erforscht. Zusätzlich haben uns Vulkan, Kronos, die erste Kessok-Kolonie bei Omega Draconis 3, Romulus und sogar Cardassia Prime versichert, daß sie keine Wesen der Spinner-Spezies entdeckt haben oder daß sie überfallen wurden. Die Penthara-Kolonie gehörte der Föderation. Wir sind bisher die einzigen Opfer der Spinner-Spezies, also müssen wir uns auch alleine um sie kümmern. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Captain. Seien Sie vorsichtig und gehen Sie keine unnötigen Risiken ein. Wenn es zu heikel wird oder andere Raummächte Sie ernsthaft gefährden, kehren Sie um.»» Ceagy konnte es erahnen, daß das Flaggschiff gewählt würde um die Spinner-Spezies zu erforschen. Er war nicht gerade positiv eingestellt auf die kommende Mission, aber er wußte, daß die Menschheit ohne genauere Informationen über die Spinner-Spezies kaum im Kampf bestehen konnte. Außenteams waren sicherlich die falsche Taktik. Ceagy hoffte im Kampf Schiff gegen Schiff zu gewinnen. Er sagte zu Henning: ««Ich habe verstanden, Sir. Ich versuche die Lage optimal einzuschätzen und Entscheidungen sofort zu treffen. Ich werde nicht unnötig zuwarten. Admiral, ich habe noch eine Frage an Sie: Die neue Bluefox hat eine eigene Registriernummer erhalten. Es hat sich einiges am Außendesign verändert. Ich sehe keine allzu große Ähnlichkeit mehr mit der Galaxy-Klasse. Ich bin der Ansicht, daß dieses Schiff der Prototyp für eine neue Klasse ist. Einen Wunschnamen hätte ich auch schon: Bluefox-Klasse! Könnten Sie einen Antrag an die Wissenschaftsabteilung des Oberkommandos schreiben? Das wäre wirklich genial, Admiral!»» – ««Ich werde abklären, was sich da machen läßt. Ihr Wunsch könnte sogar in Erfüllung gehen, denn rein technisch gesehen ist es wirklich keine Galaxy-Klasse mehr und wenn man dieses Schiff der Galaxy-Refit- oder Deluxe-Klasse zuordnet, dann macht man es vor allem aus Bequemlichkeit. Ich hoffe für Sie, daß es klappt. Henning, Ende.»» Andrew Ceagy sah für seinen Captain in der Stasiskammer immer noch Chancen. Falls Cpt. Bluefox gerettet werden könnte, wäre die Einführung der Bluefox-Klasse ein verdientes Geschenk an den wahren Captain der Bluefox.

Wegen der nach wie vor andauernden Absenz von Matthew Bluefox mußte jemand in den Führungsoffizierstand nachrücken. Ceagy konnte sich nicht alleine um die Crew kümmern. Zu diesem Zweck rief er alle Führungsoffiziere und die in Frage kommenden Kandidaten für einen Posten als Führungsoffizier in der Lounge zu einer Sondersitzung zusammen. Als alle versammelt waren und sich gesetzt hatten, eröffnete Ceagy die Sitzung. Er sprach: «Ich begrüße Sie alle recht herzlich zu dieser außerordentlichen Orientierungssitzung. Wie Sie bereits wissen, ist Commander Lore mein neuer Erster Offizier. Er wird in der Hauptschicht von 7:50 Uhr bis 17:00 Uhr im Maschinenraum sein. In der Restzeit wird Seven of Nine für den Maschinenraum verantwortlich sein. Sie hat auch schon oft die Stellvertretung im Maschinenraum gehabt, wenn Lieutenant Torres auf der Voyager ausfiel. – Neue Einsatzleiterin anstelle von Lore wird Commander Haldman. – Judy Boeman hat den Wunsch bei mir geäußert, ob sie wieder ihren alten Posten in Zehn-Vorne besetzen könnte. Während einer mehrmonatigen Probezeit als Counselor hat sie wichtige Erfahrungen gesammelt, die sie weitergebracht haben. Dennoch findet sie nun im Vergleich zu früher den attraktiven Posten als Barkeeperin interessanter. Sie kann auch während ihrer Tätigkeit in Zehn-Vorne mit der Crew gute Gespräche führen, dafür müsse sie nicht in einer Praxis sitzen. Ich kann sie sehr gut verstehen und habe dem Berufswechsel zugestimmt. Nicht zuletzt aus folgendem Grund: Donatra, früher Commander im Romulanischen Sternenimperium, hat den Frieden zwischen den Romulanern und der Föderation dazu genutzt um uns kennenzulernen. Seit ihrem Gespräch mit Captain Picard vor dem Dominionkrieg hat sie versucht eine Stelle innerhalb der Föderation zu erhalten und nun ist es soweit. Der Föderationsrat ist überzeugt, daß Donatra bei uns hervorragende Dienste leisten kann und wird. Da Donatra die seltene Gabe von ihrem vulkanischen Vater geerbt hat telepathisch zu kommunizieren, habe ich mich entschlossen sie als neuen Counselor einzustellen. Sie wird in erster Linie also eher eine taktische Beraterin sein, aber sie hat fest im Sinn sich auch sozial zu engagieren. Donatra, herzlich willkommen an Bord! – Nicole Strike wird eine Stellvertretung erhalten, damit sie nicht von 7:50 Uhr bis 22:00 Uhr praktisch nonstop im Einsatz sein muß. Aline River, vorhin sogar im Rang eines Schwadronencaptains innerhalb der ITW-Fraktion, wird Doktor Strike in vielen Bereichen als stellvertretende Chefärztin ergänzen und unterstützen. Auch Sie, Doktor River, willkommen auf der Bluefox! Als zusätzliche Verstärkung in der Hauptschicht haben gestern bereits Doktor Sarah Boschenstone und Doktor Lucy Morcher in der Krankenstation ihren Dienst angetreten. Lucy Morcher kennen wir ja alle, sie ist ja aus unserer Klasse. Sarah Boschenstone kommt ebenfalls aus der ITW-Fraktion. Die beiden letzten Neuzuzüger in unsere großen Familie sind die Lieutenants Sean McNally und Bjurne Monty, die vorhin auf der Jackenboy gedient haben. Da wir allgemein mehr Sicherheitskräfte brauchen, habe ich beide bei Commander Chollet eingeteilt. Monty war auch auf der Bluefox während des zweiten Borgangriffs. Ich schlage vor, daß Sie Ihre Fragen gleich den Neuen selbst stellen, denn ich weiß vorerst auch nicht mehr als Sie, muß ich zugeben. – Das war’s fürs Erste. Ich danke Ihnen.» Da meldete sich plötzlich noch Lore mit winkender Hand! Ceagy schaute ihn an und forderte ihn auf sein Anliegen mitzuteilen. Lore berichtete mit Stolz: «Ich wollte der Runde nur noch mitteilen, daß ich jetzt eine eigene Familie habe! Ich habe vor zwei Wochen eine Katze repliziert. Sie heißt Spot. Mein Bruder Data hatte an Bord der Enterprise-D auch eine Hauskatze, die den Namen Spot trug. Ich halte diesen Namen für sehr einfallsreich, daher habe ich beschlossen, daß der Name traditionellerweise erhalten bleibt, auch wenn die Katze anders aussieht. Das wäre schon alles, danke.» Die ganze Offiziersrunde mußte mehr oder weniger stark lachen, weil Lore gleich alle mit dieser Nachricht versorgte. Ceagy konnte Lores Freude natürlich nachempfinden. Der Androide begann nicht zuletzt dank dem Emotionschip langsam, aber sicher sich ein richtiges Leben aufzubauen.

Nach der Sitzung begab sich Lore in sein Quartier und bereitete das Essen für seine neue Katze zu. Es war ein Weibchen. Er pfiff kurz und rief: «Spot! Das Essen ist fertig!» Lore kümmerte sich natürlich liebevoll um sein neues Haustier. Die Katze kam und roch am Futter, dann begann sie zu fressen. Der Erste Offizier war erleichtert endlich die richtige Zusammensetzung ausgemacht zu haben und sagte zu Spot: «Weißt du, es war nicht einfach ein Menü zu programmieren, das dir mundet.» Lore ging wieder an seinen Arbeitsplatz im hinteren Bereich des Quartiers. Die Arbeitsstation war speziell auf den Androiden eingerichtet worden, damit er Daten schneller verarbeiten konnte. Im Moment studierte er an einer neuen Methode um die Warpantriebsleistung zu erhöhen. Er wollte die Höchstgeschwindigkeit auf 9,999 steigern. Ihm war die momentane Höchstgeschwindigkeit noch nicht hoch genug. Er arbeitete ganz nach Sevens Motto: „Es geht nichts über die Perfektion!“. Gerade wollte sich Lore in seinen Stuhl setzen, als er plötzlich erstarrte! Er schien nicht mehr bei Bewußtsein zu sein! Da plumpste er plötzlich in den Stuhl und flog samt Sessel hinten raus! Durch den Aufprall mit dem Hinterkopf auf den harten Boden klappte seine mechanische Schädeldecke auf. Auf dem am Boden liegenden Schädelteil stand [30:00.00] in kleinen Zahlen auf einem Display. Da lief die Zeit plötzlich rückwärts! Es wurde von dreißig Minuten Richtung Nullpunkt gezählt!

Durch ihre gewaltige Geschwindigkeit legte die Bluefox ein 0,48 Lichtjahre pro Stunde zurück und gelangte binnen weniger Tage in einen äußeren Sektor des Betaquadranten. Die Distanz von 70'000 Lichtjahren, die die Voyager mit zum Teil großen Abkürzungen in zwanzig Jahren zurücklegte, könnte die Bluefox ohne Zwischenfall und ohne Hilfen innerhalb von ungefähr 15 Jahren bewältigen. – Auf der Brücke scannte man derweil nach Hinweisen, zum Beispiel Trümmern, die von einem umsponnenen Schiff stammen konnten. Ceagy selbst hatte das Kommando. Er fragte: «Commander Haldman, haben Sie irgendwelche Planeten in Sensorreichweite?» – «Nein, Captain. Sektor 231 ist planetenlos. Hingegen habe ich zwei Asteroidengürtel. Ein kleines Feld liegt sieben Lichtjahre Richtung Koordinaten 162.318 und ein wesentlich größeres elf Lichtjahre zu den Koordinaten 157.626. Unsere Flugrichtung brächte uns genau zwischen den beiden Feldern hindurch.» antwortete Haldman. Ceagy wollte wissen: «Können Sie mit den Sensoren durch die vorderen Gürtelphalanxen sich bewegende Objekte ausmachen?» «Nein, wir müßten näher heran.» antwortete Haldman. Ceagy befahl: «Lieutenant Humble, setzen Sie Kurs zum größeren Asteroidenfeld. Ich vertraue dann auf Ihr Geschick. Diesmal werden uns keine Romulaner helfen, wenn wir in Schwierigkeiten geraten.» fügte der Captain schmunzelnd hinzu. Lt. Humble, die wieder einmal am Steuer war, drehte sich kurz zu Ceagy um und entgegnete grinsend: «Ich kann für nichts garantieren, Captain, ich hatte die Conn das letzte Mal vor drei Tagen. Lieutenant Blater ist ja normalerweise am Steuer. Zudem ist die neue Bluefox doppelt so hoch.» Ceagy lachte kurz und sagte abschließend: «Sie werden in zwei Stunden abgelöst, Nadine.»

Einen weiteren vollen Tag benötigte die Bluefox bis zum großen Gürtel. In der Zwischenzeit wurden dreimal die Schichten gewechselt. Die neue Beraterin Donatra erlebte ihre erste Schicht auf der Brücke, als die Bluefox an den ersten Asteroiden vorbeimanövrierte. Plötzlich passierte etwas Unvorhergesehenes. Chollet informierte Ceagy: «Captain, ich kann ein Schiff erkennen. Es hat die gleiche Farbe wie der Asteroid, der an 24 Grad Backbord schwebt. Soll ich die Schutzschilde aktivieren?» fragte der Sicherheitschef. Ceagy antwortete: «Abwarten, Danny. Wir wollen nicht unnötig provozieren.» Das bräunliche Schiff drehte auf einmal ab und flog ganz langsam auf die Bluefox zu. Am Hinterteil des Objektes befanden sich gelbe Kollektoren, die das Schiff anzutreiben schienen. Haldman scannte das unbekannte Raumschiff fortwährend und gab Ergebnisse durch: «Das Objekt hat einen Durchmesser von knapp hundert Metern. Es hat eine unregelmäßige Form, die an keines der uns bekannten Raumschiffe erinnert. Die gelben Körper oberhalb des Schiffes sind mit einer Art organischen Energiemasse gefüllt. Das Schiff kann Unterlichtgeschwindigkeit erreichen. Ich denke, bis zu ungefähr 120'000 km/h.» Ceagy fragte stirnrunzelnd: «Eine organische Energiemasse?» Ihm gefiel dies überhaupt nicht. Haldman bestätigte: «Ja, Captain, irgendein biologischer Stoff.» Plötzlich öffnete sich eine Luke an der Front des fremden Schiffes und eine blauviolette Flüssigkeit war zu sehen! Ceagy verlangte sofort einen Bericht. Haldman fokussierte den Scanner auf die mögliche Gefahrenzone und berichtete: «Die Öffnung hat einen Durchmesser von 28 Metern und ist kreisrund. Die Flüssigkeit setzt sich aus chemischen Stoffen zusammen, die auch für unsere Quantentorpedos verwendet werden.» Ceagy drehte sich zu Chollet um und fragte: «Wollen sie demnächst schießen?» Chollet antwortete achselzuckend: «Das kann ich nicht eindeutig bestimmen.» Ceagy wies Haldman an: «Commander Haldman, stellen Sie eine Verbindung her zu diesem fremden Schiff.» Sogleich stellte er sich vor: «Hier spricht Captain Andrew Ceagy vom Föderationsraumschiff Bluefox. Könnten Sie sich identifizieren?» Haldman sprach plötzlich dazwischen: «Captain, ich bekomme Schriftzeichen auf die Ops. Es könnte eine Botschaft sein, aber ich kann sie nicht entschlüsseln.» Ceagy meinte besorgt: ««Wir können Sie leider nicht verstehen!»» Da schwoll die Flüssigkeit in dieser merkwürdigen Öffnung an und ein Ball bildete sich! Einen Herzschlag später prallte diese Energiekugel direkt auf die Hülle der Bluefox, da es Chollet nicht mehr möglich war rechtzeitig die Schutzschilde zu aktivieren! Das ganze Schiff schüttelte es wie wahnsinnig durch! Apparaturen wurden aus deren Halterungen gerissen und zerschellten an den Wänden! Automatisch schalteten alle Systeme auf Notenergie und Alarmstufe Rot wurde ausgelöst! Ceagy schrie in Panik: «Was war das denn?!» Chollet antwortete: «Sie haben mit dieser Energiemasse unsere Hülle an mehreren Stellen durchdrungen! Die Hauptenergie ist notabgeschaltet! Auf Deck 10 gibt es einen markanten Hüllenriß! Einige Spuren der fremdem Materie sind im Korridor zurückgeblieben! Ich schalte die Notkraftfelder ein!» Ceagy stürzte aus seinem Sessel und knallte gegen die Ops! Die beiden vorderen Offiziere, Haldman und Hauptpilot Lt. Blater, landeten am Hauptschirm vorne! – Endlich beruhigte sich alles wieder und das Licht ging an. Der Captain erholte sich schnell und rief: «Boosten Sie die Schilde!» Chollet meinte: «Dazu müssen Sie und Lore im Maschinenraum den Autorisationscode eingeben!» Ceagy funkte sofort an Lore, doch der gab keine Antwort! Ceagy befahl dem Computer: «Computer, Lore lokalisieren!» «Lieutenant-Commander Lore ist in seinem Quartier.» antwortete die Computerstimme. Ceagy rief empört: «Was? In dieser Lage? Wir waren vorher schon in gefährlichem Gebiet und abgesehen davon hat Lore ohnehin Dienst!» Da brachte Cnslr. Donatra ihren ersten aktiven Vorschlag ein: «Ein Suchteam sollte prüfen, warum Lore nicht im Maschinenraum ist. Ich finde das mehr als ungewöhnlich.» Ceagy war einverstanden und nahm Sicherheitschef Chollet mit. Unterwegs meinte der kommandierende Offizier: «Das war sehr gefährlich. Wir hätten uns bei solchen Stürzen ernsthaft verletzen können.» Chollet stellte eine wichtige Frage: «Wir hatten noch einmal Glück, aber was wird passieren, wenn sie nochmals feuern?» Ceagy gab hilflos zur Antwort: «Dann müssen wir halt noch einmal Glück haben.»

Derweil berichtete Haldman auf der Brücke: «Die Öffnung hat sich wieder geschlossen. Die Sensoren zeigen an, daß sich die Masse erst neu bilden muß, bevor ein neuer Angriff gestartet werden kann. Wir haben also etwas Zeit. Ich hoffe, Lore kann die Schilde boosten, bevor ein neuer Angriff erfolgt.» Es waren nur noch Donatra, Haldman, Blater und Sicherheitsoffizier Lt. Monty auf der Brücke, der die Taktische Station von Chollet übernommen hatte.

Das Suchduo kam auf Deck 8 an. Lores Quartier war am Ende des Flurs. Chollet machte Ceagy plötzlich auf sich aufmerksam: «Andrew, ich empfange fremde Werte vom nächsten Querkorridor. Es ist organisch, aber nicht humanoid.» Ceagy dachte ans Schlimmste und sprach entsetzt: «Das ist doch nicht die...» – Da schoß auf einmal eine dunkle haarige Gestalt um die Ecke und näherte sich den drei Besatzungsmitgliedern rapide! Chollet zückte seinen Handphaser und konnte den Eindringling im letzten Moment erschießen! Ceagy fragte eingeschüchtert: «Was war das?» Chollet, dem es ebenfalls mulmig wurde, gab zur Antwort: «Es ist zwar organisch, aber es werden keine vitalen Organe wie Herz, Lunge oder Leber festgestellt. Der Tricorder zeigt eine spinnenähnliche Gestalt an, die etwa vierzig Zentimeter hoch, ungefähr elf Zentimeter lang und circa acht Zentimeter breit ist.» Ceagy wunderte sich nicht über Chollets Analyse und meinte: «Ich ahnte schon, wer uns besuchen wollte: Sie sind es.» Chollet schlug vor: «Wir sollten uns beeilen, wir brauchen die Schilde dringend!» Ceagy drückte, währenddem sie weitergingen, auf seinen Kommunikator und funkte an die Brücke: ««Brücke, ist bei Ihnen alles in Ordnung?»» – ««Hier Counselor Donatra, Captain. Hier sieht es im Moment gut aus. Das fremde Schiff muß dessen Energiematerie neu generieren. Das kann einige Zeit dauern.»» funkte Donatra zurück. ««Das ist eine gute Nachricht. Wir sind hier auf einen Eindringling gestoßen. Die Analyse hat nur eine logische Rasse ergeben: Es ist die Spinner-Spezies.»» erzählte Ceagy. Donatra erwiderte: ««Verstanden. Vielleicht kann ich Ihnen die Position von anderen Spinnentieren durchgeben, aber dafür bräuchten wir die Hauptenergie.»» Ceagy erklärte Donatra das weitere Vorgehen: ««Wir schauen so schnell wie möglich, daß wir die Schilde boosten können. Durch den Boosteffekt wird zusätzliche Antimaterie in die Kammern des Warpkerns geleitet. Wenn wir die Antimaterie abziehen, erlangen wir die Hauptenergie zurück. Donatra, versuchen Sie in der Zwischenzeit mit der Bar Kontakt aufzunehmen. Finden Sie heraus, ob wir Verletzte zu beklagen haben. Ach ja, und noch etwas: Sie haben die Brücke! Ceagy, Ende.»» Donatra drückte zum Beenden der Funkverbindung auf ihren Kommunikator und rutschte vom Sessel des Counselors hinüber in den Kommandosessel. Daß sie so schnell ihre Kommandofähigkeiten einsetzen müßte, hätte sie natürlich nie gedacht. Trotz der gefährlichen Lage konnte sie sich ein Lächeln nicht verdrücken, während sie im wohl verantwortungsvollsten Sessel des Schiffes Platz nahm.

Ceagy und Chollet gelangten endlich an der Tür von Lores Quartier an. Der Sicherheitschef trat vor und gab seinen Autorisationscode ein um die Tür zu öffnen. Nachdem sich die Tür geöffnet hatte, betraten sie das Quartier. Das Erste, was sie sahen, war Spot. Die Katze war anscheinend eingeschlafen. Als die beiden Offiziere eintraten, schreckte sie auf und versteckte sich unter dem Sessel. Ceagy ging als Erster um die Ecke zum Raum mit Lores Arbeitsplatz. Der Captain sprach verwirrt: «Lore ist nicht da! Der Stuhl steht schief und ist an den Schreibtisch angelehnt.» Chollet konnte es nicht verstehen und erwiderte: «Ich empfange aber Werte, die Lores positronischem Netz entsprechen. Auf dem Tricorder ist er hier!» Als Ceagy hinter den Schreibtisch ging, bekam er einen Riesenschrecken und rief: «Danny, hier liegt er! Es sieht so aus, als hätte es ihn voll hinten rausgehauen, als er sich in den Stuhl setzen wollte. Seine Schädelplatte hat sich gelöst!» rief er. Chollet lief zu Ceagy hin und fragte ihn: «Sie arbeiten viel mit ihm zusammen. Wissen Sie eventuell, was da für ein Countdown läuft?» Ceagy antwortete: «Ja, es ist die Zeit, die noch übrigbleibt, bis die Daten in seinem neuralen Netz gelöscht werden!» – «Können Sie ihn nicht reaktivieren?» fragte der Sicherheitschef. Der Captain gab zur Antwort: «Doch, aber ich weiß nicht, ob er weiß, was geschehen ist.» Chollet zeigte auf den Zähler und bemerkte: «Es bleiben nur noch dreißig Sekunden.» Ceagy sah sich gezwungen den Androiden sofort zu reaktivieren und tat es auch. Lore richtete sich abrupt auf und fragte sofort: «Captain, Commander, was ist geschehen?» Ceagy klärte Lore auf: «Anscheinend hat sich Ihr positronisches Netz überlastet. Ich bin froh, daß wir Sie so früh entdeckt haben, denn Ihr Countdownzähler war bereits auf dreißig Sekunden. Wir haben ein Problem. Die Spinner-Spezies hat uns mit einem sehr wahrscheinlich eigenen Raumschiff beschossen. Ich rechnete nicht mit solch einer Reaktion und habe die Schilde nicht vorzeitig aktivieren lassen. Wir müssen sie jetzt boosten.» Lore entgegnete logisch: «Dazu muß ich in den Maschinenraum.» Ceagy schmunzelte und sprach: «Als ob ich das nicht wüßte, mein Freund. Wir müssen Gas geben, denn der Maschinenraum befindet sich jetzt ja in der Kontrollsektion. Selbst mit dem Turbolift sind es fast zwei Minuten Fahrt. Wir wissen nicht, wann dieses Raumschiff das nächste Mal feuert, daher die Eile.» Der Captain sah Chollet an und befahl ihm: «Danny, Sie kehren zur Brücke zurück. Lore und ich boosten die Schilde.»

Nachdem der Steirer einen wahren Sprint von Lores Quartier zur Brücke hingelegt hatte, mußte er sich an seinem Ziel erst einmal kurz erholen. Er konnte auf dem Schirm gerade miterleben, wie sich die fremde Waffe wieder entfaltete! Donatra blickte zu Chollet herauf und sprach: «Gerade als Sie hereinkamen, Commander.» – «Dann haben wir eventuell noch einen Moment. Sie haben das letzte Mal auch nicht sofort gefeuert.» entgegnete der Leiter der Sicherheit. Er löste Monty ab und funkte sofort an Ceagy: ««Sind Sie soweit?»» – ««Noch nicht. Wir erreichen in wenigen Sekunden den Hauptmaschinenraum. Haben Sie die Brücke erreicht?»» fragte Ceagy zurück. Chollet antwortete: ««Ja, allerdings hat sich die Waffe des gegnerischen Schiffes soeben erholt. Sie haben diese Luke wieder offen. Sie werden wohl bald feuern.»» Ceagy versicherte, sie würden sich beeilen und schloß die Funkverbindung.

Der Captain und sein Erster Offizier standen nun vor der Tür zum Maschinenraum, die sich zum Erstaunen beider nicht automatisch öffnete. Lore fackelte nicht lange öffnete die Tür manuell. Er zerrte die beiden Türteile einfach auseinander, als wäre es Kaugummi. Was Lore drinnen vernehmen konnte, war fast einheitliche tiefe Dunkelheit. Nur ein schwaches Licht schimmerte vom Warpkern her bis zu Lores Position. Dann plötzlich ein Schatten! Er verdeckte kurz den Lichtstrahl! Lore vermutete ein Mitglied der Spinner-Spezies, spürte jedoch gleich, daß dieses Exemplar um einiges größer sein mußte als die erste Spinne, die Ceagy im Korridor erschießen mußte! Aus der Schattenform schloß Lore blitzschnell, daß die Spinne hinter ihm sein mußte, da er vermutete, daß alle Spinnen der Spinner-Spezies die gleiche Form aufwiesen. Er drehte sich sofort um und aktivierte seine Infrarotpupillen. Nichts. Er prüfte nun systematisch die ganze Umgebung. Ceagy folgte Lore langsam. Der Androide schritt langsam und leise wie Spot zum Warpkern. Der Captain schaltete seine Taschenlampe wieder ein, nachdem er sie mal kurz ausgemacht hatte um Energie zu sparen. Lore hob sofort seine rechte Hand an und wies Ceagy an: «Captain, schalten Sie die Taschenlampe wieder aus! Die Spinnen sehen mich sehr wahrscheinlich nicht, wenn es dunkel ist. Ich versuche mich um das Licht des Kerns herumzubewegen.» Ceagy knipste seine Taschenlampe sofort wieder aus und verhielt sich still. Jedoch mußte er noch einen Satz loswerden: «Sie können uns vielleicht nicht sehen, aber sicher hören.» Lore entgegnete: «Gut möglich. Schweigen wir also.» Nach einer weiteren intensiven Untersuchung der Kernregion sprach Lore leise: «Ich höre etwas, ein ganz leises Knacken. Nicht hörbar für Menschen. Anscheinend ist die Spinne direkt...» Weiter kam der Androide nicht, denn er hatte die Spinne sogleich zur Gänze auf seinem Gesicht! Er taumelte rückwärts, stürzte über ein Geländer und dann auf den Boden! Ceagy schaltete sofort seine Taschenlampe wieder ein und erblickte die Riesenspinne auf Lores Gesicht! Sie versuchte den Ersten Offizier mit einem Netz zu umspinnen! Der Captain zückte seinen Phaser und schoß mehrere Male auf das Biest, bis es sich komplett aufgelöst hatte! Über seine Tat selbst erschrocken schluckte Ceagy erst einmal leer, bevor er sich wieder besinnen konnte. Er rannte zu Lore hin und entfernte an dessen Kopf die strammen Netzfäden. Lore hob seine linke Hand kurz an und sprach: «Danke, Captain. Ich bin unverletzt, aber geplättet.» Ceagy konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, weil er einfach nicht erwartet hatte, daß Lore zu diesem Zeitpunkt eine solche Reaktion zeigen würde. Lore richtete sich schnell auf und fuhr mehrmals mit beiden Händen über sein Gesicht. Als er keine Spinnenfäden mehr ausmachen konnte, meinte er: «Nun, ich denke, wir sollten nun mit dem Boosten der Schilde sofort beginnen.» Ceagy nickte Lore erst zu, schüttelte dann aber den Kopf und sagte: «Androiden!» Lore schaute zu Ceagy hinüber und meinte: «Anscheinend habe ich eine ganze Menge verpaßt, als ich inaktiv war.» – «Ganz gewiß.» erwiderte Ceagy belustigt. Lore lief zur herausragenden Konsole am Mitteltisch und drückte eine wirre Tastenkombination. Er kommentierte: «Ich gebe nun den Verschlüsselungscode ein um die Schildsysteme zu öffnen.» Ceagy ergänzte: «Ich kann laut Tricorder keine Spinnen mehr auf dem Schiff erkennen. Ich bin nicht gerade unglücklich über dieses Ergebnis.»

In diesem Moment war es soweit. Chollet rief über den Funk, so daß man es im ganzen Maschinenraum hören konnte: ««Die Flüssigkeit beginnt sich zu verformen! Wie lange brauchen Sie noch?»» Ceagy funkte zurück: ««Lore ist gleich soweit! Die letzten Codes werden eingegeben!»» Da löste sich der zweite Schuß und donnerte auf die Bluefox zu! Alle versuchten in Deckung zu hechten! – Nach dem Aufprall jedoch blieb alles an seinem Platz! Ceagy rief über Funk zur Brücke: ««Wir haben es in der letzten Sekunde geschafft!»» Donatra berichtete: «Wir haben die Hauptenergie zurück, Captain!» Sogleich befahl sie Chollet: «Commander Chollet, Quantentorpedos, vierfache Streuung! Feuer!» Die Torpedos schlugen beim Gegnerschiff ein und rissen das organische Material des Objektes in unzählige Stücke! Die ganze Brückenbesatzung jubelte und klatschte! Es war allen ein großer Stein vom Herzen gefallen. Donatra fragte: «Commander Haldman, haben Sie noch Spinnenwesen auf der Bluefox erkennen können?» Haldman antwortete: «Nein, Counselor. Es waren nur zwei Spinnen zu uns herübergekommen.» Donatra befahl eigendynamisch: «Lieutenant Blater, setzen Sie einen Umkehrkurs zum Sternenflottenkommando. Wir haben genug Neuigkeiten über die Spinner-Spezies herausgefunden, denke ich. Lieutenant, wir fliegen mit Maximum Warp. Beschleunigen.» Die Bluefox kam sicher aus dem Asteroidengürtel hinaus und beschleunigte sofort auf Warp 9,996 und erhöhte wenig später auf Warp 9,998! Wie das ging, verriet Lore sogleich in seinem Logbuch, das er während des Fluges verfaßte.

 

Computerlogbuch der Bluefox, Lieutenant-Commander Lore, Sternzeit 78656.1

 

««Ich habe es geschafft die Höchstgeschwindigkeit der Bluefox auf Warp 9,998 zu erhöhen. Ich bin erleichtert, daß ich wieder richtig funktioniere, wenn auch noch ohne Emotionschip. Aus Sicherheitsgründen werde ich ihn in der nächsten Zeit nicht mehr aktivieren, bis es nicht eindeutig bewiesen ist, daß die Überlastung meines Neuralnetzes nicht auf eine Hyperaktivität des Emotionschips zurückzuführen ist. Abschließend kann ich nur noch sagen: Es ist eigenartig, wenn man gebraucht wird und nichts tun kann.»»

 

Nachdem Lore das Logbuch fertiggesprochen hatte, setzte er sich auf seinen Stuhl hinter dem Schreibtisch. Dann guckte er etwas über den Tisch und konnte Spot erkennen. Er liebte seine Katze über alles. Momentan konnte er Spot seine Liebe zwar nicht zeigen, aber er wußte natürlich, daß Spot es liebte, wenn sie von ihm mehrere Minuten lang am Bauch und am Hals gekrault wurde. Spot kam zum Lore hin und sprang ihm auf seine Oberschenkel. Lore begann sie sanft zu streicheln und sie ließ es sich laut schnurrend gutgehen.

 

ENDE

 

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